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Dynacord Twen/Cathode Bias im Allgemeinen - Mods re. mehr Headroom?

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bea:

--- Zitat von: LuciMan am 10.08.2015 11:57 ---Vielleicht ist mein Vintage-Erhaltungstrieb deshalb so ausgeprägt, weil ich mit diesen 60er-Jahre-Amps (Dynacord, Echolette, VOX, ..) sowohl Röhren-bastlerisch als auch Musiker-mäßig aufgewachsen bin.

--- Ende Zitat ---

Wobei ich da ganz ehrlich immer mal ein wenig unsicher bin, ganz besonders, wenn es darum geht, die Konstruktionsfehler zu erhalten, deretwegen die Geräte nur eingeschränkt nutzbar waren. Beispiele: die Trimmer in den Dynacords, ihr regelmäßig zu klein gewählter Eingangswiderstand ab der "Kassettenserie" in Modulbauweise. Oder die seltsamen Pegelverhältnisse der Echolette M40, die dafür sorgen, dass die Kiste deutlich stärker brummt und rauscht als notwendig (ein Blick in den Schaltplan der M70, die ja i.W. eine auf ECC808 umgestellte M40 ist, spricht da Bände).

Da kämpft jetzt der Vintage-Trieb mit dem Trieb, es besser machen zu wollen...

... aber ich hab ja inzwischen auch Experimentierchassis (abgerauchte HiFi-Favorits...)

Recky:
Neue Beobachtungen am Twen:

1. R17 (220k) hatte einen Widerstand von nur noch knapp 40k. Ausgewechselt. Mir ist die Funktion dieses Widerstands etwas unklar - etwa ein "gemeinsamer" Teil der Gridstopper (100k)???
Danach wieder Spannungen gemessen, keine erkennbare Änderung zu gestern.

2. Die Leitung von der OT-Sekundärwindung zum Erdungspunkt hängt im wahrsten Sinne des Wortes an einem letzten kupfernen Faden! Und der lugt unter dem Wachspapier hervor. Ist das normal, dass das die Erdungsleitung nicht an einem Lötpin des OT hängt, sondern direkt an der Windung? Ich bin mir ganz sicher, dass ich der erste war, der den Sarkophag, äh, das Chassis nach Montage des Amps geöffnet hat.
Welche Auswirkungen kann eine nicht ausreichende Erdung an diesem Ende der Schaltung haben?

Wie immer vielen Dank,
Recky

cca88:

--- Zitat von: Recky am 11.08.2015 20:46 ---Neue Beobachtungen am Twen:

1. R17 (220k) hatte einen Widerstand von nur noch knapp 40k. Ausgewechselt. Mir ist die Funktion dieses Widerstands etwas unklar - etwa ein "gemeinsamer" Teil der Gridstopper (100k)???
Danach wieder Spannungen gemessen, keine erkennbare Änderung zu gestern.

2. Die Leitung von der OT-Sekundärwindung zum Erdungspunkt hängt im wahrsten Sinne des Wortes an einem letzten kupfernen Faden! Und der lugt unter dem Wachspapier hervor. Ist das normal, dass das die Erdungsleitung nicht an einem Lötpin des OT hängt, sondern direkt an der Windung? Ich bin mir ganz sicher, dass ich der erste war, der den Sarkophag, äh, das Chassis nach Montage des Amps geöffnet hat.
Welche Auswirkungen kann eine nicht ausreichende Erdung an diesem Ende der Schaltung haben?

Wie immer vielen Dank,
Recky

--- Ende Zitat ---

Hallo Recky,

komm noch nicht dazu meine Messungen nachzuformulieren...


Da dein Amp eine Gegenkopplung hat, würde eine schlechte Erdung an dieser Stelle die Gegenkopplungsschleife etwas - äh sagen wir mal - in Unordnung bringen....

Wenn Du aber meinst, daß die Sekundärseite des Übertragers möglicherweise zum Lautsprecher instabil ist... dann wird es unlustig, da ansonsten die Last im Betrieb evtl "offen" wird.... Gefahr von Spannungsüberschlägen

Auf unsere Diskussion bzg. der Ströme und Arbeitspunkte in Ruhe hat das aber keinen Einfluß.
Unter der Voraussetzung, dass der Amp nicht schwingt, tritt das Wechselspannungsverhalten des Übertragers NICHT in Erscheinung... da ist Alles eine rein ohmsche Gleichstrombetrachtung

Grüße

Jochen

Recky:
Hier noch ein Foto zur "Neuen Beobachtung 2". Ich werde die Leitung dort wieder anlöten, aber frage mich, ob das in allen Twens so cowboymäßig gehandhabt wurde...

Recky:
So, und nun etwas (für mich) sehr Interessantes:

Heute brachte der als Weihnachtsmann verkleidete Postbote eine wunderhübsche kleine EZ81 von Valvo. Die alte Dynacord wurde gezogen und durch die Valvo ersetzt, der Amp hochgefahren. Vor der Kür kommt die Pflicht, also maß ich sämtliche relevanten Endstufenröhrenpinne durch, die ich vor wenigen Tagen noch als durch die Bank deutlich zu niedrig gemessen hatte. Und siehe da: die Werte liegen nun ein gutes Stück über den zuvor gemessenen, aber noch nicht ganz dort, wo sie lt. Schaltplan hingehören. Und nun frage ich mich wieder einmal: wie weit liegen Schaltpläne aus den 60ern (bei 220 V aus der Wand gemessen) und Wirklichkeit (230-240 V) auseinander.

Zum Hör- und Spieleindruck: Ein Unterschied wie Tag und Nacht! Die extreme Kompression ist weg, der Amp zerrt später und macht jetzt einen fast normalen Eindruck. "Normales" Sag ist noch da, aber das war ja genau so zu erwarten. Der Amp ist nicht sehr laut, die gemessenen 14-15 Watt Output sind deutlich leiser mein Princeton, der allerdings einen "modernen" Hammond-OT hat, der nicht so schnell in die Knie geht.
Ich hab ihn heute mal mit meiner 2x12er Echolette-Box (2 Jensen C12Q) betrieben, wo dann plötzlich echt die Sonne aufging. Ich hatte immer gedacht, der Twen klänge eher muffig/dunkel und die Tonregelung sei ein Witz. Ist aber gar nicht so! Mit anständigen Speakern musste ich den Ton-Poti von 10 auf 7 runterdrehen!! Und er war laut genug für einen leisen bis mittleren Blues/Rock-Drummer. Nun warte ich händeringend auf den eingespielten WGS G12C, den ich über eine Kleinanzeige geschossen habe...

Was ich auch daraus lerne: Auch auf Röhrenprüfgeräten als gut vermessene Gleichrichterröhren entsprechen nicht notwendigerweise den Anforderungen in einem Amp! Die paar Volt, die der alte Gleichrichter weniger zur Verfügung stellt, machen einen derartigen Unterschied aus, den sogar meine Oma hören würde.

@Jochen - Vielleicht hat die neue Verlötung der Erdung am OT auch ein wenig zur Klangverbesserung beigetragen. Da habe ich dummerweise zwei Schritte in einem gemacht...

Viele Grüße
Recky

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