Tube-Town Forum
Technik => Tech-Talk Amps => Thema gestartet von: guitarthunder am 13.09.2013 18:51
-
Hi
Ich schau mir am Sonntag einen Marquis Amp an. Sieht von vorn aus wie ein Plexi. Laut Besitzer sind 2 El 34 in der Endstufe und 3 ECC 83 in der Vorstufe.Ich hab allerdings auch gelesen das es viele Hybridamps von Marquis (Maquis?) gibt.Es Handelt sich aber um einen Marquis,nicht um einen Maquis.Sind das unterschiedliche Firmen oder sind das Schreibfehler?
Gruß Michael
-
hallo,
Es gab sowohl Hybrid, als auch "Vollröhre" der Firma. Die Anodenspannung lag bei einigen Versionen
locker bei 800V.
Gruß --.- loco
-
Hallo Loco!
Sind die Hybridamps jetzt von Marquis oder von Maquis? Tante Google war da leider nicht so erfolgreich.Wenn ich das richtig sehe waren das ja zwei Firmen die nichts miteinander zu tun haben.
Gruß Michael
-
Die Hybridamps sind m.W. von Maquis ohne r.
Gibt es nicht in den Untiefen des Forums Material über die Geräte?
-
Hallo,
die Maquis Verstärker wurden von der Firma Schumann, Lockumer Strasse, Hannover gefertigt.
Von Marquis kenne ich nur Boxen mit Alnico-Lautsprechern.
Gruss
Jürgen
-
Servus
Ich hab den Amp gekauft. Sobald sich meine bessere Hälfte wieder beruhigt hat ;D mach ich ein paar Bilder. Bei dem Amp handelt es sich um einen Non Master Plexi-Clone mit 2 El 34 und 3 ECC 83. Gleichrichtung erfolgt über Diode. Der AÜ stammt von Heco(kenn ich nur als HIFI-Boxen Hersteller).Sehr stabil aufgebaut.Später ein paar Bilder.
Gruß Michael
-
Hi
Jetzt mal ein paar Bildchen!
-
Und weiter gehts
-
Ich hab leider mit einer zu hohen Auflösung geknipst.Deswegen nur 1 Bild pro post.
Sorry
-
Das nächste
-
Sodele
-
O0
-
Und noch eins
-
Und welche Spannung liegt da jetzt an den Anoden? 500 V? 800 V?
-
Hi Bea
Gemessen hab ich noch nichts.Werde ich aber morgen nachholen.Da ist auch noch links neben dem NT ein Poti verbaut das von oben zugänglich ist.Das könnte eventuell sogar ein Biaspoti sein.
Gruß Michael
-
Hi
Ich hab eben mal kurz die Anodenspannung an den Endpentoden gemessen. Die liegt bei 474 Volt. Das ist ja ein normaler Wert für EL34.
Gruß Michael
-
Dann kennst Du auch in etwas die Leistung. So um die 50 Watt oder ein bisserl mehr.
Die Hypridamps der Firma mit ohne r waren die mit der Anodenspannung, die die EL34 voll forderte.
-
Hallo,
Marquis Orchester-Electronic, Hamburg. Sollte so eigentlich auch auf dem Typenschild stehen, auf dem Backpanel. Habe ich nur gerade im Inet gefunden. Vermutung von mir, der Hersteller ist Anfang der 70er nach Hannover gegangen und hat dort unter dem Namen Maquis seine Geräte produziert. Nur eine wilde Vermutung(nicht bestätigt).
Von Maquis(Hannover) gab es auch Vollröhren amps.
Grüße,
Robin
-
Hallo,
Marquis Orchester-Electronic, Hamburg. Sollte so eigentlich auch auf dem Typenschild stehen, auf dem Backpanel. Habe ich nur gerade im Inet gefunden. Vermutung von mir, der Hersteller ist Anfang der 70er nach Hannover gegangen und hat dort unter dem Namen Maquis seine Geräte produziert. Nur eine wilde Vermutung(nicht bestätigt).
Von Maquis(Hannover) gab es auch Vollröhren amps.
Grüße,
Robin
Hi Robin,
die beiden Firmen sind different.
Zu Marquis Orchester Elektronik Hamburg findet man wirklich nur sehr sehr wenig.
Im Radiomuseum ist ein 100W Modell 3100V mit Bildern dokumentiert.
Im HiFi-Forum findet man noch Angaben zu einem 100W Modell Typ 2100G.
Thats all...
Gruss
Jürgen
-
Hi Robin,
die beiden Firmen sind different.
wollte keine Gerüchte streuen. Danke, für die Richtigstellung.
