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100W 4x 6L6GC Projekt - diverse Fragen

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Offline cash667

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100W 4x 6L6GC Projekt - diverse Fragen
« am: 7.04.2026 21:30 »
Ich arbeite gerade an einem 100W Amp mit 4x 6L6GC und 2 getrennten Vorstufen (1x Lead Channel alá modded JCM800 und 1x clean Channel mit 2 Gainstages inkl. Kathodenfolgern und Bench Tonestack etc..), Details dazu im Laufe des Threads gern mehr.

Der Amp ist auch soweit aufgebaut und läuft, ich habe aber noch ein Paar Themen bei der Spannungsversorgung und Heizung, hauptsächlich weil es noch zu viel brummt. Anbei der Schaltplan der PSU. Ggf. ersetze ich den ersten Filterwiderstand noch mit einer Drossel..
Grundsätzlich ist das ein Fender Twin Reissue PT mit 350V , 50V und 6,3V Wicklung, alle ohne CT.
Heizung mache ich komplett mit AC und Symmetrierung der 6,3V Wicklung über 500R Poti, aktuell noch auf Ground referenziert. Zusätzlich habe ich noch einen Spannungsverdoppler (Delon Schaltung) an der 6,3V Wicklung der über einen 12V LDO Regler nur Relais versorgt. Die 12V DC sind erstmal soweit Potentialfrei, auch die Klinkenbuchse für den Fußschalter ist isoliert.
Jetzt würde ich gern die Heizung auf ca 50V hochlegen in dem ich, wie bekannt, den Tap vom 500R Poti auf entsprechendes DC Potential (über Spannungsteiler aus der HV) lege.
Was ich mir gerade nicht ganz vorstellen kann ist, was die Delon Schaltung dazu sagt? Kann man das dann überhaupt machen?

LG
Chris

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Offline cash667

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Re: 100W 4x 6L6GC Projekt - diverse Fragen
« Antwort #1 am: 12.04.2026 20:54 »
Keiner ne Meinung dazu?

Ich habs mal in LTSpice versucht zu simulieren (siehe Bild). Die Heater Elevation habe ich mit einer 2. Spannungsquelle mit 60V DC simuliert.

V001 und V002 ist jeweils an den "Außenseiten" von R1 und R2 gegen Masse (Gesamt GND) gemessen, also am Ende die Wechselspannung der Heizung / 2
V(002-006) ist vorm LDO gegen dessen GND gemessen, V(003-006) ist am Ausgang des LDO gegen dessen GND gemessen. Da der LDO keine Verbindung zur eigentlichen Masse hat ist dieser Teil "schwebend". Damit sollte es funktionieren. Meine Bedenken bei der ganzen Sache gehen in Richtung Spannungsfestigkeit der Elkos und des LDOs (in dem Falle für beides ca 35V). Die 60V DC Elevation liegt aber auf Masse und hat damit (theoretisch) keine Relevanz bei den Elkos. Man muss also sicher stellen, dass die 12V DC nie einen Bezug zur Masse bekommen.
Würdet ihr das auch so sehen?

Die Buchse für den Fußschalter ist komplett isoliert. Die Relaisspulen sind auch potentialfrei verkabelt.
Könnte natürlich durch einen komischen Umstand/Fehler sein, dass ein Fußschalter mit Metallgehäuse intern den Ring der Klinke mit dem Gehäuse verbunden hat und irgendwie an ein geerdetes Teil kommt, dann hätte man einen Massebezug der 12V DC Schaltung... das ist aber äußerst unwahrscheinlich..

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Offline _peter

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Re: 100W 4x 6L6GC Projekt - diverse Fragen
« Antwort #2 am: 13.04.2026 11:09 »
Hallo Chris,

ich teile deinen Gedankengang.
1.) Die 12V dürfen keinen Massebezug sehen, damit das ganze funktioniert.
2.) Das muss somit leider für die Praxis sichergestellt werden und hier liegt das Problem - sobald die Spannung den Amp verlässt, ist fast vorprogrammiert, dass irgend ein Anwender das irgendwann schafft.

Für irgendeine Spannung, die nur im Amp verwendet wird, würde ich es wie du machen, wenn es keine einfache Lösung für eine zusätzliche Spannungsversorgung gibt. Aber da die Spannung für den Fußschalter den Amp verlassen muss, würde ich mir etwas anderes überlegen.

Gruß, Peter
vintagevalveamps
Der Imperativ von "messen" lautet: miss!

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Offline cash667

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Re: 100W 4x 6L6GC Projekt - diverse Fragen
« Antwort #3 am: 13.04.2026 13:32 »
Hi Peter,
Vielen Dank für deine Antwort!
Da ich den Amp hauptsächlich für mich baue und der wohl den Großteil seines Lebens in meinem Wohnzimmer verbringen wird, halte ich die Gefahr der Fehlanwendung für gering. Bevor die Frage kommt warum ich das Ding überhaupt baue - ich hatte noch ein paar Teile (z.B. OT und Preamp Platinen) da und wollte ein paar Sachen ausprobieren. Bei mir ist eher das Basteln das Ziel ;)
Aber vielleicht spiele ich ihn dann doch regelmäßig als Bassamp, wenn mein 50W Amp doch zu „klein“ wird, mal schauen.

