Technik > Tech-Talk Fender
Blues Deluxe zerrt zu früh
cream tolex:
TAch zusammen,
bin gerade über Euren Thread gefallen und möchte Euch meine Gedanken dazu mitteilen:
Ich glaube, Eure Analyse geht in die falsche Richtung!
Wenn ein Verstärker früh zerrt, kann das viele Ursachen haben. Wir merken uns dazu folgende Regel:
Wenig Spannung, führt zu frühem Zerren. Es wäre also sinnvoll, die Anoden- und die Kathodenspannungen
der Vordtufenröhren zu messen. Sind diese ausreichend hoch, so wie in der Schaltung, dann sollte ja alles
soweit ok sein. Hast Du aber bestimmt schon gemacht.
Etwas zur Schaltung des BluesDeluxe:
Der Verstärker besteht aus drei Vorstufenelementen, die kaskadiert sind und wo sich entgegen der Blackface-Standardschaltung die Klangregelung hinter der zweiten Stufe befindet. Das Signal hat also schon einen
fetten Pegel, wenn es an der Klangregelung ankommt und wird nach der Klangregelung nochmals geboostet.
Genau da würde ich mal ansetzen. Die erste Stufe hat immer einen Standardwert im Kathodenanschluß,
1K5 Widerstand mit 22uF Kondensator überbrückt und 100K in der Anode. Das Signal wird hier ziemlich aufgepuste
und läuft dann in Stufe 2, wo es nochmal aufgepustet wird. Wahrscheinlich zerrts schon hier.
Nach der Klangregelung wird nochmal geboostet.
Was kannst Du also tun:
Verkleinere mal in der ersten Stufe den Kondensator auf zum Beispiel 10uF oder noch besser knipse einfach mal
ein Bein durch, so dass Du es danach wieder zusammenlöten kannst und probiere dies zunächst an der ersten und
dann an den anderen Stufen. Du wirst damit die Bässe reduzieren aber dafür weniger Verstärkung erzielen.
Alternativ kannst Du auch mal die Schaltung nach Spannungsteilern zwischen den Stufen untersuchen und schauen,
inwieweit Du das Signal durch Veränderung der Widerstände kleiner machen kannst.
So, ich hoffe, ich habe das Problem richtig verstanden und konnte helfen. Falls nicht, konnte ich vielleicht zum Verständnis der BD Schaltung beitragen. Viel Glück.
CreamT
chipsatz:
--- Zitat von: Meikel am 11.07.2008 15:23 ---Hallo Jo,
> Beim Versuch den Amp ohne den FET zu betreiben hat sich auch nichts verändert.
Na selbstverständlich! Der Widerstand im gesperrten Zustand ist zu hoch. Wie oft denn nun noch? Lötest Du das Ding also aus, kann sich auch gar nichts verändern, ausser, dass der Amp u.U. jetzt noch etwas eher zerrt.
Ich verstehe nicht, was es daran so schwierig ist, zu begreifen. Strenggenommen könntest Du parallel zum FET einen Trimmer löten und ihn auf geringstes Zerren im Clean-Betrieb einstellen; resp. auf die erforderliche NF-Spannung an R20. Die kenne ich aber nicht (schrieb ich bereits!), da ich meinen BD nicht mehr habe, sonst könnte ich sie Dir nennen und nach Einstellung des Trimmers ist alles gut - auch wenn dadurch das Problem nicht wirklich gelöst ist.
Gruß Michael
--- Ende Zitat ---
sorry Michael, aber offenbar hast du die Schaltung mit dem FET nicht richtig verstanden.
Der FET muss hochohmig sein, andernfalls wäre er defekt. Natürlich kann man mit einem Trimmer parallel zum FET den Pegel senken, aber was soll das bringen? Die frühe Zerre geschieht sehr wahrscheinlich schon in der Vorstufe, und dann würde mit dem Trimmer nur der gezerrte Pegel abgesenkt.
Gruß mike
Meikel:
Hallo mike,
> sorry Michael, aber offenbar hast du die Schaltung mit dem FET nicht richtig verstanden.
warum? Lediglich ein Zusammenfassen aller Messungen / Aussagen von Joe.
> Der FET muss hochohmig sein, andernfalls wäre er defekt.
