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Technik => Tech-Talk Einsteiger => Thema gestartet von: Stubenrocker81 am 12.03.2019 18:40

Titel: Interstage Übertrager
Beitrag von: Stubenrocker81 am 12.03.2019 18:40
Hallo Leute,

der PI ist ja sehr für den Klang eines Amps verantwortlich....vor allem wenn es an die Leistungsgrenze und darüber hinaus geht. Mich interessiert was ihr für Erfahrungen mit dem Interstage PI habt. Klar der Trafo kostet paar Euro mehr wie eine Röhre dafür ist er aber auch praktisch Verschleißfrei. Wenn ich mir zb. Yt Videos zum Fender Musicmaster ansehe dann muss ich schon bemerken dass das mal ein Fender Amp ist der einen wirklich guten Crunch macht! Sorry 5e3 Fans 😁 aber Kathodyn ist absolut nicht mein Ding. Blocking Distortion sollte ja auch kein Thema bei Interstage sein?

Ich würde halt gern in einem nächsten Projekt einen Interstage benutzen....

Nachtrag:

Im HoneyB bzw. Musicmaster Schaltplan ist parallel zur Primärseite ein 15k Widerstand. Wenn ich das richtig verstehe verringert der den Output vom Interstage?!
Ist das richtig?

Grüße Stephan
Titel: Re: Interstage Übertrager
Beitrag von: Stubenrocker81 am 13.03.2019 11:55
Noch paar Überlegungen zum Musicmaster Interstage:
Der Interstage sieht Sekundär nur die Eingangskapazität der Endröhren als Last, arbeitet praktisch Lastfrei! Ich gehe mal davon aus dass der 15k Widerstand auch den Interstage vor Spannungsüberschlägen schützt bzw. eine definierte Last darstellt.
Hmm wenn man jetzt aber eine definierte Last Sekundär hätte könnte man........
Ich werde mal einen mit bestellen, ich glaube das Ding hat Potential.
Titel: Re: Interstage Übertrager
Beitrag von: cca88 am 13.03.2019 12:08
Noch paar Überlegungen zum Musicmaster Interstage:
Der Interstage sieht Sekundär nur die Eingangskapazität der Endröhren als Last, arbeitet praktisch Lastfrei! Ich gehe mal davon aus dass der 15k Widerstand auch den Interstage vor Spannungsüberschlägen schützt bzw. eine definierte Last darstellt.
Hmm wenn man jetzt aber eine definierte Last Sekundär hätte könnte man........
Ich werde mal einen mit bestellen, ich glaube das Ding hat Potential.

Spannungsüberschlag? Es ist ein Single Ended Übertrager...

Grüße
JOchen
Titel: Re: Interstage Übertrager
Beitrag von: Stubenrocker81 am 13.03.2019 12:42
Ist mir nicht bewusst dass das bei SE anders ist. Irgendwo muss die Energie doch hin die in den Trafo gesteckt wird.Dann bleibt noch Last und Bypass übrig.


Titel: Re: Interstage Übertrager
Beitrag von: haebbe58 am 13.03.2019 15:38
Spannungsüberschlag? Es ist ein Single Ended Übertrager...

Grüße
JOchen

Wieso single ended? 1 Primär (mit Mittenanzapfung)- und 2 Sekundärwicklungen hat er ... oder verstehe ich da irgendetwas falsch?
Titel: Re: Interstage Übertrager
Beitrag von: cca88 am 13.03.2019 15:53
Wieso single ended? 1 Primär (mit Mittenanzapfung)- und 2 Sekundärwicklungen hat er ... oder verstehe ich da irgendetwas falsch?

 Auweh

Haebbe, jetzt hast Du mich ertappt - der 124E ist natürlich PushPull... Wäre interessant, wieviel Gleichstrom er ohne nennenswerte Vormagnetisierung abkann...

Ich war zu sehr auf die Schaltung des Musicmaster fixiert... Der der da drin werkelt ist SE.

