Tube-Town Forum

Technik => Tech-Talk Engl => Thema gestartet von: swedishmetal am 11.11.2010 08:24

Titel: ECS Sicherung Savage 120
Beitrag von: swedishmetal am 11.11.2010 08:24
Hallo Leute,

Gestern hats an meinem Savage 120 eine Endstufensicherung geknallt. Amp eingeschaltet, warmlaufen lassen, Standby off, gespielt und sofort gemerkt dass der Amp keinen Dampf hat. Da hats doch die 315mA Sicherung der rechten Röhre rausgehauen. Die Röhren haben beide gleich ausgesehen, kein blaues Schimmern oder so. Neue Sicherung rein und siehe da, 2 Stunden gespielt ohne Probleme.
Die SED 6550 Röhren sind jetzt ca. 50 Stunden in Betrieb, habe sie eingemessen auf ca.70% Leistung. Die Sockel hatte ich auch gleich ersetzt und den Amp gecheckt, konnte keinen Mangel feststellen.
Ich hatte schon einmal ähnliche Probleme, da hat die eine Kontroll-LED über den Sicherungen so halb geschimmert im Betrieb. Die hatte ich dann auch gleich ersetzt beim Sockel- und Röhrentausch. Seit dem Wechsel machte der Amp keine Probleme mehr.
Kann das sein dass die Endstufenröhren einen höheren "Anlaufstrom" haben? ähnlich wie bei einem Elektromotor? Oder dass eine Röhre mal kurz zuviel Strom zieht und nachher wieder optimal arbeitet?

Danke und Gruss
Theo
Titel: Re:ECS Sicherung Savage 120
Beitrag von: Hans am 11.11.2010 08:39
Hallo Theo

Röhren verhalten sich genau umgekehrt wie eine induktive Last. Sie ziehen erst wenig Strom und wenn die Heizung voll da ist ihren Nennstrom. Das Problem das du beschreibst könnte ein defekter Koppelkondensator verursachen. Wenn der gelegentlich Gleichspannung durchläßt steigt der Anodenstrom und die Sicherung verabschiedet sich. So was kann als MG-Effekt (manchmal gehts) auftreten, gemeinerweise.

Salu Hans
Titel: Re:ECS Sicherung Savage 120
Beitrag von: jacob am 11.11.2010 08:54
Hi Theo,

SED- Röhren haben zwar eine sehr gute Qualität, aber es sind halt Röhren...
Beobachte doch mal, ob es immer die gleiche Röhre (mal in den Fassungen umstecken) ist, bei der es die zuständige Sicherung durchhaut.

Sind denn die Endröhren paarweise "überkreuz" oder einzeln abgesichert?

Gruß

Jacob
Titel: Re:ECS Sicherung Savage 120
Beitrag von: swedishmetal am 11.11.2010 09:45
Hallo,

Der Savage hat ja nur 2 Endstufenröhren, und die sind einzeln abgesichert mit den 315mA Sicherungen an der Rückwand des Verstärkers.

Gruss
Theo
Titel: Re:ECS Sicherung Savage 120
Beitrag von: jacob am 11.11.2010 09:54
Hi,

das ist ja interessant. Wofür steht dann aber das "120"?

Na ja, mit ENGL- Amps hatte ich bisher allerdings auch noch nichts am Hut...

BTW: Heisskleber besorge ich mir immer direkt im Baumarkt, und ich verwende ihn auch nur für die Weihnachtsdekorations- Orgien meiner Frau... ganz ehrlich!   :devil: :angel:

Gruß

Jacob
Titel: Re:ECS Sicherung Savage 120
Beitrag von: swedishmetal am 11.11.2010 10:24
Das "120" steht für 120 Watt Leistung  :)
Der Amp ist ja auch schon bald 20 Jahre alt, da könnte es schon sein dass die Kondensatoren nicht mehr die besten sind, denke ich.

Gruss
Theo
Titel: Re:ECS Sicherung Savage 120
Beitrag von: jacob am 11.11.2010 11:29
WOW!  :devil:

Probier aber auf jeden Fall zuerst mal, ob der Fehler mit der Röhre mitwandert, wenn Du die beiden Röhren in ihren Fassungen umgesteckt hast.

