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Princeton - verschiedene Versionen 5(B,C,D,E,F)2

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Kpt.Maritim:
Hallo

Wenn du die Anodenspannung erhöhst muss du auch ganz viele andere Werte ändern.

Zunächst mal den Arbeitswiderstand. Bei Pentoden und BPT (zu letzteren gehört die 6V6) ist es so, dass die maximale Leistungsausbeute bei einem bestimmten Arbeitswiderstand erreicht wird, der sich aus der Formel:

Ra=Ua/Ia

ergibt. Demnach wären 5k, wie bei dir gezeichnet für 250V bei 50mA optimal. Bei 300V und 40mA wären es demnach 7k5.

Der Wert des Kathodenwiderstandes ergibt sich aus dem Kennlinienfeld der Röhre. Ich werde das jetzt hier nicht erklären. Wie man das für Trioden macht, kannst du auf meiner heimseite nachlesen, wie man es für Pentoden macht, geht aus unten angehängter PDF hervor. Die ltzten Seiten sind noch Fehlerhaft, also Achtung. Das erste Kapitel ist aber auf jeden Fall OK.

Du hast jede Menge am Fender Schaltplan geändert. Vor allem hast du das Netzteil so geändert, dass die Versorgungsspannung nicht stimmt (viel zu hoch ist), daraus ergibt sich natürlich, dass alles andere auch nicht mehr stimmt.

Das Schrimgitter hat wie die Anode eine maximale Verlustleistung. Stelle dir das Schrimgitter als zweite kleine Anode in der Röhre vor, ob du es überlastest oder nicht ergibt sich aus entsprechenden Kennlinien im Datenblatt, so vorhanden. In diesem Fall überlastest du das Schrimgitter weil die ganze Röhre völligst überlastet ist. Das mit den 10k geht schon in ordnung, du musst nur mit dem Anodenstrom und der Anodenspannung herunter. Top Klang für Gitarre bei brauchbarere Lebensdauer erreichst du mit der 6V6 bei etwa 270V an der Anode 250V am Schrimgitter, und einem Andoenstrom von 50mA bei einem Ra von 5k. Damit ist die Röhre noch leicht überlastet, aber das ist bei Gitarrenverstärkern nichts selstens und man sollte es bisweilen in Grenzen für den Klang in kauf nehmen.

Mein dringendster Rat: Du hast keine Erfahrung damit wie bestimmte Bauteilwerte und Baugruppen sich klanglich auswirken. was immer du dir an Schaltung zusammenstoppelst wird darum sowoeiso bloß Glückssache. Ich vermute auch,m dass du wenig Erfarung mit dem Aufbau und der verdrahtung, Masseführung usw. hast. Kaufe dir einen schönen Bausatz, oder baue ein Originallayout von Fender mit originalen Teilen (Trafos) nach. Wenn der Apparat läuft, dann kannst du mit Bauteilwerten, Gegenkopplung, Eingangswiderständen, anderen Arbeitspunkten usw. experimentieren. Jetzt hast du so viele Äbderungen auf einmal verbaut, dass du garnicht weißt, was sich klanglich wie auswirkt. Wenn du erstmal das original hörst,m und nach jeder Änderung im Detail der Schaltung auch die Veränderung im Klang, dann fängst du wirklich an sehr schnell sehr viel zu lernen und bekommst von Anfang an nur Erfolgserlebnisse.

Mit diesem Rat ist der Thread für mich zu Ende.

Viele Grüße
Martin

Kokomoking:
a, ich sehe gerade, Du hast deinen Beitrag noch erweitert.