Grüße
Jochen
Titel: Re: Interstage Übertrager
Beitrag von: haebbe58 am 13.03.2019 15:56
 :topjob:

 :bier:
Titel: Re: Interstage Übertrager
Beitrag von: Stubenrocker81 am 13.03.2019 15:59
Ja hat primär einen Mittelabgriff.
Mit dem Interstage könnte man zb. auch eine kleine Pentode als Treiber nutzen und den Mittelabgriff als Schirmgitter Anzapfung nutzen oder Sekundär einen PPIMV und man hat praktisch einen kleinen SE Amp mit einer dicken Endstufe daran und Endstufen Overdrive bei wirklich jeder Lautstärke ohne Vocom usw.
Mit dem Kathodenwiderstand kann man das Clipping beeinflussen und auch schaltbar machen usw. mir fallen ne Menge Möglichkeiten ein was man mit dem Interstage anstellen könnte und vor allem kann man problemlos richtig dicke Endröhren ganz einfach treiben!

Ich frag mich nur warum so etwas noch niemand gebaut hat bzw. find ich nichts darüber was mich darauf schließen lässt das da irgendwo ein Haken ist den ich nicht blicke.

Gruß Stephan
Titel: Re: Interstage Übertrager
Beitrag von: Stubenrocker81 am 13.03.2019 16:05
Laut Datenblatt ist der auch als SE Treiber nutzbar. In Dirks HoneyB scheint der ja auch problemlos als SE zu funktionieren.......
und gut zu wissen dass ein SE Amp ohne Last betrieben werden kann......
Titel: Re: Interstage Übertrager
Beitrag von: loco am 13.03.2019 18:21
Ja hat primär einen Mittelabgriff.
Mit dem Interstage könnte man zb. auch eine kleine Pentode als Treiber nutzen und den Mittelabgriff als Schirmgitter Anzapfung nutzen oder Sekundär einen PPIMV und man hat praktisch einen kleinen SE Amp mit einer dicken Endstufe daran und Endstufen Overdrive bei wirklich jeder Lautstärke ohne Vocom usw.
Mit dem Kathodenwiderstand kann man das Clipping beeinflussen und auch schaltbar machen usw. mir fallen ne Menge Möglichkeiten ein was man mit dem Interstage anstellen könnte und vor allem kann man problemlos richtig dicke Endröhren ganz einfach treiben!

Ich frag mich nur warum so etwas noch niemand gebaut hat bzw. find ich nichts darüber was mich darauf schließen lässt das da irgendwo ein Haken ist den ich nicht blicke.

Gruß Stephan

schau dir mal die Schaltung vom Fender 400 PS an...........

Gruß, Dieter
Titel: Re: Interstage Übertrager
Beitrag von: cca88 am 13.03.2019 18:29
schau dir mal die Schaltung vom Fender 400 PS an...........

Gruß, Dieter

 ;D

genau...
Titel: Re: Interstage Übertrager
Beitrag von: Stubenrocker81 am 13.03.2019 18:38
Hallo Dieter,

vielen Dank! Das Teil kannte ich gar nicht. Sehr interessant! Eine 6L6 als Treiber :devil: völlig gestört !  Da braucht man ja einen Waffenschein für den Amp!
Den 15kohm an der Primärwicklung vom Musicmaster kann keiner von euch entschlüsseln?

Gruß Stephan
Titel: Re: Interstage Übertrager
Beitrag von: cca88 am 13.03.2019 19:16
Hallo Dieter,

vielen Dank! Das Teil kannte ich gar nicht. Sehr interessant! Eine 6L6 als Treiber :devil: völlig gestört !  Da braucht man ja einen Waffenschein für den Amp!
Den 15kohm an der Primärwicklung vom Musicmaster kann keiner von euch entschlüsseln?

Gruß Stephan

Als erstes brauchst Du zum Heben des 400PS präventiv einen Gang in die Muckibude... ansonsten alternativ einen danach zum Chiropraktiker... Die 6L6 als Treiber sind nur der Anfang... Das Bild in meinem Avatar ist einer...

Vielleicht hilft der folgende Link:
https://linearaudio.nl/sites/linearaudio.net/files/crowht_outtrafo.pdf (https://linearaudio.nl/sites/linearaudio.net/files/crowht_outtrafo.pdf)

letzte Seite

Grüße
Jochen
Titel: Re: Interstage Übertrager
Beitrag von: Stubenrocker81 am 13.03.2019 19:45
Danke Jochen! Mir reichen aber 10% der Leistung die der Amp kann O0
Interessant ist es trotzdem sehr!
Jetzt kenn ich zumindest schon mal 2 Amps die einen Interstage verwenden.
Ich werde einen Interstage aus dem Shop ordern und eine Versuchschaltung aufbauen. Mich interessiert das Verhalten des Interstage PI beim überfahren des selben. Gerade auch bei Verwendung von kleinen Pentoden wie die Ef86, ef89, ef183 von denen ich noch einige herumliegen habe. Amp reicht ja erstmal nen kleiner el84 Kathoden Bias pp Amp um sich ein Bild zu machen.

