Hallo,
auf die Medien schimpfen ist bestimmt nicht falsch, nur ist das wie mit der Politik, der Wirtschaft usw. . Letztendlich hat das Gros des Volkes sich das zuzuschreiben, auch wenn man selber nicht dazugehört ist man in der Regel trotzdem nicht ganz schuldfrei.
Ich stand nicht an öffentlichen Plätzen und habe versucht Wähler zu überzeugen, ich bin noch nichtmal in einer Partei, obwohl zumindest zwei so halbwegs in Frage kommen könnten. Ich versuche nicht am Uni-Campus die Studenten davon zu überzeugen, dass nicht Hartz4 zu hoch sondern der Bafög-Satz und der Lohn zu niedrig ist. Ich glaube übrigens, dass unter Studenten der FDP-Wähleranteil besonders hoch ist, ein ganz schönes Armutszeugnis. Apropos Armutszeugnis, die Audimax Besetzungen waren auch solche demotivierenden Extremistenveranstaltungen, wie vom Custom schon angesprochen.
Und im Zuge des sozialen Friedens wird vieles nicht ausgesprochen was Probleme verursacht. Das ganze eskaliert halt jetzt, weil die Probleme zu groß werden. Profitieren tut davon auch die FDP (und die Linke).
Die Alternativen hierzu sind nicht besonders demokratisch, aber selbst dafür wird hier alles vorbereitet (Überwachung, Zensur) und vom Volk billigend in Kauf genommen. Übrigens lächerlich wie sich Leute wirklich über "Nacktscanner" (schreckliches, verfälschendes Wort) aufregen können aber sich nicht Überwachung und Zensur stören, ein gutes Beispiel wie Leute von Medien negativ beeinflusst werden. Aber das ist ein anderes Thema.
Aber: schimpfen ist einfach wie kann man das ganze ändern? Ich überlege ernsthaft nach den Ingenieursstudium ins Gymnasiallehramt zu gehen, das ist zwar einerseits verschenktes Potenzial und Geld, andererseits kann man wahrscheinlich mehr bewirken indem man Schüler zum denken erzieht und fördert als irgendwo anders. Wenn ich zurückdenke, was gute Lehrer mir doch an Motivation gegeben haben und was schlechte Lehrer umgetreten haben kann man hier viel bewirken. Ich denke mit richtiger Erziehung kann man viel erreichen und hier liegt am meisten Verbesserungspotential, bei vielen anderen ist das Kind einfach schon in den Brunnen gefallen. Hoffentlich erwischt mich der Hammer der Realität nicht zu hart.
Medien sind nicht immer schlecht, ich war ein Fernsehkind, habe viel "hinterhergetragen" bekommen, hatte meinen ersten PC mit 8 Jahren (~'94) und recht früh Internet. Man muss nur beigebracht bekommen wie man damit umgeht, dann kann man riesigen Nutzen daraus ziehen. Bekannte die versucht haben Ihre Kinder mit Putzplan, Wäsche waschen, Fernsehrationierung, Hausarrest usw. zur Selbständigkeit zu erziehen waren überrascht, dass ich überhaupt keine Probleme hatte von jetzt auf Heute auszuziehen und zu studieren.
Meine Eltern haben mir halt beigracht zu denken, vieles zu Hinterfragen und kritisch Eingestellt zu sein. Mit den Ergebnis, dass ich mich gut anpassen konnte, wenn und wo ich wollte.
Es ist häufig ganz interessant die Politischen Blogs der Extremen durchzulesen - natürlich mit dem nötigen Abstand. Wenn man über die Thesen nachdenkt hat man auch schnell Gegenargumente.
Nochmal eine Anekdote zur Wahl: Ich war auf Heimaturlaub und jemand ~20 Jahre der irgendwie mit einem meiner Mitbewohner verwandt war kam in einer Kneipe mit mir ins Gespräch. Irgendwann erzählte er, dass er mit der Erststimme die NPD gewählt hat weil er denkt, dass die was ändern kann und in den Bundestag muss - seine Zweitstimme bekam die CDU, denn die ist auch vernünftig und hätte halt die zweite Stimme verdient. Vielleicht ist eine Lösung des Problems, das Wahlsystem weiter zu verkomplizieren?
Die 3% ganz links und ganz rechts muss man ertragen, das gehört dazu.
Da spricht die französische Seite in Dir

. Grundsätzlich stimm ich dir da zu, aber ob man das gutheißen muss ist eine andere Frage.
Naja jetzt habe ich irgendwie wie so viele hier alles einmal angesprochen (was ja auch gut tut), aber wenig zur Lösung beigetragen. Ich würde auch ganz gern auf ein paar Beiträge eingehen aber dann Ufert das ganze wieder aus und man kann das Grundthema nichtmehr erkennen.
Grüße
Henning