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Technik => Tech-Talk VOX => Thema gestartet von: drstrange am 25.01.2026 00:58

Titel: Vox AC 30 Top Boost 1965 (SN 21578) Netztrafo liegende Ausführung / Problem
Beitrag von: drstrange am 25.01.2026 00:58
Hallo
Habe den o.g. Amp hier und den Verdacht, daß der originale Netztrafo (Woden 76852)
liegende Ausführung, defekt ist. Keine Anodenspannung mehr. (durchgebrannt?)

Nun meine Fragen dazu:

Passiert das öfter, also kennt man dieses Problem und gibt es einen bekannten Grund
dafür? (Der Gleichrichter ist eine GZ34 S von JJ) Ist der Trafo am Limit dimensioniert? Weil:...

Der Amp hat keinen Standby Switch!! Kann man dann einfach mal so den Netztrafo
austauschen, gegen den hier im TT Shop für 128 Euro angebotenen tt-pwAC30 in liegender
Ausführung oder brennt der dann nicht auch gleich wieder durch?

Weil, wenn ich keinen Standby switch habe um die Röhrenheizung vorzuwärmen, kann es
dann nicht immer wieder passieren, daß mir der Trafo durchbrennt? Oder ist der neue,
hier angebotenen Netztrafo etwas stärker dimensioniert, als der originale o.g. Woden von
1964/65? Gab da ein design Flaw? Was ja nicht das erste Mal bei VOX wäre?

Oder gibt es die Möglichkeit einen Standby switch nachträglich nachzurüsten? Hat das
schonmal jemand gemacht? Ich hab noch einen ähnlichen AC30 Amp als reissue von 1995,
copper Panel, der hat neben dem Mains noch einen Standby switch.

Es widerstrebt mir einfach so nur den alten Trafo rauszuschmeißen und einen neuen hier
einzubauen, ohne konkret zu wissen warum der andere nun durchgebrannt ist. Gibts da
Erfahrungen? Wird der nach 60 Jahren dann schwach auf der Brust oder bröckelt der
Cu-Lack dann ab und die Isolation lässt nach? Oder liegst woanders in der Peripherie im
Argen?

Wer kann mir da helfen? Worauf sollte man achten? Heizung geht und leuchtet bei allen
Röhren also kein Kurzschluss,Nur eben keine Anodenspannung. Auch die Siebelkos
scheinen irgendwann mal erneuert worden zu sein. (F+T)

Der Besitzer meinte während einer Probensession, hätte der Amp auf einmal
"gestunken" und sei dann nach kurzer Zeit stumm gewesen. Die englische lange
Sicherung im Frontpanel, die einzige, die ich gefunden habe im ganzen Amp, hat 3A
ob träge oder flink weiß ich nicht, jedenfalls ist in dem Schmelzdraht innen in der
Sicherung keine Verdickung also denke ich mal, sie ist flink.

Auch die Woden 100mA Drossel (76854 HX) sieht etwas mitgenommen aus, sollte
es etwa daran liegen?

Leute helft mir mal bitte. Sowas hatte ich noch nicht.
Bin deshalb etwas unsicher, wie vorzugehen ist.

Gruß
drstrange
Titel: Re: Vox AC 30 Top Boost 1965 (SN 21578) Netztrafo liegende Ausführung / Problem
Beitrag von: Helmholtz am 25.01.2026 01:53
Die alten AC30 hatten alle keinen Standby-Schalter zumindest bis Anfang der 70er Jahre.
Ein Standby -Schalter trägt überhaupt nichts zur Schonung des Netztrafos bei - im Gegenteil, er kann die Lebensdauer der GZ34 Gleichrichterröhre verkürzen.
Ist die HT-Wicklung wirklich tot? Oder ist nur die GZ34 defekt?
Titel: Re: Vox AC 30 Top Boost 1965 (SN 21578) Netztrafo liegende Ausführung / Problem
Beitrag von: drstrange am 25.01.2026 07:26
Moin

Hab heute früh nochmal gemessen. Habe alle sek. Spannungen
gesehen.  Mit Fluke IV. gemessen. HT ok, ich sah allerdings 590V
statt 2x280 = 560 V. generell Heizung 6,4V;  Heizung GZ34 5,2V.
Der Spannungswahlschalter steht bei 245V (England). Als nächste
Stellung wären 220 V möglich. Was wäre besser? Ich hab hier 235V.
Ich dachte da wäre die 245 V am nächsten dran.