Gruß Stephan
Titel: Re: Interstage Übertrager
Beitrag von: cca88 am 13.03.2019 20:06
Danke Jochen! Mir reichen aber 10% der Leistung die der Amp kann O0
Interessant ist es trotzdem sehr!
Jetzt kenn ich zumindest schon mal 2 Amps die einen Interstage verwenden.
Ich werde einen Interstage aus dem Shop ordern und eine Versuchschaltung aufbauen. Mich interessiert das Verhalten des Interstage PI beim überfahren des selben. Gerade auch bei Verwendung von kleinen Pentoden wie die Ef86, ef89, ef183 von denen ich noch einige herumliegen habe. Amp reicht ja erstmal nen kleiner el84 Kathoden Bias pp Amp um sich ein Bild zu machen.

Gruß Stephan

Hallo Stephan,
ist glaub ein sehr guter Ansatz.

Bei der "PS" Serie ging es ja hauptsächlich darum die Endstufe mittels potentem Treiber in den Gitterstrombereich fahren zu können - Also AB2.
Ampeg hatte mit dem SVT vorgelegt. Das konnte Fender wohl nicht auf sich sitzen lassen.

Die Kiste ist eine Mixtur aus Bassman und Twin Reverb on Steroids - und er klingt erstaunlicherweise auch auf Mietwohnungslevel amtlich  ;D

Aber >50kg für ein Top ist vom Schleppfaktor her ein Totalschaden. Auch bei 3*145W Vollröhre. Und die bringt der auch tatsächlich.

Grüße
Jochen


Titel: Re: Interstage Übertrager
Beitrag von: Stubenrocker81 am 13.03.2019 20:40
Ich werde hier berichten. Es wird sich aber schon eine Weile hinziehen. Ich habe noch ein Projekt welches ich erst noch fertigstellen möchte und so wie das Wetter wärmer wird habe ich wieder jede Menge unter der Sonne zu tun. Für den nächsten Winter habe ich mir einen Fender artigen Amp vorgenommen mit 6L6 Endstufe 15er Speaker Tremolo und Reverb.
Vielleicht kann ich da von den Erkenntnissen hier profitieren und einen Interstage anwenden.

Gruß Stephan
Titel: Re: Interstage Übertrager
Beitrag von: Reinhold Messmal am 13.03.2019 22:22
Den 15kohm an der Primärwicklung vom Musicmaster kann keiner von euch entschlüsseln?

Der 15k ist nicht frequenzabhängig. Die Impedanz des Trafo als Induktivität schon.

Grüße, Stefan
Titel: Re: Interstage Übertrager
Beitrag von: cca88 am 13.03.2019 23:01
Ich werde hier berichten. Es wird sich aber schon eine Weile hinziehen. Ich habe noch ein Projekt welches ich erst noch fertigstellen möchte und so wie das Wetter wärmer wird habe ich wieder jede Menge unter der Sonne zu tun. Für den nächsten Winter habe ich mir einen Fender artigen Amp vorgenommen mit 6L6 Endstufe 15er Speaker Tremolo und Reverb.
Vielleicht kann ich da von den Erkenntnissen hier profitieren und einen Interstage anwenden.

Gruß Stephan

und - in dem Crowthurst, den ich als link angezogen hab... DA ist genauso ein Shunt über die Primärseite erwähnt... letzte Seite im PDF

Grüße
Jochen
Titel: Re: Interstage Übertrager
Beitrag von: Ramarro am 13.03.2019 23:48
Den 15kohm an der Primärwicklung vom Musicmaster kann keiner von euch entschlüsseln?

Wenn der Interstage-Übertrager mit einer Pentode betrieben wird (die ja einen hohen Innenwiderstand hat) mag es erforderlich sein, wicklungsbedingte Resonanzspitzen im Übertragungsverhalten zu bedämpfen.

