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Ampeg V4BH Spannungsreduktion am Schirmgitter

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Offline Koenigpop

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Hallo,

ich habe im Keller gerade den Ampeg V4BH, das ist der schwarze aus den 90ern, mit platten Röhren. Auf Empfehlung von Dirk (danke dafür) habe ich jetzt Sovtek 6L6 WXT eingebaut und mit denen läuft er gut soweit, aber die Spannungen sind mir immer noch alle zu hoch.

Insbesondere die Schirmgitterspannung liegt mit etwa 514 V im Leerlauf doch weit über dem Maximalwert von 450 V. Neben der Vergrößerung der SG-Vorwiderstände auf 1,5K (von 470 Ohm) zwecks allgemeiner Röhrenschonung will ich jetzt die SG-Spannung mit Zenerdioden in die richtige Richtung drücken.
Also habe ich eine Reihenschaltung von 56V Zenerdioden mit 5 Watt Belastbarkeit im Sinn. Die Dioden müssen ja "nur" die Zenerspannung also 56 Volt, multipliziert mit wieviel Milliampere da auch immer reingehen, ertragen.
Das allmächtige Google gibt mir Werte von 7,5 mA als maximaler Wert für das Sg von 6L6 an. Das Datenblatt sagt nur 5 Watt maximale Verlustleistung fürs Schirmgitter, was ich merkwürdig finde, denn das wäre bei voller Maximalspannung 11 mA, woher also der Unterschied?

Nichts desto trotz, auch bei 11 mA sind die 5 Watt reichlichst dimensioniert, ich erwarte also keinen großen Hitzewallungen.

Meine Fragen wären jetzt, ob
a) meine obigen Annahmen derbe Denkfehler enthalten und
b) ob man die Zener besser vor oder nach den Widerstand einbaut? Also SGR, dann Zener, dann Röhre, oder Zener, dann SGR dann Röhre?

Grüße und schonmal meinen Dank an alle, die sich um Antworten bemühen.






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Offline cash667

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Re: Ampeg V4BH Spannungsreduktion am Schirmgitter
« Antwort #1 am: 19.04.2026 15:00 »
Ich bin kein Profi und das mit den Zenerdioden geht sicher, aber rein aus Interesse:
Warum nicht die Widerstände in der Siebkette anpassen?
Besorg dir mal das kleine Programm Duncan PSU Designer. Dann kannst du deine jetzige Siebkette darin mal nachbauen und die Widerstände anpassen.
In dem Falle der 100R (R31) vergrößern und ggf den 8,5k (R34) verkleinern um die Spannungen in der Vorstufe nicht zu ändern...

Wenn da 514V im Leerlauf anliegen passt aber irgendwie laut Ampeg Schaltplan auch irgendwas nicht..

LG
Chris

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Offline Koenigpop

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Re: Ampeg V4BH Spannungsreduktion am Schirmgitter
« Antwort #2 am: 19.04.2026 17:49 »
Also mehr als 50 V über Widerstände zu verbrennen, das geht mir zu weit.

Dass das zu dem Schaltplan nicht passt, der so 460 V B+ angibt, habe ich auch bemerkt. Es handelt sich bei dem Amp um Rev. 1, bei den Plänen um Rev. 4, es ist also nicht auszuschließen, dass die das Netzteil bzw. den Netztrafo im Laufe der Serie angepasst haben, um die Spannungen runterzukriegen, auch wenn es mich eher wundern würde.
Auf mich wirkt das irgendwie ein bisschen so, als wäre der Trafo eher für 220 V ausgelegt, als für 240, weil auch die Heizspanung zu hoch ist.
Nach dem Plan der Rev. 4 kann man den Trafo auf 230 oder 240 V betreiben, aber der Amp ist für 240 V belegt, der Trafo hat glaube ich auch gar keinen Blau/Weißen Tap für 230 V. Also hilft das auch nicht weiter.

Grüße!

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Offline Helmholtz

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Re: Ampeg V4BH Spannungsreduktion am Schirmgitter
« Antwort #3 am: 19.04.2026 17:51 »
Zitat
Das allmächtige Google gibt mir Werte von 7,5 mA als maximaler Wert für das Sg von 6L6 an. Das Datenblatt sagt nur 5 Watt maximale Verlustleistung fürs Schirmgitter, was ich merkwürdig finde, denn das wäre bei voller Maximalspannung 11 mA, woher also der Unterschied?

