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Autor Thema: Werkbank / Arbeitstisch bauen  (Gelesen 593 mal)

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Nils H.

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Werkbank / Arbeitstisch bauen
« am: 6.02.2012 15:20 »

Moin,

ich brauch mal 'ne Meinung von den Holzarbeitern hier. Ich möchte mir eine Werkbank bzw. einen stabilen Arbeitstisch bauen (ich hab dazu auch eine Zeichnung gemacht, siehe Anhang). In der einfachsten Version ist das ja 'ne Tischplatte mit vier Beinen, aber da der Tisch 180cm breit sein soll, wird das zu instabil, und die Platte wird sich durchbiegen. Als Tischplatte habe ich eine Küchenarbeitsplatte vorgesehen, entweder günstige Standardware (beschichtete Spanplatte in 38mm) oder, falls günstig zu bekommen, Massiv- bzw. Leimholz in 180cm x 60cm.

Jedenfalls brauche im mal Rat bei der Unterkonstruktion. Die Beine sind Kanthölzer in 74x74, obendrauf ein Rahmen aus Kanthölzern 44x44, auf dem dann die Platte aufliegt und gegen Durchbiegen stabilisiert werden soll. breite Bretter sorgen im unteren Bereich für Stabilität in Quer- und Längsrichtung. Eine zweite Ebene oder Ablage will ich nicht einziehen, weil ich auch vernünftig mit dem Schreibtischstuhl dran sitzen können will.

Meine Fragen:

1. Funktioniert das so, reichen die 44er Kanthölzer aus, um die Platte zu stabilisieren?
2. Geht das, die Hölzer des oberen Stützrahmen einfach (natürlich vorgebohrt) ins Stirnholz der Beine zu schrauben, oder nehmen die mir das übel?

Danke und Grüße, Nils

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Caisa

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Re: Werkbank / Arbeitstisch bauen
« Antwort #1 am: 6.02.2012 15:42 »

Du könntest dir statt des Holzrahmens auch ein T-Stück/Träger aus Stahl von unten gegen die Platte schrauben, damit diese sich weniger verziehen kann.

guanre

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Re: Werkbank / Arbeitstisch bauen
« Antwort #2 am: 6.02.2012 15:56 »

Hi,

Zitat
breite Bretter sorgen im unteren Bereich für Stabilität in Quer- und Längsrichtung

Die oberen Balken weg, und wie unten die breiten Bretter auch oben anbringen.

Vernünftige Stabilität kommt nur durch weitere Querverstrebungen zustande. Siehe Hochspannungsmast und Dreiecke.
Je ein Dreieck rechts links und dann zwei hinten.

Also zu 1. würde ich so nicht machen
      zu 2. Würde ich so auch nicht machen.

Gruß

Gunther

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FRK

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Re: Werkbank / Arbeitstisch bauen
« Antwort #3 am: 6.02.2012 16:30 »

Hallo Nils,

was willst Du auf dem Tisch machen? Soll dort vielleicht mal eine kleine Standbohrmaschine drauf?
Kommt der Tisch in eine Werkstatt oder Wohnung?

Gruß
Frank
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Nils H.

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Re: Werkbank / Arbeitstisch bauen
« Antwort #4 am: 6.02.2012 16:49 »

Moin,

hätte ich dazu schreiben sollen. Der Tisch kommt in mein Arbeitszimmer, und ich will dort meinen Löt- und Messplatz aufbauen. Der Tisch soll stabil genug für mittleschwere Amps sein, eine Ständerbohrmaschine kommt da nicht drauf, ein Platz für mechanische Arbeiten kommt später separat und kleiner. Im Grunde wird es ein stabiler großer Schreibtisch.

Gruss, Nils
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FRK

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Re: Werkbank / Arbeitstisch bauen
« Antwort #5 am: 6.02.2012 16:54 »

Hi Nils,

schau Dir mal FREDRIK für 69€ vom schwedischen Möbelhaus an, ist für die Arbeiten die Du darauf machen willst dicke ausreichend.

Gruß
Frank
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Nils H.

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Re: Werkbank / Arbeitstisch bauen
« Antwort #6 am: 6.02.2012 16:59 »

Der ist mir zu klein (nicht breit genug) und zu hässlich :).
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Rohrbruch

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Re: Werkbank / Arbeitstisch bauen
« Antwort #7 am: 6.02.2012 17:08 »

Hallo Nils

Ich würde empfehlen statt gehobelter 5x5 besser 5x8 Hölzer zu verwenden vermutlich 44x74
In Baumärkten bekommst Du Beschlagplatten und Winkel aus ca 3mm dickem Stahlblech, eigentlich für den Bau von Carports und ähnlichen Konstruktionen.
Spare nicht mit Schrauben und nimm die Schrauben so dass die etwa 5 bis 10 mm kürzer sind um nicht hinten rauszustehen.
Zusätzlich so wie schon vorher beschrieben 45° Hölzer als Verstrebung seitlich und hinten oder schraube über die Seitenrahmen eine Platte, z.B. Sperrholz, Hartfaser, egal was das erhöht die Stabilität enorm.