Die JJ GZ 34 S werde ich nächste Woche mit meinem Funke W19
RPG testen. Aber die Drossel ist tot. Die hat keine 450 Ohm
Gleichstromwiderstand, sondern gar keinen Durchgang mehr.
Ich hab sie rausgenommen unten sind bei ihr am Wickelpapier
große braune Tropfen des Trafolacks rausgetropft und steinhart
geworden, auch das Papier ist verfärbt von der Hitze. Die muß
über längere Zeit ziemlich heiß geworden sein. Die werde
ich bestellen. Die Siebelkos sind ok. Welche GZ34 empfiehlst Du
mir? Ich hatte noch nicht so viele JMI AC30s in meinen Fingern
und noch nie einen mit Netzteilfehler.  Meist nur Cab-Job und
Röhrentausch in der Endstufe. Ach so der Bypass C am
Kathodenwiderstand der Endstufe war aus hinüber.

Also Fragen:
Welche Spannung einstellen??
Welche GZ 34 ist am besten geeignet?
Danke für Deine Hilfe.

PS : Die Drossel hat im Schaltplan und aufgedruckt 19 Henry
an 100 mA bei den o.g. 450 Ohm R=. Die AC30 TT 194E
Vintage Drossel für VOX AC30 Vintage hat 30 Henry das sollte
eigentlich auch passen oder? Aber warum ist die defekt gewesen?
passiert das öfter?

Gruß
drstrange
Titel: Re: Vox AC 30 Top Boost 1965 (SN 21578) Netztrafo liegende Ausführung / Problem
Beitrag von: MichaelH am 25.01.2026 09:25
Servus,

erstmal runterkommen und nicht in Panik verfallen ;-)

Ein AC 30 läuft immer am Limit seit der Kathodenwiderstand in den 60ern von 80 auf 50 Ohm reduziert wurde. Daher erstmal sich einen Plan machen um vernünftig vorzugehen.

Die gemessenen Spanungen schauen ok aus. Der AC 30 bewegt sich bei ca. 320 Volt Anodenspannung in der Endstufe.
StandBy Schalter ist bei Betrieb mit GZ34 unnötig und eher schädlich, da die Spannung sich nach dem Einschalten erst durch das Erwärmen der GZ34 langsam aufgebaut ist. Der StandBy sorgt eher dafür dass der Strom schlagartig bereitgestellt wird, was im ungünstigen Fall die GZ34 killt.

Wähle die Spannung am Wahlschalter welche am ehesten auf 6,3 Volt Heizspannung hinkommt. Heutzutage oftmals die 245 Volt Einstellung

Die Wooden Teile sind bekannt für den Ausfluss von Wachs, in welches die Dinger bei der Produktion getaucht wurden. Wachs fließt bei Erwärmung ;-) Du schreibst "Lack", wenn das so ist, dann liegt eine hohe Überlastung vor, oder dauerhaft mit schleichendem Prozess.

Kathodenwiderstand / Elko defekt, folge des Alters und der Erwärmung.

