Hallo Leute,
hier mal ein erster Erfahrungsbericht zu einem der bisher diskutierten Tools. Ich habe mich mal mit xcircuit beschäftigt. xcircuit ist eine ältere Anwendung, die in TCL/TK geschrieben ist (und daher sogar Cross Platform sein sollte...). Interessant fand ich, dass eine Exportschnittstelle zu SPICE existiert, ebenfalls interessant fand ich, dass es auch Bibliotheken für Röhren gibt, wenn auch recht rudimentäre (ohne spezifische Daten, die eine Simulation erlauben). Ich fand es übrigens einfacher, zusätzliche Bibliotheken durch Anpassen des Initialisierungsscriptes einzubinden als die dafür vorgesehenen Menüs zu benutzen.
Beim Arbeiten mit dem Tool hat sich recht schnell sowas wie eine Hassliebe entwickelt - abgesehen von der gewöhnungsbedürftigen Optik krankt das Tool an der Reaktionsträgheit, deretwegen ich um zumindest größere Anwendungen in TCL/TK gerne einen Bogen mache. Auch die Stabilität lässt etwas zu wünschen übrig, zumindest unter TCL 8.5. Vermutlich müsste hier auf eine ältere Version der Sprache zurückgegriffen werden. Was den Grafik-Editor anlangt, so scheint dieser von den Möglichkeiten her eher leistungsfähiger zu sein als das gute alte xfig - schade also, dass die Anwendung so hakelt.
Spannend finde ich allerdings, dass xcircuit direkt mit Postscript arbeitet - man sollte mit dem Werkzeug also auch ohne den Umweg über pstoedit Postscript-Dateien bearbeiten können (und damit auch PDF). Muss ich mal probieren. Das bedeutet aber auch, dass man pstoedit benutzen kann, um die Pläne in alle möglichen und unmöglichen Vektor-Formate zu exportieren (fig, dxf, wmf,...). In diesem Zusammenhang ist mir auch ein SVG-Export aufgefallen, den ich allerdings ebenfalls nicht getestet habe.
Fazit: nach einer gewissen Eingewöhnung wird man mit xcircuit sicherlich ganz gut arbeiten können, zumindest solange die Komplexität der Schaltung nicht allzu hoch ist. Die Einarbeitung zumindest in den Graphikeditor ist nicht übermäßig schwierig.
Viele Grüße
Beate
PS: auch für mich macht es einen Sinn, nochmal andere Tools anzschauen, z.B. Kicad oder JSchem.