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champ 5c1 projekt
DocBlues:
--- Zitat von: bazookajoe am 7.02.2008 16:31 ---
Meine Soundvorstellung ist allerdings in meinem Wohnzimmer den Sound zu reproduzieren der auf allen alten 40s-50s Bluesaufnahmen zu hören ist, was scheinbar ein bißchen schwierig ist weil die meisten alten Tweed Amps zu schließen nach vielen Soundclips im Internet und auch was ich schon in Natur gehört habe auch eher diesen twangigen brighten sound haben den die meisten leute wohl als Fender Sound bezeichnen würden, auf den meisten alten Bluesaufnahmen klingt es aber nicht so sondern viel "dunkler", holziger und gar nicht twangy.
--- Ende Zitat ---
Ein Teil des Problems dürfte sein, daß die alten Amps in den 40iger/50iger Jahren real nie so geklungen haben, wie Du sie von den Aufnahmen kennst. Die Aufnahmetechnik war ja noch ziemlich simpel und reduzierte sowohl Bässe als auch insbesondere die Höhen. Die Bluesaufnahmen wurden zudem eher in kleinen Studios mit - auch für die damalige Zeit bescheidener - Aufnahmetechnik gemacht. Resultat: Spitze Höhen wurden beseitigt, harte Dynamik weich gezeichnet (Bandsättigung, Röhrenkompressoren, Verluste im Signalweg. Mit einem Speaker, der eher bedeckt klingt, kann man die Sounds (der Aufnahmen) sicher hinbekommen - allerdings ist es eben nicht verwunderlich, daß Du mit dem Reissue Fender Sound oder auch mit dem realen Fendersound der 50 iger Jahre nicht wirklich glücklich wirst.
Wenn man sich die alten Fender-Schaltungen anschaut, findet man dort fast keine Höhendämpfungen. Da wird der Sound dann natürlich sehr schnell sehr schrill und fizzelig, wenn der Speaker nicht gewaltig dämpft. Hör Dir mal einen alten Fender Bassmann im vollen Overdrive an - da fallen Dir die Ohren ab (ich hatte vor Jahren nach einem Konzert von Rory Gallagher (in seiner Fender-Amp Zeit) 3 Tage Ohrenklingeln dank 50 iger Jahre Bassmann am Anschlag).
Eine Alternative zu einem dumpfen Laufsprecher ist, einfach ein paar bewährte Höhendämpfungen einzubauen - z.B. Kondensator (50 - 220 pF) hinter PI zwischen den Phasen (wie in praktisch jedem Marshall oder wie im AC 30 als Cut-Regler). Zweite (und ergänzende) Möglichkeit: vor dem PI am Eingang einen größeren Grid-Stopper einbauen (220 K Kohle-Comp wirkt Wunder). Drittes Modifikationsfeld: Den Höhenkondensator im Tonestack modifizieren (nicht den Bauteilwert) sondern die Bauteilart: Silver Mica, verschiedene Keramik-Typen, ggf. Polypropylen und Polystyrol ausprobieren. Auch damit kann man die Charakteristik in der Höhenwiedergabe deutlich beeinflussen.
Wenn man den Sound von alten Aufnahmen (gerade denen aus low-budget Studios) will, führt es eher nicht zum Ziel, die Amps der damaligen Zeit genau nachzubauen, denn diese Amps haben live nie so geklungen, wie man sie von den Aufnahmen her kennt. Tendenziell waren die Amps wesentlich höhenlastiger und kratziger. Mir scheint, dieser Umstand wir nicht selten übersehen.
Vielleicht hilft diese Anmerkung, den Weg der Optimierung nochmal zu überdenken und ggf. ein paar zusätzliche Optionen (siehe oben) auszuprobieren.
Gruss,
Docblues
sjhusting:
Wenn du die alte Aufnahme-Ton nachgehst, solltest du auch wissen, wie die alte Aufnahmen oft gemacht geworden sind. Micro in die mitte, fuer der Saenger, wenn er nicht singt, bewegt er sich weg von die Micro so das der Solist gehoert werden kann. Nichts da mit stundenlang Mic-Placement. Insofern ist es fuer mich eine Frage wie nah dran du an diesen Klang willst, was ohnehin nur auf Platten zu hoeren war.