Grüße,
Rolf
Titel: Re: Interstage Übertrager
Beitrag von: Stubenrocker81 am 14.03.2019 05:44
Ja hab es auch gelesen.  In dem Sinne kann man mit dem Shunt Widerstand also auch am Klang drehen und biegen.

Gruß Stephan
Titel: Re: Interstage Übertrager
Beitrag von: Stubenrocker81 am 14.03.2019 09:26
Der von Fender verwendete Shunt Widerstand entlastet also den Interstage im DC Bereich und erweitert so die Wiedergabe nach unten.
Ich geh mal davon aus dass der Widerstand einfach billiger war wie dem Interstage einem Luftspalt zu gönnen......mal zur Auflösung für die Nachwelt. Was das vielleicht 1mA an einem e124 Interstage mit einer Übertragungsleistung von 5W ausmacht?

Was mir noch eingefallen ist.......der 124e hat ja die Möglichkeit pp angesteuert zu werden.
Wenn man eine Doppeltriode als self-Split verschaltet wie die Endstufe vom Klampfomat bräuchte man nur einen einzigen Widerstand und der PI an sich produziert über einen weiten Austeuerbereich jede Menge K2.

Gruß Stephan
Titel: Re: Interstage Übertrager
Beitrag von: dimashek am 14.03.2019 12:38
Es ist nicht ganz korrekt, das mit DC Entlassen...
15k sind im Vergleich zu ein paar 100 Ohm DC, was das Ding hat, nicht relevant. Etwas DC fließt sicherlich über 15k weg vom Trafo aber nicht viel.

Viel mehr ist es (meiner Meinung nach) ein Weg, das beste aus dem Trafo rauszuholen (frequenzgang/THD).
Der Trafo, wenn er zu hochOhmig angesteuert wird, produziert mehr Klirr, Bassfrequenzen werden abgeschnitten (RL Hochpass mit der Pri-Induktivität)
15k || zum Innen-R der Triode waren wahrscheinlich ein Kompromiss zw. niederOhmig genug und die Last für Triode noch akzeptabel = genug Pegel für die Endröhren. Hat der Trafo wenig Induktivität, könnten so durchaus paar Hertz tiefer wiedergegeben werden.

Und, natürlich auch Soundformend, da 15k Last für eine 12AX7 schon ziemlich krass sind
Titel: Re: Interstage Übertrager
Beitrag von: Stubenrocker81 am 14.03.2019 13:57
Jup DC R ist auch nur 728ohm
Impedanz 15kohm primär mit dem 15kohm Shunt parallel.
Am Shunt fällt die AC frequenzunabhängig ab, am Interstage nicht.
Noch dazu muss man sich mal überlegen welche Steuerspannung die 6v6 sehen wollen.
Der 124e hat ein Ratio von rund 1/3 bzw.1/6

Ums ausprobieren kommt man nicht herum.

Gruß Stephan
Titel: Re: Interstage Übertrager
Beitrag von: dimashek am 14.03.2019 16:13
Trafos haben eigentlich keine "Impedanzen", die transformieren diese.

Die Angabe Pri-Impedanz = 15k bedeutet, mit der Quelle von 15k wird die angegebene untere Grenzfrequenz erreicht. Weniger ist immer besser.
Und diese 15k werden zu 135k transformiert. sprich es ist ein SQRT(135/15) = 1:3 trafo. Impedanzen werden 1:9 Pri->Sec sowohl 9:1 Sek->Pri transformiert!

d.h. Innen-R der Röhre || 15k macht etwa 10k Primär, die werden zu 90k sekundär. Diese 90k sieht dann das Gate von der Endröre als Quellimpedanz.
Deswegen hat man dort keine Gitterableit-Rs, diese würden Spannungsteiler mit den 90k bilden.

Sekundär hast du sehr hohe Eingangsimpedanz, geteilt durch 9 -> immer noch viel. Diese "immer noch viel" kommen dann als Last parallel zu den 15k Shunt! Der seinerseits || zum Innen-R der Röhre liegt. Die Röhre sieht also 15k || (EingangsR/9) als Last.