Grüße,
Robin
-
Hi
ich habe zu diesem Verstärker auch sehr wenig. gefunden. Er hat einen warmen Grundsound. Ein Typenschild ist leider nicht vorhanden. Auf den Becherelkos ist Marquis eingeprägt. Ist der Amp eine Rarität oder kann man da JMP-Mods dran machen? Die Steckerbuchse ist auch Old School. Die Befestigungsschrauben dienen als Verbindung zum Schutzleiter.
grüße Michael
-
Ganz offensichtlich ist er eine Rarität. Ob vielleicht zu rar, um bei Sammlern GAS auszulösen, kann ich nicht einschätzen.
Trotzdem würde ich ihn wenn überhaupt nur eher behutsam modifizieren, und dabei daruaf achten, dass das jederzeit rückgebaut werden kann, und zwar möglichst mit Originalteilen.
Viele Mods laufen ja auf Veränderungen einzelner Bauteilwerte hinaus, und da kann man im Zweifelsfall Widerstände bzw. Kondensatoren auch parallell oder in Reihe schalten....
(ich lass ja auch die Finger von meinem Bouyer ST20...)
-
Hi
ich habe zu diesem Verstärker auch sehr wenig. gefunden. Er hat einen warmen Grundsound. Ein Typenschild ist leider nicht vorhanden. Auf den Becherelkos ist Marquis eingeprägt. Ist der Amp eine Rarität oder kann man da JMP-Mods dran machen? Die Steckerbuchse ist auch Old School. Die Befestigungsschrauben dienen als Verbindung zum Schutzleiter.
grüße Michael
Hi,
es ist der erste 50Watter, den ich zu Gesicht bekomme.
Die Dinger sind in der Tat recht selten, ich würde nur Lebenserhaltende Maßnahmen ergreifen oder solche die der eigenen Sicherheit dienen.
Alles andere kann man dem "Burschen" mit Pedalen beibringen.. ;D
Es wäre toll, wenn Du die Schaltung rauszeichnen könntest.
Grus
Jürgen
-
Moin,
richtig, ist ja ein historisches Gerät in zu dieser Zeit noch relativ "moderner" Platinenbauweise.
Ich würde auch lediglich den Schutzleiter ordnungsgemäß anschließen, eine IEC- Steckerbuchse einbauen (aber nur, wenn sie ohne "Feil- und Bohrarbeiten" reinpasst!) und sämtliche Elkos erneuern ("Frag' Jan zuerst" z.B. hat solche Schraubbecher- Elkos ja glücklicherweise im Programm).
Gruß
Jacob
-
und sämtliche Elkos erneuern ("Frag' Jan zuerst" z.B. hat solche Schraubbecher- Elkos ja glücklicherweise im Programm).
Und nicht mal unbedingt die. Alte Elkos können im Einzelfall erstaunlich lange halten, besonders, wenn sie regelmäßig genutzt werden. Mein Bouyer ST20 spielt auch nach inzwischen über 50 Jahren komplett original und einwandfrei. Also nachmessen, besonders auch die Gitterspannungen. Im Prinzip können auch alte Koppelkondensatoren lecken und damit die Arbeitspunkte der folgenden Stufe verschieben. Aber bei einer derartigen Rarität nur das tauschen, was wirklich defekt ist.
-
Moinmoin zusammen,
bea schreibt mir aus der Seele: Never change a running system. Es stimmt, dass alte Elkos oft Probleme machen. Davon, sie unbesehen auszutauschen, hält aber gar nix:
Martin
-
Hi
Der Amp war gestern beim Probespielen sehr ruhig. Kein lautes brummen oder ähnliches. Nur ein Poti kracht ein bisschen. Die Potis habe ich alle mit DeOxid behandelt. Ich mach jetzt erstmal den ganzen Belag vom Chassis und mess mal alle Spannungen. Dann spiel ich die Kiste erst mal laut an. Wenn da kein extremes Brummen ist,lass ich die Kondensatoren erstmal drin.
Grüße Michael
-
Hi,
es ist der erste 50Watter, den ich zu Gesicht bekomme.
Die Dinger sind in der Tat recht selten, ich würde nur Lebenserhaltende Maßnahmen ergreifen oder solche die der eigenen Sicherheit dienen.
Alles andere kann man dem "Burschen" mit Pedalen beibringen.. ;D
Es wäre toll, wenn Du die Schaltung rauszeichnen könntest.
Grus
Jürgen
Hi Jürgen
Das mit dem Schaltung rauszeichnen wird nicht so einfach für mich,aber ich gebe mein bestes. Ich hoffe ihr blickt dann bei meinem gezeichne durch.
Grüße Michael
-
Hallo Michael,
auf der Platine sind jede Menge WIMA Durolit-Kondensatoren zu erkennen. Sie wirken solide, tragen u.U. sogar ein VDE-Siegel, sind jedoch die unmittelbaren Nachfolger der berüchtigten Hustenbonbons mit ebenfalls Papier-Dielektrikum, welches im Laufe der Zeit Feuchtigkeit aus der Luft zieht. Die würde ich aus Sicherheitsgründen gegen moderne Folientypen (WIMA hat da Nettes im Programm) tauschen.