Ubrigens, The Fabulous Thunderbirds haben der gleich Technik fuer ihre erste Platte verwendet (allerdings mit 2 micros fuer stereo).
steven
pentatone:
Hi Killy -
ich habe kürzlich mit der kräftigen Unterstützung der wirklichen Könner hier zwei Projekte auf "gebogenen Blechen" fertiggestellt - keine Probleme.
http://www.tube-town.de/ttforum/index.php?topic=8935.0
Dies ist im Prinzip ein Princeton mit zwei parallelen Endstufenröhren - also dem Champ sehr ähnlich.
http://www.tube-town.de/ttforum/index.php?topic=8873.15
Dieses Projekt habe ich jetzt auch schon ein paar Tage im Probelauf - auch keine Probleme mit dem Chassis (Bilder sehr weit unten auf Seite 2).
Viele Grüße --- Arne.
bazookajoe:
Danke Docblues, das ist wahrscheinlich die wertvollste Antwort zu meiner Lautsprecher Frage in dem anderen Thread, ich hatte auch schon in diese Richtung gedacht, daß das vermutlich auch die von mir so ungeliebten spitzen Höhen betrifft war mir nicht ganz klar.
Daß die Aufnahmetechnik einen großen Teil am Sound der alten Aufnahmen hat ist mir schon bewußt und ich liebe diesen Sound so sehr, daß ich zB echt Probleme habe wenn ich in einem kleinen Blueslokal zB ein normales Schlagzeug höre weil das Drumset auf den alten Aufnahmen eben nach Pappkartons klingt und ich diesen harten knalligen Drumsound absolut nicht ausstehen kann.
Und gerade der komprimierte Bandsound der dadurch entsteht daß da vermutlich meist ein Mikrophon vor die ganze Band gestellt wurde ist so großartig,
habe da zB einige Snooky Pryor Aufnahmen wo man manchmal richtig hört wie er mit der Harp ganz nah ans Mikro geht, das ganze noch mehr verzerrt und komprimiert und der Rest der Band etwas leiser wird.
bazookajoe:
--- Zitat von: killy am 6.11.2008 12:21 ---Der einfachheit halber werde ich mein Chassis so wie auf dem Bild machen. also ein Blech, das ich einmal umbiege und dann so "slot-in" mäßig ins kabinett schieb und anschraube.
--- Ende Zitat ---
Hallo, das ist übrigens mein Amp auf dem Foto, falls Du den Amp genau so mit einer Flächenmasse aufbauen willst solltest Du bedenken daß dieses alte Chassis ein Kupferbeschichtetes Stahlblech ist, auf einem normalen Alu oder Stahlchassis kannst Du nicht löten und ich glaube daß dieser Aufbau auch aus Sicherheitsgründen nicht sehr empfehlenswert ist.
Es hat hier auf dem Board mal jemand einige Hifi Amps mit so einer Flächenmasse gebaut allerdings nicht auf dem Chassis sondern auf Kupferbeschichteten Epoxyplatten (oder ähnlich) mit Lötstützpunkten.
Mein Wissen ist nicht so daß ich Die hier detaillierte Informationen geben kann, würde mal empfehlen allgemeine Informationen zu sammeln, der Einfachheit halber würde ich den Amp nach einem normalen Fender Layout mit Eyeletboard (oder Lötleiste) aufbauen, bei Weber gibts sogar ein derartiges Layout für den 5C1 Champ:
https://taweber.powweb.com/store/kits_50a.htm#5C1
Das Layout würde ich aber auch nicht so übernehmen, Netzschalter gehört unbedingt zweipolig, außerdem ist auf dem Layout der berüchtigte "Death Cap" (bei der Sicherung) eingebaut, aber als Anregung ist das brauchbar, sieh dir halt für den Rest Pläne zB vom TT 66 in der Tube Town DIY Rubrik an.
Mein Amp hat inzwischen einen neuen Netztrafo und einen zweipoligen Netzschalter erhalten und zusätzliche Sicherungen, um endlich den frei verdrahteten Vorschalttrafo loszuwerden den Schutzleiter vernünftig anzuschließen und wenigstens so weit wie möglich modernen Sicherheitsstandards zu entsprechen, (der Ausgangstrafo ist nur provisorisch drin, deshalb die Schleifen in den Leitungen), trotzdem greife ich bei diesem Amp lieber nicht ans Chassis und hab auch meist so einen kleinen 10 oder 30 mA Fi davor, was ich damit sagen will, ich würde den wirklich nicht so aufbauen.
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