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Test Jensen Electric Lighning

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Offline Dirk

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Test Jensen Electric Lighning
« am: 10.02.2012 12:22 »
Der Jensen Electric Lightning aus der Jets-Serie fristet ein gewisses Dornröschen-Darsein und wird oftmals links liegen gelassen. Was der Bauer nicht kennt... ja wir bestreiten es, halten uns aber alle doch irgendwie daran - doch das zu unrecht.
Der EL hat vieles von dem was andere Lautsprecher gerne hätten: einen kräftigen und durchsetzungsstarken Bass und runde, aber nicht aufdringliche Höhen. Die Mitten oder besser gesagt der Bereich um die 400 Hz sind deutlich zurück genommen, was zu einem sehr aufgeräumten Klangbild führt.
Bei unseren Tests zeigte sich der EL sowohl bei Clean als auch bei kräftigem Crunch extrem vielseitig. Knackig-perkussive Klänge sind genauso möglich wie füllende Lead-Sounds. Wärend manch anderer Lautsprecher zwar sehr rund und warm klingt aber auch schnell langweilig wird, weil oftmals eine gewisse Gleichschaltung erfolgt so ist der EL ganz das Gegenteil hiervon und erzeugt, nicht nur durch sein etwas raueres Verhalten, eine sehr grossen Spielfreude.
Selbst bei geringen Leistungen und Lautstärkern war der EL immer sehr präsent und "nahe am Ohr" und vielen anderen Testkandidaten im gesamten Lautstärkeeindruck deutlich überlegen. Ein ähnliches Verhalten wie bei seinem Bruder dem Jensen Neodym Tornado aus der gleichen Serie.
Der Haupteinsatzbereich des EL erstreckt sich von Clean bis härterem Overdrive. Mit moderne Metal-Sounds ist er zwar auch sehr verträglich , aber hierbei könnte der Bass schnell zu einem Problem werden, da dieser etwas überbetont ist und schnell zu Ärger mit dem Bassisten führen könnte
Die technischen Feinheiten: Die Leistung des EL ist mit 70 Watt angeben, sprich er kann mit alle gängigen 50 Watt-Amps problemlos betrieben werden und hat immer noch ausreichen Reserve auch wenn die Amps weit ausgefahren werden.
Eine lineare Abstimmung wird bei einem  Boxenvolumen von rund 40 Liter pro Lautsprecher erreicht, sprich er kommt in den allermeisten gängigen 1,2 oder 4 X 12er Boxen problemlos eingesetzt werden.
Für blusigere Einsatzzwecke, Jazz oder auch etwas gemässigten Rock bietet sich eine offene Box an, für härtere Töne und auch höheren Leistungen eher ein geschlossenes Zuhause um den Bass besser kontrollieren zu können.
Für Support und Produktanfragen bitte das offizielle Kontaktformular im Shop verwenden. PMs werden nicht beantwortet.

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Offline haebbe58

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Re: Test Jensen Electric Lighning
« Antwort #1 am: 17.08.2012 13:00 »
Hi Folks,

muß Dirk in allen Punkten beipflichten.

klasse!

Hattest recht, wohl einer der am meisten unterschätzten Speaker überhaupt. Was der Bauer nicht kennt ... Bin überzeugt davon, dass der die Sound-Probleme so einiger Leute lösen könnte. Würde sich bestimmt auch in den meisten Combos als Austausch gut machen ....

Hab ihn grad in einer schnuckligen hinten halb offenen American 112 drin. Dachte erst, die wäre für den Speaker aufgrund seiner Parameter viel zu klein und dröhnt dann nur noch rum, aber nix da!

Finde den Speaker extrem ausgewogen und trotzdem überhaupt nicht steril. Die Mitten sind schön zurückhaltend (das liebe ich) und die Bässe ordentlich straff! Auf Tonestack-Kurblerei reagiert er klasse. Bei ganz extremen HiGains mit Marshall-Sound/-Tonestack sind die Mitten aber etwas zurückhaltend, da muß dann der Mittenregler des Amps bemüht werden, sonst kommt er da etwas zu pappig und oben rum wird er sonst etwas steril klingend  ... aber die meisten Zerrer haben da eh eine ordentliche Mittenanhebung drinne (allen voran der TubeScreamer) und dann paßt das eh.

