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Der Jo-Pro - ein 5E5-A-Derivat mit kleinen Tweaks
sjhusting:
General, ich mag die GE 5751 sehr, habe es aber noch nicht als PI in den 5e3 verwendet, ich wollte wissen ob du eine Unterschied da feststellt (ja, ja, die 2te gain stage auch), weil zur Zeit habe ich keine unbenutzte Exemplar, waere bereit den V2 von mein Deville zu benutzen. Der Deville sehe ich aber nur 1x die Woche, ich kann selber probieren.
6072 - ehrlich gesagt, ich habe keine herkommliche 12AY7 mit den ich vergleichen kann. Ich habe einige unbenutzt zur gute Konditionen auf ----.de bekommen (kein andere war interessiert!) und habe die EH noch nicht probiert. Naechste mal wenn ich von Dirk bestelle, kauf ich eine fuer ein Vergleich.
Nochmals, deine Beschreibung von die Wirkung diese verschiedene Mods ist sehr informativ, danke das du die Zeit nimmst. Ich finde es erstaunlich was alles man mit so eine "einfache" Schaltung machen kann.
steven
Joachim:
Hallo Steven,
Du hast recht. ich bin selbst erstaunt, wie viele Möglichkeiten dieser kleine einfache Amp bietet, um den Sound nach persönlichem Geschmack zu optimieren.
Und deswegen ...
Grüße,
Joachim
Joachim:
... wollen wir mal ein bißchen über die Schaltung reden ;D
Der Vorstufe erster Teil ;D
Um den Pro und seine nahen Verwandten etwas besser kennen zu lernen, sollten wir einen Blick in die Schaltung werfen. Schauen wir dabei als erstes - wohin sonst - in die Vorstufe. Der Pro hat zwei Kanäle Normal (auch Mic.) und Bright (auch Inst.). Diese unterscheiden sich nur durch einen Bright Cap über dem Volume-Poti des Bright-Kanals.
Jeder Kanal hat einen High- (1) und einen Low-Eingang (2). Stöpselt man die Gitarre in den High-Eingang sieht diese 1MOhm gegen Masse und die beiden 68kOhm liegen parallel. Das Signal geht also über 34KOhm aufs Grid wodurch eine geringere Höhendämpfung, als bei einem 68k Gridstopper entsteht. Im Low-Eingang sieht es etwas anders aus. Steckt man das Gitarrenkabel in diesen Kanal, entsteht ein Spannungsteiler 68k/68k, der den Signalpegel halbiert und durch den relativ niederohmigen Eingang den Tonabnehmer zusätzlich bedämpft. Der Low-Eingang ist also deutlich leiser und auch weniger höhenreich. Eher was für den Jazz-Fan.
Danach geht jeder Kanal auf je eine Hälfte der V1 (12AY7). Die Anoden sind mit den üblichen 100KOhm beschaltet. Vermutlich aus Ersparnisgründen wurde nur ein gemeinsame RC-Kombination an der Kathode verwendet. Die üblichen 1,5k für eine einzelne Kathode wurden dabei bei der gemeinsamen Kathodenbeschaltung durch 820Ohm ersetzt, was näherungsweise die Hälfte des üblichen Wertes darstellt. Das ist notwendig, um vergleichbare Anodenströme einzustellen. Der Kathodenwiderstand ist wechselspannungsseitig mit 25µF gebrückt.
Nach der ersten Stufe geht das Signal auf die beiden Volumeregler (die im Jo-Pro beide einen Bright-Cap haben) und von dort über je einen 270k-Mischerwiderstand auf die nächste Stufe. Da der Platz des zweiten Volumenreglers für den PPI-Mastervolume gebraucht wird, wird die Vorstufen-Volume (=Gain) über ein Stereopoti geregelt. D.h. beide Kanäle sind immer gleich eingestellt. In der Praxis kein Problem, da ohnehin immer nur eine Gitarre im Amp steckt :guitar:.
Bis hierhin haben wir also zwei separate Zweige, die elektrisch vollkommen identisch sind. Eine gute Gelegenheit, einmal den Unterschied zwischen Kohlepress- und Metallfilmwiderständen näher zu betrachen. Ich habe den Normal-Kanal daher mit Kohlepresswiderständen und den Bright-Kanal mit Metallfilmwiderständen aufgebaut. Nur der für beide Kanäle gemeinsame 820Ohm-Kathodenwiderstand ist ein Kohlepress-Widerstand und die Mischerwiderstände sind Metallfilm, da ich keinen Kohlepresswiderstand mit 270KOhm bekommen habe. Bei den Kohlepresswiderständen habe ich darauf geachtet, dass die Werte möglichst genau den Nennwerten entsprechen. Die 1%ige Toleranz der Metallfilmwiderstände wird jedoch nicht erreicht.
