Technik > Tech-Talk Fender

Fender Princeton Reverb Reissue Tremolo Problem

<< < (11/15) > >>

doc_holiday24:
So, ich habe mich noch Mal etwas intensiver mit dem Thema "Bias mit Bordmitteln messen" beschäftigt, als Laie mit angelesenem Halbwissen sind mir 450 Volt doch eher etwas suspekt und ich möchte das anstehende Osterfest nicht unbedingt tot verbringen.

Hab mir eben ne Stunde Zeit genommen und kann folgendes berichten:

1. ich habe die Bauteile mit den originalen Werten (1M R + 10nF C) wieder in den Tremolo Schaltkreis gelötet -> keinerlei Änderung, außer das die Geschwindigkeit nicht mehr so langsam einzustellen ist wie vorher, klopft absolut identisch. Spannend fand ich aber den direkten akustischen Vergleich "vorher/nachher" mit der Gitarre am Amp, ohne die Modifikation klingt das Tremolo deutlich flacher und eindimensionaler als mit dem gemoddeten Werten. Zumindest aus klanglicher Sicht ist diese Modifikation ein echter Gewinn.

2. Ich habe auf Euer Anraten hin zwei Messdurchgänge gemacht: Amp 10 Minuten vor der Messung laufen lassen, Lautsprecher angeschlossen, Volume auf 3 - das dann einmal ohne angeschlossene Gitarre und einmal mit angeschlossener Gitarre:

- ohne Gitarre: über R20: 15.8mV / über R32: 15.8mV // Anodenspannung Röhre 1: 453 V / Röhre 2: 452 V // Bias Röhre 1: 16.3mV / Röhre 2: 16.2mV
- mit Gitarre: über R20: 15.6mV / über R32: 15.6mV // Anodenspannung Röhre 1: 454 V / Röhre 2: 454 V // Bias Röhre 1: 16.4mV / Röhre 2: 16.3mV
Als Messpunkte habe ich benutzt: Anodenspannung D2 und D3 / Bias D1 und D5

3. auf Anraten eines Forummitglieds hab ich die vier 22uF/500V Elkos vom TAD mit der Lupe in Augenschein genommen, die scheinen aber in Ordnung zu sein und ich kann nirgendwo weißlichen Austritt oder Ablagerungen entdecken, auch nicht bei 10facher Vergrößerung.

Ein Hinweis noch: ich spiele immer clean und niemals mit Verzerrung, von daher geht es mir bei allen Amps um maximal cleanen Headroom und einen aufgeräumten Klang, also den Bias eher nicht zu heiß.

Sorry falls die Frage jetzt bescheuert klingt: was ich noch nicht verstanden habe ist das man den Bias Ruhestrom offensichtlich im mV misst aber in mA angibt ? Wie hängt das zusammen ?

Helmholtz:
Der Strom wird indirekt als Spannungsabfall über einem internen 1R Widerstand gemessen.
Nach G.S. Ohm entspricht dann 1mV einem Strom von 1mA.
Man darf also keinesfalls im mA-Messbereich messen, sonst erhält man falsche Resultate.

doc_holiday24:
Danke Dir ... wieder was gelernt  :topjob:


--- Zitat von: Helmholtz am 16.03.2025 17:37 ---Der Strom wird indirekt als Spannungsabfall über einem internen 1R Widerstand gemessen.
Nach G.S. Ohm entspricht dann 1mV einem Strom von 1mA.
Man darf also keinesfalls im mA-Messbereich messen, sonst erhält man falsche Resultate.

--- Ende Zitat ---

Helmholtz:
Übrigens, wenn der Amp auf 240V Netzspannung umgeschaltet werden kann, solltest Du das tun.
Damit sollte die Anodenspannung mindestens 30V niedriger sein.

Volka:
Hallo doc,

das mit der Netzspannung von 230V auf 240V ist eine generell eine gut Idee : eine niedrigere B+ brächte den Amp etwas weiter weg von "livin' on the edge" und man ist trotzdem im grünen Bereich für die Heizspannung (in den allermeisten Fällen) - falls diese Umschaltung/Umverdrahtung eben möglich ist.

Schade, dass der Rückbau der Trem-Einheit nichts beim Klopfen gebracht hat... hab mal bei meinem Prince nachgeschaut: der hat auch die beiden 0.01µ und an Stelle des 0.02µ sogar einen 0.047µ  :o und das ohne zu Pochern. Bei mir gibt's allerdings nur so um die 370V an der Anode.

Was tun...so "auf die Husche"? Mit der zuständigen 12AX7 hattest du schon Wechsel durch?
Ich bin - vielleicht zu Unrecht - immer noch auf der "ganz-schön-hohe-Spannungen-Fährte"  ;D

Ich würde, wenn's meiner wäre, probieren ob man dem (ersten) Lade-Elko eine zweite 22µ/500V parallel schaltet (die GZ34 kann das ab)... oder dem zweiten Elko : der versorgt (Z im Plan) die Trem-Röhre. Zumindest könnte man da versuchen eine Übertragung von Restwelligkeit (Brumm der zu Klopfen wird) auszumachen.

Gruß,
Volka

Nur für den Fall dass der (gute) Vorschlag von Helmholtz verwirrend klingt: es gibt Netztrafos die primär auf die verschiedenen Netzspannungen von zB USA, UK, Deutschland etc vorbereitet sind. Diese Trafos liefern (zB via Schalter oder Umsteckmöglichkeit) immer die vom Hersteller gewünschte Sekundärspannung.
Wenn wir nun unsere 230V in die primäre 240V-Wicklung schicken macht der Trafo (weil er es ja nicht besser weiß, der Ärmste  ;D ) auf seiner Sekundärseite weniger - als bei 240V in die 240V-Wicklung. Daraus resultiert, dass ALLE Spannungen auf der Sek-Seite niedriger werden: Aufpassen muss man da bei der (sich ebenfalls auf der Sek-Seite befindenden) Heizspannung : aber wenn die dann statt zB 6.3V AC nur noch 6 V hat ist das mMn. kein Problem.
Die Hochvoltspannung (B+) sinkt in entsprechender Relation (wie von Helmholtz geschrieben).

Navigation

[0] Themen-Index

[#] Nächste Seite

[*] Vorherige Sete

Zur normalen Ansicht wechseln