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Deluxe meets Two-Rock
Bierschinken:
Hallo,
seit ca. einem Jahr probiere ich immerwieder mit Testaufbauten rum um nun endlich den finalen "Wohlfühlamp" für zuhause zu bauen und dann keine handtaschen mehr bauen zu müssen, sondern mich den "Männerröhren" widmen kann.
Die gesteckten Ziele:
- Geiler, dynamischer und wirklich punchiger Cleansound (Chili Peppers, John Mayer)
- Wenn eben möglich aus eigener Kraft crunchige Sounds im bluesigen Stil (SRV, Hendrix)
- so wenig Bedienelemente wie nur eben möglich
- keine Nebengeräusche
- kompaktes Gehäuse
Angefangen hatte ich bei meinem Blackface-champclone, den ich hier vor einiger Zeit vorgestellt hatte.
Der Amp klingt clean schon ziemlich prima, allerdings zerrt er gar scheusslich.
So fummelte ich dann vor mich hin und landete bei einer Tweed-ähnlichen Schaltung mit 5F2-A Tone-Control.
Der Amp war clean zu gebrauchen und crunchte gar nett, aber so richtig "punchy" in den Bässen war der nicht.
Dennoch war ich fest davon überzeugt einen Amp in dieser Art zu bauen, sodass die Bauteilaquise begann.
Dirk kam glücklicherweise meinem Flehen nach und bot jüngst die Customchassis an, sodass ich mir eines mit 30cm Breite, 5,5cm Höhe und 15cm Tiefe fertigen ließ.
Ich spielte dann meinen inzwischen in Vergessenheit geratenen Madamp A15 (2x6V6PP, Brownfaceclean), der hatte genau den Punch in den Bässen den ich wollte, trotz niedriger Lautstärke - und zerren tut der auch ganz nett!
Also wurde der Plan einen Eintaktverstärker umgeworfen und aufgerüstet zu einem Push-Pull-Projekt mit zweie 6V6.
Bei einigen Versuchen stellte sich das Brownfacestile-TS bei niedrigen Volumesettings als scheinbar wirkungsschwach dar.
Ich probierte ein Blackface-TS aus und das funktionierte dann deutlich besser. Leider war es auch extrem Bassbetont und dämpfte stärker das Signal, da müsste man also noch reichlich anpassen.
Ich stieß dann seinerzeit auf dieses YouTube-Video von John Mayer bei einem Probespielen seines Two-Rock Custom Amps. Den Sound finde ich trotz crappy cam super! - es klingt wie auf seiner Platte "Continuum".
Bei etwas Recherche fand ich einige Info zu den Two-Rocks in der Ampgarage. Es sollen wohl einfach Dumble-Clones sein.
Ich fand sogar einen Handgezeichneten Schalplan eines gewissen Nürnbergers, anhand dessen ich die Ähnlichkeit zu den Dumble Overdrive Specials feststellen konnte.
Bei näherer Betrachtung fällt auch die Ähnlichkeit des Two-Rocks/Dumbles mit den Fender Amps auf. Die Topologie der einzelnen "Baugruppen" ist immer ähnlich. An dieser Topologie möchte ich auch festhalten.
Der Overdrivechannel sowie Reverb/Vibratos interessieren mich wenig, ich möchte nur den Cleansound adaptieren.
D.h. die Topologie schaut in etwa so aus:
V1a - TS - V1b - LTPI - 2x6V6
Meinen ersten Gedankenentwurf habe ich mal angehangen.
Dazu würden mich eure Meinungen und Erfahrungen interessieren? - Hat vielleicht schonmal jemand einen derartigen Amp gebaut?
Ich werde meine weiteren Fortschritte mit dem Verstärker hier immer wieder posten und wenn es dann an den Aufbau geht auch die Fotos und meine weiteren Gedanken mit euch teilen.
So long,
Swen
Athlord:
Moin Swen,
der Entwurf sieht gut aus.
Welchen PT und OT willst Du dafür hernehmen?
Für den Fall der Fälle könnte man - falls es nicht genug cruncht oder zerrt - noch eine Röhre in die Vorstufe adaptieren.
Aber bei 6V6 mach ich mir da weniger Sorgen.
Cheers
Jürgen
El Martin:
Hi Swen!
Kann hier grad das GIF nicht öffnen. Kennst Du den Dumble Lite? Abgespeckter 6V6 Dumble mit Deluxe Eisen (NT, AÜ). Du hättest ein erprobtes Layout und verschiedene Versionen zur Auswahl...
Schaltpläne, Tonbeispiele und andere Infos findest Du bei ampgarage. Es gab auch einen Dumble-inspired amp mit EL84.