Als Student, das mag jetzt etwa 35 Jahr her sein, kaufte ich mir ebenfalls einen MARQUIS-Verstärker, der als Marshall angepriesen worden war und auch ein entsprechendes Logo trug (und noch trägt). Er hatte vier separat mischbare Eingänge mit jeweils unterschiedlicher Klangcharakteristik und war ähnlich aufgebaut wie Deiner, allerdings mit vier EL 34 und einer durchgängigen Platine, auf der auch die Siebelkos montiert waren. Die Ladeelkos, zwei Exemplare zu 50 µF/750 (!) V, waren liegend unter dem Chassis montiert. Diesen Amp modifizierte ich damals heftigst: Reduktion auf nur noch einen (Doppel-)Eingang, mit den drei freiwerdenden Trioden realisierte ich einen Overdrive-Kanal á la Mesa Boogoe und einen aktiven seriellen FX-Einschleifweg. Zudem musste ich den AÜ neu wickeln, da die bedien Primärwicklungshälften stark asymmetrisch waren.
Beste Grüße!
-
Hi
Ich hab noch ein paar Bilder gemacht. Bei der V1 teilen sich die beiden Systeme den Kathoden-C und den Kathoden-R. Da sind ein paar Bauteile drin die Farbringe haben wie Widerstände haben.Es müssten Widerstände sein,allerdings hab ich solche noch nicht gesehen.Auf dem Bild ganz rechts sieht man so ein Teil.
Gruß Michael
-
Hallo
Das sind Keramik-Rohrkondensatoren. Wurden früher häufig verwendet.
Gruß --.- loco
-
Hi
Noch ein paar
-
Hi
Ich hab noch ein paar Bilder gemacht. Bei der V1 teilen sich die beiden Systeme den Kathoden-C und den Kathoden-R. Da sind ein paar Bauteile drin die Farbringe haben wie Widerstände haben.Es müssten Widerstände sein,allerdings hab ich solche noch nicht gesehen.Auf dem Bild ganz rechts sieht man so ein Teil.
Gruß Michael
Hi Michael,
das sind keramische Rohrkondensatoren!
Davon dürften nicht viele in der Schaltung sein, die haben Werte im Piko- oder Nanofarad Bereich.
Gruss
Jürgen
-
Hi Loco,Hi Jürgen
Ihr seid ja rasend schnell mit euren Antworten. Vielen Dank dafür. Wie kann ich da den Wert ablesen?
Grüße Michael
-
Hi Loco,Hi Jürgen
Ihr seid ja rasend schnell mit euren Antworten. Vielen Dank dafür. Wie kann ich da den Wert ablesen?
Grüße Michael
Ganz einfach,
indem Du mal auf dieser Seite schaust:
http://www.elektronik-kompendium.de/sites/bau/1109061.htm
-
Ihr seid ja rasend schnell mit euren Antworten. Vielen Dank dafür. Wie kann ich da den Wert ablesen?
Manchmal über Farbcode, manchmal ist er im Klartext aufgedruckt. Natürlich ist die Beschriftung im Zweifelsfall auf der abgewandten Seite - wo sonst?
-
Hi
Laut der Tabelle könnte es sich um einen 75 pf Kondensator handeln. Allerdings sind auf dem Kondensator Farbringe die nicht in der Tabelle aufgeführt sind.
Grüße Michael
-
Hi
Laut der Tabelle könnte es sich um einen 75 pf Kondensator handeln. Allerdings sind auf dem Kondensator Farbringe die nicht in der Tabelle aufgeführt sind.
Grüße Michael
Da würde ich mir nicht den Kopf zerbrechen.
Wenn Du die Schaltung rauszeichnest, dann ergeben sich die Werte dafür meistens von selbst.
So kleine Werte findet man nur an bestimmten Stellen.
Gruss
Jürgen
-
Hallo Jürgen!
Wenn ich das richtig sehe,ist der Amp eine Kopie des 67er Plexi 50 Lead .Der Poti neben dem Netztrafo ist anscheinend für die Heizspannung zuständig.
Grüße Michael
-
Hallo Jürgen!
Wenn ich das richtig sehe,ist der Amp eine Kopie des 67er Plexi 50 Lead .Der Poti neben dem Netztrafo ist anscheinend für die Heizspannung zuständig.
Grüße Michael
Warscheinlich ist das Poti ein "Entbrummer". Was steht dort für ein Wert drauf? Vieleicht um die 100 Ohm?
