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Fender Vibro Champ Clone Ruhestromeinstellung
Vintage_Man:
Hallo,
Ich habe einen Fender Vibro Champ, Schaltung AA764, nachgebaut, was auch gut funktioniert hat. Wenn er vollendet ist, gibt's eine Fotostrecke!
Der Amp ist so gut wie brummfrei und überträgt das Signal sauber. ABER: Ich bekomme den Ruhestrom nur in den Griff (auf ca. 20mA), wenn ich den Kathodenwiderstand in die Gegend von 1,8k bringe. Mit den normalen 470R liegt der Ruhestrom bei 45mA, aber da liegt schon das Limit der 6V6JJ.
Die Spannungen an der Röhre liegen alle im normalen Bereich (Ua ca. 350V, Ug2 ca. 348V und am Kathodenwiderstand fallen ca. 25V ab). Am G1 messe ich ca. -25V!, obwohl da eigentlich -12,5V in Ruhe erscheinen sollten.
Mit einer EH 6V6 habe ich den Arbeitspunkt garnicht in den Griff bekommen, mit dieser JJ von Dirk jedoch ist es deutlich besser. Wahrscheilich hat es die EH bereits in's Grab geschickt.
Übersehe ich hier irgendwas konsequent?
??? Vintage_Man
Ach ja, der AÜ ist ein 125A35A / 022905 (natürlich auch von Dirk!)
Kpt.Maritim:
Hallo
Irgendwas stimmt da nicht. Im Schaltplan http://www.ampwares.com/ffg/schem/champ_aa764_schem.gif steht an der Kathode etwas von 19V. D.h. an 470Ohm fallen 19Volt ab. Das macht etwa 40mA Anodenstrom. So ein Strom würde aber viel besser zu einer Anodenspannung von 2500...280V passen. Das stimmt auch viel besser mit dem Datenblatt überein.
Im 5E1 http://www.ampwares.com/ffg/schem/champ_5e1_schem.gif der die selbe Endstufe hat, werde nicht 350V sondern 305V an der Anode angegeben. das ist nur eine leichte Überlastung der 6V6. Ich würde auf 280V runtergehen, dann sollte er Problemlos und gutklingend lange mit dem selben Röhrensatz laufen.
Durch die hohe jetzige SPannung kommst du in einen Kennlinienbereich wo die Kennlinien wenig homogen und sehr dicht beieinander liegen. Da machen sich dann Exemplarstreuungen stark bemerkbar, so dass du beim wechsel auf die nächtse Röhre wieder einen anderen Rk nehmen müsstest. Zudem überlastest du das Schrimgitter in der jetzigen Anordnung.
Viele Grüße
Martin
Vintage_Man:
Hallo Kaptain,
Danke für die schnelle Reaktion. Das das so nicht auf Dauer laufen kann ist mir natürlich klar, deswegen mein Stirnerunzeln. Bezüglich der realisierbaren Anodenspannungen bin erst recht hin- und hergerissen. Die Schaltung AB764 (internationale Version) gibt sogar eine Anodenspannung von 420V an.
Bis 500V kann die JJ 6V6 ja auch verkraften.
/V_Man
Kpt.Maritim:
Hallo
was für einen Ra hast du verbaut? Wahrscheinlich 5k. Bei Pentoden gilt die Faustregel, dass der optimale Ra in etwa Ua/Ia entspricht. Ansonsten bekommt man trotz hoher Spannung weniger Leistung bei gleichzeitig höheren verzerrungen. Mit 270V/0,04A=6k8 liegt man mit 5k garnicht so verkehrt. Das bisschen Unteranpassung bringt viel k2 und warmen Ton.
Nur weil die Röhre soviel Spannung verträgt muss man nicht so hoch gehen. Viel Spannung ist nicht viel Gut. Vielmehr sollten Anodenstrom, Anodenspannung und Ra bei Pentoden gut aufeinander abgestimmt sein. Mit derart hohen Spannung hat man ein instabiles Monstrum, dass nicht einmal mehr Klasse A ist, denn der Arbeitspunkt liegt weit jenseits der Mitte der Lastgeraden.
Bei AB Verstärkern mag es evtl. interessant sein hohe SPannungen zu verwenden, bei Eintakt A ist es das nicht. Verballer lieber ein bisschen Spannung in der Siebung, was dem bei SE notorisch höherem Brumm einhalt gebieten kann.
Viele Grüße
Martin
Joopy:
Hallo,
hast Du eine 5Y3 von Sovtek verwendet? Diese Variante ist im Grunde keine echte 5Y3, der Spannungsabfall ist bei diesem Typ viel zu klein und damit die Anodenspannung zu groß. Mit einer NOS 5Y3 bekommst Du das aber in den Griff. Wenn nicht, könntest Du noch Z-Dioden verdenden. Fender gibt übrigends 342V an der Anode an, das ist allerdings schon recht optimistisch...
Gruß
Hauke
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