'n Abend.

Ich find's wieder schön, wie sich die Geschmäcker unterscheiden.
"Tattoo" find ich jetzt nicht wirklich uninspiriert, ganz im Gegenteil. Ich find es immer wieder bewundernswert, wie die alten Herren (ganz generell und nicht auf VH bezogen) mit ganz einfachen Mitteln einfach gute Songs schreiben. Klar ist das nun nicht DIE Innovation des Jahres 2012 in Sachen Rockmusik. ABER: für mich ist der Song in der "Tradition" der beiden wirklich mind. ebenso grandiosen Nummern des 1996er Best Of ("Me Wise Magic" und "Can't Get This Stuff No More"). Einfach: Van Halen im modernen Soundgewand mit effektivem Songwriting. Und ich hab wirklich schlimmeres erwartet. Aber: Geschmäcker...

Die 1984 ist für mich der Gipfel der Classic Van Roth Era, bis auf "Jump". Es gibt rotzfreche Dinger wie "Top Jimmy" oder "Hot For Teacher", oder die Prog-angehauchte Songwriting-Perle "Girl Gone Bad", oder der Vorgriff auf den 90er Jahre Crossover oder 00er NewMetal "House Of Pain".
Der Sound der 1984 ist transparent, ohne Frage, aber die Bässe hätte man damals auch schon etwas lauter drehen können. Beim derzeit eher fragwürdigen Geschmack das Mastering von Rockplatten betreffend darf man gespannt sein, wie das neue Album so klingen wird. "Tattoo" macht jetzt den Eindruck eines brauchbaren Kompromisses zwischen gut - und zu LAUT.
Der Song "Mean Street" ist für mich in der Top 3 der Van Halen Songs, und der Gitarren Sound des Hauptriffs nach dem Intro-Solo schlechthin DIE Blaupause der moderneren MidGain Sounds (damals noch hiESTgain) EVER. Basta. Period. Keine Widerrede. Ich versteh nicht, warum immer das matschige "Unchained"-Riff hergenommen wird...
Van Halen III - das leidige Thema. Ich find es toll, gerade weil einiges andersterer gemacht wird, als wie bei allen andern Van Halen Songs. Jede andere Band würde gefeiert werden, würde sie songwriterisch mal andere Wege beschreiten - Van Halen Fans lassen die Band sowas halt nicht tun.
Ob des Eddies Bub mithalten kann, oder nicht, würde ich jetzt mal vom Live-Eindruck abhängig machen. Ich mein, der Typ ist grad mal 20 oder so, und scheint auf den Live Videos vom Clubgig in NYC letzte Woche tatsächlich seine Background Vox delivered zu haben - neben solidem Bass-Spiel. Ohne Michael Anthony's Leistung und Einfluss für die Band schmälern zu wollen - mal ehrlich: seine Jack Daniels geschwängerten Bass-Soli fand ich - sagen wir mal - überflüssig...
Also: Geschmäcker...
