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Blues Deluxe (1995) - Reparatur oder PTP-Umbau auf AB763 Clone?
Striker52:
Hi,
Professor Zollner schreibt, dass ein "SAG-Widerstand" zwischen Gleichrichter und erstem Kondensator genau das macht. Detaillierte Infos zum Netzteil in Röhrenamps gibt's in seinem Werk in Kapitel 10.7. Kann man hier kostenlos runterladen:
https://hps.hs-regensburg.de/~elektrogitarre/
Gruß Axel
Kurt:
--- Zitat von: Meikel am 15.01.2014 10:02 ---Ein Amp ist als Ganzes zu sehen, insbesondere, was das Netzteil und den Übertrager angeht!
--- Ende Zitat ---
Hallo Meikel,
ja, das denke ich mir langsam auch. Daher bin ich momentan auch einigermaßen zuversichtlich, da ich die ganze Kette Netztrafo, Gleichrichterdimensionierung, Drossel, Dimensionierung der Elkos und der Lastwiderstände für die Anodenspannungen und den Ausgangsübertrager vom Blues Deluxe komplett übernommen habe. Der BD hat ja keinen schlechten Klang. Allerdings ist die Größe der Lade- und Siebelkos beim Blues Deluxe/Deville mit jeweils 50µF vor und hinter der Drossel und dann noch 2 x 22µF so üppig wie bei sonst keinem anderen mir bekanntem Fender. Schon beim HotRod Deluxe, dem BD-Nachfolger, und dem BD/BDV-RI wurde der erste Siebelko nach der Drossel nur noch halb so groß dimensioniert. Auch die größeren BF-Amps (Pro-/Super-/Twin-Reverb) haben als Ladeelko "nur" 2x70µF in Reihe und nach der Drossel 3 x 20µF. Vielleicht werde ich mit den Elko-Kapazitäten, Sag- und Bleeder-Widerständen ein wenig experimentieren.
--- Zitat von: Meikel am 15.01.2014 10:02 ---Hat sich der Leo Fender dabei was gedacht, als er seine Amps entwarf, oder eher nicht? ;)
--- Ende Zitat ---
Sicher hat er das. Ich glaube aber, dass seine Gedanken sich nicht nur um möglichst guten Sound gedreht haben, obwohl man ihm ja nachsagt dass er ein Tüftler und Perfektionist war. In unseren heutigen Ohren klingen diese alten Amps quasi optimal, alle nachfolgenden sind schlechter - so das weit verbreitete Klischee. Leo Fender hatte damals keinen Vergleich mit den heutigen Amps, er hat seine auf den Markt gebracht, als er mit deren Sound zufrieden war. Gleichzeitig wollte er sicher möglichst viele Gleichteile in seinen Amp-Modellen haben. Die Netzteile von Vibroverb, Pro Reverb und Super Reverb waren identisch, ebenso die Drosselspulen. Die Ausgangsübertrager hatten identische Leistung und waren nur hinsichtlich Ausgangsimpedanz unterschiedlich, je nachdem ob der Amp 1, 2, oder 4 Lautsprecher hatte. Leo war eben auch Geschäftsmann.
Das Kapitel "Grounding" von Merlin Blencowe hatte ich mir auch schon runtergeladen, aber es noch nicht komplett durchgearbeitet. Nichtsdestoweniger Danke!
Gruß
Kurt
Kurt:
Hallo Axel,
was'n Zufall! Gerade heute erst habe ich Professor Zollners Website selbst gefunden! Eine sehr interessante Seite, immens viel Material. Braucht viel Zeit zum Durcharbeiten.
Besonders amüsant finde ich seine Kapitel, in denen er das marktführende Gitarren-Fachmagazin zu den Themen Tonholz, Primärton, Saiten-, Hals und Korpusschwingungen und deren Dämfpungen mit seiner Fachkenntnis gnadenlos zerlegt.
Im September 2014 bietet er übrigens einen Workshop mit anschließendem Praktikum zum Thema Gitarren-Röhrenverstärker an. Dort kann man tatsächlich an einem komplett modular aufgebauten und umschaltbaren Amp zwischen verschiedenen Netzteilen oder Ausgangsübertragern oder Lautsprechern wechseln, selbst einzelne Kathodenwiderstände und -kondensatoren kann man per Schalter verändern und so den Einfluß auf den Klang unmittelbar messen+hören. Klingt echt interssant!
Gruß
Kurt
Striker52:
Hallo Kurt,
Ja, das gesamte Werk von Zöllner durchzuarbeiten ist oft schwere Kost. In einer der letzten G&B war ein Artikel über seinen letzten Workshop mit dem von angesprochenen Inhalt. Da war schon der ein oder andere "Experte" platt, dass manche Dinge in Wirklichkeit anders sind, als sie von diversen Gurus verbreitet werden ;D
Gruß Axel
Meikel:
Moin Kurt,
guggschdu Anhang, wie ich mir das vorstelle mit dem Sagging. :)
LG MM
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