Nachgebaut hab ich schon. Deswegen will ich jetzt auch mal etwas modifizieren. Es spricht ja nichts dagegen, sich vorher schlau zu machen. Als Schaltung habe ich den Princeton genommen, da er mir überschaubar vorkommt und kompakt aufzubauen ist. Wie ich so sehe, haben schon viele Leute den sehr ähnlichen Champ aufgebaut und haben sich keine Gedanken bezüglich der Richtigkeit des Schaltplans gemacht. Das will ich vermeiden. Deswegen der Thread. Und vielleicht lernen auch noch andere davon, was man alles falsch machen kann. Bitte lasst uns hier diskutieren. Von deinem Post hab ich gerade viel gelernt und frag mich jetzt selber, warum ich nicht draufgekommen bin. Sehr gut!
Bezüglich der Siebung: Das sind die Original-Werte des 5F2-A Plans. Frühere Versionen hatten noch kleinere Werte. Ich werde da sicherlich Einige ausprobieren. Generell tendiert mein Geschmack dazu, so wenig Siebung als möglich bei geringstem Brumm zu verbauen.
Bezüglich der Eingangssektion: Mein Gedanke war folgender: Ich wollte die normale 2 Eingangssektion (ein Eingang direkt gegen Masse, der zweite mit 1M dazwischen) auf einen regelbaren Eingang zurechtschneiden. Ausserdem würde ich gerne einen Kondensator zwischen mir und Gitter haben. Jetzt wo Du's sagst, macht es Sinn  :) Ich hätte die Schaltung ohne Probleme so aufbauen können, wenn ich C1 weglassen würde.
Bei deinem Detharp-Klampfomat, machst Du das im Prinzip auch so, nur halt ohne den Switch. Den Switch lasse ich also weg. Wie berechne ich denn jetzt die Eingansimpendanz? Ich würde gerne den Bereich abdecken, den mir die normale Beschaltung zur Verfügung stellt, nur eben stufenlos mittels Poti regelbar. Ohne Kondensator wäre die Eingangsimpendanz ja gleich dem Widerstand zu Masse. Aber mit Kondensator?
Noch eine Frage: Bei Deinem Harpomat regelt P4 die Impendanz, kann aber auch das Gitter zu Masse kurzschließen -> somit als auch Volumeregler einsetzbar?

Ich hoffe, dass Du Dich wegen meinen Fragen aus diesem Thread nicht zurückziehst. Das wäre sehr schade, da Deine Erklärungen sehr hilfreich sind (nicht nur in diesem Thread).  :bier:

Servus,

   Christian

Kokomoking:
Hallo Martin,

danke für die Antwort!


--- Zitat ---Kaufe dir einen schönen Bausatz, oder baue ein Originallayout von Fender mit originalen Teilen (Trafos) nach
--- Ende Zitat ---

das ist ja das Problem! Beispiel = Weber. Die verkaufen einen 5F2-A Princeton-Kit: Der NT, den die benutzen, spuckt 2*330Volt aus!!!! :o Der OT hat 7k. Laut 330V * 0.9 * 1.41 = 420 Volt. Dann laut JJ Datenblatt max. 420V ca. 28mA für Pa =14Watt.
Folge: Ra=420/28 -> 15K!!!  :o Und die Bauteilewerte sind genau so wie in meinem Schaltplan...

Genau deswegen habe ich einen Schaltplan gemacht und will das ganze diskutieren. Es bringt meiner Meinung nach nix, sich auf die Hersteller von Kits zu verlassen. Vielleicht mache ich mir die Mühe und rechne den Amp mal durch -> laut Originalschaltplan. Das wollte schonmal jemand bei Musikding machen, wurde aber glaub ich nie fertig.
Mit dem OT muss ich zugeben, hab ich mich ziemlich verguckt. Ich habe immer an 5k gedacht beim Princeton. Weiß auch nicht warum. Werd wohl doch auf Hammonds umsteigen müssen. Oder ich schließe sekundärseitig ne falsche Last an, wobei ich das erstmal mit dem Trafohersteller abklären will. Netztrafo kann ich auch noch ne Nummer kleiner nehmen mit 2*230V -> ca. 300VDC

Vielen Dank für das PDF, werde das sicherlich gebrauchen.


--- Zitat ---Mit diesem Rat ist der Thread für mich zu Ende.
--- Ende Zitat ---

Das finde ich sehr schade. Vielleicht schaltest Du Dich ja nochmal ein, wenn ich ein paar Berechnungen gepostet habe. Ich glaube es gibt viele Leute hier, die Dein Wissen sehr zu schätzen wissen und gerne von Dir lernen würden!

Viele Grüße aus England,

         Christian

Kpt.Maritim:
Hallo

Ich würde nicht den Gitterableitwideratand durch die Gitarre ersetzen, also C1 wqeglasen, was ist, wenn da drinne ein C verbaut ist? Oder wenn jemand eine Tretminde dafor schaltet mit einem C als Abschluss, oder wenn jemand eine aktive Gitarre hat? Was soll dieser Blöde Schalter (deutsches Wort für "Switch") aüberhaupt? Detlefs klampfomat ist für Mundharmonikas und damit für Kristallmikros, die klingen je nach Eingangswiderstand deutlich verschieden. Und so einen Schalter habe ich da nicht verbaut, und hätte mich aus sehr gehütet es zu tun. Mit Kondensator C1 ist es nicht anders, man belese sich zum Thema Blindwiderstände (selbst die Wikipedia reicht aus) und auch zur Reihenschaltung, die bekanntlich schwer durchschaubar ist, ehe man weiter fragt.

Rechne mal den Siebfaktor durch. Es ist mir total egal ob Fender sowas vebaut hatte oder nicht, wenn es brummt, brummt es. Da wird auch der gute alte Leo nichts dran ändern können. Vor 50 Jahren war Sienkapazität teuer und Herr Fender wollte wie alle Firmenbesitzer erstrangig Geld verdienen, sonst hätte er seinen Radioladen nicht verlassen zu brauchen.

