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Unterschiede 5F6A und 5E6A

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waschbaer:
Hi,

die Unterschiede im Schaltbild der beiden hab ich ja nun schonmal gesehen, aber kann mir jemenad sagen, wie sich die beiden klanglich unterscheiden?
Ich plane mir demnächst einen Bassman zu bauen, weiss auber noch nicht so genau welchen, und anspielen iss j wohl nich so ganz ;D!

Als Klampfe kommt bei mir eine Highway1 upgrade zum Einsatz
Gruss
Kai

Joachim:
Hallo, Kai,

real vergleichen konnten wohl die wenigsten, ich auch nicht ;). Aber anhand der Schaltung kann man schon einiges sagen. Der 5E6-A hat die alte Zweiband-Klangregelung der Fender-Amps wie sie auch in meinem Pro drin steckt. Sehr interaktiv mit teilweise überraschenden Effekten. Auf dem letzten 10tel des Einstellweges kappt der Bassregler z.B. recht deutlich die Höhen. Der Phaseninverter ist in Kathodynschaltung und bei V2 gibt's eine 10M-Gegenkopplung, was die Verstärkung etwas ausbremst. Insgesamt ist die Versorgungsspannung beim 5E6-A ein schönes Stück niedriger, was nicht zuletzt an den 5U4-Gleichrichterröhren liegt und vermutlich auch an eine etwas niedrigeren Trafospannung. Alles in allem sorgt das dafür, dass der Amp insgesamt (trotz zwei 12AY7 in der Vorstufe und der Gegemkopplung bei V2) deutlich früher, als der 5F6-A in die Sättigung geht.

Der 5F6-A ist das berühmte JTM-45 Plexi-Vorbild und verhält sich auch ähnlich. Klingt aber dank anderen Trafo/AÜ. 4x10" Lautsprecher und dem Kiefernholzkasten schon anders. Auf jeden Fall wird der 5F6-A länger Clean bleiben, als sein Vorgänger und einen viel saubereren Bass produzieren.

Egal welche Variante Du baust, die 470Ohm Schirmgitterwiderstände und eine regelbare Biasspannung sind Pflicht.

Bleibt die Frage, welchen Sound Du suchst? Der 5E5-A ist mehr der rauere Blues-Amp, der immer etwas angezerrt klingen wird, der 5E6-A kann auch schon mal einen lauten Clean-Sound bringen und ist definierter im Gesamtklang.

Grüße,
Joachim

waschbaer:
Hi,
vielen Dank!
Dann lag ich ja mit meinen Überlegungen bei den Schaltungen gar nicht so schlecht ::),
und ich weiss jetzt, dass ich für mich wohl eher den 5E6 nehmen werde, da ich genau diesen rauhen Bluessoung wie z.B. auf Claptons "From the Cradle" suche.

Gleichzeitig werde ich evtl auch mal den Boss-Treter für den Bassman59' antesten gehen, denn der soll ja den 5E6A zum Vorbild haben.
Ich denke mal, dass der Treter fürs Wohnzimmer mit ner kleinen linearen Combo ganz gut kommt.
Aber dazu muss das Ding erst mal bei nem Händler in meiner Nähe vorrätig sein.

Also nochmals vielen Dank

Gruss
Kai

Joachim:
Moin, Kai,

ja, für den rauheren Bluessound bist Du mit dem 5E6-A auf dem richtigen Weg. Ob Du damit dem "From the Cradle"-Sound bekommst kann ich Dir natürlich nicht sagen, aber was das "rauhe" betrifft, passt das schon. Auf "From the Cradle" klingt EC's Gitarre aber auch sehr sauber unten herum, da ist viel Bass, der jedoch alles andere als schwammig ist. Das liegt sicher nicht zuletzt an der 80W-Endstufe mit 4 6L6 und einem mit Sicherheit sehr stabilen Netzteil (schau Dir mal die Elkos im Netzteil an). Vielleicht kennst Du schon diese Seite:

http://www.proguitar.de/ProGuitarPreisliste/Amps/AmpPreisliste.html

Dort links unter Cornell den "Custom 80 Eric Clapton" auswählen. Da kannst Du einiges über den Amp erfahren. Der nächste Schritt wäre dann das Board mit der Schaltung zu analysieren :devil:. Laut Beschreibung sollen die Cornell-Jungs ja für Bass- und Treble-Regler je eine eigene Triodenstufe spendiert haben um die Effiienz der Regler zu optimieren.

Viele Grüße,
Joachim


sjhusting:
nur weil ich ein Pedant bin, sag ich: high-power Twin  ist 5f8, low-power is 5e8(-a); der klassiche Bassman ist 5f6-a. Der 5e6(-a) Bassman hat noch der Cathodyne PI und 2 5U4 Gleichrichtern. Marshall hat der spaetere Modell benutzt als Basis.

und es ist "Fassung," nicht "Sockel"  ;D

steven

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