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Autor Thema: Meine 65' Twin Reverb Reissue Mods  (Gelesen 5738 mal)

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Offline Nigel

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Re: Meine 65' Twin Reverb Reissue Mods
« Antwort #15 am: 18.10.2012 16:53 »
Meine Überlegung zur Elkovergrößerung war dass ich fürs Rhodes einen  stabilen Strom brauche. Aufgrund der hohen spektralen Dichte schneller Akkordfolgen muss mehr Strom zur Verfügung stehen. Dann hab ich noch ne linke hand, die die Bässe macht, ein Haltepedal, alles Dinge die eine E-Gitarre nicht hat, die geht nur von 41-5000 Hz, ohne Verzerrer, hohe Obertöne außer acht gelassen. Dennoch brauche ich die Unzulänglichkeiten eines Röhrengitarrenverstärkers eben wegen all dieser klanglichen Features.

Würdet ihr mir raten einen Sag-Widerstand an den Gleichrichter zu löten, um dessen Innenwiederstand zu erhöhen oder ist das Quatsch, da die großen Elkos eh nicht leer werden?

Wie wärs mit einer Tremoloschaltung für die Anodenspannung, die in Intensität und Frequenz gesteuert werden kann?

Gruß,

Nigel
« Letzte Änderung: 18.10.2012 17:31 von Nigel »

Offline Dirk

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Re: Meine 65' Twin Reverb Reissue Mods
« Antwort #16 am: 18.10.2012 21:35 »
Dennoch brauche ich die Unzulänglichkeiten eines Röhrengitarrenverstärkers eben wegen all dieser klanglichen Features.

Ein Röhrenverstärker geht aber nicht bis 40 Hz runter. Der macht vorher zu. Die meisten Bassverstärker ähnlich.
Von daher ist der Strombedarf geringer als man vermuten würde.

Würdet ihr mir raten einen Sag-Widerstand an den Gleichrichter zu löten, um dessen Innenwiederstand zu erhöhen oder ist das Quatsch, da die großen Elkos eh nicht leer werden?

Wenn eine Gleichrichterröhre verwendet wird dann sollte man die Datenblätter zu dieser GL-Röhre genau beachten. Insbesondere die maximale Kapazität sonst ist schnell Schluss mit Lustig !
Weiterhin sollte man auch auf einen korrekten Innenwiederstand des Trafos achten und bei Bedarf etwas korrigieren (in irgendeiner Doku ist das Thema auch schön erklärt mit Rechenbeispiel etc. Ich weis aber nicht mehr welche. SuFu bemühen). Das dürfte mehr bringen als ein Sag Widerstand, welcher sich zudem erst recht spät, also im oberen Leistungsbereich bemerkbar machen dürfte.

Gruß, Dirk
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Offline Nigel

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Re: Meine 65' Twin Reverb Reissue Mods
« Antwort #17 am: 23.10.2012 15:26 »
Ein Röhrenverstärker geht aber nicht bis 40 Hz runter. Der macht vorher zu. Die meisten Bassverstärker ähnlich.
Von daher ist der Strombedarf geringer als man vermuten würde.

Sorry, ich meinte 82Hz. Die leere E-Saite

Wenn eine Gleichrichterröhre verwendet wird dann sollte man die Datenblätter zu dieser GL-Röhre genau beachten. Insbesondere die maximale Kapazität sonst ist schnell Schluss mit Lustig !
Weiterhin sollte man auch auf einen korrekten Innenwiederstand des Trafos achten und bei Bedarf etwas korrigieren (in irgendeiner Doku ist das Thema auch schön erklärt mit Rechenbeispiel etc. Ich weis aber nicht mehr welche. SuFu bemühen). Das dürfte mehr bringen als ein Sag Widerstand, welcher sich zudem erst recht spät, also im oberen Leistungsbereich bemerkbar machen dürfte.

Habe deine FREDS! Danke für die Tips! :topjob:


Habe eine kleine Kiste mit diversen Widerständen. Wie kann ich anhand des jeweiligen Gehäuses die Bauart erkennen?
Hat jemand einen Link?

Danke Euch allen!

Lieben Gruß,

Nigel

Offline Nigel

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Re: Meine 65' Twin Reverb Reissue Mods
« Antwort #18 am: 27.11.2012 14:32 »
Moin ihr Lieben!

Nun habe ich dennoch die Schirmgitterwiederstände gegen 470Ohm-Metallschichtwiderstände getauscht, mit dem Ergebnis,
dass der Amp jetzt weniger Rauscht.  ???

Nachtrag:

Mod 7: Koppelkondensator zum Reverbeingangsverstärker von 500pF Keramikscheibe auf 1000pF MKP erhöht. Hall klingt wärmer. Die Fender REverb-Unit hat hier 2000pF.

Mod 8: In der Gegenkopplung den parallel ligenden Keramikscheibenkondensator entfernt und den 820Ohm Widerstand erneuert, der alte war verkohlt. Weiss noch nicht  was es gebracht hat, war spät gestern.

