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Technik => Tech-Talk Lautsprecher => Thema gestartet von: bea am 3.07.2015 00:22

Titel: Tod eines Eminence Deltalite 2515
Beitrag von: bea am 3.07.2015 00:22
Hi Leute,

gerade ist mein Emi Deltalite eines für mich erstmal unerklärlichen Todes gestorben:

Die Box steht im Proberaum und wird von einem Mywatt 200 gefüttert. Betrieb weit unter Vollaussteuerung. Nach der letzten Probe habe ich die Anlage normal ausgeschaltet, erst die Anodenspannung, dann das Netz komplett.

Vorgestern nach den Einschalten Stille. Bei zweiten Versuch ein kurzes verzerrtes Kratzen, dann wieder Stille.
Test am Bassking: ebenfalls Stille.

Zufällig hatte ich eine weitere Box im Auto, die ich bei der anderen Band installieren wollte. An der spielte der Bassking einwandfrei. Der Mywatt kam an dieser Box schwach und leblos, so dass ich befürchte, dass dessen Endstufe ebenfalls einen Schlag weg hat.

Messung an der Box zuhause: Gleichstromwiderstand an den Klemmen des Chassis 5.7 Ohm (Sollwert 5.3 Ohm). Zunächst.
Den Valve Junior angeschlossen: zunächst spielte das Chassis leise und verzerrt, irgendwann nach 1-2 min dann war der Ton ebenfalls weg.
Messung Gleichstromwiderstand: 11 Ohm, wieder direkt am Lautsprecher.

Meine Frage: Was ist da los?  Kann das "einfach so" passieren?
Oder muss ich davon ausgehen, dass die Anlage zwischen den beiden Proben benutzt wurde (wir teilen uns den Proberaum mit einer anderen Band - die Jungs haben zwischen den beiden Proben zwischenzeitlich auch unsere Dose Gummibärchen leergefressen und eines unserer LED-Farblicher total verstellt bis es gar nicht mehr zu funktionieren schien)?

Jetzt ist der teure Lautsprecher also offensichtlich defekt. Die Box ist eine Customfertigung eines nicht mehr existierenden Herstellers.  Ist das überhaupt reparierbar? Kann ich mich zur Reparatur direkt an Adam Hall wenden?
Titel: Re: Tod eines Eminence Deltalite 2515
Beitrag von: Athlord am 3.07.2015 06:30
Moin,
wie alle mechanischen Dinge, so kann auch an einem LS etwas defekt sein.
Durch Überlastung wird z.Bsp. die Schwingspule so weit erwärmt,
das die Fixierung sich löst oder sogar die isolierende Lackschicht geschädigt wird.
Durch die Wärmeausdehnung bekommt der gelockerte Spulendraht dann meistens auch sehr schnell Kontakt mit dem LS-Chassis.
Das führt zum Kurzschuss - der gemessene Widerstand müsste dann allerdings kleiner sein als Nennwiderstand..-
Gruss
Jürgen
Titel: Re: Tod eines Eminence Deltalite 2515
Beitrag von: Robinrockt am 3.07.2015 07:58
Hallo bea,

kalte Lötstelle ausgeschlossen?
Ansonsten waren es wohl wirklich die Gummibären Vernichter. Wer anderer Leute Gummibärchen isst, zerstört auch Lautsprecher  :devil:

Viele Grüße,
Robin
Titel: Re: Tod eines Eminence Deltalite 2515
Beitrag von: haebbe58 am 3.07.2015 08:13
Ja,

versuch es doch mal bei Adam Hall. Die sind da eigentlich sehr kulant.

Zuerst werden die nach der Seriennummer fragen und nachprüfen, ob der Speaker über sie importiert wurde.

Ich gehe mal davon aus, dass die Box von unserem "Freund" 9xx stammt. Der hat m.W. immer direkt bei Adam Hall geordert. Aber man weiß ja nie ....

Erster Test: wenn Du die Membran mal vorsichtig bewegst, müßte sie eigentlich ohne weiteres wieder in die Ausgangsposition zurückgehen ... und zwar ohne irgendein mechnisches Geräusch, Kratzen oder Widerstand ...

