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Standby Switch - DC Rating - Verbesserungen möglich?

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Offline QOTSA_Lover

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Ich habe eine kurze Frage an Euch. Bin auf eure Meinungen gespannt:

Wir haben hier einen Amp mit einem einfachen einpoligen Standby Schalter. Carling Serie 110. Rating liegt bei 250VDC 3A lt. Datenblatt.
Geschalten wird 430VDC B+.

Also die häufig diskutierte Standby Problematik.

Beim Austausch mit den Kollegen haben wir uns gefragt, ob es nicht helfen würde, einen zweipoligen Schalter zu verwenden und ihn Seriell zu verdrahten.
Also Kontakte:

1     2
3     4

1 = DC In
2 zu 3 Brücke
4 = DC Out

Dann noch über Kontakte 1 und 4 (also über die komplette Schaltstrecke) einen 10nf 1kV Kondensator.

Würde das den Schalter nicht deutlich sicherer machen?


Danke und herzliche Grüße
Thomas

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Offline QOTSA_Lover

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Re: Standby Switch - DC Rating - Verbesserungen möglich?
« Antwort #1 am: 6.03.2026 11:48 »
Ich habe eine kurze Frage an Euch. Bin auf eure Meinungen gespannt:

Wir haben hier einen Amp mit einem einfachen einpoligen Standby Schalter. Carling Serie 110. Rating liegt bei 250VDC 3A lt. Datenblatt.
Geschalten wird 430VDC B+.

Also die häufig diskutierte Standby Problematik.

Beim Austausch mit den Kollegen haben wir uns gefragt, ob es nicht helfen würde, einen zweipoligen Schalter zu verwenden und ihn Seriell zu verdrahten.
Also Kontakte:

1     2
3     4

1 = DC In
2 zu 3 Brücke
4 = DC Out

Dann noch über Kontakte 1 und 4 (also über die komplette Schaltstrecke) einen 100nf 1kV Kondensator.

Würde das den Schalter nicht deutlich sicherer machen?


Danke und herzliche Grüße
Thomas

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Online Rene2097

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Re: Standby Switch - DC Rating - Verbesserungen möglich?
« Antwort #2 am: 6.03.2026 13:02 »
Hallo Thomas,

Ja, die alte Standby-Diskusion... Die Vor- und Nachteile sind an anderer Stelle schon zu Genüge behandelt worden.

Aber zu deinem Schalter: Zwei Schalter in Reihe bzw. ein Doppelschalter sehe ich nicht als Vorteil da du die Schaltvorgänge realistisch sicherlich nicht synchronisiert bekommst. Irgendein Kontakt wird als erster bzw. letzter schalten und dann ist der Effekt verpufft. Vorteil wäre allerdings, dass du die Funkenstrecke des Schalters verdoppelst. Das ist allerdings selten ein Problem.

Das größere Problem beim Standbyschalter ist, dass die Kotakte durch die Gleichspannung stärker beansprucht werden. Der Carling verträgt offiziell nur 30 V Gleichspannung und der Hersteller wird sich auch nicht dazu hinreißen lassen, diese Zahlen aufzuweichen. Da hilft erstmal nur die Erfahrung der letzten Jahrzehnte die zeigt, dass Standbyschalter lange und zuverlässig funktionieren können. Liegt vermutlich an dem relativ geringen Strom.

Dirk hat bei manchen Bausätzen einen Widerstand (~47k glaube ich) über die Schalter gelegt. Dadurch bekommst du unter anderem den Potenzialunterschied vor und nach dem Schlater in den Griff.

Grüße, René

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Offline QOTSA_Lover

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Re: Standby Switch - DC Rating - Verbesserungen möglich?
« Antwort #3 am: 6.03.2026 14:53 »
Hallo und danke für deine Rückmeldung.

Ja das war genau der Gedanke. Dass die Funkenstrecke verlängert wird. Auch nicht ideal und 100% aber zumindest eine kleine Verbesserung.
Dazu dann eben 47k Widerstand und 100nf 1KW über die komplette Kontaktstrecke (also im konkreten Fall von Pin1 auf Pin4) und dann müsste es doch zumindest schonmal besser sein, wie einfach einen einpoligen Schalter ohne irgendwas reinzusetzen.

Die 110er Serie von Carling verträgt allerdings tatsächlich 250VDC bei 3A. Das ist aber auch die einzige Serie von Carling die so gerated ist.


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Offline cfortner

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Re: Standby Switch - DC Rating - Verbesserungen möglich?
« Antwort #4 am: 7.03.2026 23:34 »
Wenn es ohne grossen Aufwand möglich ist, schalte ich die AC-Seite und nicht DC (z. B. In meinem selbstgebauten 500W Hiwatt Clone mit sechs KT120). Bei 50Hz ist die Wahrscheinlichkeit, im Maximum der Sinuskurve zu schalten sehr gering, damit sind Strombelastung und Funkenwahrscheinlichkeit deutlich geringer.

Dann noch 47k 3W über die Schaltpole (so macht es Blencowe) und Funkenflug tritt wohl nicht mehr auf.

Damit schalte ich AC 2x 290V (Wicklung des RK liefert je 1,5A) ohne Probleme, dazu eine Einschaltverzögerung im 230V-Kreis.
« Letzte Änderung: 7.03.2026 23:39 von cfortner »

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Offline QOTSA_Lover

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Re: Standby Switch - DC Rating - Verbesserungen möglich?
« Antwort #5 am: 9.03.2026 18:12 »
Danke für die Rückmeldung.
Da es sich um einen JTM45 handelt, wollte ich eigenltich erst nach dem ersten Ladeelko schalten.
Dann lädt mit dem einschalten und dem langsamen aufheizen der Röhre, der Ladeelko sanft an und der 47k/3W über dem Schalter gibt die spannung sanft weiter. Ist zwar dann kein kompletter Mute, aber ein guter Kompromiss. Switch sieht halt dann 400-420VDC und daher auch die Überlegung, das ganze etwas zu entschärfen.

