Technik > Tech-Talk Fender
Tweed Tremolux 5G9
tele05:
> Willst du eine 5U4 benutzen?
ja, ich hatte schon beim Vorgänger-Bastelprojekt einen Umschalter zwischen 5U4 und Dioden eingebaut.
Das werde ich drinlassen - dann kann ich ihn ja hochtrabend "Rectifier" nennen ;-).
> Dann kann dein NT auch ruhig etwas mehr als 300V AC machen um in die 370V B+ Richtung zu kommen...
Der Trafo liefert 325V und ist aus einem Deluxe Reverb.
Ich gehe davon aus, daß die Anodenspannung an den Endröhren mit dieser Kombi die Schmerzgrenze von 400V nicht überschreitet.
> Speaker ist immer eine Geschmackssache...
Sehr interessant finde ich Deinen Vorschlag G12 35XC, den hat ein Freund auch schon mal in einer geschlossenen Box ausprobiert.
Da war der ziemlich überzeugend.
Ich habe aber nur halboffene Boxen und glaube, der ist mir dann zu höhenreich. Mal sehen, vielleicht kriege ich ihn ja irgendwo günstig geschossen.
Jensen:
da hatte ich mal ausgiebig rumprobiert, aber alle wieder verkauft:
C12Q gefiel mir clean sehr gut, war aber mit nem auf Bandlautstärke aufgedrehten Amp völlig überfordert.
C12N war in der Hinsicht besser, aber habe dann meist doch eher crunchig gespielt und mochte dafür die Greenbacks besser.
Der grüne Neo war eigentlich richtig gut, ich bereue den Verkauf manchmal.
Alnico Blue:
ich habe 2 davon in meinem AC30. Da werde ich mal einen ausbauen und damit testen.
Aber eigentlich war der Plan, den WGS Blackhawk zu nehmen (auch ein Alnico).
Gruß
Oliver
tele05:
Der Amp ist fertig.
Aktueller Schaltplan und Layout im Anhang.
Wir haben ihn gestern getestet und im Vergleich zum 5E3 Deluxe und meinem 5E4A Super gehört.
Er ist tatsächlich deutlich zahmer als der Deluxe. Die Zerre kommt nicht wie beim Deluxe schon ab 3 (der dann ja nur noch fetter wird), sondern er bleibt bis 5 clean und kriegt den Schub erst ab 7. Für mich ein sehr viel besser brauchbarer Regelweg.
Die Bässe sind straffer und fransen nie so extrem aus. Ich habe den Kathodenelko an der V1 auf 10u halbiert.
Das Tremolo kommt wunderschön satt. Speed und Depth über 7 finde eher interessant als wirklich brauchbar - ist aber kein Manko. Den Tremolo On/Off Schalter habe ich an die Frontplatte verlegt (im Original wohl ein Fußschalter). Man muß auch tatsächlich aus machen, weil man das Tremolo sonst immer leicht im Hintergrund hört (auch bei Depth 0). Damit wird der Oszillator unterbrochen und es geht wirklich aus.
Das Bias ist auf ca. 30mA eingestellt, damit bringt er bei der Diodengleichrichtung 19 Watt (beginnendes Clipping), mit der 5U4GB rund 13 Watt. Die regelbare Bias Schaltung funktioniert gut. Ursprünglich hatte ich nur zwei 47u drin. Damit brummte es im Leerlauf noch etwas (fällt nur Zuhause auf), mit 100u wars völlig ruhig.
Der Blackhawk passt ziemlich gut dazu. Wir habens auch noch mit meiner 2x12 Greenback-Box getestet. Auch sehr schön. Die bringt etwas weniger Höhen und hat die Greenback-typischen Knirschmitten.
Clean bevorzuge ist den Blackhawk, für Crunchiges sind die Greenbacks besser.
Der Tone-Regler ist im Gegensatz zu bei meinem 5E3 Versuch vor ein paar Jahren durchaus auch mal auf 3 und nicht immer nur voll auf.
Zwischendurch kamen wir zu Beschreibungen wie:
"nicht prollig"
"wohlerzogen"
"schon fast Country"
"nicht so rabaukig wie der Deluxe"
Im Phasendreher steckt eine 12AY7, in der Vorstufe haben wir 12AX7 und 12AY7 ausprobiert.
Ich war sehr erstaunt, wie stark die Unterschiede sind (halt komplett ohne Gegenkopplung).
Wir hatten nur eine Tele zum Testen. Damit war mir die 12AY7 zu zahm, 12AX7 bringt mehr Drive und Sparkle.
Mit ner Les Paul ist es wahrscheinlich genau andersrum.
Im Vergleich zu meinem 5E4A Super ist er sehr ähnlich (beide Fixed Bias, 6V6, nahezu gleiche Leistung).
Aber der Super bleibt wohl mein ewiger Favorit. Der hat mit separatem Treble und Bassregler einfach etwas mehr Flexibilität und klingt irgendwie "schöner", aber rocken kann er auch.
Irgendwie kann der Super sowohl Deluxe als auch Tremolux - nur ohne Tremolo ;-)
Keine Ahnung, ob das nun aus dem Long-Tail im Vergleich zum Cathodyn kommt.
Die Aufnahmen sind wild drauflos Gedudel mit einer Tele, ohne Anspruch auf Schönheit.
Mit einem Tascam-Stereo-Recorder aus ca. 2m aufgenommen, die Amps standen auf dem Teppich.
Manchmal wird der Ton etwas dumpfer, dann sind wir gerade zwischen Speaker und Mikro gelaufen. Egal, man hört halbwegs, was der Amp kann. Ich weiß nicht mehr, wann welche Vorstufenröhre drin war.
So, jetzt brauch ich nur noch ne schöne Frontplatte.
Gruß
Oliver
tele05:
jetzt ist er fertig.
Die Frontplatte von Dirk passt und meine Fehlmessung auf der Rückseite fällt zum Glück nicht doll auf.
Fotos im Anhang.
Zur Info: Das Tremolo verträgt keine ECC81.
Die hat eine hohe Stromverstärkung und das stört permanent ins Bias und damit in die Endstufe rein.
Bei jedem Nulldurchgang minus -> plus gibt es ein garstiges "Britz". Bei hoher Frequenz oder Intensität klingt es wie ein nicht endender Furz.
Mit einer ECC83 (geringere Stromverstärkung) ist das weg und es klingt wieder gut.
Mit meiner Strat macht er mir am meisten Spaß.
Volume auf 8 und an der Gitarre zwischen Clean und Lead regeln klappt sehr gut.
Ist ein prima Amp und um einiges flexibler als der 5E3.
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