Einfluß auf den Sound: Zum Unterschied kann man sagen, dass der Kohlepress-Kanal deutlich weicher, aber auch etwas weniger definiert klingt. Vielleicht sogar etwas leiser, als der Metallfilmkanal. Insgesamt ein sehr schöner Blues-Sound, der Charakter hat und auch angezerrt gut klingt. Der Metallfilmkanal klingt etwas höhenreicher, insgesamt "sauberer" und im Bass deutlich definierter. Keinesfalls kann man diesen Kanal steril nennen auch wenn der Gesamteindruck sicher etwas kühler, als bei den Kohlepresswiderständen ist. Angezerrt klingt es etwas harscher. Beide Kanäle sind auf jeden all echte Alternativen, die je nach Bedarf genutzt werden können.
Der Kohlepresskanal rauscht IMHO nicht mehr, als der Metallfim-bestückte Kanal. Eher anders. Was mich mehr wundert ist, dass der Metallfilmkanal gar nicht und der Kohlepresskanal - zumindest bei Vollaussteuerung - etwas brummt.
Eine weitere Option ist das brücken der Eingänge. Verbindet man mit einem Patchkabel z.B. den Lo-Eingang des Kohlepresskanals mit dem High-Eingang des Metallfilmkanals kommt bei voll aufgedrehtem Vorstufen-Volume ein satter Crunch aus dem Amp. Sehr fett und gut zu gebrauchen. Aber auch mit niedrigen Gainstellungen macht sich der Patch in einem kräftigen Sound positiv bemerkbar. Meine bevorzugte Einstellung um den Amp anzusteuern!
Soviel zum ersten Teil der Vorstufe. Im zweiten Teil geht es der zweiten Röhre und der Klangregelung an den Kragen :devil:.
Grüße,
Joachim
mac-alex_2003:
--- Zitat von: Joachim am 11.04.2007 19:25 ---Sound: Zum Unterschied kann man sagen, dass der Kohlepress-Kanal deutlich weicher, aber auch etwas weniger definiert klingt. Vielleicht sogar etwas leiser, als der Metallfilmkanal. Insgesamt ein sehr schöner Blues-Sound, der Charakter hat und auch angezerrt gut klingt. Der Metallfilmkanal klingt etwas höhenreicher, insgesamt "sauberer" und im Bass deutlich definierter. Keinesfalls kann man diesen Kanal steril nennen auch wenn der Gesamteindruck sicher etwas kühler, als bei den Kohlepresswiderständen ist. Angezerrt klingt es etwas harscher. Beide Kanäle sind auf jeden all echte Alternativen, die je nach Bedarf genutzt werden können.
--- Ende Zitat ---
Klasse, genau das selbe habe ich auch festgestellt. Lediglich am Slope-R konnte ich keinen Unterschied feststellen bisher.
--- Zitat von: Joachim am 11.04.2007 19:25 ---Der Kohlepresskanal rauscht IMHO nicht mehr, als der Metallfim-bestückte Kanal. Eher anders. Was mich mehr wundert ist, dass der Metallfilmkanal gar nicht und der Kohlepresskanal - zumindest bei Vollaussteuerung - etwas brummt.
--- Ende Zitat ---
Das (Brummen) dagegen konnte ich überhaupt nicht feststellen. Wird wohl am Zusammenspiel der unterschiedlichen Bauelemente liegen. Auf das Rauschen habe ich beim rumtesten nicht so sehr geachtet, mir sind aber auch keine signifikanten Unterschiede aufgefallen.
Auf jeden Fall ein sehr sehr schöner Aufbau. Klasse Schreihals! Hoffe Du bringst ihn zum ACY mit...
Viele Grüße,
Marc
Joachim:
--- Zitat von: mac-alex_2003 am 11.04.2007 20:55 ---Das (Brummen) dagegen konnte ich überhaupt nicht feststellen. Wird wohl am Zusammenspiel der unterschiedlichen Bauelemente liegen. Auf das Rauschen habe ich beim rumtesten nicht so sehr geachtet, mir sind aber auch keine signifikanten Unterschiede aufgefallen.
--- Ende Zitat ---
Ja, das Brummen ist auch nicht arg. Für sich alleine hätte ich gesagt, dass es einfach normal bei einem AC-geheizten Amp ist. Wäre da nicht der Metallfilmkanal, der erkennbar ruhiger ist. Da muss ich nochmal kucken. Ich gehe eher nicht davon aus, dass es an der Kohlepressteilen liegt. Das ist was anderes ...
Gruß,
Joachim
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