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Offline cfortner

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Re: Standby Switch - DC Rating - Verbesserungen möglich?
« Antwort #6 am: 11.03.2026 16:54 »
Die Röhrenheizung ist ja immer an und wird nicht durch den Stand By geschaltet.

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Offline QOTSA_Lover

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Re: Standby Switch - DC Rating - Verbesserungen möglich?
« Antwort #7 am: 12.03.2026 11:25 »
Nein, das ist schon klar.
Aber durch das langsame aufheizen der Röhre, wird auch der erste Ladeelko langsam angeladen. Marshall hatte ja den Standby traditionell zwischen GR-Röhre und dem ersten Ladeelko.
Durch die Standby Zeit ist die Röhre bereits in Betriebstemperatur bevor der Standby umgelegt wird. Dann legt man Standby um und der erste Ladeelko wird schlagartig aufgeladen.
Daher auch den Standby nach dem ersten Ladeelko (halt dann leider DC) und mit einem 47k 2Watt überbrückt, damit immer etwas Strom fließen kann.

Das funktioniert in der Praxis auch super gut! Habe ganz selten Ausfälle in der GR-Röhre. Nur die DC am Standby sorgen immer wieder für Bauchschmerzen. Ist zwar auch gängige Praxis (Fender, Marshall und Co seit zig Jahren) aber ich wollte das halt einfach noch etwas verbessern bzw. den Schalter entlasten.

Daher die Frage mit der zweipoligen Variante in Serie und einem zusätzlichen 100nf 1kV über der Schaltstrecke.


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Offline stephan61

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Re: Standby Switch - DC Rating - Verbesserungen möglich?
« Antwort #8 am: 12.03.2026 14:12 »
Hallo,
mal die provokante Frage eingeworfen:
Was bringt ein standby Schalter überhaupt bei einem Amp mit GR Röhre?
Dass die Schalter unter diesen Einsatzbedingungen nicht die stabilsten sind zeigt ja auch die obige Diskussion.
Ich verbaue mittlerweile gar keine Standby Schalter mehr. Auch nicht bei Amps mit Diodengleichrichtung. Die Röhren leben immer noch...

Grüße Stephan
« Letzte Änderung: 12.03.2026 14:16 von stephan61 »
"It must schwing!"

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Offline carlitz

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Re: Standby Switch - DC Rating - Verbesserungen möglich?
« Antwort #9 am: 12.03.2026 14:33 »
In Amps mit Gleichrichterröhre sehe ich auch keinen Bedarf für einen StandBy Schalter.

Ursprünglich wohl als einfacher "Mute" Schalter entwickelt, um in einer Spielpause den Amp ruhig zu bekommen.

Da gibt es allerdings viele andere Möglichkeiten.
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Offline QOTSA_Lover

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Re: Standby Switch - DC Rating - Verbesserungen möglich?
« Antwort #10 am: 12.03.2026 14:38 »
Ja, ich benutze ihn tatsächlich selbst auch nie.

Das Problem ist, dass früher alles besser (=richtig) war. Gerade Gitarristen sind da ja kein so ganz einfaches Volk.
Ich baue meine Amps zwar für den Eigenbedarf, aber wenn es doch mal wieder zu viele werden, kann es sein, dass einer verkauft wird.
Das ist mit fehlendem Standby deutlich schwerer. War früher ja auch verbaut.

Dazu kommt, dass meistens die Bohrungen in den gängigen Chassis / Faceplates vorhanden sind. Man könnte den Schalter einsetzen und einfach nicht verkabeln oder das Loch zu machen, aber das sieht halt auch irgendwie doof aus.

Zuletzt ist ein Standby hin und wieder mal ganz praktisch (auch wenn's natürlich ohne geht).

Daher verbaue ich sie meist schon.


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Offline QOTSA_Lover

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Re: Standby Switch - DC Rating - Verbesserungen möglich?
« Antwort #11 am: 12.03.2026 14:43 »
Die Frage warum man ihn nicht weglässt, ist ja gar nicht so provokant, sondern absolut berechtigt.
Mir ist ja auch bewusst, dass die Schalter außerhalb der Spezifikationen betrieben werden.
Andererseits ist das gängige Praxis in zig Amps seit den 60ern und funktioniert.

Damit es technisch sauberere Lösungen gibt, ist mir bewusst.
Dennoch war meine Frage, ob man mit einer Verschaltung eines zweipoligen Schalters in Serie und optionalem Widerstand und/oder Kondensator über der Schaltstrecke das ganze nicht noch etwas abmildern kann.

Außerdem habe ich oft alte originale hier, die etwas Liebe brauchen. Da braucht's ja auch ne vernünftige Lösung ohne den Originalzustand zu sehr zu verändern.



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Offline carlitz

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Re: Standby Switch - DC Rating - Verbesserungen möglich?
« Antwort #12 am: 13.03.2026 08:57 »
Du könntest den Schalter in die Kathodenleitung der Endstufenröhren bringen. Dann kannst Du auch ein Mute erreichen, da die Endröhren dann von Masse abgekoppelt werden und kein Ton mehr rauskommt.

Die Spannungen an der Kathode sind niedrig und die Ströme auch überschaubar.

Macht Engl auch so.

Nachteil ist, dass trotz abgetrennter Kathode, die Anoden der Röhren und die Schaltungen generell immer noch mit Spannung versorgt werden.
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