Ich halte mich ja aus solche Threads immer bewusst raus aber..
.. das war doch klar, dass so ein Threadstart wieder den Stammtisch eröffnet.
Da gab es hier schon viel schlimmere, die letztlich geschlossen werden mussten.
Was man dann immer wieder zu hören bekommt, ist die Schuld der gierigen Bonzen,
gegen die die ehrliche Arbeit des kleinen Mannes gestellt wird. Meist noch mit Bezug
auf unsere ach so tolle Nation, auf die man ja so stolz sein könnte, wenn diese
blöden Nazis nicht gewesen wären und "die da oben" nicht alles kaputt machen würden.
Sicher hat ein Unternehmer oder eine Politikerin gewisse Handlungs- und Entscheidungsspielräume.
Aber unsere Gesellschaft "funktioniert" auf der Basis abstrakter Mechanismen, welche den Einzelnen
in Form von Sachzwängen begegnen, denen sie ohnmächtig gegenüberstehen. Dass heißt z.B., ob so
ein Firmenboss "gierig" ist oder sein Lebenssinn darin besteht, Leute glücklich zu machen, ist
schnurzegal, wenn er vor die Wahl gestellt ist, entweder Mitarbeiter zu entlassen, um den Marktpreis
halten zu können oder der Konkurrenz das Feld zu überlassen und unterzugehen.
Genauso: Bloß weil jemand von einer Situation profitiert, heißt das nicht, dass er sie auch verursacht hat.
Und: Die verschiedenen Staaten haben sicherlich unterschiedliche Taktiken, mit Krisen umzugehen. Klar
kann sich eine im Nachhinein als besser herausstellen. Es könnte zum Beispiel auch D-Land dadurch, dass es
eine Krisenwelle aus eigener Tasche bezahlt und die Banken weniger reglementiert hat, ein besseres
Rating und eine stärkere Weltmarktposition bekommen und langfristig besser dastehen.. blabla.
Letztlich sollte sich lieber darüber Gedanken gemacht werden, wie die scheinbaren Naturgesetze des
Marktes überwunden werden können. Und dass ohne in einen Staatsfetischismus zu verfallen und ohne
Pogrom an vermeintlichen Verursachern, die auch jenen Sachzwängen Rechnung tragen.
Und damit bin ich raus aus dem Volksthread.