Offline Nigel

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Re: Meine 65' Twin Reverb Reissue Mods
« Antwort #19 am: 27.11.2012 14:34 »
Moin ihr Lieben!

Nun habe ich dennoch die Schirmgitterwiederstände gegen 470Ohm-Metallschichtwiderstände getauscht, mit dem Ergebnis,
dass der Amp jetzt weniger Rauscht.  ???

Nachtrag:

Mod 7: Koppelkondensator zum Reverbeingangsverstärker von 500pF Keramikscheibe auf 1000pF MKP erhöht. Hall klingt wärmer. Die Fender REverb-Unit hat hier 2000pF.

Mod 8: In der Gegenkopplung den parallel ligenden Keramikscheibenkondensator entfernt und den 820Ohm Widerstand erneuert, der alte war verkohlt. Weiss noch nicht  was es gebracht hat, war spät gestern.

Gruß,

Nigel

Offline DocBlues

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Re: Meine 65' Twin Reverb Reissue Mods
« Antwort #20 am: 4.12.2012 16:11 »
Hallo Bernd,

die Schnelligkeit der FREDs ist nur ein Punkt. Wesentlicher ist, dass beim Öffnen und Schliessen weniger Artifakte entstehen, d.h. der Sound wird runder (aber nicht weniger brilliant !) und bekommt mehr Punch.

Mit nur schnellen Dioden bekommt man diese Vorzüge nicht, sondern nur mit echten FREDs (Epitaxial-Dioden). Auch fast-soft Standarddioden bringen nicht den gleichen Effekt wie FREDs.

Es gibt einige User hier im Forum, die es mit Erfolg ausprobiert haben und darüber geschrieben haben.
Mach was draus.

Gruß,
DocBlues

Hmmm. Klingt sehr interessant. Ich sollte das an meinem '65er RI vielleicht auch mal testen.
Nur Nummer 5 (die FREDs) kann ich nicht so recht glauben. Ich denke nicht, das die schnellen Dioden tatsächlich eine spürbare Wirkung erzielen.

Gruss,
Bernd

Offline Nigel

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Re: Meine 65' Twin Reverb Reissue Mods
« Antwort #21 am: 18.12.2012 16:03 »
Hallo zusammen!

Nachtrag zu Mod 8: Mit der Gegenkopplung herumzuspielen macht Riesenspass. Der Amp ist jetzt etwas mehr touchy, spricht jetzt schöner an, schwer zu beschreiben.

Mod 9: Netzteilwiderstände durch moderne Metallschichtwiderstände getauscht. (1k und 4,7k). Der Amp rauscht so gut wie kaum noch. Die Drahtwiderstände, die ich vorher drin hatte, waren anscheinend minderer Qualität. Wahrscheinlich war die Kontaktierung im Gehäuse schlecht.

Mod 10: Eigentlich kein Mod, eher eine Korrektur nachlässigen Zusammenbaus meinerseits. Phasenlage der Sekundäranschlüsse des Netzteils richtig gesteckt. Jetzt ist absolute Ruhe im Karton. Keine unkontrolliereten Nebengeräusche mehr. War überrascht, wie wichtig das ist.


Gruß,

Nigel

Offline cca88

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Re: Meine 65' Twin Reverb Reissue Mods
« Antwort #22 am: 26.12.2012 12:36 »
Hallo zusammen!

Nachtrag zu Mod 8: Mit der Gegenkopplung herumzuspielen macht Riesenspass. Der Amp ist jetzt etwas mehr touchy, spricht jetzt schöner an, schwer zu beschreiben.

Mod 9: Netzteilwiderstände durch moderne Metallschichtwiderstände getauscht. (1k und 4,7k). Der Amp rauscht so gut wie kaum noch. Die Drahtwiderstände, die ich vorher drin hatte, waren anscheinend minderer Qualität. Wahrscheinlich war die Kontaktierung im Gehäuse schlecht.

Mod 10: Eigentlich kein Mod, eher eine Korrektur nachlässigen Zusammenbaus meinerseits. Phasenlage der Sekundäranschlüsse des Netzteils richtig gesteckt. Jetzt ist absolute Ruhe im Karton. Keine unkontrolliereten Nebengeräusche mehr. War überrascht, wie wichtig das ist.


Gruß,

Nigel



Hallo Nigel,

kannst Du "Mod10" näher erklären? Ich blick's nicht....



Danke und Grüße

Jochen

Offline Martino

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Re: Meine 65' Twin Reverb Reissue Mods
« Antwort #23 am: 26.12.2012 14:58 »
Hallo Bernd,

die Schnelligkeit der FREDs ist nur ein Punkt. Wesentlicher ist, dass beim Öffnen und Schliessen weniger Artifakte entstehen

Macht es bei FREDs auch Sinn für jede Halbwelle mehrere in Serie zu nehmen? Der nicht-RI hat verwendet ja 2x 3Stk IN5408

Thx+LG
Martin

Offline Nigel

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Re: Meine 65' Twin Reverb Reissue Mods
« Antwort #24 am: 28.12.2012 13:06 »


Hallo Nigel,

kannst Du "Mod10" näher erklären? Ich blick's nicht....



