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Mein erster "richtiger" Amp: Princeton Rev Nachbau
El Martin:
:gutenmorgen: Alex!
Der Trick mit den zusätzlichen eyelets oder auch turrets erlaubt das Anpassen von Dirks diversen fertig konfektionierten Bauteile-Halte-Brettchen und man muss nicht das ganz Brettchen bohren und nieten...
Lötleisten, eyeletboards, turretboards -piepegal, der Trick funzt. Dirks CNC kann sauberer bohren als ich.
Ruckzuck ist ein Brett zurechtgeferkelt auch ohne Einrichtung diverser Anschläge und wildem Messen. Je wilder, desto ungenau.
Ciao
Martin
dknia:
Hallo Martin,
mein letztes Board war in einer halben Stunde fertig, allerdings ohne Layout.
Ansonsten, das Ganze in Corel zusammen frickeln, auf Klebefolie drucken, als Bohrschablone auf das Board geklebt, durchgebohrt, genietet fertig.
Dann gibt es noch das "Brieskorn Nietzangen System". Das ist so simpel da kann man sogar ein Board, im Stau auf der Autobahn anfertigen. :angel:
bis denn
Herbert
Alex78:
Hallo Fender Freunde! Und andere mitlesende.
Ich bin euch ja noch eine Beschreibung des Klangs meines kleinen schuldig:
Dazu muss ich erstmal sagen, dass ich keine Referenz habe, da ich keinen echten Blackface besitze und auch noch keinen gespielt habe.
Ich habe einen HotRod Dlx und ein Kumpel von mir hat einen Blues Dlx und einen 100W Silverface Bassmann (welcher seit seiner Produktion Anfang/Mitte der 70er an Service bestenfalls einmal neue Röhren bekommen hat und brummt und knistert und somit auch nicht repräsentativ ist).
Nun zu meinem Prince:
Erst noch ein paar Details, die ich eingangs vergessen hatte:
Als Endröhren verwende ich EH6V6 und als Gleichrichter eine Sovtek 5Y3.
Die EH 5U4, die ich probiert hatte, bringt den NT etwas zum vibrieren und erzeugt selbst ein klirrendes oder eher rasselndes Geräusch, darum ist sie wieder rausgeflogen.
Das Gehäuse ist nicht aus Kiefer, sondern aus Fichte Leimholz (fingerverzahnt) und
die Schallwand ist nicht aus Birke Multiplex, sondern aus Pappel Sperrholz.
Lauteprecher ist der C10R.
Gegenüber den Fotos habe ich nur noch die Signalleitungen zu den Steuergittern von V1 geschirmt ausgeführt und die Signalleitungen zwischen PI und Endröhren nicht mehr verdrillt, weil beides einfach nicht nötig war.
Zum Klang:
Anfangs hatte ich überlegt, die GK schaltbar zu machen, da mir der Amp mit GK etwas zu bedeckt klang, ohne war er eher nach meinem Geschmack. Dann aber bildete ich mir ein, dass sich dieser Eindruck verringert hätte, nachdem ich auf eine der Abschirmungen und das Verdrillen (s.o.) verzichtet habe. Warscheinlich musste ich mich nur erst an die etwas weniger zahlreichen Obertöne gewöhnen, da ich bis dahin nur mit schwachen Amps ohne GK experimentiert hatte, bei denen ja Obertöne in Form von Verzerrungen eher dazukommen. Großzügiger Umgang mit Treble und v.a. Volume hat das Problem letztlich behoben.
Der Amp klingt sehr warm und trotzdem klar, dabei aber nicht spitz oder schrill. Sehr angenehm.
Enorme Bässe sind natürlich wegen der Geringen Leidstung und des kleinen Lautsprechers nicht zu erwarten; maßvolles dosieren am Bass Poti ist notwendig, damit es nicht matscht. Ich habe daraufhin den Bass C in der Klangregelung von 100n auf 22n verkleinert, zuvor hatte ich schon die Koppel Cs zwischen PI und Endrühren auf 22n verkleinert, da ich damit gute Erfahrungen v.a. bei höheren Volumes bei meinen voherigen Amps gemacht hatte.
Was mir bei diesem Amp sehr stark (positiv) aufgefallen ist, ist die Kompression. Bei härterem Anschlag ändert sich der Ton: er wird dichter und obertonreicher, aber nie brüllend laut. Trotzdem klingt er sehr dynamisch. (Hört sich jetzt nach Widerspruch an, ist es aber nicht.) Bei meinen bisherigen Amps mit wahrscheinlich unterdimensioniertem NT und Diodengleichrichter hatte ich das bisher nicht.
Gestern bin ich zum äußersten geschritten ;) und habe den Amp mit zur Probe genommen.
Er war fast / gerade so laut genug.
Der Gitarrist unserer neun köpfigen R'n'B- und Soulband (ich selbst bin ja Basser) mag keine angezerrten Cleansounds und hat das Volume so dosiert, dass es gerade eben nicht hörbar zerrt; dabei war er etwas leiser als üblich.
Die Lautstärke des Amps ist also fast bandtauglich, wenn er zum Stil passt.
Alles in allem bin ich sehr zufrieden mit dem Amp.
Für Cleansound im Wohnzimmer Perfekt und wenn es sein muss, noch etwas größer.
Im Wohnzimmer kann man übrigens auch sehr gut Bass darüber üben. :)
Nächstes Jahr werde ich wahscheinlich einen einkanaligen Deluxe Rev nach MMeyer mit 12er Speaker bauen.
Hat jemand von euch bereits Combos aus Fichte und welche aus Kiefer gebaut und kann etwas über den klanglichen Unterschied sagen?
Klingende Grüße und Frohe Weihnachten Euch allen!
Alex
dknia:
Hallo Alex,
schöne Beschreibung deines Sounds.
Die von dir beschriebenen Geräusche mit der EH 5U4 habe ich genauso gehabt, ich hab dann eine GZ 34 eingesetzt.
Wenn du den Amp nach Bernds Plan gebaut hast würde mich interessieren was für eine Bias du einsgestellt hast mit welchen 6V6?
bis denn
Herbert
Alex78:
Hallo Herbert!
Ich verwende die 6V6 von Electro Harmonix.
Den Ruhestrom habe ich folgendermaßen ermittelt:
12W Anodenverlustleistung / 400V Anodenspannung (tatsächlich sind es nur 390V) = 30mA Anodenstrom
30mA * 0,7 (nach Aiken) = 21mA
Dazu kommt noch der Schirmgitterstrom, da sich IK ja aus IA und IG2 zusammensetzt.
Den habe ich pauschal mit 5mA angenommen. Ist wahrscheinlich etwas zu hoch, muss ich bei Gelegenheit mal noch den Spannungsabfall über dem Schirmgitterwiderstand messen.
Macht also 21ma + 5mA = 26mA Kathodenstrom pro Röhre (gemessen über je einen 1Ohm Widerstand zwischen Kathode und Masse).
25mA an der einen und 27mA an der anderen Röhre erhalte ich, wenn ich die Biasspannung auf -35V einstelle.
Das weicht nur 1V von der Angabe in Bernds Plan ab.
Welche 6V6 verwendest du denn? (und mit welchem Bias?) Die JJ 6V6S?
Mit der GZ34 hast du ja noch höhere Spannungen als ich, und meine UG2 liegt ja schon 30V über dem Limit.
Gruß Alex
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