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Blues Deluxe (1995) - Reparatur oder PTP-Umbau auf AB763 Clone?
Meikel:
Hallo Kurt,
bei alldem, was Du so schreibst, ist es - mit allergrösstem Respekt - schwierig, zu folgen. Irgendwie vermisse ich eine Systematik und beim Lesen stellt sich bei mir die Frage, ob Du bei allem Enthusiasmus = "blinderBastelwut" Dir nicht selbst im Weg stehst. Da kann doch gar nichts Vernünftiges bei rauskommen. :)
Dein Schematic: +A am NT hat +427Volt, an den Anoden steht + 453Volt.
Weiter geht's: stimmen denn überhaupt die Spannungs-Angaben im Schematic noch? Wenn es zerrt oder fuzzt, dann würde ich schauen und die Stufenverstärkung der einzelnen Stufen überprüfen und messen und dabei die Spannungen oszillografieren. Uberhaupt ein Scope: es ist äußerst hilfreich, zu sehen, ob der Amp irgendwo ungewollt schwingt und somit den Klang versaut. Mit den Mods am Eingang der ECC81 "verschlimmbessert" sich das alles m.E. doch nur und es geht auch ohne.
Du fragst, waum Du den Bias nicht so eingestellt bekommst? Dazu muss man sich Gedanken machen, wieso das nicht geht: also hier den Punkt auf der Kennlinie gedanklich vor Augen haben und sich fragen, was eine Gitterspannung und Anodenspannung bewirken und was passiert, wenn sich das ändert.
Alles zusammen zu lesen - nimm's mir bitte nicht übel - wirkt recht konfus und es ist schwierig, an sovielen Baustellen gleichzeitig korrigierend einzugreifen.
Was ist, wenn Du vielleicht erst einmal die Stufen Schritt für Schritt - von der Endstufe beginnend - in Betrieb nimmst, dazu erst einmal alle Spannungen misst und ggf. einstellst. Die vorausgehenden Stufen trennst Du ab (Koppel-C von den Anoden kommend) und speist am Steuergitter der zu überprüfenden Stufe ein. Anhand des Schematics und der dort angegebenen AC-Spannungen kannst Du einen Sinus-Ton mit definierter Eingangspannung einspeisen und jede Stufe einzeln checken (am Ouput mittels Scope überprüfen), was bei gegebenem Input herauskommen soll und tatsächlich kommt. Somit tastest Du Dich Step by Step bis zur Eingangsstufe vor.
Gruß Michael
Kurt:
Hallo Meikel,
danke für den Hinweis. Ja, du hast Recht: meine Postings sind wirklich zu lang und zu konfus, ich versuche immer, alle möglichen Erfahrungen/Erkenntnisse, die ich mit dem Amp mache, in einem einzigen Posting unterzubringen. Der Fuzz (Brazzeln) durch das zu hohe Signal am Halltreibereingang hat ja z.B. gar nichts mit dem Einstellbereich des Biasstroms zu tun. Also der Reihe nach.
Mein größtes Problem mit dem Amp war bis vor kurzem der Fuzz aufgrund der übersteuerten (?) Halltreiberröhre. Ich habe das Eingangssignal nach Variante c) reduziert, der Fuzz ist weg. Allerdings ist der Hall jetzt zwar gut dosierbar, aber im Hallsound sind kaum noch Bässe und er wirkt insgesamt sehr schwach. Ich habe das heute auf der Bühne ausprobiert - so kann es nicht bleiben. Ich suche nach einer anderen Möglichkeit, das Halleingangssignal abzuschwächen, aber klangneutraler.
Die Spannungsangaben in meinem Schaltplan: Nur die Spannungsangaben A, B, C und D sind gemessen. Darunter steht auch, dass alle weiteren HF- und NF-Spannungsangaben im Schaltplan noch zu aktualisieren sind. An den Endstufenanoden liegen also keine +453 V.
