Technik > Tech-Talk Fender
Erfahrungen mit AB763-Clone
Vintage_Man:
Die Bias-Spannung liegt so um die 20 Volt, was dann als Anodenspannung wohl ein bischen wenig wäre. Die Bias-Spannung (besser eigentlich Gittervorspannung) ergibt sich ja aus dem Spannungsabfall am Kathodenwiderstand, bedingt durch Anoden- plus Schirmgitterstrom. Das Problem liegt ja eigentlich in einer zu hohen Ausgangsspannung des Trafos. Hier kann man sich durchaus mit einem Widerstand helfen, der einen Teil der Spannung "verbrät" oder eben eleganter mit einer geeigneten Gleichrichterröhre.
/Bernd
Grooverock:
???
Da habe ich mich wohl etwas unklar ausgedrückt... Das ist mir schon alles klar. O0
Zitat: Hier kann man (ich schrieb an anderer Stelle schon darüber) zwar die Anodenspannungen der GZ34 absenken durch 'Verkokeln' der 2x 37 Volt mittels Widerständen oder man benutzt ausgelutschtere oder andere Gleichrichter, wie ich es mit einer alten 5Y3GB tat. Der Haken an der Sache: sinken im Originaltrafo die Betriebsspannungen durch Belastung, so gleitet auch die Biasspannung!
Wenn du die negative Gittervorspannung wie im unten angehangenen Link aus der Hochspannung erzeugst und die Widerstände zum "verkokeln" zwischen den Abgriff für die negative Gittervorspannung (siehe Link) und der Gleichrichterröhre liegen, dann wird doch auch die Biasspannung gleiten?!?
http://ax84.com/media/ax84_m143.jpg
Vintage_Man:
In der von Dir angegebenen ax84-Schaltung wird die Gittervorspannung ähnlich wie beim AB763 vom Trafo abgeleitet, über die Diode "einweggleichgerichtet", "heruntergekokelt" und dann dem Gitter zugeführt. Sackt die Trafospannung unter Last ab, sackt diese Spannung ebenso nach unten. Alles zusammen nennt man dann auf neuhochdeutsch "sag", also diesen oft gewünschten Kompressionseffekt. Der AB763 hat für diese Spannungserzeugung eine separate 50Volt-Wicklung. Ich denke, dass dieses Konzept sicher stabiler ist.
/Bernd
Meikel:
Hallo Bernd,
> Hier sind auch schonmal ein paar Fotos:
heidernei, da kann ich nur neidvoll sagen - herzlichen Glückwunsch zum gelungenen Amp!
Das Chassis gefällt mir insofern, als dass es kleiner ist als meines, so dass Du kürzere Kabel verwenden kannst. U.U. könntest du (probieren!) sogar auf Abschirmungen verzichten? Und das Gehäuse ist zweifelsohne ein Gedicht!
Mich würde nun sehr interessieren, wie Du mit einen getesteten Jensen zurechtkommst bzw. zufrieden bist, besonders hinsichtlich der sehr starken Basswiedergabe zumindest bei meinem BD-Gehäuse.
Mein AB763-Clone .....
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..... liegt ausgebaut im Regal, da ich momentan aus Zeitgründen nicht dazu komme, sein Gehäuse zu verändern. Will sagen, das BD-Gehäuse ist nicht optimal und der Perfektion halber wegen müsste es eigentlich ein 1:1-Gehäuse-Nachbau des Originals sein. Das kostet aber im Selbstbau und so bin ich wirklich sehr am Überlegen, mir nicht doch die fehlenden Bauteile, also Gehäuse und Chassis, etc. des Wo***er Anbieters zuzulegen, um letztendlich das Projekt zu optimieren - auch wenn es weh tut, aber dann ist eben alles kompromisslos komplett und hätte z.B. das Layout eines DR-Silverfaces.