Also - Transformation in beide Richtungen beachten, guten Kompromiss finden!
Titel: Re: Interstage Übertrager
Beitrag von: Stubenrocker81 am 14.03.2019 17:43
Vielen Dank! Die fehlenden Gitterableitwiderstände haben mich ja die ganze Zeit so irritiert! Ich chek halt die Impedanz der Last nicht.....also Sekundär! Die ist doch bei Pentoden so hoch das die praktisch zu vernachlässigen ist, zumindest solange kein Gitterstrom fließt. Hab mich da noch nie wirklich mit beschäftigt ;D

Das Ding sieht so einfach aus....hat's aber in sich😂

Gruß Stephan
Titel: Re: Interstage Übertrager
Beitrag von: Stubenrocker81 am 15.03.2019 09:43
Wollte mir gerade den 124e im Shop in den Warenkorb packen.....schwupps Ausverkauft.....der Thread hat wohl paar Leute inspiriert :topjob:  :bier:
Titel: Re: Interstage Übertrager
Beitrag von: darkbluemurder am 15.03.2019 10:01
Aber >50kg für ein Top ist vom Schleppfaktor her ein Totalschaden. Auch bei 3*145W Vollröhre. Und die bringt der auch tatsächlich.

Hallo Jochen,

die bringt er aber wohl nur, wenn auch drei Boxen angeschlossen werden = noch höherer Schleppfaktor. Aber interessanter Amp.

Viele Grüße
Stephan
Titel: Re: Interstage Übertrager
Beitrag von: cca88 am 15.03.2019 21:18
Hallo Jochen,

die bringt er aber wohl nur, wenn auch drei Boxen angeschlossen werden = noch höherer Schleppfaktor. Aber interessanter Amp.

Viele Grüße
Stephan

Hallo Stephan,
deshalb hab ich auch ganz bewußt nicht "435W" geschrieben  ;D

Grüße
Jochen

Titel: Re: Interstage Übertrager
Beitrag von: Toubey am 7.05.2019 19:32
Hiho zusammen,

cool dass Übertrager als PI hier mal genauer diskutiert werden, das hat mich auch schon länger mal gereizt! :D Ein Punkt geht mir dabei aber nicht mehr aus dem Kopf: wäre es damit nicht möglich die Vorstufe von der Endstufe galvanisch zu trennen und letztere aus direkt gleichgerichteter Netzspannung zu versorgen? Dann könnte man den Netztrafo ein gutes Stück schlanker auslegen, und so viel Kupfer nur in die Stromversorgung zu investieren hat mich schon immer etwas geschmerzt ;). Aber vor allem dass dann Heizung und Kathode der Endstufe nicht mehr auf einem Potential liegen bereiten mir sorgen, außer man trennt auch Heizung von Vor-und Endstufe...

viele Grüße,
Tobi
Titel: Re: Interstage Übertrager
Beitrag von: Bierschinken am 7.05.2019 19:44
Ich sehe das größte Problem im betriebssicheren Aufbau.
Du müsstest ja dann für die Endstufensektion eine komplette Schutzisolierung gewährleisten. Das ist mit Sicherheit aufwändiger, als einfach einen passenden Netztrafo zu verwenden.
Titel: Re: Interstage Übertrager
Beitrag von: Toubey am 8.05.2019 01:17
Wieso genau braucht man dann eine Schutzisolierung? Bei dem üblichen Aufbau in einem leitfähigen Chassis und wenn alle Potis nur auf die Vorstufe wirken müsste es weiterhin möglich sein dass der Schutz über die Schutzerdung gewährleistet wird. Die Isolationsabstände (für die geforderte Basisisolierung) für Netzkreise sind nur etwas höher als für Sekundärstromkreise. Zumindest nach der Laborgerätenorm, mit der ich mich beruflich recht viel befasst habe sollte das gehen, und bisher waren die Anforderungen für verscheidene Geräteklassen recht ähnlich. Vom Aufwand ist freilich ein Netztrafo einfacher, aber wie gesagt juckt es mich in den Fingern mal um den herumzudesignen ;)

Beüglich der Ansteuerung des Übertragers wie bei der Honey B: wäre da nicht die 82er Hälfte einer ECC832 interessant? Die hätte weniger Stress mit dem geringen Anodenwiderstand und wenn man davor für die Verzerrung mehr als eine Verstärkerstufe hat ist man auch nicht wirklich auf den Gain angewiesen.
Titel: Re: Interstage Übertrager
Beitrag von: Reinhold Messmal am 8.05.2019 08:48
Hallo Tobi,

diese Methode, HT direkt aus dem Netz, hat Siemens beim 6S Ela2733 verwendet, sogar mit Dual-Rail Versorgung für EL34.

