Technik > Tech-Talk Fender
Mallorys oder Orange Drop für 5E3
dukesupersurf:
Hallo,
das mit dem Parallelschalten von Koppelkondensatoren hab ich mal gemacht.
Ein altes Fendertop sollte mehr Tiefdruck bringen,also raus mit dem 1nF Keramik-C vorm Treiber und 10n Polypropylen rein.
Die Bässe bumsten plötzlich,aber irendwie klang es auch steriler.Als ich dem Kunden das vorführte,hab ich den Keramik dringelassen
und nur überbrückt und es klang tatsächlich rotziger.
Das Youtubevideo hat mich auch ins Staunen versetzt.Und heute war jemand da,der ne neue Gitarrenschaltung mit einigen Spezifikationen
brauchte.Alles super,aber das Surren ,daß verschwindet,wenn man die Hand auflegt war viel lauter,und wenn man den Finger auf die richtig geerdeten Kappen legte,wurde es sogar noch schlimmer.Ich erinnerte mich an das Video und hab ratloserwiese einfach mal alle PU-Anschlüsse umgepolt (NEIN,nicht die Masse/Schirm,so doof bin ich auch nicht)
und es war weg!
tschüß,Thomas
Larry:
--- Zitat von: bazookajoe am 2.10.2008 22:43 ---ich würde mir halt wünschen daß es direkt aus meinem Amp so klingt wie auf der Aufnahme.
--- Ende Zitat ---
Das dürfte in etwa so unmöglich sein, wie beim Duschen nicht nass zu werden!
Aber nicht nur durch die Aufnahmetechnik wird viel am Sound verändert/beschönigt...
... sondern auch im Bandkontext kann ein nicht so überzeugend klingender Amp manchmal ganz gut abschneiden.
Je nach dem 'Drumherum & Arrangement' in der Band fällt da dann garnet mehr so sehr auf, dass der Amp zu wenig Fundament hat (weil's der Basser auffüllt), oder dass er eigentlich zu krätzige Höhen hat (weil's z.B. in der Becken- & Snarearbeit des Drummers untergeht).
Larry
DocBlues:
Hallo,
ganz genauso wie auf der Aufnahme bekommt man es sicher nicht hin und der Bandsound spielt zweifellos auch eine sehr große Rolle. Wenn man sich allerdings bei den Bauteilen und den Schaltungen ausschließlich dort festlegt, wo man vor 30 oder 40 Jahren schon war, nimmt man sich die Möglichkeit, überhaupt weiter und näher ans Ziel zu kommen.
Ich denke, was viele Gitarristen so konservativ nach hinten schauen läßt, ist, daß es so etwa ab Mitte der 80iger Jahre eine Tendenz zu immer schärferen, kratzigeren und synthetisch klingenden Gitarrensounds gab - bedingt durch entsprechende Amps und Zeitgeist. Das waren in meinen Ohren Sounds, bei denen wir früher nur gesagt hätten - was ist denn das für ein billiger Transistorbratz. Als Mitte der 70 iger mein damaliger Co-Gitarrist mit einem Ibanez Tube Screamer ankam und vor seinen Hiwatt schaltete, empfand ich das als eher billige Notlösung. Immerhin waren die Dinger erträglicher als die meisten anderen Verzerrer. Den Voodoo-Kult um diese alten Teile kann ich allerdings nicht nachvollziehen.
Dazu kam dann in den 90iger Jahren, daß die Amps immer billiger produziert werden und heute wohl kaum mehr Lebenserwartung als ein PC haben - sprich 3 - 5 Jahre. Früher hielten die Kisten 30 - 40 Jahre.
Mit anderen Worten: Das meiste von dem was heute so an Industrieprodukten angeboten wird und angeblich vintage, warm klingend usw. sein soll, ist ein müder Abklatsch von dem, was früher einfach nur Standard war. Viele jüngere Gitarristen haben auch nie etwas anderes kennengelernt und ihre Hörgewohnheiten darauf eingestellt.
Das ist auch deshalb so bedauerlich, als es heute technisch viel mehr Möglichkeiten gibt, wesentlich bessere Produkte herzustellen - es wird aus Kostengründen aber meist nicht getan und die Nachfrage nach dem Schrott ist zumindes bei den jüngeren ja auch im großen Stil gegeben.