Wie würde ich vorgehen ? Erstmal eine neue Drossel und GZ34 beschaffen, ob JJ oder Sovtek ist egal. Dazu einen Satz EL84. Wenn du die Option hast eine NOS GZ34 zu bekommen wäre das eine Option, die sind meiner Erfahrung nach nochmal stabiler, aber ich habe in meinen beiden AC`s die JJ drinnen. Problemlos. Dann würde ich mir die Endröhren und Siebelkos vornehmen. Die Elkos haben trotz Tausch evtl. ausgedient. Passen die Werte der ausgetauschten Elkos ? Wann wurden die getauscht ? Wie oft ist der Amp in Betrieb ? Powersoak ? Desweiteren verhalten die sich unter anliegender Spannung eventuell aus anders als ohne Spannung. Ich würde dann mal mit neuen Endröhren, Elkos und einer neuen Drossel mal den Strom messen der in Ruhe fließt. Und dann mal weitersehen ...

Grüße

Michael

Titel: Re: Vox AC 30 Top Boost 1965 (SN 21578) Netztrafo liegende Ausführung / Problem
Beitrag von: drstrange am 25.01.2026 09:58
Hi Michael

Danke erstmal für Deine klärenden Erörterungen. Ich bin auch nicht nervös, wenn das den Eindruck gemacht haben sollte ist das vielleicht falsch von mir rübergekommen. Ich bin jetzt Rentner, ich mach das hier nur noch für befreundete Musikerkollegen, die eben nix von Elektronik wissen wollen oder auch aus anderen Bereichen herkommen.

Generell:
Ich habe es genau so  vor gehabt es zu machen, wie Du sagtest.
Gleichrichter und Drossel besorgen, die GZ34 ist sogar eine NOS Mullard Variante
Von den EL84 habe ich immer so 5 bis 6 verschiedene gematchte Quartette zum
Ausprobieren da, das kommt dann erst später. Erstmal muß da mal wieder hinten was rauskommen. Dann noch der Phaseninverter und oder andere Vorstufenröhern, die ich mit dem Funke W19 prüfe und dann natürlich die Elkos testen.  Mich interessiert eigentlich immer bei meinen Problemen, ob das bekannt ist oder ob  bestimmte Bauelemente Typen besser nicht genommen werden sollten oder oder oder.  Vielen Dank erstmal. Wenn das Netzteil wieder funktioniert, werden noch weitere Fragen kommen, das ist wohl sicher. Dann werde ich mich hier in dem Thread wieder melden. Die Kondensatoren teste ich mit einem Heathkit IT-11 für 230 V umgebaut der testet bis 600 V.

Gruss Boris
Titel: Re: Vox AC 30 Top Boost 1965 (SN 21578) Netztrafo liegende Ausführung / Problem
Beitrag von: bluesfreak am 26.01.2026 09:35
Moin,

ja, es kann passieren dass die Drossel am AC30 durchbrennt, vor allem wenn es mal eine der Endröhren erwischt. einer der Siebelkos seinem Leben ein Ende setzt oder im Fassungsbereicht Überschläge gibt. Ist zwar schade um die Woden (evtl neu wickeln lassen), aber in dem Zug würde ich gleichzeitig noch die Endstufe überholen:

1. Kathodenwiderstand hoch auf 80 Ohm
2. Kathodenelko neu
3. Screenresistors hoch von 100R auf 1k
4. Gridstopper hoch von 1K5 auf 2.2k oder 2.7k  (je nachdem was da ist)
5. den 47R vor und den 22k nach der Drossel durch Metallfilm ersetzen
6. den 33uF Reservoir Cap und die folgenden Siebelkos ersetzen
7. die Voltage Dropper (22k / 10k) durch Metallfilm ersetzen

Danach Amp über Bulb Limiter hochfahren, erste Spannungen testen, wenn ok, dann komplett freischalten und Spannungen nochmals testen.

Gruß
blues
Titel: Re: Vox AC 30 Top Boost 1965 (SN 21578) Netztrafo liegende Ausführung / Problem
Beitrag von: carlitz am 26.01.2026 10:34
Das wirft eine Frage bei mir auf:

Welcher Betrieb wickelt denn heute noch Transformatoren neu?
Titel: Re: Vox AC 30 Top Boost 1965 (SN 21578) Netztrafo liegende Ausführung / Problem
Beitrag von: bluesfreak am 26.01.2026 16:37
Servus,

 Piemme Elektra  (https://shop.piemme-elektra.it/Categories/170/Products/7474) in Italien macht einen guten Job in Sachen Trafos und Drosseln und bieten normalerweise auch einen Reparaturservice an.