Gruß
Häbbe
Titel: Re: Tod eines Eminence Deltalite 2515
Beitrag von: bea am 3.07.2015 10:31
Ich gehe mal davon aus, dass die Box von unserem "Freund" 9xx stammt. Der hat m.W. immer direkt bei Adam Hall geordert. Aber man weiß ja nie ....

Ja, es ist die 909, und Micks Aussage war auch, dass er bei Adam Hall ordern würde.

Vermutlich werde ich zu allererst den Kappalite aus der inzwischen ja ziemlich verbastelten Selbstbau-Box umsetzen und mich dann um den Schaden am Mywatt kümmern. Die 909 kann dann wieder in den Proberaum und ist mir aus den Füßen.

Dann habe ich wenigstens eine hübsche Box, die zwar schmaler als der Mywatt ist (sie passt zum G-2000), und mit der ich auch Auftritte spielen kann.
Titel: Re: Tod eines Eminence Deltalite 2515
Beitrag von: bea am 3.07.2015 22:43
Nochmal zurück zum Ableben des 2515. Ich versuche, ein Gefühl dafür zu bekommen, was passiert sein könnte. Weil ich fair bleiben möchte, frage ich mich, ob vielleicht nicht doch ich den Lautsprecher überlastet haben könnte.

Als er noch funktionierte, dürfte ich in etwa die 45/55-W, die auch mein Bassking bringt, ausgeschöpft haben. Mit einem sehr dynamischen Spiel, also Dynamikspitzen, die durchaus auch den Mywatt voll ausgefahren haben (der Bassking komprimiert im Vergleich ein wenig), dafür an einer Box mit besserem Wirkungsgrad (also kleiner mittlerer Leistung).

Kann es sein, dass das schon reicht, um einen Lautsprecher mit einer thermischen Belastbarkeitsgrenze von immerhin 350 W zu überlasten?

Und dazu so, dass man während des Spiels nichts davon mitbekommt und alles ok zu sein scheint? Und die nachher auch dem Verstärker schadet? Und das so, dass ein paar Tage später einfach nichts mehr funktioniert?

Wie kann ich vorbeugen? Box auf den Kopf oder wenigstens mit den Ports auf die Seite stellen, damit die Luftabfuhr besser wird? Shelfport - da sollte das prinzipiell möglich sein? Auch im Proberaum mit beiden Boxen spielen?
Titel: Re: Tod eines Eminence Deltalite 2515
Beitrag von: Wuffenberg am 4.07.2015 05:01
hi bea

zum Boxenproblem, vllt ist es ja nur ein Kontaktproblem in der Box - Kabelstecker am LS, Schwingspulenkontakt, Buchse...?
Titel: Re: Tod eines Eminence Deltalite 2515
Beitrag von: bea am 4.07.2015 09:12
Das war das erste, was ich kontrolliert habe. Und deshalb habe ich direkt am Lautsprecher gemessen.

Kleine Ergänzung: erster Test Mywatt. Ruhestrom. Bei zwei Röhren abgesunken, einer leicht, bei V2 stark. Das könnte den "kraftlosen" Klang an der intakten Box erklären.
Ansonsten saubere Oszillogramme, keine Anzeichen von Problemen. Bei mir zu Hause sieht alles gut aus.

Das schließt allerdings nicht aus, dass im Proberaum irgendwelche Störungen jenseits der Grenzfrequenz des Lautsprechers einstreuen könnten.
Titel: Re: Tod eines Eminence Deltalite 2515
Beitrag von: Dirk am 4.07.2015 09:58
Ich gehe mal davon aus, dass die Box von unserem "Freund" 9xx stammt.

@Herbert: Sehe ich da den Pleitegeier fliegen ?

Grundsätzlich: einen Lautsprecher kann man auch mit nur 1 Watt zerstören.

Die Ursache bei den meisten Totalausfälle die ich bis jetzt gesehen habe war eine Unterbrechung, entweder von den anschlüssen zur Spule oder auch im Inneren der Spuke selbst. Mechanische Zerstörung zeigt sich meist sehr schnell und wird meist schon gleich zu Beginn festgestellt, scheidet meist aus.
Ob die Spule in diesem Fall auch durch ist, kann ich nicht erkennen, aber solche Ausfälle können grundsätzlich immer und überall und ohne Vorankündigug passieren, daher sollte man immer für Backup sorgen.

