Technik > Tech-Talk Fender
Blues Deluxe klingt matschig
Kurt:
Hallo Meikel,
zwei Mods an meinem Blues Deluxe hab ich tatsächlich noch vergessen:
1. Im Zuge des Austauschs aller Kathodenwiderstände habe ich auch alle Widerstände im Signalweg gegen Metallfilmwiderstände getauscht.
2. Das dünne original Speakerkabel habe ich gegen ein 2 x 2,5 mm² Lautsprecherkabel getauscht und am Speaker angelötet anstelle der Fähnchen-Stecker. Ein 2 x 2,5 mm² Kabel wurde empfohlen (ich glaube entweder hier im Tube-Town-Forum oder im Forum von ACYs Guitar Lounge), v.a. für 4x12er Boxen von Marshall. Beim BD sind es ja nur gut 30 cm.
Beide Maßnahmen waren aber soundmäßig nicht der Bringer.
Groovigen Grooß
Kurt
Meikel:
Hi Kurt,
[Mods BD]
das ist ja richtig viel, toll und vielen Dank! Das muss ich mir erst einmal in Ruhe anschauen.
> Kann man am Gehäuse was modifizieren um die Tiefenresonanz zu reduzieren?
> Ich will eigentlich nichts mehr oder nur noch ganz wenig am ToneStack ändern ... Er hat nun mal Transistoren für
> Reverb-Recovery und für die Gleichrichtung.
Hier bietet sich höchstens ein rauschärmerer OPV an, der angeblich 1:1 austauschbar ist gegen das Original.
> Hast Du einen Link für mich, wo die von Dir beschriebenen Änderungen am Tone Stack näher erläutert werden?
http://www.duncanamps.com/
Hier auf Software-Downloads gehen. Wobei ich das schon einmal in praxi probiert habe. Will sagen, die hier theoretisch errechneten Kurven sehen recht gut aus, die Gehäuseresonanzen spielen dagegen in der Praxis im wahrsten Sinne des Wortes eine tragende Rolle. Man muss letztendlich doch experimentieren, das Gehäuse ändern? Ich weiss es nicht, ob das Sinn macht und wüsste auch nicht, wo und wie. Hm, Lautsprecher anders aufhängen...
Letztendlich kann man dem BD seinen Bass ja etwas rausregeln, das stimmt schon. Und je mehr ich ihn nun wieder spiele, um so mehr gewinnt bei mir eben die Überzeugung die Oberhand, den Amp eben nicht weiter zu modden - wie Du schon schreibst, dann kann ich mir gleich einen anderen Amp zulegen. Und Deine Mods beziehen sich eher auf Betriebssicherheit und "Leisersein" als auf anderes Ampverhalten, wenn ich das mir so anschaue. Das ist gut!
In diesem Sinne nochmals meinen Dank!
Gruß Michael
Meikel:
Hallo Kurt,
> Kann man am Gehäuse was modifizieren um die Tiefenresonanz zu reduzieren?
Hm, dickeres Lautsprecherbrett? Angeblich sitzt im DR z.B. eines zwischen 13 und 19 mm, während das im BD wesentlich dünner sein soll (Quelle: Hr. Pipper in G&B "Amp Station").
> Ich will eigentlich nichts mehr oder nur noch ganz wenig am ToneStack ändern...
mir ist gestern eines aufgefallen, als ich mit der Tonestack-Software spielte: setzt man für die Bass- und Höhenpotis anstelle der A-logarithmischen welche mit mit gleichem Widerstandswert, aber mit B-Logarithmus ein,so findet man, dass gerade die Bass- und Höhenkurven bereits in Mittelstellung der Potis um ca. 10 dB (!) abgesenkt werden im Vergleich zu dene mit A-Logarithmus, ohne dass sich der Mittenbereich, also die Einbeulung in der Kurve ändert.
Ob das ein Ansatz ist, mal solche Potis versuchsweise einzusetzen, um die Bass- und Höhenwiedergabe von vornherein zu dämpfen? Oder bringen hier solche Potis gar nichts?
Hier noch eine ganz andere Mod, die ich gefunden habe:
http://www.duncanamps.com/technical/bluesdeluxe.html
Gruß Michael
senseo:
Hallo,
ich habe den Blues Del. zwar noch nie selbst gespielt, hatte aber ähnliche Probleme mit anderen Amps. Das Problem sind die Bässe, die schon VOR der Klangreglung zu viel sind. Und das der -wenn Du es laut und clean haben willst - viel zu viel Gain hat. Deswegen kriegst Du den Matsch, der schon beim Übersteuern von V1b drin ist auch nicht mehr rausgeregelt. Egal, welcher Speaker, welcher Bias, welche Potis oder sonstwas. Von der Schaltung w ä r e das ja ein -fast- normaler Fender (d.h. für mich Klangreglung zwischen der ersten und zweiten Stufe), wenn da nicht V1 mit massig Gain vorgeschaltet wäre. Der normale Fender bringt wegen den massiven Verlusten in der Klangreglung die zweite Stufe erst ab höheren Potieinstellungen zum übersteuern, das ist ja hier komplett anders.