Trotzdem hat sich in den letzten paar Jahren eine Tendenz eingestellt, sich mal wieder daran zu erinnern, das viele Amps und Gitarren vor 30 Jahren eigentlich lebendiger und ohrenfreundlicher klangen als vieles, was man heute so bekommt. Nicht zuletzt sind die Teilnehmer des Forums ja deshalb auch am Modifizieren und Amp-Basteln und es gibt solche Anbieter wie TubeTown.
Andererseits muß man ja nicht da stehen bleiben, wo es vor 30 Jahren gut war , nur weil zwischendurch sehr viel Müll produziert wurde. Man kann ja auch die tollen Dinge von früher mit den erweiterten Möglichkeiten von heute kombinieren und ein paar Schritte in der Evolution der elektrischen Gitarre weiter gehen. Die Amps von vor 30 oder 40 Jahren waren in Ihrer Art toll, aber sind nicht das Ende der Fahnenstange.
Ein Beispiel, was so möglich ist: Neben meiner Röhrenbastelei habe ich mir vor einigen Jahren einen alten MusicMan 150W Amps zugelegt, als ich nebenbei als Bassist spielte. das Ding hat eine Röhrenendstufe und Vorstufe und PI mit OP-Amps. Integriert ist eine Diodenverzerrerschaltung.
Das war und ist eigentlich mein Bass-Amp. Er hat aber einen zweiten Kanal und den habe ich mir mit der Absicht "Notamp für die Gitarre" modifiziert. Irgendwann fing ich dann zusätzlich mit Bauteileupgrades an - Fred-Dioden, Vishay Dale Widerstände, bessere OP-Amps, bessere Kondensatoren usw. Der Amp klang damit schon deutlich besser als er je geklungen hat - nicht nur Clean sondern auch im Crunch für Gitarre und als Bass-Amp ebenfalls.
Als Ergänzung habe ich mir dann mit ebenso guten Bauteilen ein Overdrive Pedal mit eigener Schaltung zusammengebaut.
In Kombination klingt das schon sehr anständig (Rory, Ritchie, Eric usw.) - man könnte es auch für einen reinen Röhrenamp halten. Kürzlich hatte ich eine Session u.a. mit einem Gitarristen, der seinen JCM 800 (2204) dabei hatte. Ich hatte meine obige Kombination dabei und ich sagte irgendwann: Na ja für Dioden- und OP-Amp Zerre klingt es doch ganz brauchbar, worauf der andere Gitarrist meine, daß er froh wäre, wenn sein Marshall so klingen würde, wie mein MM mit Overdrive. Nachsatz von ihm: "Über den Amp geht doch kaum noch etwas rüber". Das sehe ich zwar nicht ganz so, zumal mein aktuelles - im Overdrive-Kanal fertiges - Röhrenamp-Projekt da schon noch das gewisse Etwas oben drauf setzt - mit optimierten Bauteilen und komplett eigenem Schaltungsdesign.
Die Story soll zeigen: Wenn es schon möglich ist, mit Dioden und OP-Amps soweit zu kommen, daß jemand mit einem 2204 fast neidisch wird, was ist dann erst möglich, wenn man das Potential der Röhrenamps weiter ausschöpft.
Also - ganz der CD-Sound wird es nicht nie werden, aber man kann mit den Amps schon sehr nah ran kommen - nicht nur voll "aufgepowert", sondern auch zu Hause mit "Mäuserohr". Experimentieren lohnt sich.
Gruss,
DocBlues
Fwänk:
Hallo liebe Helfer,
da ich gerne meinen "Tweed" 5e3/5 bezüglich Rauschen und Brummen optimieren möchte meine Frage ob jemand ungefähr sagen kann welche Einstellungen auf dem Oszi vorgenommen wurden um die Folienthematik zu messen. Ich habe eines vom Nachbarn meiner Eltern und würde jetzt gerne die Einbaurichtung bestimmen. Ich hatte zwar mal meine Koppelkondensatoren zum Phasentreiber getauscht, allerdings ist mir keine Änderung aufgefallen. Sofern ich aber einige Dinge von vornherein ausschließen kann würde mich das freuen.
Grüße, Frank
El Martin:
Moggän, Frank!
Soweit ich es verstand, klemmt er die Kondensatoren bei maximaler Empfindlichkeit an. Bei manchen Tastköpfen kann man noch ne 1:10 Abschwächung einschalten...da solltest Du auf 1:1 gehen.
Ciao
Martin
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