Gruß, Dirk


Titel: Re: Tod eines Eminence Deltalite 2515
Beitrag von: bea am 4.07.2015 12:32
@Herbert: Sehe ich da den Pleitegeier fliegen ?
Nee, der ist schon längst wieder gelandet. Ich hab so das Gefühl, dass das 909-Projekt ein letzter Fluchtversuch vor dem kreisenden Geier gewesen sein könnte.


Zitat
... solche Ausfälle können grundsätzlich immer und überall und ohne Vorankündigug passieren, daher sollte man immer für Backup sorgen.

Mit anderen Worten: kein Grund, ein Fremdverschulden anzunehmen (um diese Frage geht es *auch*)?

Das Problem bei der Einschätzung ist, dass er am Ende der einen Probe einwandfrei spielte, in der nächsten Probe aber bereits vor dem Einschalten defekt gewesen sein muss.

Und dass unsere Mitmieter in der Zwischenzeit einigen anderen Unsinn mit *unserem* Equipment getrieben hatten, nicht nur mit den Gummibärchen (eine Effektleuchte funktionierte erstmal nicht mehr, unsere "PA" war verstellt).
Titel: Re: Tod eines Eminence Deltalite 2515
Beitrag von: Dirk am 4.07.2015 12:42
Nee, der ist schon längst wieder gelandet. Ich hab so das Gefühl, dass das 909-Projekt ein letzter Fluchtversuch vor dem kreisenden Geier gewesen sein könnte.

Dann gibt es widersprüchliche Aussagen dazu. Nun ja, aber auch nicht mein Problem.

Das Problem bei der Einschätzung ist, dass er am Ende der einen Probe einwandfrei spielte, in der nächsten Probe aber bereits vor dem Einschalten defekt gewesen sein muss.

Das ist ein ganz weit verbreitetes Verständnisproblem. Was ist mit der Spule ? Durchgemessen und durch oder noch Durchgang.

Gruß, Dirk
Titel: Re: Tod eines Eminence Deltalite 2515
Beitrag von: bea am 4.07.2015 12:56
Das ist ein ganz weit verbreitetes Verständnisproblem. Was ist mit der Spule ? Durchgemessen und durch oder noch Durchgang.

Erhöhter Widerstand, Messungen schwanken zwischen 5.7 und 11 Ohm, gemessen an den Klemmen.
Titel: Re: Tod eines Eminence Deltalite 2515
Beitrag von: cca88 am 4.07.2015 13:35
Erhöhter Widerstand, Messungen schwanken zwischen 5.7 und 11 Ohm, gemessen an den Klemmen.

Hallo Bea

Möglicherweise eine kalte Lötstelle zwischen der Zuführungslitze zur Membran und der Klemme?

Grüße

Jochen
Titel: Re: Tod eines Eminence Deltalite 2515
Beitrag von: Dirk am 4.07.2015 15:47
Die Messung darf nicht schwanken. Ist das ein 8 oder 16 Öhmer ?
Ich würde ebenfalls auf ein Lötstellenproblem tippen. Alles kontrollieren und nachlöten.

Gruß, Dirk
Titel: Re: Tod eines Eminence Deltalite 2515
Beitrag von: bea am 4.07.2015 19:03
Das ist ein 8 Ohmer, Sollwert ist also 5.3 Ohm. Die höheren Werte treten systematisch nach Tests an Verstärkern auf. An den fest angezogenen Anschlussklemmen, letzter Wert beim ausgebauten Chassis knapp 8 Ohm.

Die Nacht werde ich mir das Teil wohl doch nochmal vornehmen.
Titel: Re: Tod eines Eminence Deltalite 2515
Beitrag von: cca88 am 4.07.2015 19:10
Das ist ein 8 Ohmer, Sollwert ist also 5.3 Ohm. Die höheren Werte treten systematisch nach Tests an Verstärkern auf. An den fest angezogenen Anschlussklemmen, letzter Wert beim ausgebauten Chassis knapp 8 Ohm.