Die Gleichspannungen an allen Röhren stimmen. Alle NF-Pegel stimmen bzw. sind in Toleranz, ausser der hinter R20: anstelle von 50 mVAC liegen hier angeblich 725 mVAC - also mehr als das zehnfache. Wenn alle NF-Spannungen bis dahin stimmen, einschliesslich der VOR R20 und nur die HINTER R20 nicht, dann ist der "Spannungsteiler" nach R20 zu hochohmig und die nachfolgende(n) Stufe(n) verzerrt bzw. verzerren. Das System nach dem FET, also Dioden, Schaltbuchsen, Hallverstärkereingang etc. wurde von Joe angeblich durchgemessen und ist angeblich in Ordnung.
Hochohmig ja klar - aber bitteschön mit welchem Widerstand???
> Natürlich kann man mit einem Trimmer parallel zum FET den Pegel senken, aber was soll das bringen?
Einen abgesenkten NF-Pegel und Joe hätte endlich Ruhe. ;) Hatte dazugeschrieben, dass das aber nicht die Lösung des Problems ist...
> Die frühe Zerre geschieht sehr wahrscheinlich schon in der Vorstufe, und dann würde mit dem Trimmer nur der gezerrte Pegel abgesenkt.
Das kann nach den NF-Spannungen und oszillographierten Amplituden lt. Joes Aussagen nicht sein. Zum Trimmer schrieb ich bereits.
Eines kann dem Verständnis nach nur sein: dass nämlich das System nach (!) dem FET, wie von Joe beschrieben, eben nicht ok ist, also NF-mässig kein Spannungsteiler vorliegt, der den NF-Pegel weit genug absenkt, damit hinter R20 nicht die beschriebenen 750 mVAC liegen. Lt. Joe arbeitet aber der Hallverstärker i.o und unverzerrt (was mich eigentlich wundert, da er normalerweise dann auch einen zu hohen Pegel kriegen müsste).
Gruß Michael
chipsatz:
--- Zitat von: Meikel am 15.07.2008 09:47 ---Eines kann dem Verständnis nach nur sein: dass nämlich das System nach (!) dem FET, wie von Joe beschrieben, eben nicht ok ist, also NF-mässig kein Spannungsteiler vorliegt, der den NF-Pegel weit genug absenkt, damit hinter R20 nicht die beschriebenen 750 mVAC liegen. Lt. Joe arbeitet aber der Hallverstärker i.o und unverzerrt (was mich eigentlich wundert, da er normalerweise dann auch einen zu hohen Pegel kriegen müsste).
--- Ende Zitat ---
@Michael: Man kann aber auch einfach das Masterpoti weiter zudrehen. Das liegt ja schließlich parallel zum FET!! Schau mal den Schaltplan genau an. Die Messwerte nach R20 sind direkt abhängig von der Stellung des Masterpoti R21. Es ist zwar vorgegeben "all controlls 50%", aber da ist der richtige Pegel eher Glücksache.
@All:Ich denke man muss so vorgehen: man stellt mit dem Masterpoti R21 die 50mVAC ein. Dann sollten die Folge-Messwerte auch wieder stimmen. Vorraussetzung ist natürlich, dass der Relaiskontakt von RY28 sauber geschlossen ist.
Ich würde mich auch nicht so sehr auf die Messwerte, die im Schaltplan angegeben sind, fixieren. Die geben schließlich nur den Betriebszustand im Drive-Mode wieder. Im Clean-Mode gelten wieder ganz andere Pegel. Ich denke man sollte erst mal die Relais überprüfen. Gegebenenfalls die Kontakte testweise überbrücken. Man muss erstmal die Frage klären: liegt ein Defekt vor, oder ist alles ok und der Amp zerrt eben früh. Dann würde ich mit dem Oszi die Stufe suchen, die zuerst in die Begrenzung geht. Da müsste man dann ansetzen.
Gruß mike
Meikel:
Hallo mike,
> @Michael: Man kann aber auch einfach das Masterpoti weiter zudrehen....Schau mal den Schaltplan genau an....
schau mal den Schaltplan genau an. Wir sprechen hier vom Clean-Betrieb. Im Clean-Betrieb ist das Master-Poti via Relais abgeschaltet. Master wird nur für Drive-Betrieb gebraucht und ist im Clean-Betrieb (auch meinem BD, den ich hatte, entsprechend) wirkungslos.
Gruß Michael
Navigation
[0] Themen-Index
[#] Nächste Seite
[*] Vorherige Sete
Zur normalen Ansicht wechseln