Und auf jeden Fall alle Holverbindungen leimen, Stirnholz mit Leim bestreichen, etwas warten und Gegenseite auch einstreichen, das Fichtenholz säuft stirnseitig den Leim wie ein durstiges Kamel.

Falls die Arbeitsplatte eine beschichtete Bröselplatte wird würde ich längs 3 Stück 5x8 Hölzer nehmen hochkant, also in der Mitte auch eins, dann sollte das schon ziemlich stabil sein. Bei Massivholz reichen Zwei.

Lass die Platte vorne eventuell ein paar cm vorstehen damit Du einen kleinen Schraubstock anzwingen kannst bzw auch anderweitig Teile mit Zwingen fixieren kannst, die 7,5 cm zu verlieren kann Dir beim anzwingen möglicherweise Ärger bereiten.

Ich habe wie schon manchmal beschrieben ich hab immer wieder den Job verloren und immer genommen was an Jobs zu kriegen war, Holztreppen selber gebaut, Dachstühle restauriert, Möbel restauriert ecetera, etliche  Holzgestelle für grosse Aquarien habe ich aus 5x8 Hölzern gebaut und 1200 Liter drücken mächtig, es gab nie eine Reklamation,
44x44 mm finde ich sind sehr schwach, wenn Du da mal gröber werkst bricht Dir das Gestell zusammen.

Gruß Franz
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Ein Haushalt ohne Röhrenamp ist Substandard ;D

earnst

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Re: Werkbank / Arbeitstisch bauen
« Antwort #8 am: 6.02.2012 17:35 »

Hallo,

hier mein leimloser Gegenentwurf, nur mit Möbelverbindern. Und das war auch gut so, denn ich bin in den fast 30 Jahren, die ich das Teil habe, mehrmals damit umgezogen. Und es ist auch ohne Balkenunterkostruktion (die m. M. in Wohnräumen eher klobig wirkt) stabil.

Das Material ist Möbelbauplatte (das ist sehr einfaches, stabverleimtes Holz mit eine dünnen Furnierschicht drauf), die senkrechten Seitenteile 35 mm und die Tischplatte 40 mm dick. Die ist übrigens 80 x 200 cm und freitragend.
Das war damals für mich als Student das erschwinglichste Material.
Es ist leichter als Span, MDF oder Multiplex. Als einzigen Luxus habe ich mir für die Tischplatte diese grüne Resopalbeschichtung aufgeklebt (gibt's da, wo es Furniere gibt), denn die ist "lötfest"  ;). Die Schnittkanten wurde mit Echtholzumleimer verblendet. Das Ganze dann mit Klarlack behandelt.
Die Brücke mit der Elektrik ist übrigens nur aufgesetzt - vier Zapfen verhindern das Verrutschen.
Wichtig ist noch der Querriegel zwischen den Seitenteilen (im Fußraum zu erkennen), der gibt die nötige Seitenstabilität.
Zum Bauen brauchte ich nur eine Bohrmaschine für die Möbelverbinder und ein Bügeleisen für den Umleimer.  ;D

mfg ernst
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Nils H.

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Re: Werkbank / Arbeitstisch bauen
« Antwort #9 am: 6.02.2012 17:39 »

Moin,

Franz:

danke für die Hinweise. Mit Schrauben wollte ich nicht sparen und hatte mir auch vorgenommen, diese so lang wie möglich zu wählen, an zusätzliche Stahlwinkel hatte ich auch schon gedacht.

Mal als weitere Erklärung: Es soll - wie immer - natürlich auch einigermaßen günstig sein. Bisher hatte ich eine 1200x800x28 Schreibtischplatte (MDF oder Span, bin ich mir nicht ganz sicher) mit vier Stahlbeinen drunter, das war natürlich immer sehr wackelig. Der neue arbeitstisch soll halt etwas breiter werden, da kann man Platte plus Beine vergessen.