Zurück zum Thema: Ich bin eigentlich auch Freund von „Idiotensicheren“ Designs.
Die Frage ist also nicht ob der Fehlerfall eintritt sondern was dann passiert.
Hier überlege ich ob man was mit einer Z-Diode machen könnte die eine Selbstrückstellende Sicherung auslöst. Z.b. ne 20V Z-Diode die groß genug dimensioniert ist, damit die nicht abraucht und die Sicherung dann greift.
Hierbei ist für mich hauptsächlich die Zeitliche Komponente interessant, da es im Fehlerfall eine Auslösezeit gibt. Die elkos werden das wahrscheinlich noch am ehesten mitmachen, beim LDO muss ich nochmal im Datenblatt schauen ob der kurzfristige Spannungsspitzen aushält.

Ich hätte einfach Relais mit 6V Spulen kaufen sollen…aber ich hatte eben noch die 12V Versionen da und wollte sie verwenden. Mein PT hat leider nur die 3 Sekundär Wicklungen 350V, 50V und 6.3V.
Natürlich hätte ich mir die 12V für die Relais auch aus der HT holen können, aber das finde ich irgendwie ungünstig und unter Last ist mir der Spannungsfall dann zu groß. (im Clip geht der Amp von ca 420V HT auf 395V runter)

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Offline roehrich

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Re: 100W 4x 6L6GC Projekt - diverse Fragen
« Antwort #4 am: 14.04.2026 00:37 »
N'Abend,

hast Du schon mal an Greinacher statt Delon gedacht? https://de.wikipedia.org/wiki/Spannungsverdoppler ... damit ist der Massebezug klar.

Oder Du packst einfach noch einen kleinen Steuertrafo irgendwo ins Chassis mit rein. Wenn es keine Serie werden soll und bei dem einen Einzelstück bleibt, spielen die paar Euro ja auch keine Rolle mehr.

Ciao Sebastian

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Offline roehrich

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Re: 100W 4x 6L6GC Projekt - diverse Fragen
« Antwort #5 am: 14.04.2026 00:49 »
hast Du schon mal an Greinacher statt Delon gedacht?

Moment ... ich muss mich hier selber korrigieren. Der Greinacher löst natürlich Dein Problem nicht. Somit halte ich den kleinen Zusatztrafo für die beste Lösung. Mir wäre auch nicht wohl dabei, eine Versorgung, die irgendwie mit einem Spannungsteiler an HV hängt, nach aussen zu führen ... lass den unteren Widerstand des besagten Spannungsteilers brechen/offen werden und jemand einen Klinkenstecker mit Metallgehäuse einstecken. Da ist dann das Gehäuse des Fussschalters auch egal.

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Offline cash667

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Re: 100W 4x 6L6GC Projekt - diverse Fragen
« Antwort #6 am: 14.04.2026 09:33 »
Hi Sebastian,
Ja die verdoppler Schaltung ansich ist gar nicht das Problem, sondern die Heater elevation der 6,3V Wicklung die für beides genutzt wird.

Na klar wäre ein kleiner Zusatztrafo das einfachste, aber ich hab meine Netzteilplatine soweit fertig und möchte nicht ganz von vorn anfangen.

Ich hab das ganze mal mit ner TVS Diode 1.5KE22A und ner Polyfuse 400mA vor dem LDO aufgebaut. Die TVS ist so schnell das selbst die recht „große“ Sicherung sofort auslöst wenn man den 12V DC Ground mit Masse verbindet. Der Heater ist jetzt auf 55V DC angehoben.
 Aber ich geb euch recht, so richtig bullet proof ist das nicht. Die heater elevation hat auch ehrlicherweise nichts gebracht was die Geräuschkulisse angeht, bringt natürlich die kathodenfolger in den Rahmen ihrer Ufk Grenzwerte. Ich überlege nochmal wie ich das Thema Fußschalter ggf. anders löse.

Danke euch!

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Offline Röhre69

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Re: 100W 4x 6L6GC Projekt - diverse Fragen
« Antwort #7 am: 14.04.2026 11:40 »
Fußschalter selber aus isolierendem Kunststoff bauen?
Optokoppler?

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Offline roehrich

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Re: 100W 4x 6L6GC Projekt - diverse Fragen
« Antwort #8 am: 14.04.2026 12:26 »
Fußschalter selber aus isolierendem Kunststoff bauen?

