Moin zusammen,
ich bräuchte mal eure Hilfe bzw. ein zweites Hirn, weil mich der Amp gerade ziemlich beschäftigt. Bei Mesa/Boogie stolpert man je nach Revision ja durchaus über Eigenheiten, die man bei anderen Amps so nicht unbedingt erwarten würde – und gerade stehe ich etwas auf dem Schlauch.
Es geht um einen Single Rectifer 50 - Series 2, der ursprünglich gar nicht zum Service bei mir war. Es stand nur im Raum, ob ich ihn kaufen soll. Was mir beim Testen aber sofort aufgefallen ist: Der Amp war im Bassbereich sehr flubby, also ziemlich „flat tire“ so, wie man es wohl auch von einigen Dual- und Triple-Rectifiern kennt.
Inzwischen steht er hier auf der Werkbank.
Mit neuen Röhren, konkret Mesa Green 6L6GC, bringt der Amp bei Einspeisung in den Loop gerade einmal brauchbare 21-25 Watt. Daraufhin habe ich den Bias gemessen: Der Amp läuft gerade mal bei knapp 33 % Verlustleistung.
Ich habe testweise den Fixed Bias aufgelöst und den Amp erst einmal in Richtung 60 % gebracht. An der Wellenform des Outputs hat das allerdings rein gar nichts geändert.
Dann habe ich den Ausgangsübertrager an einem Referenzwiderstand vermessen und komme auf folgende Werte:
8 Ohm → ca. 4400 Ohm Raa
8 Ohm → ca. 1100 Ohm Ra
Das sah für mich erst einmal völlig plausibel aus.
Was mich allerdings stutzig macht: Der Amp clippt auf der unteren Halbwelle schon bei recht geringer Leistung. Scope-Bilder reiche ich noch nach.
Interessant ist außerdem, dass der Amp mit 5881-Röhren im Bottom End deutlich besser klingt. Der Bass wirkt viel aufgeräumter und folgt dem eigentlichen Anschlag wesentlich besser.
Jetzt ist es folgendermaßen: Ich habe meine 16-Ohm-Referenzlast testweise an den 8-Ohm-Ausgang gehängt, mit 5881-Endstufenröhren. Damit komme ich bei recht gut aussehender Wellenform, abgesehen von leichter Übernahmeverzerrung, auf ca. 55 Watt. Das passt deutlich besser zu den nominellen 50 Watt.
Mit 8 Ohm am 4-Ohm-Ausgang komme ich allerdings nur auf knapp 36 Watt.
Irgendetwas passt hier also nicht. Egal welchen 50-Watter ich als Referenz vermesse: Bei korrekter Anpassung komme ich normalerweise immer ziemlich sauber auf die angegebene Leistung.
Hat jemand von euch eine Idee, wo hier der Hase im Pfeffer liegt? Ist so ein Verhalten bei bestimmten Boogie-Revisionen bekannt? Eigentlich ist eine Impedanz Messung per LCR-Meter für mich immer verlässlich gewesen.
Danke euch schon mal!