Ernst: Wie breit ist Dein Tisch? Die Unterschränke nehmen mir rechts und links zuviel Platz weg, ich möchte unter dem Tisch genug Platz haben, um an zwei Plätzen arbeiten zu können. Optik ist nicht ganz so wichtig, weil's ein dezidiertes "Arbeits"zimmer wird. Leimlos finde ich in Punkto Demontierbarkeit auch einigermaßen wichtig.

Gruß, Nils
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earnst

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Re: Werkbank / Arbeitstisch bauen
« Antwort #10 am: 6.02.2012 17:53 »

Hallo,

der Tisch ist 200 cm (+ 2x Seitenteilbreite) breit.
Auch wenn es auf dem Bild vielleicht so aussieht, die Unterschränke tragen nicht mit. Meine Stabilitätsausage gilt also "mit ohne Unterschränke".
Auf dem linken Unterschrank bewahre ich eine Gummimatte auf, die bei scharfkantigen, schweren Chassis zum Einsatz kommt.
Wenn du deutlich über 2 m Breite gehst, würde ich unter der Tischplatte eine flachen Verstrebung (Holz oder Metall) einziehen. Wo genau, muß du mit deinen Knieen ausmachen... ;D

Mir fällt ein, dass der Tisch ursprünglich sogar 2,4 m lang war. Da kam dann aber mal eine Wohnung, wo das nicht paßte. Da habe ich die Tischplatte zu einem Baumarkt gekarrt - und da warens nur noch 2 m  ;)

mfg ernst
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Nils H.

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Re: Werkbank / Arbeitstisch bauen
« Antwort #11 am: 6.02.2012 20:00 »

Moin,

ich muss da noch mal drüber nachdenken.

Möbelbauplatte: Ist das dasselbe wie Tischlerplatte, oder gibt's da noch einen Unterschied?

Ernst:  Ich hab Deine Beiträge gerade noch mal genau gelesen, Du machst mir Mut  ;D . Auf die Nummer mit der Unterkonstruktion bin ich gekommen, weil ich etwas schissig bin bzgl. durchbiegen der Platte, wenn ich da 'nen schweren Amp draufstelle (ich denke da gerade an den Dynacord Echo King, der noch auf Reparatur wartet...  8) ). Wie gesagt, der Tisch soll 1,80 werden.

Optisch eleganter wäre es natürlich, auf eine Unterkonstruktion verzichten zu können, und ursprünglich wollte ich einfach eine Platte mit fünf Beinen nehmen (ein fünftes Bein hinten in der Mitte der Platte - siehe Anhang). Vielleicht mache ich es doch so und bringe unter der Platte einfach eine Verleistung  an....

Gruß, Nils
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Caisa

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Re: Werkbank / Arbeitstisch bauen
« Antwort #12 am: 6.02.2012 20:08 »

...oder eben doch unsichtbar einen "Stahlträger" unter die Platte. Entweder einfräsen oder einfach so. Musst nur gucken, dass du da nicht unbedingt mit dem Knie gegenstößt. Ein befreundeter Tischler hat 2 dieser Träger bei einem 2,80m Massiv Eichentisch eingefräst, hat super funktioniert.

Gruß
Stephan

FRK

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Re: Werkbank / Arbeitstisch bauen
« Antwort #13 am: 6.02.2012 20:24 »

Hallo,

wenn ich zusätzliche Arbeitsfläche in meiner Werkstatt benötige, baue ich mir aus zwei Gerüstböcken und einer Küchenarbeitsplatte einen Tisch. Die Platte ist 1,5m lang und wenn ich mich mit meinen 80kg in der Mitte drauf setze (gerade getestet) biegt sich die Platte unwesentlich durch.
Also sollte eine Konstruktion ohne Tragrahmen funktionieren (als Sicherheit vielleicht noch den 5ten Fuß)

Gruß
Frank
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SvR

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Re: Werkbank / Arbeitstisch bauen
« Antwort #14 am: 6.02.2012 20:41 »

Salü,
Auf die Nummer mit der Unterkonstruktion bin ich gekommen, weil ich etwas schissig bin bzgl. durchbiegen der Platte, wenn ich da 'nen schweren Amp draufstelle
Keinen Schlosser in deinem Freundeskreis, der dir aus Vierkantstahlrohr (so 40mm Kantenlänge) ein rechteckeckigen Rahmen zusammenschweißen kann, der die Abmessungen (bzw. minimal kleiner) der Tischplatte hat? Und wenn er schon am Schweißen ist, kann er noch zwei Hs rechts und links dranschweißen als Füsse (oder über Schraubverbindungen, damits demontierbar bleibt). Solche Tische hatten wir an meiner Zivistelle (Holzwerkstatt für Behinderte) und die waren ziemlich stabil.
mfg sven
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