Gruß, Stefan
Titel: Re: Interstage Übertrager
Beitrag von: Holzdruide am 8.05.2019 19:48
Hallo Tobi,

diese Methode, HT direkt aus dem Netz, hat Siemens beim 6S Ela2733 verwendet, sogar mit Dual-Rail Versorgung für EL34.

Gruß, Stefan
Jup, allerdings ist das bestenfalls für Museen und Anschauungszwecke geeignet, nach heutigen Masstäben ein absolutes NoGo

Franz
Titel: Re: Interstage Übertrager
Beitrag von: Stubenrocker81 am 3.03.2021 13:05
So muss nochmal diese Leiche ausgraben.....
Es geht um den parallel Widerstand zum Interstage. Da hier niemand wirklich eine Antwort wusste ist eine Ergänzung sicher nicht verkehrt und die Leichenschändung mir hoffentlich vergeben.
Dieser Widerstand macht einfach nur eine Höhenanhebung.
Dieser Schaltungskniff funktioniert auch bei einer Anodendrossel!
Wollte es nur noch nachtragen um Interessierte zu erhellen.
In der Praxis nutze ich einfach einen Trimmer um die Höhen einzustellen.
Vorsicht da ist ordentlich Spannung im Spiel!
Erhellt wurde ich übrigens bei einem Blick ins Bücherregal.....
Formel von Peter Zastrow hats gleich auf dem Einband......


LG Stephan
Titel: Re: Interstage Übertrager
Beitrag von: dimashek am 3.03.2021 14:07
Na ja, in diesem speziellen Beispiel vom Buch-cover könnte man es eine Höhenanhebung nennen... und der regelbare R wäre hier eine "Höhensenkung".  ;D

Mit der Drossel steigt der Kollektor-Widerstand in den höheren Frequenzen - und Verstärkung steigt.

Nimmt man den Widerstand  || dazu -> werden die Höhen gedämpft. Somit könnte man den Verstärkungsfaktor in den Höhen regeln.
Aber dann so:
kleiner R - > linearer
großer R -> mehr Höhen

Beim Interstage Trafo ist die reflektierte Impedanz auf die Primärseite nicht so hoch, dass man dann mit einem R || was stark richten könnte (Frequenzgang).

Bei einer Drossel - sieht's schon anders aus.

Titel: Re: Interstage Übertrager
Beitrag von: Stubenrocker81 am 4.03.2021 02:43
Hallo Dima,
 ich habe es mit Drosseln und Interstage mehrmals verbaut und ausgibig  getestet.
Denk mal an die Kapazitäten von der Drossel und Interstage.
Ein Poti parallel zum Trafo wirkt praktisch wie ein Presence Regler.
Nix Bass oder andere Wirkung. Ne einfach nur mehr Höhen.  Beim 124E wie auch bei den 15x Drosseln und auch mit kleinen SE Trafos als Anodendrossel ausprobiert!  Mit Pentode und Triode.
Ich höre da nur eine Zunahme der Höhen.
Die HoneyBee Schaltung habe ich auch am laufen und auch da gibts einfach mehr Höhen. Ohne den 15K klingt es einfach dumpf. 15K auf 47K und die Kiste wird Spitz wie ein AC30.
Einfach mal ausprobieren und staunen.

LG Stephan  :gutenacht:
Titel: Re: Interstage Übertrager
Beitrag von: WiderGates am 4.03.2021 12:20
Hei Stephan,
gibt es in Deinem Formelbuch dazu nicht eine Formel zur Berechnung?
Weiterformeln
Titel: Re: Interstage Übertrager
Beitrag von: Stubenrocker81 am 5.03.2021 10:41
Hallo Dieter,

da stehen eine Menge an Formeln aber leider nicht die, die mich interessieren würden.
Resonanzwiderstand, Güte usw.
Vom Prinzip kann ich nur empfehlen ein Poti anzuschließen  und nach Geschmack einzustellen. Sicher wird man so etwas simulieren und berechnen können aber am Ende lande ich dann doch wieder beim probieren.
Bei den Drosseln und Interstage hat man ja eh keine große Auswahl.
Wer gerne probiert dem empfehle ich mal mit den ganzen RF Pentoden und Anodendrossel zu experimentieren.
Da bekommt man ordentliche Arbeitspunkte und die Nachteile (schwingen, mikrofonie) kommen kaum zum tragen.