Der Schirmgitterstrom steigt deutlich mit der Aussteuerung.
Im 6L6GC Datenblatt gibt es ein Dimensionierungsbeispiel für einen 55W Amp.
Der G2- Strom steigt von 2,8mA im Ruhebetrieb auf 11mA bei max. unverzerrter Leistung.
Mit Clipping wird er weiter ansteigen.
Am besten den Spannungsabfall am Schirmgitterwiderstand messen.
Der wesentliche Vorteil der seriellen Zenerdioden ist, dass der Spannungsabfall unabhängig von der Aussteuerung ist. 

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Offline Koenigpop

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Re: Ampeg V4BH Spannungsreduktion am Schirmgitter
« Antwort #4 am: 19.04.2026 19:00 »
Das war ein guter Hinweis, ich habe bei RCA-Blättern jetzt schon 22 mA Max bei 450/400 V. gefunden, das wird sicher noch ein bisserl höher gehen, wenn da noch 50 Volt mehr werkeln, daher die Zener Idee um das jedenfalls auf die 450 zu bringen.

Da werden sich dann wohl hoffentlich die höheren Vor-Widerstände röhrenschonend bezahlt machen.

Auch wenn man aber davon ausgeht, dass da 50 mA fließen, wären das immer noch "nur" 2,8 Watt, die die 5 Watt Zener ableiten muss. 

Witzigerweise steht in den RCA Datenblatt auch folgendes zu der Maximalspannung am Schirmgitter:
"In push-pull circuits where grid No. 2 is conncted to a tap of the plate winding of the output transformer it is permissible for this voltage to be as high as 500 Volts." Hilft mir aber auch nicht, weil das wohl die Ultralienaranzapfungen meinen dürfte. Die haben wir nicht.

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Offline Helmholtz

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Re: Ampeg V4BH Spannungsreduktion am Schirmgitter
« Antwort #5 am: 19.04.2026 19:41 »
Das war ein guter Hinweis, ich habe bei RCA-Blättern jetzt schon 22 mA Max bei 450/400 V. gefunden, das wird sicher noch ein bisserl höher gehen, wenn da noch 50 Volt mehr werkeln, daher die Zener Idee um das jedenfalls auf die 450 zu bringen.

Genau, 22mA für beide Röhren ohne Clipping.

Die zulässige Ug2 ist im UL-Betrieb meist höher.

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Offline Koenigpop

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Re: Ampeg V4BH Spannungsreduktion am Schirmgitter
« Antwort #6 am: 24.04.2026 11:18 »
So, kurze Rückmeldung, der Amp läuft jetzt stabil mit den Zenerdioden (1N5370B, gibbet hier bei Dirk) und das ergibt an den Schirmgittern 455 Volt (bei  515 Volt B+). Ich habe es jetzt erstmal bei den 470 Ohm SG belassen, wiel ich nur ziemlich riesige 1K hier hatte.

Das sieht doch schon gut aus. Besser 5 Volt drüber als fast 70.... Ich denke mal, die 6l6 werden es danken.

Die Dioden-Widerstand Anordnung habe ich jetzt über dem Board geflogen, das sieht so mittel aus, zumal die Dioden ja auch einiges an Länge der Beine brauchen als Kühlkörper, wirkt auf mich aber stabil und ist sicher gut für die Hitzeabfuhr. Ich erwäge noch, passende Standoffs zu besorgen, um die Lötpads zu entlasten bzw. nicht zu belasten. Was auf das Board zu kleben gefällt mir aber auch nur so halb. Vielleicht kommt mir oder euch noch eine Erleuchtung, wie man das schön (und) stabil machen kann...

Der Bias Bereich hat sich durch die Aktion nach unten verschoben (von 30 mA vorher zu dann eher so 16), was mir aber entgegenkam weil ich vorher mit 30 mA am unteren Anschlag war, und zwar nachdem ich R 41 bereits auf 20 K hochgesetzt hatte. Da kann ich mir also sparen, nochmal das ganze Board zu ziehen und R 41 weiter zu vergrößern.

Jetzt kann ich lässig auf 30 mA einstellen und habe noch reichlich Regelweg nach unten und oben.

Soundunterschiede kann ich jetzt keine feststellen, aber ich habe auch keine echte Erfahrung und nur vorher und nachher ein bisschen Gitarre drüber gespielt. Sollte der der Eigner das anders wahrnehmen, werde ich nochmal berichten.

Die Heizspannung ist mir immer noch zu hoch mit fast 7 Volt, aber das ist eine anderes Thema.