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Fender 75 Phasenumkehr und Mods
Nigel:
--- Zitat von: darkbluemurder am 9.01.2018 17:29 ---Ich glaube, ich weiß jetzt, woher die Verzerrung kommt - nämlich ähnlich wie beim Boogie Mark II C+/Mark III aus der Triodenstufe nach dem Overdrive (V2b im 75). In beiden Amps wird sie im Cleansound weit weniger angefahren als im Overdrivesound, d.h. im Cleansound trägt sie keine Verzerrungen bei, im Overdrivesound schon. Beim 75 ist das dadurch gelöst, dass der Cleansound nach der zweiten Gainstufe sowohl im Bass (durch den im Vergleich zum AB763 kleineren Koppel-C) als auch in den Höhen und Hochmitten (durch den 220k II 2200pf gegen Masse) beschnitten wird. Baut man das nämlich auf die AB763 Kombi 3M3 II 10pf und 470k gegen Masse um, zerrt der Amp, wenn die Effektstufe drin bleibt. Nimmt man dann V4 mit dem Effektweg aus dem Signalweg, ist wieder alles clean.
Die Mark II C+ Schaltung hat nach ihrer V2b weniger Gain (kein Kathoden-C an V2b, kein Kathodenfolger vor dem Effektweg, starke Reduzierung des Signals durch 150k - 4,7k Spannungsteiler vor dem Send), so dass dort der Cleansound auch mit der AB763-Kopplung vor V2b im Cleansound clean bleibt.
Viele Grüße
Stephan
--- Ende Zitat ---
Moin Stephan!
Super! Danke fürs Rumprobieren und Teilen!
Vermutlich ist V4A ausschließlich das einzige System, dass übersteuert wird. V4B ist eher eine Art Aufholverstärker und zerrt vermutlich erst bei maximaler Aussteuerung. Das finde ich total blöde. Soo viele Röhren und nur eine zerrt.
Der Effektweg könnte mit Verzerrerpedalen gut funktionieren. Hast du das mal ausprobiert?
Der komplizierte Spannungsteiler/Mixer ist meiner Meinung nach an der falschen Stelle. Der Hallausgang wird im Overdrive-Modus verzerrt.
Ich finde klasse, dass der Hallanteil im Overdrive-Modus herabgesetzt wird. Diese Art der "Kanalumschaltung" finde ich genial und ist wohl einzigartig: das zuschalten eines Katodenfolgers, dessen Signal geschickt zugemischt wird. Das ganze neu abzustimmen, hat viel Zeit gekostet.
Liebe Grüße,
Nigel
darkbluemurder:
Hallo Nigel,
im Lead-Modus zerrt auch V2b - in der Originalschaltung zusammen mit V4a aber heftiger. Im Clean-Modus in der Werksbeschaltung zerren weder V2b noch V4a, das aber deshalb, weil das Signal vor V2b so weit runter gezogen wird. Im Lead-Modus durchläuft das Signal diesen Pegelvernichter nicht. Mit der AB763-Schaltung zerrt zwar V2b (noch) nicht, aber der Pegel nach V2b bringt V4a zum Zerren.
Das ganze erinnert mich etwas an den R2-Modus im Mark III, aber das können die Fender-Ingenieure nicht kopiert haben, denn der Mark III kam erst 5 Jahre nach dem 75 auf den Markt. Nachteil des R2 im Mark III ist, dass sein Gain nur über den Volume-Regler regelbar ist - den Vorteil hat der 75.
Meine Erkenntnisse stammen im Wesentlichen aus den Experimenten mit meinem ehemaligen D-style Bassman, dessen Lead-Modus ich auf Mark IIC+ umgebaut habe und was mir viel besser gefällt (Blasphemie, Blasphemie ...). Verglichen mit einem Original-Boogie hat der Bassman im IIC+ Modus aber weniger Gain, weil das Signal nach der zweiten Stufe im OD direkt auf den PI geht, d.h. eine Stufe fehlt - das ist genau die, die noch das Extra an Zerre bringt.
Viele Grüße
Stephan
Nigel:
Hallo Stephan!
Yo. Verstehe. Alles klar.
:topjob:
Danke.
Was ist ein D-Style Bassman? Dumble?
Die Art und Weise, wie im 75 die Verzerrung zustande kommt, gibt es kein zweites mal. Finde ich nach wie vor spannend.
Schönes Wochenende!
Gruß,
Nigel
darkbluemurder:
--- Zitat von: Nigel am 13.01.2018 22:43 ---Was ist ein D-Style Bassman? Dumble?
--- Ende Zitat ---
Korrekt.
Viele Grüße
Stephan
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