Gruß
blues
Titel: Re: Vox AC 30 Top Boost 1965 (SN 21578) Netztrafo liegende Ausführung / Problem
Beitrag von: Rollo am 27.01.2026 12:25
Passende Hammond Trafos aus dem Shop sind ebenfalls sehr zu empfehlen, möglicherweise leider mit längeren Lieferzeiten. Viel Erfolg
Rollo
Titel: Re: Vox AC 30 Top Boost 1965 (SN 21578) Netztrafo liegende Ausführung / Problem
Beitrag von: carlitz am 28.01.2026 09:18
Servus,

 Piemme Elektra  (https://shop.piemme-elektra.it/Categories/170/Products/7474) in Italien macht einen guten Job in Sachen Trafos und Drosseln und bieten normalerweise auch einen Reparaturservice an.

Gruß
blues

Guten Morgen, ich habe mal 2 Transformatoren bei denen bestellt. Schauen wir mal, wie die Qualität so ist.

Ich werde weiter berichten.
Titel: Re: Vox AC 30 Top Boost 1965 (SN 21578) Netztrafo liegende Ausführung / Problem
Beitrag von: cca88 am 31.01.2026 11:59
Guten Morgen, ich habe mal 2 Transformatoren bei denen bestellt. Schauen wir mal, wie die Qualität so ist.

Ich werde weiter berichten.

 :topjob:
Titel: Re: Vox AC 30 Top Boost 1965 (SN 21578) Netztrafo liegende Ausführung / Problem
Beitrag von: carlitz am 31.01.2026 12:02
Guten Tag an Alle,

die Transformatoren sind bereits angekommen, super schnelle Lieferung.

Die Trafo's machen einen guten mechanischen Eindruck, die Anschlußdrähte sind lang genug und die elektrischen Werte entsprechen den Angaben.

Sobald ich sie eingebaut habe, berichte ich über den Funktionstest.
Titel: Re: Vox AC 30 Top Boost 1965 (SN 21578) Netztrafo liegende Ausführung / Problem
Beitrag von: drstrange am 7.02.2026 08:15
Zurück zum Thema :guitar: AC30

Die neue Hammond Drossel ist eingebaut, mit 500mA träge Sicherung fliegend.
Die Gitterwiderstände sind gewechselt und alle Siebelkos auch. (waren von 2003).
Die alten Röhren funktionieren noch aber es kommt noch ein neues Quartett rein,
welches bei 45 mA Ruhestrom gematched ist. (JJ EL84) Der Kathodenwiderstand
wird gegen einen 82 Ohm 25 Watt ausgetauscht. bisher noch 56 Ohm 25 W.
Er krakeelt schon wieder ganz gut rum. Dann kommt vor die GZ34 in die HT je eine
Sicherung 250 mA träge und eine Schutzdiode 1N5408. Ich bin mir bei dem Netztrafo
nicht sicher. Ob der nicht ne Macke hat seit er so heiß wurde, daß auch da braune
Tropfen dran zu sehen sind. Was ratet Ihr mir noch? Koppel C's zum PI sind Oilcaps
vom TxD. Wie groß sollte max der Biasstrom in idle bei dem EL84 Quartett auseinander
liegen? Mir schwirrt irgendwas im Kopf rum mit max 2 mA??

