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Fender Twin Reverb Hallprobleme

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Den_nis:
Hallo,

ich bin Dennis und neu hier im Forum. Ich habe einen 1975er Fender Twin Reverb mit zwei JBL d120f. Der Verstärker klingt toll aber der Reverb funktioniert nicht. Habe schon die Suchfunktion benutzt. Dort gab es auch drei Themen aber die konnten mir leider nicht weiterhelfen bzw. haben nicht genau mein Problem widergespiegelt.

Mit oder ohne angeschlossener Hallspirale tritt folgendes auf:

https://www.youtube.com/watch?v=7IkzJe2BPYY

Wenn ich das Potentiometer weiterdrehe, hört man ab Stufe 9 bis 10 ein lautes wummern. (Nicht auf der Aufnahme)

Dadurch, dass der Fehler unabhängig von der Hallspirale auftritt, könnte man doch auf einen Fehler in der Elektronik schließen?

Eventuell kann mir ja jemand weiterhelfen und weiß, worum es sich hierbei handelt.

Danke und schöne Grüße,

Dennis

Nigel:
Moin Dennis!


Es könnten die Zuleitungen zum Röhrensockel sein, die sich gelockert haben.

Das Poti könnte einfach nur verdreckt sein.

Der Röhrensockel, die Röhre selbst könnten defekt sein.

Die Wiederstand/Kondensator Kombi, üblicherweise 3,3M/10pF. Das ist dort wo der Hall dem Signal zugeführt/abgezweigt wird.

Was machst Du denn sonst so? Hast Du ne Band, was für Musik machst Du, wie doll kennst du dich aus?

Viel Spaß!

Gruß,

Nigel

smid:
Hi Dennis,

schau Dir mal das Video an, das erklärt die prinzipielle Funktionsweise des Reverbs. Evtl hilft Dir das weiter.
http://www.tube-town.de/ttforum/index.php/topic,21571.0.html
Deinem Video nach könnte es vieles sein. Ich hatte was ähnliches, plötztliches Gebratze bei immer der selben Stellung des Potis und dann Mördernoise, ebenfalls unabhängig ob Tank dran oder ab. Bei mir wars Tweed Disease  >:(
Ist es ein Spätsiebziger Twin? Push-Pull Master-Volume und hintern unterm Speaker-Jack 135 Watt aufgedruckt? Ist das Board innen schön wellig? Das wäre dann ein Kandidat für Tweed-Disease...
Ist aber nur eine Vermutung.

Kannst Du selbst irgendwas tun, um den Fehler einzugrenzen oder zu beheben (Amp aufschrauben ohne Dich umzubringen, am offenen Herzen messen mit Multimeter und/oder Oszi ohne Dich umzubringen, Löten ohne Dich umzubringen...) oder bist Du im Zweifelsfall auf einen Techniker angewiesen?

VG
Andreas

Den_nis:
Guten Abend ihr beiden. Freut mich sehr, dass gleich so ausführliche Antworten kommen  :topjob:

Ich gehe das alles mal Schrittweise durch:

Erstmal zu mir:

Primär spiele ich Saxophon und Piano in mehreren Bands und Ensembles. Eine Soulband, eine Funk/Fusion-Band, Saxophonquartett, ein Beatlesprojekt uvm.  :guitar:
Zuhause spiele ich aber mit sämtlichen Instrumenten herum. Und jetzt bin ich an diesen Twin Reverb gekommen, über den ich momentan mit meinem Hohner Clavinet spiele.
Ich habe ne Ausbildung als Elektroniker hinter mir und studiere momentan Elektrotechnik. Oszilloskop habe ich leider keins zuhause aber Fehlersuche funktioniert ja auch ganz gut mit dem Multimeter. Löten kann ich auch. Von eventuell geladenen Bauteilen auf dem Board weiß ich bescheid. Ich habe mich aber bisher mit Amps und Röhrentechnik weniger auseinander gesetzt. Spezialisten/Techniker habe ich bisher in allen Bereichen immer versucht zu vermeiden, da man dabei nichts lernt.

Zu dem Amp:

Durch die Seriennummern auf den Bauteilen konnte ich schließen, dass er von 1975 ist. Er hat ein Master-Pott zum rausziehen. Ich hatte das Board bis vorhin noch draußen. Aber eine auffällige Welligkeit ist mir nicht aufgefallen. Ich werde morgen nochmal nachschauen.

Das Poti habe ich schon mehrfach mit Kontaktspray gesäubert. Da kam auch ein bisschen Dreck mit raus. Hat aber am Effekt nichts verändert.

Dem "Schaltplan" in dem Video nach zu urteilen muss es sich ja dann wohl um den Return Tube handeln, da ich ja den Tank draußen habe und der Fehler nur auftritt, wenn ich das Poti aufdrehe.

Habe hier einen Schaltplan von einem älteren Twin Reverb:


http://www.thevintagesound.com/ffg/schem/twin_reverb_aa270_layout.gif

Kann man den für das Grundlegende benutzen oder hat sich da über die Jahre sehr viel verändert?

Also auf den ersten Blick auf das Board, sah alles sehr fest und unangetastet aus.

Wie prüfe ich am besten, ob eine Röhre / Sockel defekt ist?

Die Widerstand/Kondensator Kombi habe ich gefunden. Ist dort, wo die Leitungen vom Reverb Poti ans Board gehen oder?

Wie bekomme ich raus, wie hoch die Spannungsfestigkeit der Bauteile sein muss, falls ich etwas tauschen muss?

Eventuell sitzt ja auch nur die Röhre nicht richtig? Hatte die bisher noch nicht raus gemacht.

Nochmal Danke für die schnellen Antworten  :gutenacht:

Liebe Grüße,

Dennis

smid:
Hi Dennis,

erstmal einen korrekten Schaltplan für Deinen Amp:
http://ampwares.com/schematics/100W_Mast_Vol_SF_Twin_Rev.pdf

Wegen Tweed-Disease: Mit dem Multimeter bei eingeschaltetem Amp von Masse an verschiedenen Punkte auf dem Board messen, Meßspitze ruhig ein wenig andrücken. Wenn Du Spannung auf der Pappe hast, ists schlecht.
Miß mal hinter den Koppelkondensatoren. Wenn du da Gleichspannung hast, ebenfalls schlecht. 

Hm. Du drehst den Reverb Return hoch, dann krachts und es oszilliert tieffrequent. Der Return-Poti geht unten auf Masse. Meine erste Vermutung: am Poti liegt oben DC an, miß mal nach dem Koppel-C hinter der Reverb Return Röhre.

VG
Andreas

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