LG Stephan
Titel: Re: Interstage Übertrager
Beitrag von: dackelblut am 13.03.2021 10:52
Hallo alle,
wonach ergibt sich die nötige Auslegung von so einem Übertrager? Kann ich an den 124 einfach grössere Endröhren hängen, natürlich mit Spannungen und AÜ die denen gefallen?
Vielen Dank und schönes Wochenende,
Arne
Titel: Re: Interstage Übertrager
Beitrag von: Stubenrocker81 am 13.03.2021 11:40
Hallo,

Du kannst da so ziemlich alles an Endröhren dranhängen was es so gibt.
Von el84 bis 300B oder noch größere Sendetrioden geht alles.

Wichtig ist die Treiberröhre.
Je nachdem was getrieben werden soll geht da ecc83 bis el84/6V6. Der Trafo ist für 5W ausgelegt!

Ich habe bis jetzt mit ecc83,6n6p,ecc82,6sl7,6sn7,6AC7,ef184,6j51p als Treiber experimentier.

Richtig gut haben mir die 6AC7(klingt richtig alt amerikanisch wie alte Gibson Amps) und die 6j51p/ef184 (straff und punchig) gefallen.
Bei der 6j51p kann man den Mittelabgriff auch als Schirmgitteranschluss missbrauchen und das Gain ist so hoch das man direkt mit der Klampfe in die 6j51p reingehen kann und ein paar 6V6 trotzdem noch in den Crunch bekommt.
Alternativ kann man sehr stark gegegkoppeln.
Der Intestage PI kann auch sehr schön zerren!

Du kannst auch Röhren mit Gitterstrom treiben und echten ClassB2 /D Betrieb verwirklichen.
6N7 z.B.(10W mit EINER 6sn7großen Röhre) bis zu großen Senderöhren.
Eine GU17(el84 Größe) macht da 18W Clean mit nur EINER Röhre!

Du musst halt wissen welche AC Spannungen benötigt werden und die Ströme bereitstellen.
Übersetzungsverhältiss beachten.

LG Stephan

Titel: Re: Interstage Übertrager
Beitrag von: Stubenrocker81 am 13.03.2021 12:34
Nachtrag!

Viele Endröhren wie el84 und el34 können keinen Strom aufs Steuergitter ab! Also el84 mit einem Stromstarken Treiber himmelt dir höchstwahrscheinlich die el84.
6V6 und 6L6 können Gitterstrom ab.
Andererseits gibt es auch Röhren die erst richtig mit Strom am G1 aufleben. Mit einem Paar 6n7 lassen sich da über 20(Trioden)W erzeugen! Genug für den Probenkeller und klanglich wirklich mal was anderes!

Und noch ein Nachtrag....

Der 124E funktioniert auch an den Kathoden der 6n6p sehr gut.
Der DC Widerstand der Wicklung passt als Bias R.

Viel Spaß!
Titel: Re: Interstage Übertrager
Beitrag von: dackelblut am 13.03.2021 14:50
Super, vielen Dank.
Und der Stromfluss beginnt in der Nähe von 0V am Gitter und nimmt bei positiver Aussteuerung entsprechend zu, habe ich das richtig verstanden?
Vielen Dank nochmal,
Arne
Titel: Re: Interstage Übertrager
Beitrag von: Stubenrocker81 am 13.03.2021 14:57
So ist es. Je nach Röhre steht es auch im Datenblatt bzw. ist es in einem Diagramm eingezeichnet.
Die Diagramme gehen dann auch im positiven Gitterspannungsbereich weiter.
Da gibt es ganz andere Möglichkeiten wie bei den Standard Gitarrenverstärkern!
Je nach Aussteuerung sieht die Treiberröhre dann eine andere  Last!