Gruß

Jacob
Titel: Re:ECS Sicherung Savage 120
Beitrag von: swedishmetal am 15.11.2010 10:35
Der Fehler wandert nicht mit beim Röhrentausch. Habs nochmals versucht, beim ersten mal einschalten - Sicherung sofort geflogen. Sicherung ersetzt, wieder gut!
Das wird schon so ein Koppelkondensator sein, ist ja gut möglich bei einem 20 Jahre alten Teil.
Ich habe mal den Schaltplan angeschaut, sind das die 2 47nF Kondensatoren nach den letzten Vorstufenröhren V6A/V6B? Die Nummern C37 und C40? Und weiss jemand zufällig auf welcher Platine die sitzen? So wie ich das sehe auf der grossen mit den Röhrensockeln drin!?

Danke und Gruss
Theo
Titel: Re:ECS Sicherung Savage 120
Beitrag von: Hans am 15.11.2010 10:49
Hallo

krtisch sind die Koppelkondis an den Gittern der Endstufenröhren. Einfach vom Gitter der EL34 aus die Verbindungen rückverfolgen. Geht ganz gut mit einem Ohmmeter bei ausgeschaltetem und entladenem Amp.

Mindestens 20 Min. warten nach dem Ausschalten bis du dich auf die Suche begibst. :police:

Es kann sein das noch ein Widerstand vor dem Gitter hängt (Gridstopper), aber danach wirst du definitiv auf den Koppelkondensator treffen.

Salu Hans
Titel: Re:ECS Sicherung Savage 120
Beitrag von: swedishmetal am 17.11.2010 20:45
So, Kondensatoren sind ersetzt. Fehler immer noch da, aber jetzt weiss ich auch warum. Der Fehler wandert doch mit der Röhre mit, beim letzten Test ist die andere Sicherung geflogen, da habe ich mich verguckt.
Jetzt habe ich mein Ersatzpaar 6550 SED reingesteckt, kurz Bias kontrolliert, siehe da- Fehler behoben!!
Ich weiss auch nicht was mit den Röhren ist, nach 6-8 Monaten geht mir immer wieder so eine SED Röhre flöten obwohl ich mit dem Bias nicht am oberen Limit fahre, bin immer so zwischen min. und max. laut Bias Anleitung ???
Ich habe noch ein paar EH-Röhren, aber mit denen klingt der Amp nicht ganz so gut wie mit den SED. KT88 habe ich auch noch, nur sind mir die zu bassig.
Naja, ich werde mir doch wieder SED bestellen, gleich wieder 4, dann habe ich ja wieder Ersatz in einem halben Jahr :)

Ist doch nicht normal so ein Röhrenverschleiss oder ???

Gruss Theo

Titel: Re:ECS Sicherung Savage 120
Beitrag von: jacob am 17.11.2010 23:27
Hi,

welchen Wert haben denn bei Deinem Savage eigentlich die Gitterableitwiderstände an den Endröhren?
Laut Datenblatt sollten die bei fixed Bias 50K nicht überschreiten, wenn die Röhre stabil laufen soll.

http://www.mif.pg.gda.pl/homepages/frank/sheets/135/6/6550A.pdf

Nicht, dass die vielleicht 220K haben...

Gruß

Jacob
Titel: Re:ECS Sicherung Savage 120
Beitrag von: swedishmetal am 19.11.2010 08:43
Hallo,

ich weiss nicht was für Werte die Gitterableitwiderstände haben, dafür müsste ich den Amp nochmal aufmachen. Dazu habe ich jetzt keine Lust mehr :-\. Habe gestern die neuen SED 6550 mal während 2 Stunden Betrieb gemessen. Bei 550Volt Anodenspannung laufen die Röhren mit 37mA Ruhestrom. Laut Tabelle ist der optimale Bereich von 32 bis 45mA. Ich habe am Bias Poti auch nichts mehr nachgestellt. Die alten Röhren von denen sich ja eine verabschiedet hat, liefen mit 39mA, das hatte ich mir aufgeschrieben beim letzten Wechsel / Einstellvorgang.
Da die Anodenspannung unter Last ja noch einwenig runtergeht befinden sich die Röhren sicherlich nicht an der oberen Grenze, eher so bei 50-60%!?