Clean und leicht bis mittel übersteuert ist er ja eine echte Wucht! Da gibt es überhaupt nix weiter zu sagen ... einfach nur klasse!

Was ich am allerbesten finde, ist, dass er einen direkt anspringt. So richtig mitten in die Fr....  Der Wirkungsgrad ist ja auch richtig ordentlich. Und dadurch klingt er so richtig saftig, fleischig, fett (weiß nicht, wie ich das sonst nennen soll)   :-))

Das ist ein Speaker so richtig nach meinem Geschmack! Gefällt mir richtig gut ohne eine einzige Einschränkung.

Gruß
Häbbe

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Offline ferdi

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Re: Test Jensen Electric Lighning
« Antwort #2 am: 5.05.2013 10:15 »
Ich habe den Jensen seit einiger Zeit in einer 2x12 an einem Marshall 18W.

Er tut alles, was in diesem Test bislang geschrieben wurde, ich habe ihn aber im Mix eingesetzt und möchte dazu etwas schreiben. Der Electric Lightning muss bei mir Signale von funky-clean bis "Hendrix-HighGain" verarbeiten und klingt am besten, wenn die Rückseite offen ist (TT flex back rules). Für laute Kneipengigs ist das eine gute Anlage.

Ich habe ihn also im Mix mit Celestion G12H und WGS Invader probiert, und mit dem Invader ergänzt er sich sehr gut. Das, was dem Jensen (für Vintage-Heinis wie mich) an britischem Dreck im Bass und Mittenbereich fehlt, bringt der Invader, das, was dem Invader an Stabilität für funky-clean fehlt, liefert der Jensen.
Der Jensen hat zwar keine megatiefen Bässe, aber dank des riesigen Magneten doch sehr druckvolle. Diese fehlen dem Invader, der untenrum im Vergleich doch deutlich beschnitten ist (um den Greenback-Sound ohne Bassbrei zu liefern). Im Mix überwiegt wegen des stärkeren Anrtriebs und des daher besseren Wirkungsgrades der Jensen, geschätzt 45% Invader - 55% EL. Ich habe den Jensen bis jetzt oben in der Box, werde ihn deshalb aber nach unten setzen.


Tipp: meine Brit 2x12 hat dieses Marshall mono/stereo-Anschlussfeld ... "in stereo" kann man beide eingebauten Speaker in Sekundenschnelle gegeneinander A/B vergleichen. Sehr praktisch.

Der Jensen ist insgesamt clean, durchsetzungsstark, sumpft weder in Bässen noch Mitten verfrüht ab, er ist - wohl wegen der etwas dickeren Membran und dem recht starken Doping - sehr stabil im Sound. Jensen hat ihn als reinrassigen Rockspeaker entworfen, ich finde, er macht CLEAN ebenso gut. Bemerkbare Überbetonungen in irgendeinem Bereich - wie beim Vintage 30 - kann ich ihm nicht attestieren. Wenn ich mit der Pistole auf der Brust an irgendetwas herummeckern müsste, so wäre das die sehr cleane Ausgewogenheit, der der Vintage-Dreck fehlt. Daher der Einsatz im Mix bei mir ...  Vintage-Speaker hat Jensen (und auch Dirk...) aber genug im Programm.

Der EL ist ein echt guter Speaker.
Dank der Belastbarkeit von 70W kann er für viele 1x12-Einsatzzwecke sogar die Ideallösung sein.