Mensch mach es dir nicht so schwer, verballere im netzteil überzählige Spannung und behalte deinen 5k Übertrager drinne. Das erhöht den Siebfaktor und schon die Röhren gleichermaßen.

Es tut mir nicht leid, wenn du jetzt böse des schnippischen Tones wegen bist. Lese bitte mal folgenden Thread:
http://www.tube-town.de/ttforum/index.php?topic=5764.0

Warum soll mein Wissen dir ersetzen, was du leichtestens nachlesen oder ergooglen kannst. Ich helfe gerne, wenn du was in den Büchern nicht verstehets, oder wenn es zu einem Schaltungsdetail überhaupt keine Erklärung gibt. Und viele andere helfen bestimmt auch gerne mit ihrem Erfahrungswissen, aber ein bisschen Mühe selbst an Wissen zu kommen, kannst du dir schon geben. Bitte keine Haltung alla: "Geil der weiss das, den frage ich jetzt so lange, bis ich das auch weiß."


Viele Grüße und viel Erfolg,
Martin

Joachim:
Hallo, Christian,

zu Deiner Beruhigung, ich habe nicht den Eindruck, dass Du der Sache nicht gewachsen ist. Du hast Dir doch einiges an sinnvollen Gedanken um den Amp gemacht und stellst meiner Meinung nach die richtigen Fragen (die sicher zumindest nicht alle mit einer banalen Formelsammlung zu beantworten sind). Da habe ich hier im Forum wirklich schon ganz anderes erlebt. Und warum sollte ein Princeton kein guter Einsteigeramp sein? Einfacher geht's kaum und auch ein TT66-Bausatz ist nichts anderes: man hat einen Schaltplan, ein Layout und Bauteile. Der Lerneffekt ist jedenfalls größer, als nach einer Schritt-für-Schritt-Anleitung Teile zusammenzusetzen, die aussehen, wie Lutschbonbons und von deren Funktion man keinen blassen Dunst hat ;). Malen nach Zahlen macht keinen großen Künstler. Und wer keine Fragen hat und schon alles weiß, braucht schließlich auch dieses Forum nicht.

So, ich hab mir deinen Frage erstmal ausgedruckt und samt den beiden Plänen mit in die Badewanne genommen ;). Also gehen wir's mal an:

zu 1) Zunächst mal hat eine direkt geheizte Gleichrichterröhre meiner Erfahrung nach keine Nachteile im Hinblick auf ein akustisch wahrnehmbares Brummens. Mein Pro mit direkt geheizter 5U4GA ist z.B. sehr nebengeräuscharm.

Pin 3 und 4 verbinden würde ich nicht, denn Du musst die Heizung nicht zwingend auf die Hochspannung beziehen, da die EZ80 laut Datenblatt eine maximale Spannungsdifferenz zwischen Heizung und Kathode von 500V zulässt. Trotzdem müssen beide Spannnungen (Heizung und Hochspannung) auf ein gemeinsames Potenzial bezogen sein, damit Du die max. Spannungsdifferenz von 500V garantieren kannst. Ohne diesen Massebezug "schwimmt" die Heizung und es können auch höhere Potenziale entstehen. Du brauchst übrigens keine zweite Heizwicklung und könntest die EZ81 sogar über die gleiche Wickung wie V1 und V2 heizen.

zu 2) So würde ich die Schalter jedenfalls nicht einbauen. Ohne Bypass-Cs dürfte der Amp ziemlich lasch klingen. (Ich habe allerdings gerade mit Erschrecken festgestellt, dass das im Princeton so original ist :o). Aber eine interessante Option könnte sein, zwischen den hohen Bypass-Cs (25µ) und kleineren Werten (so um die 680n-2µ) umzuschalten. Das kann bei hoch aufgedrehtem Amp die u.U. ziemlich wummernden Bässe unterdrücken. Relaliseren kann man das über einen Push-Pull-Poti, dann fällt das kaum auf. Ist halt teurer wie ein Miniswitch.