Gruß drstrange
Titel: Re: Vox AC 30 Top Boost 1965 (SN 21578) Netztrafo liegende Ausführung / Problem
Beitrag von: BGE am 26.02.2026 15:35
Leider muß der Netztrafo auch ausgetauscht werden.
Eigentlich sollte jeder AC30 sofort mit einer HT Fuse ausgestattet werden.
was haben die sich damals nur dabei gedacht, sowas zu designen.
Titel: Re: Vox AC 30 Top Boost 1965 (SN 21578) Netztrafo liegende Ausführung / Problem
Beitrag von: BGE am 5.03.2026 17:04
Moin

Der Amp läuft wieder mit einem Hammond Netztrafo 290NX, den ich da reingepfriemelt habe.
Die  Drossel ist neu, ebenfalls Hammond, (30 Henry; 194E ) die PA-Röhren rugged 6P14P-EV
matched bei nun 35 mA mit R-Kathode  82 Ohm an 25 W Chassismontage und einige
andere Sachen noch. Die primäre Sicherung war 3 A (115V) und ist jetzt 1,25 A.
Die Gitterwiderstände neu aber nur auf 220 Ohm. HT Fuse 500mA slow blow und 2x 1N5408
vor die GZ34 und extra nochmal Fuse slow blow 250 mA direkt vor die Drossel, ja etwas
redundant aber was macht man nicht alles. Die Gridstopper auch erneuert (1,5K bleibt )
Drossel neu wie gesagt . Cap Job komplett gemacht F&T. Nach aussen zugänglichen
Netzspannungswahlschalter stillgelegt. Das ist zu gefährlich, wenn da jeder mal dran rumdreht
nur weil der Guitarrero beim Gig einen schlechten Tag hat und so alles wieder zerstört.
Also fest auf 240 Volt gelegt. Wenn der Besitzer doch nochmal eine Japantournee
(oder Trumpland-Tournee) macht, dann muss er mir eben noch mal kurz Bescheid geben.
Alles, außer die Röhren, wird nicht wärmer als handwarm. Der Trafo hat im Leerlauf ohne
was dran 140mA . Der Amp zieht komplett zwischen 600 und 580 mA (schwankt).
Shunt 22K ebenfalls 25 Watt mit Chassismontage ohne Loch bohren.

Vielen Dank nochmal für Eure Hilfe und die Hilfe der KI, die ich für solche Fälle nur empfehlen kann.
wenn man vorher schon weiß was man macht und nur den technischen tiefen Background braucht.
Als Rentner kann man sich auch nicht mehr alles merken.

Danke
Gruß
drstrange
Titel: Re: Vox AC 30 Top Boost 1965 (SN 21578) Netztrafo liegende Ausführung / Problem
Beitrag von: BGE am 6.03.2026 10:41
PS:

Sorry muß nochmal stören. Ich habe heute den Eindruck, nachdem ich ihn. wieder zusammengebaut habe, daß er wieder mehr brummt als gestern, als ich extern eine Box zum Testen angeschlossen hatte. Also jetzt ist das Chassis wieder im Gehäuse und da hört sich für mich das Brummen wieder signifikant lauter, also schon störend an, als gestern mit der Box dran. Wie gesagt, es ist ja auch mein erster AC30 mit verbrannter PA. Der erste Filtercap, also der bei der Drossel der ist auch neu wie alle anderen von F&T und hat 2 x 32 yF die anderen alle so zwischen 8 und 16 yF. Wenn man laut spielt, hört man das Brummen nicht so aber besser wärs ohne. Also gibts jemanden, der mir bitte helfen könnte mit einem oder zwei Hinweisen wonach ich noch schauen sollte Es ist auf jeden fall 50 Hz weil es sofort nach dem Einschalten schon da ist. wenn man dann später den Bassregler aufmacht wird es noch etwas lauter. Jeder Hinweis ist mir hilfreich.

Gruß
Boris
Titel: Re: Vox AC 30 Top Boost 1965 (SN 21578) Netztrafo liegende Ausführung / Problem
Beitrag von: Volka am 6.03.2026 11:20
Hallo Boris,

der von dir beschriebene Effekt (Brummen aus dem Lautsprecher gleich nach dem Einschalten - bevor die Röhren arbeiten) tritt eigentlich nur dann auf wenn der Netztrafo in den Ausgangsübertrager streut.
Beim AC30 sind die beiden allerdings recht weit voneinander entfernt ... in wiefern da jetzt  die Drossel noch mit hineinspielt kann ich jetzt nicht sagen.