Während der Bandprobe habe ich auch noch unter Last gemessen mit Master auf 11Uhr, was ja schon ziemlich heftig ist  :headphone:. Da gehen die Werte bis 55mA, stabilisieren sich jedoch ohne Last immer wieder auf die 37mA.

Ich denke das die letzte Röhre einen Schuss hatte, naja ich sehe es dann.....vielleicht in einem halben Jahr wieder :)

Gruss Theo
Titel: Re:ECS Sicherung Savage 120
Beitrag von: Jaymz am 29.01.2011 19:41
Hallo,

erstmal sorry fürs Thread-Kapern, aber es passt thematisch einfach perfekt. Das oben beschriebene Problem taucht bei unserem zweiten Gitarristen auch immer wieder auf (zuletzt heute in der Bandprobe). Amp einschalten, Vorglühen der Röhren und beim Einschalten des Stand-By hauts die Sicherungen raus (und zwar beide). Ist auch nicht das erste Mal, dass das passiert ist. Die Röhren schimmerten auch schön blau/violett. Kann es sein, dass er einfach nur Pech mit den Röhren hat? Der Amp war schon mehrmals bei einem Techniker. Das letzte Mal wurde er dann direkt bei Engl gecheckt (es kam Sound, obwohl der Stand-By noch aus war). Da hatte dann eine Endstufenröhre einen defekt. Jetzt lief er knapp ein halbes Jahr, wobei es nicht so ist, dass er jeden Tag zig Stunden läuft, halt "normal" bei Bandproben.
Wie gesagt, ist das eher nur Pech mit den Röhren, oder, hat die Serie evtl. allgemein Probleme mit der Endstufensektion? Finde es schon ein wenig merkwürdig, dass man die Röhren so oft wechseln/austauschen muss (trotz der Verschleißteiltatsache). Ich könnte die Koppelkondensatoren auch tauschen, klar, aber wenn das nicht die Ursache ist...?

Wäre erstmal für Ratschläge offen. Danke.

Gruß, Lukas
Titel: Re:ECS Sicherung Savage 120
Beitrag von: Dirk am 30.01.2011 17:23
Hallo,

aus meiner Erfahrung kann ich nur sagen, dass gut 90% der Kunden, die diesen Amp haben und sich bei mir wegen einem Röhrenschaden gemeldet haben, keine Röhrenschaden hatten.
Wie stark ist das bläuliche leuchten ? Ggf. laufen die Röhren auch nur zu heiss weil der Bias nicht eingestellt wurde.

Was sollen die Koppelkondensatoren mit der Sache zu tun haben ?

Gruß, Dirk


Titel: Re:ECS Sicherung Savage 120
Beitrag von: Jaymz am 30.01.2011 18:06
Hi,

ja, ehrlich gesagt, glaub ich auch nicht, dass die Röhren die "Täter" sind. Oder meinst du, dass die Röhren das locker wegstecken, bzw. er sie nicht sofort austauschen muss, wenn die Sicherungen fliegen? Das mit dem Bias müsste ich mal kontrollieren. Denke da nur, weil der Amp bei Engl war, dass die ihn ja wohl soweit in Schuss gebracht haben... aber wie gesagt, werd mal den Bias beim nächsten Mal durchchecken.

Das mit den Koppelkondensatoren war eine Vermutung von Hans (Antwort #1). Wie stark das Schimmern ist/war, kann ich jetzt schlecht sagen, denn bei dem Amp sind ja noch LEDs verbaut. Weiß nicht, wie die den Effekt beeinflussen, also optisch meine ich. Es trat aber erst auf, als die Sicherungen durch waren, müsste ich leider auch nochmal schauen, wenn das ganze wieder auftritt.

