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Mallorys oder Orange Drop für 5E3
Vintage_Man:
Kann das sein, dass da 'ne Menge Vodoo mitschwingt?
Meine Ohren vernehmen da nix!
/Bernd
dknia:
Moin Bernd,
geht meinen Ohren auch so. Allerdings gefallen mir die Mallorys optisch besser, ich steht mehr auf schlanke Formen.
/Herbert
DocBlues:
Nö - Voodoo ist das keineswegs.
Allerdings verschwimmen die Unterschiede, wenn man entweder noch diverse Vorschaltgeräte dazwischenhängt oder der Amp insgesamt aus mäßigen Bauteilen aufgebaut ist. Das ist bei praktisch allen Industrieamps der Fall. Ob man bei einem aktuellen Marshall einen Mallory, OrangeDrop oder Solen Fast reinhängt, merkt man praktisch nicht.
Wenn man allerdings konsequent alle Koppelkondensatoren ersetzt ist der Unterschied meist schon ziemlich deutlich (zumindest so groß wie zwischen einem Greenback und einem Vintage30 z.B.).
Wenn man von vornherein bei einem Neubau auf gute Widerstände achtet (die meisten Metallfilmwiderstände sind katastrophal) und ausschließlich gute Kondensatoren verwendet, hört man selbst einen einzigen geänderten Kondensator heraus (Ich höre es jedenfalls reproduzierbar).
Beispiel: Ich habe letztens in einem Amp, der durchgängig mit Solen Fastm, Carbon Composite und Vishay Dale Metallfim (am Eingang wegen Rauschreduzierung) aufgebaut ist folgendes Experiment gemacht:
Austausch eines Widerstandes gegen einen billigen Carbon Film von Conrad. Der Sound wurde sofort sehr viel dumpfer, matter und lebloser. Als ich dann noch den davor hängenden Solen Fast (am Anodenausgang) gegen einen Mallory 150 getausch habe, war der Sound völlig matt - geradezu tot. Die ganze tolle Reaktion des Amps auf die Spielweise, die ganzen feinen Nuancen im Crunch und waren weg.
FAZIT: In einem Durchschnittamp fallen die verschiedenen Kondensatorentypen kaum ins Gewicht. Wenn der Amp allerdings durchgängig bauteilmäßig optimiert ist, sind die Unterschiede deutlich. Wenn dem nicht so wäre, gäbe es keine Boutique Amps und es würde auch kaum jemand seinen Amp selber bauen.
Zugegebenermaßen hört man auch nur wenig Unterschiede, wenn man ausschließlich Shred-Metal High Gain fährt, ggf. kratzige Verzerrer benutzt und das in einem Übungsraum mit mieser Akustik.
Last but not least ist das Hörvermögen auch sehr unterschiedlich - nicht jeder hört alles.
Einbildung ist es jedenfalls nicht.
Gruß,
DocBlues
Larry:
--- Zitat von: Han die Blume am 1.10.2008 11:44 ---Hier werden Caps verglichen: http://www.historiclespauls.com/forum/viewtopic.php?t=211
--- Ende Zitat ---
Die Anforderungen an Kondensatoren für Gitarrenelektronik und zur Anwendung in Röhrenamps unterscheiden sich erheblich.
Ein Kondensator, der als Tone-Cap in der Gitarre eine gute Figur macht, kann im Röhrenamp verbaut tatsächlich abscheulich klingen - und andersrum!
Und auch die Bezeichnung "Orange Drop" ist eher nichtssagend. So sind sich wohl die Typen 715P und 716P im elektrischen Verhalten und auch akustisch bezüglich ihres Einwirkens auf's Endergebnis relativ ähnlich, aber ein 'Orange Drop' PS6 ist da ein völlig anderes Tier!
Larry
DocBlues:
Hi Larry,
das ist dann auch bei den Orange Drops der Unterschied zwischen den Polypropylen Typen und den Polyester Typen. Wie ich Deinem Beitrag entnehme, hörst Du die Unterschiede auch deutlich - abhängig auch von Gitarre oder Amp - also kein Voodoo, keine Einbildung.
Das wäre doch vielleicht etwas für "Wetten das": Kondensatoren heraushören.
Gruss,
DocBlues
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