LG Stephan
Titel: Re: Interstage Übertrager
Beitrag von: _peter am 13.03.2021 15:28
Hallo,

darf ich hier eine grundsätzliche Verständnisfrage zum Treiben von Endstufen mit Interstage-Übertragern im Gitterstrombereich einstreuen?:

Die Eingangsimpedanz von Röhren ist ja bis zum Gitterstromeinsatz extrem hoch, fällt danach aber dramatisch ab. Dieser drastische Impedanzwechsel wird ja durch den Interstage-Übertrager auf die Primärseite reflektiert, so dass sich der Raa der Treiberstufe mit ändert.

Was bedeutet das für die Treiberstufe? Muss ich deshalb bei der Dimensionierung auf etwas Bestimmtes achten? Hänge ich an die Sekundärseite einfach einen Gitterableitwiderstand in der Höhe, die beim jeweiligen Übersetzungsverhältnis des Übertragers den gewünschten Raa für den Treiber ergibt? Oder versucht man dem Effekt der sich ändernden Impedanzen schaltungstechnisch irgendetwas entgegen zu setzen.

Gruß, Peter

Titel: Re: Interstage Übertrager
Beitrag von: Stubenrocker81 am 13.03.2021 15:54
Ich habe das immer wohlwollend als "Klang" des PI empfunden.
Die Verstärkung des Treibers sinkt halt und es gibt Kompression.
Für HiFi sicher nix aber für Klampfe super. Der Amp geht gefühlt bis 13, trägt auf der anderen Seite aber gut.
Wand, könnte man sagen.
Spass machts aber erst mit Pentode als Treiber :headphone:
LG Stephan

Als Anhang nen Datenblatt  für die Stahlröhre!

@Peter

Primär der 15K Widerstand in der honeybee schematic scheint da eine feste Last darzustellen.
Ohne den klingt es unsauber/dumpf.
Primär kommt nix dran.
Keine Gridstopper , garnix.

LG Stephan
Titel: Re: Interstage Übertrager
Beitrag von: Stubenrocker81 am 13.03.2021 17:13
Sorry, ich meinte Sekundär kommt nix dranne.......
Titel: Re: Interstage Übertrager
Beitrag von: dackelblut am 15.03.2021 11:10
Bei mir ist das Thema eher etwas für den Bass, da reichen die 20W wohl nicht ganz...
 :devil:
Titel: Re: Interstage Übertrager
Beitrag von: Stubenrocker81 am 15.03.2021 12:28
Da nimmste halt dickere Röhren.
6L6 oder 6550 sind prima Röhren fürn Bass.
Die 6550 ist eigentlich wie gemacht für B-Betrieb.

LG Stephan
Titel: Re: Interstage Übertrager
Beitrag von: _peter am 15.03.2021 12:31
Hallo,

ok, den HoneyBee-Schaltplan kannte ich nicht. Ich sehe den 15k dort aber auch nicht als Last im oben gemeinten Sinne von Last auf der Sekundärseite - der 15k ist auf der Primärseite und ein ohmscher Widerstand, der sich bei Gleichstrom und Wechselstrom gleich verhält.

Ich bezog mich auf die vom IÜ übertragene Last auf der Sekundärseite. Dieser Wechselstromwiderstand dreht die AC! Load Line der Treiberstufe im Uhrzeigersinn, wodurch sich die mögliche Aussteuerung verkleinert. Solange kein Gitterstrom fließt ist diese Impedanz praktisch unendlich (also so hoch, dass sie keine Rolle spielt). Die Frage ist, wie stark sie bei Gitterstrom runter geht.

Wenn ich die Gitterspannungen und -Ströme aus dem verlinkten Datenblatt der 6360 zugrunde lege, komme ich auf Impedanzen im Bereich von einigen 10k. Ich weiß nicht, ob ich das richtig rechne, denn das hört sich für mich recht hoch an. Bei leistungsloser Ansteuerung bricht ja das Signal am Steuergitter über 0V sofort ein, weshalb ich denke, dass die Impedanz für diesen Zustand viel niedriger liegen müsste.

Irgendwo scheine ich noch einen Denkfehler zu haben.

Gruß, Peter
Titel: Re: Interstage Übertrager
Beitrag von: dackelblut am 15.03.2021 19:07
In diese Richtung denke ich auch,

Danke, Stephan

Da nimmste halt dickere Röhren.
6L6 oder 6550 sind prima Röhren fürn Bass.
Die 6550 ist eigentlich wie gemacht für B-Betrieb.

LG Stephan