Momentan spiele ich über einen Kustom Defender, ein relativ leichter (17 Kg) Röhrenamp mit irre Sound, sehr weiten Tonestack-Regelmöglichkeiten, einschleif- bzw. schaltbarem Mastervolume, schaltbarem Bright, zuschaltbarem Boost, wechselbaren Endröhren von EL34 zu 6L6 lediglich durch deren Austausch und Umschalten eines kleinen Schiebeschalters - und das alles zu einem Preis/Leistungs/Verarbeitungsverhältnis, zu dem hier in Deutschland einfach kein Mensch mehr einen Amp selber bauen kann - China sei Dank. :) oder eigentlich eher :( .
Werde wohl sparen, um den AB763 letztendlich zu komplettieren.
Aber ein Inbetriebnahmebild meines geänderten Amps habe ich natürlich auch! ;-)
Gruß Michael
Meikel:
--- Zitat von: Kim S. am 14.03.2008 12:41 ---Hi!
jetzt will ich mich doch auch mal zu Wort melden! ;-)
Könntest du nicht einfach die BIAS-Spannung aus der Hochspannung erzeugen? Wenn du davor(!) die Widerstände zum "verkokeln" hättest, dann würde doch auch die Bias-Spannung zu einem gewissen Grad mitwandern.
Nur so eine Idee... ::)
Was meint ihr?
Viele Grüße, Kim
--- Ende Zitat ---
Hallo Kim,
jein, denke ich mal. Das ganze ist eine für mich zumindest relativ komplexe Angelegenheit. Ob sich der große Leo Fender dabei etwas gedacht hat oder nicht, kann ich nicht beurteilen und will es aber auch gar nicht, um ehrlich zu sein.
Hier kann ich nur als Anhalts- bzw. Diskussionspunkte in die Waagschale werfen:
Es geht ja um das Verhalten / das Zusammenspiel der leistungslos anliegenden Gitterspannung bei Belastung der Anodenbetriebsspannung einer Röhre. Und das eben im Unterschied, ob a) die Gitterspannung angezapft wird von einer Anodenwicklung und mittels Widerstand verkokelt wird oder b) ob die Gitterspannung von einer separaten Wicklung erzeugt wird und hier mehr oder weniger 'hart' anliegt, was aber wegen der leistungslosen Steuerung eigentlich nicht von Belang sein sollte. Die Frage ist also, wie verändert sich die Gitterspannung in beiden Fällen, wenn der Netztrafo belastet wird, also wie stromstabil sind die Spannungsversorgungen, wenn praktisch ein Netztrafo bei Belastung seine Spannungen absenkt. Im ersteren Fall müsste sich die Gitterspannung absenken (da angezapft an der Ua-Wicklung) und im zweiten Fall eher stabiler bleiben (weil eigene Wicklung?).
Dazu kommt das Verhalten der Endröhre(n) anhand seiner/ihrer Kennlinien, also was macht die Endröhre, senken sich Anoden- und Ug2-Spannung ab und dazu ändert sich der obigen Schaltungsvariante entsprechend noch die Ug1-Spannung... will sagen, in welchen (Kennlinien-) Bereich "rutscht" die Röhre?
Im naheliegendsten Fall kann man durch Widerstände vor dem Trafo diesen in seinem Lastverhalten beeinflussen. Aber das geht nur, solange man sich im linearen, also rein ohmschen Bereich bewegt. Geht so ein Netztrafo in die Sättigung, dann nützt kein ohmscher Widerstand mehr etwas, ich denke, das kann man dann nicht mehr so einfach 'simulieren'.
Wozu auch? Will ich letztendlich ein Original hinsichtlich seines Verhaltens bei Belastung nachbauen, dann nehme ich / nimmt man eben den geeigneten (!) Netztrafo und kommt dem Original damit näher, als wenn man versucht, das Rad neu zu erfinden und dann höchstens zweifelhafte Ergebnisse erzielt.
Gruß Michael
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