Die Nacht werde ich mir das Teil wohl doch nochmal vornehmen.

Hallo Bea,

ich meinte nicht lockere Anschlußklemmen, sondern die Verbindung der flexiblen Litze zur Anschlussklemme.

Ich hatte da schonmal eine kalte Lötstelle an einem Alnico Blue...
Zeigte das gleiche Symptom wie deiner

Grüße

Jochen
Titel: Re: Tod eines Eminence Deltalite 2515
Beitrag von: Manfred am 4.07.2015 19:31
Hallo Bea,

konaktiere
http://www.akustikpeiter.de/ (http://www.akustikpeiter.de/)
da bekommst Du kompetente Beratung und perfekte Lautsprecherreparatur,
ich hatte schon einige Lautsprecher dort reparieren lassen.

Gruß
Manfred
Titel: Re: Tod eines Eminence Deltalite 2515
Beitrag von: bea am 4.07.2015 19:49
Hallo Manfred,

danke für den Tipp. Ich hatte bereits recherchiert und quasi vor meiner Haustür 2 Unternehmen gefunden, die das auch anbieten. Aber gut, noch weitere Anbieter mit einer Referenz zu kennen.
Titel: Re: Tod eines Eminence Deltalite 2515
Beitrag von: haebbe58 am 5.07.2015 14:50
Hi,

verstehe nicht, warum Du nicht bei Adam Hall nachfragen willst .... evtl. liegt ja tasächlich ein (Material-)Fehler vor und dann sind die doch in der Gewährleistungspflicht ....

Gruß
Häbbe
Titel: Re: Tod eines Eminence Deltalite 2515
Beitrag von: bea am 5.07.2015 20:37
Dazu ist der Lautsprecher zu alt. Die 2 Jahre sind grad rum.
Titel: Re: Tod eines Eminence Deltalite 2515
Beitrag von: haebbe58 am 6.07.2015 16:22
Genuine Eminence Service Options

All Genuine Eminence loudspeakers are supported by a 7-year warranty against any manufacturer’s defect in the continental United States. All retail customers should contact your Eminence supplier for warranty and service information.
Titel: Re: Tod eines Eminence Deltalite 2515
Beitrag von: Robinrockt am 6.07.2015 16:54
Jetzt gibt es keine Ausrede mehr ;D
7 Jahre ist aber wirklich mal eine Ansage, Respekt. Allerdings nur in den USA? Ich habe allerdings nur 1 jährige Garantie Aussagen gefunden ???

Viele Grüße,
Robin
Titel: Re: Tod eines Eminence Deltalite 2515
Beitrag von: haebbe58 am 6.07.2015 17:21
ich würde trotzdem mal beim Importeur nachfragen ... wer weiß ... nach allem, was man so hört, ist Adam hall immer sehr kulant.

Kost ja nix ....
Titel: Re: Tod eines Eminence Deltalite 2515
Beitrag von: bea am 6.07.2015 19:04
Ja, das werd ich sicherlich mal tun. Heute war ich bei einem Service-Unternehmen - er scheint auch zu kratzen. Daher sei Reconing erforderlich.

Naja fürs erste kam mal der Kappalite in die Box. Die Selbstbaubox, in der er werkelte, taugt eh nur noch zum Testen; ich dachte schon daran, sie komplett auseinanderzunehmen. Das funktioniert so gut, dass ich jetzt mal in aller Ruhe Optionen durchgehen kann. Und es befriedigt eine durchaus ältere Neugier.

Momentan mache ich mich mal schlau wegen des Oberton 15L400 - diese Neugier ist auch schon etwas älter; der Defekt des 2515 ist also Anlass - nein, NICHT willkommener . Wenn der Oberton so gut klingt wie es auf dem Papier und in der Simulation aussieht, wäre es ein toller Lautsprecher vor allem für meine kleineren Bassamps.

Den 2515 werde ich deshalb natürlich nicht entsorgen, sondern nach einer günstigen Reparaturmöglichkeit suchen. Also bei Adam Hall anfragen.