Gruß
Volka
Titel: Re: Vox AC 30 Top Boost 1965 (SN 21578) Netztrafo liegende Ausführung / Problem
Beitrag von: roehrich am 6.03.2026 14:27
Da kann ich nur beipflichten ... Wenn es brummt, bevor die Röhren überhaupt warm sind, nimmt es den direkten magnetischen Weg vom Netztrafo zum Übertrager. Da hilft nur Abstand, Verdrehen der magnetischen Achsen oder Schirmung mit Eisenblech oder Mu-Metall.

Kann es sein, dass der neue Trafo anders orientiert ist, als der ersetzte? Kannst Du ihn um 90° drehen?

Ciao Sebastian
Titel: Re: Vox AC 30 Top Boost 1965 (SN 21578) Netztrafo liegende Ausführung / Problem
Beitrag von: Helmholtz am 6.03.2026 16:31
Das Problem mit der Brummeinkopplung von NT in AÜ ist mir von alten AC30 mit den Woden Trafos bekannt.
Zwar ist der Abstand groß, doch die Magnetachsen der Trafos sind parallel und zeigen aufeinander.
Auch sind beide Trafos auf gleicher Höhe und auf der Unterseite offen.
Auch das Stahlchassis als guter magnetischer Leiter dürfte eine Rolle spielen.
Insgesamt beste Voraussetzungen für magnetische Kopplung.

Siehe auch Fig. 14.2 hier:
https://www.valvewizard.co.uk/Grounding.pdf
Titel: Re: Vox AC 30 Top Boost 1965 (SN 21578) Netztrafo liegende Ausführung / Problem
Beitrag von: bluesfreak am 9.03.2026 10:07
Moin,

jeder AC30 brummt bis die Röhren ordentlich warm sind, das ist der Kathodenbias Endstufe geschuldet.
Wenn es allerdings im warmen Zustand auch brummt, und zwar auf 50Hz, dann ist das Endstufenquartett nicht gut gematcht oder man hat eine Vorstufenröhre die Heizungsbrumm mit einstreut ( ist mir früher öfter mit JJ ECC83S passiert), da hilft dann nur Austausch.

Gruß
blues
Titel: Re: Vox AC 30 Top Boost 1965 (SN 21578) Netztrafo liegende Ausführung / Problem
Beitrag von: roehrich am 9.03.2026 10:28
Ungleiche Ruheströme (in der Aufheizphase oder permanent) sind natürlich auch eine gute Erklärung. An was es nun genau liegt (oder ob es eine Kombination daraus ist - man kann ja schliesslich auch Läuse und Flöhe haben), solltest Du herausfinden können, wenn Du das Teil mal einschaltest und dabei alle Röhren gezogen sind. Brummt es dann immer noch, kann es fast nur noch die magnetische Einstreuung sein. Um ganz sicher zu gehen (und die Siebelkos vor der hohen Leerlaufspannung zu schützen), kannst Du noch die HV Leitung zwischen Trafo und Gleichrichter unterbrechen. Je nach dem, was bei Deinem Gerät möglich ist: Sicherung raus, Standby-Schalter, Kabel ablöten.

Ciao Sebastian
Titel: Re: Vox AC 30 Top Boost 1965 (SN 21578) Netztrafo liegende Ausführung / Problem
Beitrag von: Helmholtz am 9.03.2026 17:30
Ungleiche Ruheströme können keinen 50Hz Brumm verursachen.
Zumindest nicht mit Kathodenbias.
Ist denn der Brumm nach dem Aufheizen weniger?
Wie sieht der Brumm am Oszi aus?
Titel: Re: Vox AC 30 Top Boost 1965 (SN 21578) Netztrafo liegende Ausführung / Problem
Beitrag von: roehrich am 9.03.2026 17:59
Um ganz sicher zu gehen (und die Siebelkos vor der hohen Leerlaufspannung zu schützen), kannst Du noch die HV Leitung zwischen Trafo und Gleichrichter unterbrechen. Je nach dem, was bei Deinem Gerät möglich ist: Sicherung raus, Standby-Schalter, Kabel ablöten.