Am Eingang würde ich einen 1M-Widerstand verwenden und gut isses. Den Low-Input wirst Du kaum benutzen, wenn Du kein Jazzer bist ;D. Zu C1: ohne klingt auf jeden Fall besser, egal wie groß Du den C auch machen würdest. Wenn Du aus Sicherheitsgründen nicht verzichten willst, nimm 100nF. Der 1M sollte aber (auch) vor dem Kondensator sitzen (Gitterableitwiderstand nicht vergessen).

zu 3) Den Sekundärstrom der Hochspannung hast Du richtig überschlagen. Eine flinke 100mA-Sicherung ist sicher okay, die hält dann auch, wenn Volume auf Rechtsanschlag ist und die Endstufe fern jeden Arbeitpunktes eher ein schönes Rechteck, als eine Sinusspannung rausbringt.

zu 4) Okay, das sind jetzt eher Fomelsammlungs-Grundlagen ;). Den Primärstrom ermittelst Du über die Leistung. Rechne Dir die sekundären Einzelleistungen aus und addiere sie. Bei einem idealen Trafo (keine Verluste) ist Primärleistung = Sekundärleistung. Also nimm die Sekundärleistung und teile sie durch 230V, dann kennst Du den Primärstrom. Dann kannst Du noch den Wirkungsgrad deines Trafos einrechnen, bei Nennlast liegst Du mit 90% ganz gut, zur Sicherheit nimm 80% an. Wenn Du das ausgerechnet hast, kennst Du deinen Primärstrom. Soweit die Theorie...

Damit wären wir eigentlich fertig, wäre da nicht der sehr hohe Anlauftrom des Trafos. Den muss die Sicherung auch abkönnen (zumindest für kurze Zeit), so dass Du die Sicherung ordentlich überdimensionieren musst. Fender hat hier beim Princeton T2A bei 115V verwendet, also wären das bei 230V T1A. Du kannst auch mal testweise kleiner gehen, wenn die Sicherung beim Einschalten dann manchmal rausfliegt, war sie unterdimensioniert ;D.

zu 5) Bei den kleinen Amps hat Fender gerne die Drossel vor die Anode plaziert. Das hat den Vorteil, dass die Anode schon mit der - durch die Drossel - besser gesiebten Hochspannung versorgt wird. Das funktioniert, aber ein Schirmgitterwiderstand sollte heutzutage schon aus Sicherheitsgründen Pflicht sein. Dazu findest Du hier über die SuFu sicher einige Diskussionen zum Thema. Ansonsten kannst Du natürlich auch über einen Spannungsteiler die passende Schirmgitterspannung einstellen.

zu 6) Ja, eine Drossel lässt den Amp direkter ansprechen, der Sound wird definierter und stabiler (neudeutsch tighter ;D), weniger schwammig, vor allem im Bass. Wie Du ganz richtig erkannt hast, liegt das vor allem niedrigeren Innenwiderstand der Drossel und den damit reduzierten sag-Effekt (der ohnehin nur bei hoher throttle position zum tragen kommt). Hier muss man entscheiden, was man will. "Sag" oder eben einen definierteren Sound. Zur Stabilität des Netzteils Ich würde bei dieser Art Amp nach der Drossel (bzw. R11) vielleicht auch etwas höher gehen, aber nicht weiter als 15µF. Es soll ja keine Nu-Metall Monster werden ;D.

zu 7) Jan sagt max DC 60 mA, approx 6 W. Nun, da würde ich Dir mal das rechnen überlassen ;).

zu 8.) Wieso eine zu hohe Heizspannung? Ist der Trafo so sehr überdimensioniert? Aber schau mal, ob Du zusammen mit der EZ81 nicht eine Heizwicklung auslasten kannst. Heizspannung verbraten ist so eine Sache. Das erhöht eigentlich nur die Temperatur im Chassis 8). Aber bei der Hochspannung liegst Du doch auch zu hoch, wie Martin schon schrieb. Schau vielleicht einfach mal nach einem passenderem Trafo. Danach anhand der Spannung nochmal den Arbeitspunkt für die Endröhre überprüft und alles wird gut.

9) Ich habe einen Jensen Neodym 100W in einer 1x12er Box, der klingt auch leise mit verschiedensten Amps sehr gut. Von daher wäre das kein Kriterium für mich.

10) Mit den paar Bauteilen geht das Zeichnen auf Papier wahrscheinlich schneller. Ansonsten hat Rockopa58 mal eine Bibliothek gebaut. Schau mal im Musikding nach. Da sollte einiges darüber zu finden zu sein.

Zum Thema Gegenkopplung: Probiere einfach aus, was Dir besser gefällt, keine GK, 22k oder irgendwas anderes. Meine Erfahrung mit dieser Art Gegenkopplung ist jedoch, dass sie ziemlich wirkungslos ist und wie Martin schon schrub, mit Bypass C nicht funktioniert. Schau mal die Schaltung im TT-66 an, die zeigt, wie es theoretisch geht. Aber wie gesagt, mit geringer bis nicht wahrnehmbarer Wirkung.

Puh, das war schon einiges. Nächstes Mal wartest Du aber nicht so lange mit deinen Fragen ;D

Grüße nach UK,
Joachim


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