Also, wenn Du den BD für cleane Sachen benutzen willst, würde ich entweder ganz viel Gain aus der ersten Stufe rausnehmen (Kathodenkondensatoren ganz weg, auch an V2a, dann mal eine 6072 als erste Röhre versuchen und statt .01µ kleine Koppelkondensatoren probieren (dann aber den Bright Switch nicht anpacken !) . Den V2a Kathodenwiderstand vielleicht noch auf 2k2 oder 3k3 erhöhen.
Oder aber (würde ich machen): Die erste Stufe komplett übergehen und einfach die "klassische" Schaltung aufbauen. Also direkt auf V1b gehen und Volumen hinter die Klangreglung schalten. Ob und wie das allerdings mit dem IC Grab dahinter klingt, weiß ich nicht.
Gruß
Andreas
P.S. Das ganze bezieht sich auf den Schaltplan : http://www.blueguitar.org/new/schem/fender/blues_deluxe.gif , wenn Du einen anderen Amp hast, vergeß alles, was ich geschrieben habe;-)
cream tolex:
Hallo zusammen,
ich habe den BluesDeluxe schon 2 Mal zerforscht und möchte hier gern mal meinen Eindruck wiedergeben, warum der Amp so unendlich Basslastig ist:
HIer wurde schon richtiger Weise gesagt, daß der Combo von der Standardfenderschaltung a la Blackface abweicht, denn die Klangregelung gehört eigentlich hinter die 1.Röhre samt Volume (1MOhm !!!) dahinter, dann folgt die zweite Röhre und wenn man es genau nimmt kommt dann noch die dritte, die eigentlich die Aufholstufe des Federhalls ist. Fender hat hier wahrscheinlich versucht den besten Mittelweg zu gehen und die Klangregelung soweit nach "hinten" zu setzen, wie es geht, damit auch im OD-Kanal eine gesunde Regelmöglichkeit besteht. Dies ist allerdings ein Kompromiss.
Nun gut, in der ersten Stufe ist soweit ich mich erinnern kann 1K5 mit 22uF oder sogar größer parallel in der Kathode
zu finden, was schonmal eine Mordsverstärkung erzeugt und eine Menge Bässe zuläßt (Normal). Jetzt wird das Signal zwar nochmal durch den Volume geteilt aber in der 2. Stufe nochmal sehr stark verstärkt und jetzt erst folgt die Klangregelung, deren Ausgang wiederum auf eine 1K5 22uF Stufe trifft, die das Signal nochmal puscht.
Den heilensten Effekt hätte man wahrscheinlich, würde man die Klangregelung zwischen V1a und V1b setzen.
Dann wäre man schon näher dran. Allerdings habe ich festgestellt, daß die Klangregelung auf der Platine nicht genau die Standardklangregelung eines BF oder SF umsetzt.
Ich habe einem HotRodDeluxe neulich genau so eine Kur verpaßt, denn auch dort ließen sich die Bässe kaum zähmen.
Am Besten man verkleinert die KathodenBypassKondensatoren auf 10uF oder kleiner und spielt mit den Koppel-Kondensatoren. Normal hier sind 0,022uF. Hier einfach mal 0.010uF oder sogar kleiner verwenden.
Was auch noch hilft ist ein kleines Koppel-C im Eingang zur Phaseninverter. Auch hier sind 0.022 uF eingebaut.
Hier kann man durchaus bis 0.001 runtergehen. Selbst 500pF klingen noch in manchem Fendermodell.
Wem das noch nicht reicht kann auch noch die Cs in der Endstufe C25 und C26 verkleinern von 0,1uF auf 0,022uF.
Das wichtigste, was sicherlich auch schon alle wissen, zum Schluß: Alle Koppel-Cs sollten ohnehin durch gute Kondensatoren getauscht werden, je nach Geschmack. HIer kommt der Amp erst richtig zum Leben.
Ich hoffe, es hilft Euch irgendwie weiter, denn eigentlich ist gerade der BD ein klasse Amp und auch der Speaker von Emi ist passend und klingt OK. Aber das ist auch Ansichtssache.
So long.
Cream T.
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