Jetzt muss ich mich doch glatt selbst zitieren. Das Gesagte gilt natürlich nur, wenn es kein Röhrengleichrichter ist.

Und noch eine kleine Warnung: Wenn das Gerät keine Entladewiderstände hat und es ohne Röhren (oder mit nur sehr kurz) eingeschaltet wurde und ein Gleichrichter vorhanden war, kann sich die Ladung in den Siebelkos sehr lange halten und ordentlich zwicken. Also Obacht!

Ciao Sebastian
Titel: Re: Vox AC 30 Top Boost 1965 (SN 21578) Netztrafo liegende Ausführung / Problem
Beitrag von: Helmholtz am 9.03.2026 18:06
Einfach die GZ34 ziehen zum Testen.
Titel: Re: Vox AC 30 Top Boost 1965 (SN 21578) Netztrafo liegende Ausführung / Problem
Beitrag von: roehrich am 9.03.2026 18:26
Einfach die GZ34 ziehen zum Testen.

Das ist natürlich einfach und umschifft die Probleme von Oben  ;D
Titel: Re: Vox AC 30 Top Boost 1965 (SN 21578) Netztrafo liegende Ausführung / Problem
Beitrag von: BGE am 2.06.2026 03:05
Moin
Abschließend kurzes Resümee.
Der Amp ist zurück beim Spieler und er brummt auch nicht mehr so auffällig  (ist nun normal) . Der AÜ mußte letztendlich auch noch getauscht werden, da er durch die andauernde thermische Belastung unsymmetrisch war. Nachdem ein Hammond AÜ für AC30 Vintage (1750V) stehend eingebaut war, der ja auch in seiner Eisenkernausrichtung anders ausgerichtet ist als der originale Woden AÜ (liegend), wurde das Brummen dann vernachlässigbar. Ich hatte dann sicherheitshalber mit der Schrotflinte in der Vorstufe auch alle alten (Kathoden)-Elkos und Koppel-Cs getauscht. Besonderheit: Es waren zwei Ölcaps als Koppel-Cs zum Phaseninverter verbaut die zwar mit 0,047yF beschriftet waren aber beide ca. 1,2 yF hatten. nachdem die gewechselt waren, wurde es noch besser. Somit wurde die gesamte Endstufe und auch das gesamte Netzteil erneuert. Es ist kein VOX AC30 mehr, sondern ein Hammond AC30. Besonderheit: Der 290NX Hammond Netztrafo hat eine Thermosicherung eingebaut (Bimetall?), die bei 90 Grad zuschlägt und den mains Trafo und somit den Amp abschaltet. Das haben mir die Hammond Leute in Canada bestätigt. Man sieht auch in der Spec, diesen kleinen  runden Kreis, mit einer "90°C" Beschriftung in der Primärwicklung und das war auch ganz gut, denn bei den ersten Dauertests mit Eingangssignal, kam diese Thermosicherung mehrere Male, bis ich dann durch andere Maßnahmen (größeres eckiges Loch im Slider-Board (Plinth) etc.) Abhilfe schaffte und der Amp nun 12 h im Stressdauertest durchlief ohne zu kollabieren.  Die Kosten für diese Reparatur waren erheblich und der Aufwand ebenfalls aber mit HT-Sicherung und anderen Maßnahmen ist der Amp jetzt thermisch abgesichert. Es war lehrreich aber ich muß sowas nicht unbedingt nochmal haben und frage mich immer noch, wie die VOX Leute damals diese Schaltung so im Original verkaufen konnten.