Danke und Grüße

Jochen

Moin Jochen!

Ich habe einfach die Phasen und Nulleiter auf der Sekundärseite des Netztrafos richtig angeschlossen, so dass die Phase dort anliegt wo sie auch auf dem Schaltplan anliegen sollte, nämlich an den Feinsicherungen. Die Kabel waren glücklicherweise gekennzeichnet. Hab das Thema bisher ignoriert, vergessen und unterschätzt. Ferner habe ich alle Wechselspannungsführenden Leitungen verdrillt, so lässt sich Brummen vermeiden. Zusätzlich habe ich am Schukostecker die Phase markiert. Also nix aufregendes mit Oszilloskop und Spektrograph, sondern sehr basic.

Ist das  klar geworden was ich meinte?

Gruß,

Nigel

Offline Nigel

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Re: Meine 65' Twin Reverb Reissue Mods
« Antwort #25 am: 5.10.2017 15:13 »
Hallo liebe Röhrosophen!

Ich hänge hier mal meine über die Jahre gewachsenen und erprobten Modifikationen an.
Neue Features sind die regelbare Gittervorspannung der Phasenumkehrstufe, der schaltbare Sag-Widerstand, die zweistufige Gegenkopplung und einige Sicherheits/Netzfilter-Features. Ich finde, das es, für mich sehr gelungene Modifikationen sind. Das Rauschen ist minimal (Low Noise Typen müssen sein), Brummen noch weniger. Ich spiele gerne mit einer 12AY7 in der Vorstufe, die man nun per Patchkabel verbinden kann, da die Phasen jetzt stimmen. Für mich ein Twin, wie er sein sollte.

Quellen sind Merlin Blencowe, 95er Fender VibrA(!)sonic (Danke Steven!), Kevin O'Connor und Aspen Pitman.

Kommentare, Kritik und Anregungen sind wie immer herzlich willkommen.

Beste Grüße,

Nigel

Offline Nigel

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Re: Meine 65' Twin Reverb Reissue Mods
« Antwort #26 am: 5.10.2017 15:31 »
Äähh tschuldigung.... :facepalm:.....das hier ist der letzte Stand im Anhang.


Offline Martino

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Re: Meine 65' Twin Reverb Reissue Mods
« Antwort #27 am: 5.10.2017 15:57 »
Hi Nigel!

Mich würde interessieren, warum Du 56k an den Gittern der 6L6 angebracht hast?
Üblicher Weise werden die 470R auf irgendeinen Wert im Bereich 1k5 bis 4k7 erhöht.

Wenn ich das richtig interpretiere, hast du auch den mini-Kondensator vor dem PI übergangen.
Ich fand immer, dass die Kiste dann sehr un-Blackface-ig klingt. Wie würdest du Deine Abstimmung in Summe beschreiben? Hast du evt Soundsamples?

LG, Martino
« Letzte Änderung: 5.10.2017 16:02 von Martino »

Offline Nigel

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Re: Meine 65' Twin Reverb Reissue Mods
« Antwort #28 am: 6.10.2017 11:05 »
Moin Martino!

[/quote]
Mich würde interessieren, warum Du 56k an den Gittern der 6L6 angebracht hast?
Üblicher Weise werden die 470R auf irgendeinen Wert im Bereich 1k5 bis 4k7 erhöht.
[/quote]

Das war eine Maßnahme gegen blocking distortion. Bei großer Aussteuerung und sowieso insgesamt klingt es etwas weicher, nicht ganz so harsch. Man kann hier bis 100k oder mehr nehmen, ohne, dass die Höhen verloren gehen - jedenfalls meiner Wahrnehmung nach.


[/quote]
Wenn ich das richtig interpretiere, hast du auch den mini-Kondensator vor dem PI übergangen.
Ich fand immer, dass die Kiste dann sehr un-Blackface-ig klingt. Wie würdest du Deine Abstimmung in Summe beschreiben? Hast du evt Soundsamples?
[/quote]

Welchen meinst du? Den 150pF? Oder den über dem Hallabgriff?
Ersterer ist eine Notlösung um Röhren einstecken zu können, die etwas rauschiger sind. Aber den kann man auch weglassen.

Den Kondensator über dem Hallabgriff fand ich etwas pieksig in den Höhen. Das ist Geschmacksache. Da habe ich viel rumprobiert. Das ist eine gute Stelle für Modifikationen.

Was den Blackface-Sound angeht hast du recht, dass der an dieser Stelle wesentlich geformt wird. Aber ich habe mir angemaßt Leo Fenders Konzept an dieser Stelle anzuzweifeln und wollte soundmäßig (mit Hilfe einer leichten Spannungsabsenkung durch den Sag-Widerstand) eher in Richtung 5F8-Big Box Tweed Twin - das hat natürlich nicht ganz funktioniert, aber er ist jetzt "handzahmer" geworden.

Liebe Grüße,

Nigel