Ich besitze kein Oszilloskop und auch keinen Sinusgenerator. Nur ein einfaches Digital-Multimeter. Ich habe auch noch alle Anodenspannungen an den Vorstufenröhren gemessen, aber wie verläßlich ist das mit einem Multimeter mit 30 EUR?
Ich kenne zwar einen Amp-Techniker hier in der Nähe, der könnte das sicher alles genau messen. Aber halt nur gegen Löhne. Eventuell werde ich das mal von ihm machen lassen, aber erst möchte ich versuchen, den Amp "sauber" zu kriegen, speziell eben den Halleingang.
Ich werde jetzt als nächstes meinen Schaltplan aktualisieren und die gemessenen Spannungen eintragen und die noch nicht gemessenen (weil ich sie selbst nicht messen kann) andersfarbig kennzeichnen.
Ich habe die Reglereinstellungen beim Messen der Anodenspannungen so gewählt wie es im Blues-Deluxe-Originalschaltplan beschrieben ist: alle Regler auf 50% , außer Presence und Reverb (beide auf 0). Passt das so? Oder soll ich sie alle voll aufdrehen?
Gruß
Kurt
jacob:
Moin Kurt,
baue doch mal wieder den Standard- 500pF ein und ersetze den 1M Widerstand vor der Treiberröhre durch einen 1M Trimmer ("DWELL").
Damit kannst Du dann den Pegel des Eingangssignals exakt "dosieren".
BTW:
falls Du Dich in Zukunft etwas mal etwas ernsthafter mit den Ampbasteleien beschäftigen möchtest, wirst Du allerdings nicht um einen dicken Lastwiderstand, ein Oszilloskop, einen Tongenerator und (idealerweise) einen guten "True RMS" Multimeter nicht herum kommen :P
Glücklicherweise bekommt man diese Sachen aber mittlerweile sehr günstig auf dem Gebrauchtmarkt :topjob:
Gruß
Jacob
Kurt:
Hallo Jacob, hallo Meikel,
das Problem mit dem Fuzz aus dem Halltreibereingang habe ich nun anders gelöst: mit einem Widerstand zwischen dem 500pF und dem Treibereingang. Erst hab ich einen 220k probiert, da gab es bei höheren Volume-Einstellungen noch leichten Fuzz, dann mit einem 330k, siehe Schaltplan anbei. Nun paßt es. Mit dem Volume-Poti kurz vor Anschlag fuzzt es immer noch leicht, aber das ist ok. Vor allem ist der Fuzz dann kein grobes Bratzeln mehr, sondern klingt mehr nach sanftem Overdrive.
Sodann habe ich alle Gleichspannungen im Amp nochmals nachgemessen, mit offener Input-Buchse (also kein Kabel/Instrument angeschlossen) und allen Reglern auf 50%, außer Reverb und Presence auf 0. Alle gemessenen Spannungen hab ich im Schaltplan eingetragen und grün markiert. Die NF-Wechselspannungen kann ich ohne Sinusgenerator und Oszilloskop nicht messen; vielleicht mache ich mich mal auf den Weg zu einem professionellen Amp-Tech.
Ich habe meine Vergleichstabelle mit den Anodenspannungsniveaus aller Blackface-Amps aktualisiert und angehängt. Mein Klon ist wohl am ehesten mit einem Vibrolux Reverb vergleichbar. Die größeren Blackfaces (Vibroverb, ProReverb, SuperReverb) haben andere Netzteile, eine stärkere Drosselspule und höhere Spannungniveaus.
Vielleicht könnt Ihr da mehr rauslesen, ob das Spannungsgefüge in meinem Amp in die Welt passt?
Gruß
Kurt
Striker52:
Hallo Kurt,
ich sehe gerade, dass du in der Gegenkopplung einen regelbaren Widerstand hast (R40), mit dem du die Stärke der Gegegnkopplung einstellen kannst. Da du aber keine Frequenzabhängigkeit hast (ein C ist nicht vorhanden), ist das aus meiner Sicht keine Presence-Regelung. Denn die müsste die "Präsenzen" über einen C mehr oder weniger stark aus der Gegenkopplung herausnehmen.
Gruß Axel
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