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Offline dukesupersurf

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Re: Test Jensen Electric Lighning
« Antwort #3 am: 25.01.2014 22:53 »
Hallo,
ich hab bei mir in der kalten Scheune mal den electric lightning mit dem falcon aus derselbigen Jet Serie verglichen
und mit dem ähnlichen Chicago 12-70.
Mich haben die  anderen sterilen Videos und Beschreibungen , wie "Nu-Metal" ,  total abgeschreckt.Trotzdem ist der EL irgenwie bei mir gelandet (zum Glück) und ich empfand ihn als besten Allrounder , den ich bisher kannte.
Nachdem Film ist er in einem modifizierten Hot Rod gelandet , um diesen in der Band durchsetzungfähiger zu machen.(Country-Punkrock). Vorher war dort ein WGS, der alte Jensensounds können sollte.KLang in Zimmerlautstärke schön vintage-brizzelig-eingespielt.Aber bei 50W  Matschbässe und nicht durchsetzungsfähig.

Mein Film ist auf youtube unter elektriktomik musiktechnik 12er zu finden.

Hatte mich schon für mein schäbiges Filmchen geschämt , aber es ist um Welten aussagekräftiger als die anderen Beispiele , wenn man nach Jensen electric lightning sucht.Und bei mir gibts keine 2min Gelaber , bevor man den ersten Ton zu hören bekommt.
Dieser dünne Ton von dem Typen mit der blauen Strat liegt nicht am Speaker.Ich kann mir bei bestem Willen nicht vorstellen , wie sich sowas sauber,kaltes,steriles und mittenfreies in einer Band durchsetzten soll.Wohl ehr was fürs Spießerwohnzimmer.
Bei mir klangs ehr fett, keine auffälligen Frequenzlöcher oder Überhöhungen.Und Zerrgebrizzel ist nicht zu spitz oder nasal.Kräftig,auch rauh , aber nicht dieses böse Marshallgegrummel , was ich eh für überbewertet halte-wozu dem Bassisten Konkurrenz machen?

tschüß,Thomas

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Offline ferdi

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Re: Test Jensen Electric Lighning
« Antwort #4 am: 26.01.2014 13:01 »
Hi,
ich finde, wie ich zugeben muss, den Sound in deinem Video auch eher dünn, aber das mag durchaus an der Aufnahme und den kleinen Logitech-Böxchen liegen, die ich an meinem Laptop habe.

Richtig ist auf jeden Fall, dass der Jensen EL echt gut ist und überhaupt nicht dünn klingt. Ich hatte erst kürzlich wieder so einen Anfall und musste ihn testweise durch einen G12H Heritage 75Hz ersetzen - nun, am Tag nach der Bandprobe war der Electric Lightning wieder drin.
Auf Tonequest und Guitar Player habe ich Beschreibungen gefunden, die den Sound des EL treffend wiedergeben:

TQ: The new 70 watt ceramic version of the Jet is a loud, powerful, bright and chimey speaker with strong, slightly gritty midrange emphasis. Treble presence is musical and bold, and we noticed that the Jet particularly emphasized changes in tone as we moved the location of our pick attack from just behind the neck pickup to the front of the bridge. The voice of the Lightning overall is very musical – an interesting mix of strong mids and proud treble usually not found together in the same speaker. A good choice for a 1x12 where heavy bass response is not needed, or mixed with a warmer speaker in a 2x12.

GP: This model offers bold high-end presence, enhanced midrange bloom and complexity, and firm, well defined lows. Its headroom makes it a good choice for Marshall and other powerhouse rock amps, while its articulation and touch responsiveness play well with low-wattage tube combos. If you’re seeking a speaker that excels for blues, jazz, or rock, the Jet Electric Lightning is a fine choice.

Ich betreibe den EL seit ein paar Wochen im Mix mit einem WGS Black 'n Blue für etwas mehr Vintage-Dreck.
Ebenfalls schön war der Mix mit einem WGS Invader (mehr Wärme, weniger Dreck).
Da der B'nBlue sehr früh mitzerrt, muss ich den Amp jedoch weniger weit aufdrehen - das kommt mir (ehrlich gesagt: meinen Mitmusikern) sehr entgegen, und der B'nBlue ist etwa gleich laut wie der Jensen. Amp ist mein 18W TMB Clone, die Box eine hinten offene 2x12 British Gold. Geschlossen gefällt sie mir nicht so - zu klein.
« Letzte Änderung: 26.01.2014 13:03 von ferdi »