Technik > Tech-Talk Fender
Fwänks Planungs und Bauphase für 5E3
DocBlues:
Hallo Frank,
mir ist noch ein Detail einfallen. Um die Abschirmwirkung des Gehäuses für den Eingangsbereich zu optimieren, kann man von dem gemeinsamen (vom Gehäuse getrennten) Massepunkt der Vorstufe einen kleinen Kondensator (500 - 1000 pF Keramik) vom gemeinsamen Punkt direkt an das Gehäuse legen. Der leitet eventuell über die Abschirmung des Gitarrenkabels eingeschleppte höherfrequente Störungen vor der ersten Stufe zum Gehäuse ab und hält Deine Vorstufenmasse sauber davon.
Das ist noch ein Detail, das Du leicht einbauen kannst, falls Du die geänderte Masseführun g in der Vorstufe umsetzt.
Auf einen tollen Sound ohne Brumm und Bräz.
Gruss,
DocBlues
Fwänk:
Hi DocBlues,
das heißt der Kondensator geht direkt von der Eingangsbuchsenmasse über den Kondensator an des Gehäuse. Damit hätte ich ja eine kapazitive Belastung des Signals. Diese will ich ja über qualitativ hochwertige Kabel ausschließen und baue sie damit wieder auf. Ich weiß, 500pF ist nicht viel, 1nF ist denke ich schon hörbar. Aber erst einmal testen und dann berichten.
Grüße, Frank
DocBlues:
Hallo Frank,
der Kondensator geht nicht von der Signalleitung des Eingang gegen Gehäuse, sondern von der Masseleitung des Eingangs an die Gehäusemasse. Der Kondensator liegt also nicht parallel zum Eingangswiderstand sondern geht ja von dem gemeinsamen Vorstufenmassepunkt (der dort aber nicht am Gehäuse ist), zum Gehäuse. Damit hast Du auch keine kapazitive Belastung am Eingang.
Auf den ersten Blick erscheint das so, als ob der Kondensator sinnlos ist, da ja der Vorstufenmassepunkt (dort nicht am Gehäuse) über das neu zu legende braune Kabel (das zum Massepunkt der Gleichrichtung führt) an Masse liegt. Diese Masse ist aber technisch-physikalisch nicht identisch mit der Gehäusemasse an der Gleichrichtung. Es sind genau diese kleinen Potentialunterschiede , mit denen man sich Störgeräusche und Brummen einfängt.
Deshalb liegen Deine drei o.a. Massepunkte auch keineswegs auf genau gleichem Potential, da zwischen ihnen die Wege durch das Gehäuse führen.
Die Schaltung mit dem kleinen Kondensator von Eingangsmasse an Gehäusemasse (bei isolierter Buchse) findet sich in einer ganzen Reihe von Amps. Ich bin erstmalig vor 25 Jahren in MusicMan Amps darauf gestoßen.
Auch Dein Massepunkt der Endstufe, der mir unter dem Board zu liegen scheint, sollte dort eigentlich nicht am Gehäuse liegen, sondern besser auch über separates Kabel zum Massepunkt an der Gleichrichtung geführt werden. Das sollte aber in Deinem Amp mit dem überschaubaren Gain nicht unbedingt nötig sein, sofern Du die Vorstufe wie beschrieben massemäßig gestaltest. Zumindest würde ich mir an Deiner Stelle darüber erst einmal keinen Kopf machen.
Fazit: Masse ist nicht immer gleich Masse - auch wenn es auf den ersten Blick so aussieht.
P.S. Ein mechanisches Problem ist mir noch aufgefallen. Einer der Kondensatoren in der Gleichrichtung scheint nicht mit gerader Zuleitung angeöltet zu sein, sondern mit einem Knick in der Leitung. Falls dem so ist solltest Du den Kondasator durch Kabelbinder mechanisch sichern.
Ich bin auf Dein Feedback nach erfolgten Modifikationen und Tests gespannt.
Gruss,
DocBlues
Fwänk:
Hi DocBlues,
vielen Dank für die Erklärung. Endstufenmasse ist genau wie Du es sagst unter dem Board in der Nähe des PE. Kondenstor werde ich einlöten, ich hoffe ich habe noch einen 500pF bis 1nF im Haus, sollte aber passen.
Also evtl. heute Abend schon eine Info, spätestens morgen Abend, da ich nicht weiß wie der Rest der Familie reagiert wenn der Papa immer in den Lötdämpfen steht. Aber das fördert numal mein Seelenheil.
Grüße, Frank
DocBlues:
Hallo Frank,
einer ist mir noch eingefallen - "just in case": Du schreibst, die Potis sind geerdet. Ich nehme an, daß Du damit nur die Gehäuse meinst und nicht etwa auch den Massepunkt des Mittenreglers. Dieser Punkt gehört an den Vorstufenmassepunkt (ohne Gehäusekontakt).
Gruss,
DocBlues
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