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Ferritperle statt Input-Gitter-R

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don_sebbo:
hi leute,

habe mir schon oft gedanken drüber gemacht, wie ich den so sehr verhassten ersten gitterstopper in meinem hi gain projekt zwecks rauschminimierung rauswerfen kann. was die reduzierung der blocking distortion anbelangt, ist dieser wiederstand ja an der ersten röhre prinzipiell zu vernachlässigen, da diese ja in gängigen anwendungen nie übersteuern wird. jedoch werden die höhen beim entfernen dieses widerstandes ziemlich hässlich, da der tiefpass in verbindung mit der eingangskapazität nicht mehr exisitiert.
habe im moment noch einen wert von 10k drin, würde aber doch gerne mal die "rectifier-variante" ausprobieren, und eine ferritperle vor den gitterableitwiderstand packen, um somit quasi den tiefpass wieder zu aktivieren.
somit sollte man dann minimales grundrauschen und einen angenehm abgedämpften höhenbereich bekommen, quasi "best of both worlds"

jetzt ist nur die frage, wo kommt man an sowas dran bzw. wie könnte man so etwas selber machen? berechne ich das ganze als rl-tiefpass, komme ich bei einer angestrebten fg von 5000hz auf ca. 30pH, so kleine festinduktivitäten habe ich noch nicht gefunden. kann man mit einer passenden ferritperle selber ein ferritbead machen? fragen über fragen :(

gruß
sebbo

es345 (†):
Hallo Sebbo,

ich glaube, Du hast einen Fehler bei Deiner Berechnung:
Der 3db Punkt für eine LR kombination ist gegeben, wenn der imaginäre Widerstand der Spule X=2*pi*f*L dem Widerstand R entspricht.
Daraus ergibt sich f= R/(2*pi*L).

Wenn Du einen 1M Ohm Gitterableitwiderstand hast und willst eine Grenzfrequenz von 6kHz, dann brauchst Du eine Spule von ca 27H. Das ist unrealistisch.

Gruß

Hans- Georg

don_sebbo:
hi,

danke für die schnelle antwort hans-georg, das hab ich mir schon fast gedacht, dasses nicht so einfach sein wird...
aber ich mach das ganze jetzt mal konkreter und habe die input sektion vom mesa dual rectifier mit gepostet, in dem die ganze geschichte so verschaltet ist, wie ich das oben beschrieben habe.

hat da einer nen plan wie das ferritbead jetzt dimensioniert werden muss, um einen brauchbaren dämpfungsbereich zu erzielen? muss jetzt nicht bis aufs hz genau sein, aber mich würden werte um die 5-50khz interessieren, was ja durch aus auch werte sind, die mit gängigen gitterwiderständen beeinflusst werden. damit hätte man quasi einen schönen anhaltspunkt, was für werte man verwenden kann, um eine deutlich hörbare höhenreduzierung oder lediglich eine dämpfung es parasitären hochfrequenteren bereich zu erzielen.

danke schonmal für jede antwort.

gruß
sebbo

SvR:
Salü,
Du hast an der Stelle zwei Möglichkeiten einen Tiefpass aufzubauen.
1. Du setzt die Spule zwischen Rg und Gitter. Dann bildet sie mit der Millerkapazität einen Tiefpass.  Dieser hat aber nicht den selben Verlauf wie ein RC-Tiefpass, sondern verläuft erst bei 0dB, steigt dann bei der Resonanzfrequenz kurz spitz an und fällt danach erst steil ab. Nimmt man für die Millerkapazität ca. 2pF an, liegt ab 10H die Resonanzspitze nicht mehr im hörbaren Frequenzbereich und rückt für kleinere Induktivitäten immer weiter nach rechts in den nicht mehr hörbaren Bereich. Für die Resonanzspitze gilt f=1/[2pi*Wurzel(C*L)]

2. Du baust den Tiefpass aus der Spule und dem Rg auf (wie in deiner Zeichnung). Hier kannst du Grenzfrequenz mit f=R/(2pi*L) berechnen.

Du musst mal ausprobieren wie mit welcher Variante du am besten deine gewünschte Grenzfrequenz erreichst, ohne riesen Induktivitäten zu benötigen.
Mit 100mH und 1Mohm liegt deine fg (-3dB) z.B. zwischen 400kHz und 500kHz wenn man noch die Millerkapazität parallel zum Rg berücksichtigt. -> hab mal en bissel mit LT-Spice rumgespielt. Bei der zweiten Methode bildet sich wieder eine Resonanzüberhöhung aus, wenn man die Millerkapaziät mit ins Spiel bringt. Die Ausprägung ist abhängig von der Induktiviät (nimmt mit fallender Induktivität zu).
mfg sven

Kpt.Maritim:
Hallo

ich würde von Spulen an dieser Stelle abraten, weil sie auch Brumm einfangen kann.

Stattdessen könnte man die Millerkapazität erhöhen, denn das erlaubt es den Gitterblocker bei gleicher Eckfrequenz zu reduzieren. Dazu kannst du der Millerkapazität (zwischen Gitter und Anode) einfach eine Pikofarat parallel schalten.

Viele Grüße
Martin

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