Gruß, Lukas
Titel: Re:ECS Sicherung Savage 120
Beitrag von: Dirk am 30.01.2011 22:50
Das mit dem Bias müsste ich mal kontrollieren. Denke da nur, weil der Amp bei Engl war, dass die ihn ja wohl soweit in Schuss gebracht haben

Denkst Du oder weisst Du es ?
Wenn eine Sicherung auslöst, dann hat das einen Grund und wenn die Röhre durch einen Defekt die Ursache für das Auslösen der Sicherung ist, dann wird nachdem die Sicherung ausgetauscht wurde diese ebenfalls wieder auslösen oder die Röhre weiterhin nicht funktionieren. Selbstheilung ist hier sehr unwahrscheinlich. Da die Sicherung scheinbar erst nach einer gewiesen Zeit auslöst und das auch nicht immer, kann man davon ausgehen, dass eine Überlastung oder Kurzschluss nicht permanent anliegt. Ich würde mal einen Wackelkontakt in den Raum stellen oder ein Ruhestrom der hart an der Grenze eingestellt ist.

Gruß, Dirk
Titel: Re:ECS Sicherung Savage 120
Beitrag von: Jaymz am 5.02.2011 21:45
Hallo,

hab heute mal den Bias durch beide Röhren gemessen. Bei der, die in Ordnung ist, fließen ca. 37 mA, bei der "defekten" sind es um die 50 mA. Die Wackler/Kurzschluss-Theorie ist gut, aber leider schwer nachzuprüfen bzw. zu kontrollieren. Auch weil das Innenleben recht suboptimal für sowas ist (upside-down lässt grüßen).
Folge ist momentan, dass mein Bandkollege sich ein neues Paar Endstufenröhren besorgt (mal wieder). Allerdings ist das ja nur die Bekämpfung der Symptome, aber nicht der Ursache...

Gruß, Lukas
Titel: Re:ECS Sicherung Savage 120
Beitrag von: Dirk am 6.02.2011 12:57
Hallo,

auf alle Fälle die Sockel der Endröhren prüfen, ob die Röhren noch richtig fest sitzen.
Werden die Röhren zudem mit Röhrenhalter fixiert oder sitzen diese lose in den Sockel ?

Gruß, Dirk
Titel: Re:ECS Sicherung Savage 120
Beitrag von: Manfred am 6.02.2011 20:20
Hallo,

ich hatte das Problem mit einer Sicherung die nach einiger Zeit auslöst bei einer andern Anwendung.
Die Ursache  waren Einschaltstromstöße die die Sicherung aufgrund ihrer Strom-Zeitkennlinie nicht zum auslösen brachten.
Bei einer Sicherung bei der Strom immer wieder in der Nähe des Auslösestrom kommt
aber die Energie nicht nicht zum Durchbrennen des Sicherungsdrahts nicht ausreicht führt zu einer Alterung des Schmelzdrahtes.
Das verschiebt die Strom-Zeitkennlinie allmählich immer mehr nach links, und früher oder später erfolgt das durchschmelzen unter dem Nennstrom der Sicherung.
Vielleicht hat es beim Amp eine ähnliche Ursache.
Das heißt die Ursache finden oder auf eine Sicherung mit anderer Auslösecharakteristik wechseln.

Gruß
Manfred
Titel: Re:ECS Sicherung Savage 120
Beitrag von: swedishmetal am 25.02.2011 11:44
Hallo zusammen,

Bei meinem Savage hat es 3 mal nacheinander neue Sicherungen geknallt, in diesem Fall denke ich nicht dass ich falsche Sicherungen verwendet habe.
Seit dem Röhrenwechsel verhaltet sich wieder alles normal, ich messe jetzt auch regelmässig das Bias. Bleibt konstant bei 37-38mA. Meiner war ja auch schon ein paar mal beim Techniker, Sockel sind vor 1 Jahr neu reingekommen, ansonsten keine Mängel festgestellt. Zur Sicherheit hat er noch einige Kondensatoren ersetzt.

Ich habe evtl. noch eine andere Ursache gefunden?! Der Amp stand auf 2 4x12" Boxen, 1.5 Meter neben dem Schlagzeug, kein fester Betonboden! Das Türmchen hat dann ordentlich vibriert während der Proben. Zu grosse Vibrationen haben die Röhren vielleicht auch nicht so gern, oder sehe ich das falsch? Ich habe den Amp jetzt daneben auf einer Holzkiste stehen.

Mal schauen, evtl. halten die Röhren jetzt ;) Ist ja erst der 4 Satz der drin ist.....in 4,5 Jahren  :)

Gruss Theo