Ich kenne die Dinger auch noch gut. Zu meiner Zeit waren die eine echte Marshall-Alternative - Marshall war preislich lange ein nicht zu erreichender Wunschtraum zu dieser Zeit. In diese Zeit fallen auch die Stramp-Amps. Als die ersten High-Gainer aufkamen, wurden die Low-Gainer langsam billiger.
Ein echtes Schmuckstück. Sehr solide gebaut. Würde den so lassen, wie er ist. Nur das Nötigste, wie C´s austauschen.
Gruß Germy
-
Hi Germy
Dann ist das Poti wohl zur Symmetrierung der Heizung.Ich muss mal schauen ob ich einen Wert erkennen kann.Dazu muss ich aber eventuell die Platine ausbauen.
Grüße Michael
-
Hi
Ich wollte mich mal wieder melden. Habe leider in der letzten Woche absolut keine Zeit gefunden mit dem Amp zu befassen. Ich hab mir ein paar Schematics heruntergeladen und mit dem Amp verglichen. Der Verstärker weist eine große Ähnlichkeit mit dem Marshall 1986 (50 Watt Bassamp) auf. Allerdings hat der Amp keine Choke und die dicken Becher-Elkos haben 2 Stück 32uF und 2 Stück 50 uF. Ich versuch mal diese Woche was rauszuzeichnen.
Gruß Michael
-
Hi
Ich wollte mich mal wieder melden. Habe leider in der letzten Woche absolut keine Zeit gefunden mit dem Amp zu befassen. Ich hab mir ein paar Schematics heruntergeladen und mit dem Amp verglichen. Der Verstärker weist eine große Ähnlichkeit mit dem Marshall 1986 (50 Watt Bassamp) auf. Allerdings hat der Amp keine Choke und die dicken Becher-Elkos haben 2 Stück 32uF und 2 Stück 50 uF. Ich versuch mal diese Woche was rauszuzeichnen.
Gruß Michael
Hi,
läßt sich ja alles nachrüsten. Wird sicher spannend, was dabei herauskommt. So alte Trafo klingen gleich ganz anders.
Gruß Germy
-
Hi Germy
Da der Amp ja keine Choke hat muss ja dann die Spannungsglättung über ein RC-Glied erfolgen.Ist das ein Nachteil? Den Amp habe ich bis jetzt auch nur beim Kauf in Zimmerlautstärke gespielt. Ich muss den unbedingt mal richtig aufdrehen um zu wissen wie die Kiste klingt. Das Buch "Designing Tube Preamps for guitar and bass" von Merlin Blencowe hab ich mir auch gekauft.Vielleicht hilft mir das weiter.
Gruß Michael
-
Allerdings hat der Amp keine Choke und die dicken Becher-Elkos haben 2 Stück 32uF und 2 Stück 50 uF.
Hallo Michael,
eine Netzdrossel hatte mein Marquis ebenfalls nicht. Ich habe eine ND 100 von Engel zwischen Lade- und erstem Siebelko eingebaut, die noch herumlag. Der Siebfaktor eines LC-Filters ist mit einem RC-Glied so gut wie überhaupt nicht zu erzielen, zumindest nicht ohne wesentlich größere Verluste.
Btw, welcher Ladeelko ist in Deinem Amp? In meinem (bzw, dem meines Sohnes, der ihn inzwischen besitzt) sind zwei 50 µF-Exemplare mit 750 (!!) Volt Spannungsfestigkeit verbaut. Solche Elkos sah ich zuvor noch nie und seitdem auch nicht mehr wieder.
Beste Grüße!
-
Hi
Die Ladeelkos haben eine Prägung mit 550/600V auf dem Becher. Ich hab die Kiste heute mal laut gespielt.Mein lieber Herr Gesangsverein :o :o :o. Wenn ich mir den Sound von Alright now einstelle schmerzt das schon im Ohr.Non Master ist schon brutal (aber geiiiiiiiil) ;D.Kommt auch mit Bodentretern sehr fein.
Gruß Michael
-
Moin
Am Freitag hab ich den Amp im direkten Vergleich mit meinem 2210 gespielt. Ich habe 2 gleiche Lemberg 212 an die Amps gehängt und mit einer AB-Box umgeschalten.Dann hab ich noch einen TS-Clone(Screamer Musikding) davorgeschalten.Der Marquis ist im Vergleich zum 2210 viel wuchtiger und schiebt unheimliche Bässe raus.Mit TS zerrt er so wie der 2210 ohne aber halt viel Dicker.Das fällt dann aber weniger ins Gewicht wenn der Basser mitspielt. Mit dem rauszeichnen bin ich noch nicht viel weitergekommen will ich aber noch machen.Leider hat mir meine Frau meine Freizeit mit Renovierungsarbeiten im Haus verplant. :( :(
Gruß Michael