Hallo.
Wenn Dirk derartige Erfahrungen gemacht hat, sind die natürlich nicht von der Hand zu weisen. Auf der anderen Seite gibt es jede Menge H4ler, die nach 50 erfolglosen Bewerbungen sehr viel negatives von Unternehmen berichten können. Ich habe in vorigen Beiträgen auch nicht sein mittelständisches Unternehmen, sondern vielmehr das Großkapital und seine gekauften Politiker im Blickwinkel gehabt. Anyway. Aber verlieren wir uns nicht in Kleinigkeiten, sondern betrachten das große Ganze.
Es gibt einen Blogschreiber, der die Dinge beim Namen nennt. Er heißt Jochen Hoff und ich möchte ihn hier mal auszugsweise zitieren. Auszugsweise deshalb, weil mir seine Thesen oftmals zu radikal sind. Aber im wesentlichen hat der Mann recht. Er schreibt:
"Der chinesische General Sunzi beschreibt 500 vor Christus in seinem Buch "Über die Kriegskunst" die taktische Vorgehensweise des "Teile und Herrsche oder besser bekannt als "Divide et impera". Dabei geht es darum einen Gegner in möglichst kleine Untergruppen zu zerteilen, die sich dann leichter besiegen lassen. Dabei werden Gruppen geschaffen, denen mehr oder weniger willkürliche Rechte so zugewiesen werden, das eine Pyramide entsteht.
Tatsächlich geht es aber nur darum, die Spitze der Pyramide übersatt zu füttern. Brotkrümel vom Tisch der Herren, die zur Zeit "Leistungsträger" genannt werden wollen, obwohl sie nichts leisten gibt es nur für diejenigen, die den Unterdrückungs- und Ausbeutungsapparat stützen. Diese Günstlinge werden für ihren Verrat an der Gemeinschaft gehätschelt, allerdings auch gnadenlos geopfert, wenn dies nur den kleinsten Zusatzgewinn verspricht. Die Günstlinge versuchen sich davor zu schützen, indem sie die Befehle ihrer Herren schon vorausschauend und immer übertrieben noch weiter verschärfen.
Logischerweise ist es bei dieser Pyramide so das die, die oben sitzen, auf die sich unter ihnen befindlichen herabsehen und in ihnen weitgehend eine völlig andere Art sehen, die keinesfalls die gleichen Rechte beanspruchen kann wie sie selbst. Sie sehen in den unter ihnen stehenden Elementen meist nur Insektenartige Wesen, deren Vernichtung keinerlei moralische Rücksichten erfordert.
Damals waren die unterste Schicht der Pyramide, die Sozialhilfeempänger und dauerhaft nicht arbeitsfähig Erkrankten sowie deren Familien. Die nächste Schicht bildeten die Arbeitslosen, die Arbeitnehmer in den Leichtlohngruppen, den Dienstleistungen und ohne gewerkschaftliche Organisation. Darüber kamen die Arbeiter und kleineren Angestellten und dann die Angestellten, die als Mittelschicht angesehen wurde. Die mittleren und leitenden Angestellten betrachteten sich schon als zur Oberschicht zugehörig, waren aber real auch nur gutbezahltere Handlanger im System.
Die von dem kriminellen Peter Hartz und den anderen Neoliberalen ausgeheckte Hartz Gesetzgebung änderte dies rasant. So wurden Sozialhilfeempfänger und Arbeitslose, die länger als ein Jahr arbeitslos waren, in der untersten Schicht der Pyramide zusammengefasst und als Hartz IV Empfänger bezeichnet. Damit wurde bewusst der obdachlose Säufer zusammen mit der alleinerziehenden Mutter in eine Schicht gepresst. Der Arbeiter der sich nach 30 Jahren kaputt gearbeitet hatte wurde mit dem dauerhaft psychisch erkrankten in eine Gruppe gedrückt. Auch der Niedriglohnsektor, der Arbeit zu immer niedrigeren Löhnen anbot, kam in diese Schicht und die Tatsache, daß die Arbeitgeber niedrigste Löhne zahlten und die Arbeitnehmer aus finanzieller Not heraus Hartz IV beantragen mussten, wurde den
Arbeitnehmern zum Vorwurf gemacht.
Es war völlig egal wieviel Ehrgeiz und Kraft jemand aufbrachte, es sollte keinen Ausweg aus Hartz IV geben, weil ja das Kapital und die Regierung wussten, dass man nicht gleichzeitig den Export von Arbeit in Billiglohnländer steuerlich fördern und zu Hause für weitgehende Vollbeschäftigung sorgen kann. Es war also wichtig eine möglichst inhomogene Gruppe zu bilden, die aufgrund mangelnder Gemeinsamkeiten auch keinen Widerstand organisieren würde.
Gleichzeitig wurde eine neue Mittelschicht mit den Mitteln der Propaganda definiert. Zu der zählten plötzlich auch die Kleingewerbetreibenden, viele Freiberufler aber auch das mittlere und Teile des oberen Managements. Bildungsministerin Schavan versuchte den Lohn für Ingenieure auf 30.000 Euro zu begrenzen und die Löhne insgesamt sanken real immer weiter ab, während gleichzeitig auf die Arbeitnehmer immer mehr Kosten aus den Sozialversicherungen zukamen. Gleichzeitig wurde das Kapital erheblich subventioniert.
Diese neue Mittelschicht, die tatsächlich rund 80 Prozent aller Steuern und sozialen Lasten trägt, wird nun als Hammer benutzt um die Hartz IV ler zu zermalmen. Denen wurde erklärt "Du bist Deutschland!". Was natürlich heißen sollte: "Lass dir von den Hartz IV Schmarotzern nichts wegnehmen. Real kommen vor Hartz IV meist noch zwei verzweifelte Arbeitsaufnahmen, bei denen sowohl der berufliche Status als auch das Einkommensniveau zum Teufel gehen, bevor dann das unvermeidliche Ende kommt. Aber dies geht leider immer schneller. Und das ist auch so gewollt.
Und über Hassprediger Westerwelle muss niemand reden. Oh ja, er hasst diese andere Schicht, die ihm kein Geld spenden kann und trotzdem leben will. Er würde denen am liebsten keinen Cent geben, für ihn sind Arbeitslose keine Menschen. Aber das ist nicht schlimm. Westerwelle kann nicht nur kein Englisch. Er kann nichts, was für andere Menschen nützlich wäre und so wie er die Bürger hasst, hassen die Bürger ihn zurück."
Soweit ein paar Auszüge. Zugegeben etwas viel Text, aber ich persönlich kann mich auf die Seite des Schreiberlings schlagen.
Er hat auch wunderbare Abhandlungen zu dem, den niemand zum Brüderle haben möchte geschrieben, aber das ist 'ne andere Geschichte.
Ich bin mir nicht sicher, ob weitere Betrachtungen zu noch mehr Erkenntnis führen. Ich denke jeder, der hier was zu sagen hatte, hat seinen Standpunkt dargelegt.
Ich weiß auch nicht, ob dieses Forum der richtige Ort für solche politisch tiefgründig gelagerten Diskussionen ist.
Gruß, Bernd