Wenn da nicht dieser doofe Klinkenstecker wäre, der dazu einlädt, irgendwas einzustecken.  ;D ... Vielleicht sehe ich das aber als Entwickler in der Medizintechnik auch zu kritisch ... aber da sollte es immer eine proprietäre Steckverbindung sein, wenn das eingesteckte Teil irgendeine sicherheitsrelevante Eigenschaft hat. Und das leistet die Klinke sicher nicht.
« Letzte Änderung: 14.04.2026 14:29 von roehrich »

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Offline cash667

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Re: 100W 4x 6L6GC Projekt - diverse Fragen
« Antwort #9 am: 14.04.2026 12:28 »
Der günstige Fußschalter vom großen T hat direkt ein Kabel dran und das Gehäuse ist potentialfrei. Da muss schon was kaputt gehen. Den verwende ich auch in einem anderen Amp.

Über Optokoppler hab ich auch schon nachgedacht, aber auch der „Steuerkreis“ der Leuchtdiode braucht eine Spannung die irgendwoher kommen muss. Und da sind wir am Ende wieder bei den gleichen Themen, diese Spannung wird irgendein Potential haben und aus 350V, 50V oder den angehobenen 6,3V generiert werden müssen.

Es geht hier auch gar nicht mehr drum das es grundsätzlich funktioniert, sondern die Fuschalter Verbindung absolut Failproof wird… :D

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Offline roehrich

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Re: 100W 4x 6L6GC Projekt - diverse Fragen
« Antwort #10 am: 14.04.2026 12:56 »
Es geht hier auch gar nicht mehr drum das es grundsätzlich funktioniert, sondern die Fuschalter Verbindung absolut Failproof wird.

Ich gebe zu, dass ich beruflich vorbelastet bin. Aber mein Anspruch ist, dass alles, was nicht nur ein Mock-Up auf dem Basteltisch ist, sondern irgendwie wie ein fertiges Produkt aussieht und auch so verwendet wird (auch von anderen), den einschlägigen Vorschriften entspricht.

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Offline Röhre69

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Re: 100W 4x 6L6GC Projekt - diverse Fragen
« Antwort #11 am: 14.04.2026 13:14 »
Zitat
auch der „Steuerkreis“ der Leuchtdiode braucht eine Spannung die irgendwoher kommen muss. Und da sind wir am Ende wieder bei den gleichen Themen, diese Spannung wird irgendein Potential haben und aus 350V, 50V oder den angehobenen 6,3V generiert werden müssen.

Klar, Steuerkreis muss aus einer anderen, ungefährlichen Spannungsquelle versorgt werden, sonst macht der Optokoppler keinen Sinn. Habe da an Batterie/Akku gedacht. Sollte auch einige Zeit halten, da die LED wohl nicht all zu viel Strom "verbraucht".

Oder irgendwas mit Glasfaserkabel?

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Offline cash667

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Re: 100W 4x 6L6GC Projekt - diverse Fragen
« Antwort #12 am: 14.04.2026 13:25 »
Ich gebe zu, dass ich beruflich vorbelastet bin. Aber mein Anspruch ist, dass alles, was nicht nur ein Mock-Up auf dem Basteltisch ist, sondern irgendwie wie ein fertiges Produkt aussieht und auch so verwendet wird (auch von anderen), den einschlägigen Vorschriften entspricht.
Bin ich absolut bei dir. Allein schon aus Interesse an der Lösungsfindung. Ich sagte ja, basteln steht bei mir im Vordergrund.
Ich glaub die Variante mit der TVS ist schon gar nicht schlecht.


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Offline cash667

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Re: 100W 4x 6L6GC Projekt - diverse Fragen
« Antwort #13 am: 14.04.2026 13:27 »
Klar, Steuerkreis muss aus einer anderen, ungefährlichen Spannungsquelle versorgt werden, sonst macht der Optokoppler keinen Sinn. Habe da an Batterie/Akku gedacht. Sollte auch einige Zeit halten, da die LED wohl nicht all zu viel Strom "verbraucht".

Oder irgendwas mit Glasfaserkabel?

Hier bin ich mit gerade nicht sicher ob das Ironie ist? :D wenn ja, siehe Beiträge vorher. Ist eher das Interesse an der Lösungsfindung als das pragmatische aufbauen eines Amps.

Wenn nein: Also sowohl Akku als auch Glasfaserkabel… näää

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Offline carlitz

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Re: 100W 4x 6L6GC Projekt - diverse Fragen
« Antwort #14 am: 14.04.2026 16:28 »
Hallo und jetzt mal meine 5cent:

Warum baust Du nicht einen kleinen, fertig aufgebauten LED Trafo ein (12V Schaltnetzteil) in deinen Amp ein?

Dann kannst Du alle Vorstufenröhren auf 12V Gleichspannung laufen lassen, was auch das Brummen reduziert.

Zusätzlich kannst Du deine Schaltmatrix oder evtl. Relais mitversorgen.
If you don't know how to fix it, stop breaking it!