Ciao
Martin
darkbluemurder:
Hallo Swen,
gebaut habe ich einen solchen Amp noch nicht, allerdings sehr viel mit D-Schaltungen in Fender Amps experimentiert - bis auf eine auch alle wieder verworfen. Und im Gegensatz zu einem gewissen Udo P. bin ich der Meinung, dass D*mbles modifizierte Fenders sind, nicht mehr, nicht weniger ...
Was ich sehr gut im Hinblick auf mögliche Crunchsounds finde ist die Reduzierung der Cks auf 4,7uf - reicht m.E. auch für Cleansounds völlig aus.
Weiter finde ich die verglichen mit Fenders und D*mbles schwächere Gegenkopplung sinnvoll. Ich habe nie verstanden, warum die D-Cloner alle versuchen, möglichst viele Obertöne aus der Vorstufe zu holen (was mit den ganzen Snubbern schon schwierig genug ist - hier aber mangels OD nicht von Bedeutung) und dann den Verstärker mit einer derart brutalen Gegenkopplung (3,9k Serie mit 390R gegen Masse) wieder abwürgen.
Mein AB165-Bassman ist der letzte Fender, der noch eine D-Schaltung besitzt. Der Tonestack ist übrigens ebenfalls wie der in Deinem Plan ein Fender-Tonestack. Ich mag den separat abgezweigten Mittenregler des *umble nicht - klingt mir mit dem 47nf zu nasal, mit 22nf charakterlos und mit 10nf nur noch dumpf-böllerig. Aber vielleicht habe ich mir einfach nicht genug Zeit genommen, die Möglichkeiten dieses Stacks alle auszuloten.
Was in meinem Bassman sehr gut klang, war die lokale Gegenkopplung an V1b mit 47nf in Reihe mit 22Meg. Das hat den nasalen Anteil deutlich reduziert. Die gleiche Schaltung klang im Guyatone Bassman, den ich mal auf eine D-Schaltung modifiziert habe, überhaupt nicht und hat nur Bässe geklaut.
Statt des 4,7k-GitterRs vor V1b kannst Du auch einen 220k parallel mit einem 500pf-C versuchen. Ich habe in meinem Bassman allerdings nur einen 220k drin.
Viele Grüße
Stephan
PS: den Nürnberger Plan des Two Rock Custom Reverb kenne ich auch - das ist praktisch 1:1 70er Jahre *umble.
Nils H.:
Moin,
ich hab ja vor kurzem einen Amp mit D'Lite-Preamp und Standard-6L6-Fender-Endstufe gebaut (allerdings mit 220k/3k3 und 150k/2k2), deswegen mische ich mich mal ein ;D.
--- Zitat von: darkbluemurder am 8.04.2010 09:37 ---Was ich sehr gut im Hinblick auf mögliche Crunchsounds finde ist die Reduzierung der Cks auf 4,7uf - reicht m.E. auch für Cleansounds völlig aus.
Weiter finde ich die verglichen mit Fenders und D*mbles schwächere Gegenkopplung sinnvoll. Ich habe nie verstanden, warum die D-Cloner alle versuchen, möglichst viele Obertöne aus der Vorstufe zu holen (was mit den ganzen Snubbern schon schwierig genug ist - hier aber mangels OD nicht von Bedeutung) und dann den Verstärker mit einer derart brutalen Gegenkopplung (3,9k Serie mit 390R gegen Masse) wieder abwürgen.
--- Ende Zitat ---
Das kann ich so alles voll bestätigen. Der Cleansound meines D'Lite ist wirklich spitze, und trotz der "kleinen" Ck rund genug. In meiner Endstufe habe ich mit 68k am 8Ohm-Tap und 4k7 parallel zum Presence auch eine viel geringere Gegenkopplung, das tut dem Amp extrem gut.
--- Zitat von: darkbluemurder am 8.04.2010 09:37 ---Mein AB165-Bassman ist der letzte Fender, der noch eine D-Schaltung besitzt. Der Tonestack ist übrigens ebenfalls wie der in Deinem Plan ein Fender-Tonestack. Ich mag den separat abgezweigten Mittenregler des *umble nicht - klingt mir mit dem 47nf zu nasal, mit 22nf charakterlos und mit 10nf nur noch dumpf-böllerig. Aber vielleicht habe ich mir einfach nicht genug Zeit genommen, die Möglichkeiten dieses Stacks alle auszuloten.
--- Ende Zitat ---
Ich habe in meinem Amp den D-Tonestack mit abgezweigtem Mittenregler (10n) und komme ganz gut damit klar, allerdings ist mein Treble-Cap mit 360p deutlich größer. Vielleicht liegt's daran.
--- Zitat von: darkbluemurder am 8.04.2010 09:37 ---Statt des 4,7k-GitterRs vor V1b kannst Du auch einen 220k parallel mit einem 500pf-C versuchen. Ich habe in meinem Bassman allerdings nur einen 220k drin.
--- Ende Zitat ---
Ich hab bei mir den 220k/500p drin und finde, es klingt super.
Gruß, Nils
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