Vielen Dank für Eure Hilfe.
drstrange
Titel: Re: Vox AC 30 Top Boost 1965 (SN 21578) Netztrafo liegende Ausführung / Problem
Beitrag von: bluesfreak am 2.06.2026 10:05
Moin,

warum nimmt man einen dieser unsäglichen Hammonds für einen vintage AC30? Dirk hat einen exakt passenden AÜ im Shop der ohne große Bastelei passt: https://www.tubetown.net/ttstore/de/tt-vox-ac30-style-uebertrager-30-watt-4-8-16-ohm.html

Und zum Thema Übertemperatur: Mal die Ströme im Amp verifiziert? Und zwar nicht nur in Idle, sondern auch wenn das Ding Vollgas pumpt.
Der 290NX ist mit 6.8A @6.3V und 3.4A@5V angegeben was normalerweise auch ausreicht, aber die HT Seite ist mit 260mA ziemlich konservativ ausgelegt, ein alter AC 30 läuft mit dem Standard 50Ohm Rk und modernen Netzspannungen meist im Bereich 230-240mA bei Vollgas.
Deswegen hätte ich auch hier zum TT Trafo gegriffen, der bietet 320mA und hat damit etwas Headroom und bisher wurde fast jeder AC30, der hier war (und das waren schon einige), auf 82 Ohm Rk umgebaut außer der Besitzer hatte da kein Einsehen in meine Argumentation und bestand auf die ursprünglichen 50 Ohm, aber da sind die EL84 locker bei 120% Pa, wenn nicht noch höher. Das Screen und Grid Resistors angepasst wurden nehm ich mal an, weil ansonsten das Ding vermutlich bald wieder in Deiner Werkstatt steht.
Bezüglich Brumm beim AC gibts von Lyle etliche Videos die genau darstellen wo es knackt und wie man den Brumm in Griff bekommt (und das bedingt auch Änderungen an der originalen Verdrahtung) und das funktioniert echt gut.

Gruß
blues

Titel: Re: Vox AC 30 Top Boost 1965 (SN 21578) Netztrafo liegende Ausführung / Problem
Beitrag von: BGE am 2.06.2026 14:44
Moin,

warum nimmt man einen dieser unsäglichen Hammonds für einen vintage AC30? Dirk hat einen exakt passenden AÜ im Shop der ohne große Bastelei passt: https://www.tubetown.net/ttstore/de/tt-vox-ac30-style-uebertrager-30-watt-4-8-16-ohm.html

* Und dann brummt es wieder, weil die beiden Kerne gleich positioniert sind? Nö.
Das war vorher ein klarer Design Flaw.

Und zum Thema Übertemperatur: Mal die Ströme im Amp verifiziert? Und zwar nicht nur in Idle, sondern auch wenn das Ding Vollgas pumpt.

* Ja 12 h lang mit 1khz; 40mV PP Sinus und Rechteck mit Brilliant auf 50%. Das hat Ihm schon gereicht. Der Amp hat oben nur drei statt der später normal 6 Lüftungsschlitze und äußerlich wollte ich nicht so stark eingreifen. Die drei zusätzlichen bringen ja auch nur 8 Grad. Da bin ich lange drunter.

Der 290NX ist mit 6.8A @6.3V und 3.4A@5V angegeben was normalerweise auch ausreicht, aber die HT Seite ist mit 260mA ziemlich konservativ ausgelegt, ein alter AC 30 läuft mit dem Standard 50Ohm Rk und modernen Netzspannungen meist im Bereich 230-240mA bei Vollgas.

* Irgendwo vorher im Faden schrieb ich, daß ich auf 82 Ohm umrüstete also von 45 mA pro EL84 auf 35mA in idle.

Deswegen hätte ich auch hier zum TT Trafo gegriffen, der bietet 320mA und hat damit etwas Headroom und bisher wurde fast jeder AC30, der hier war (und das waren schon einige), auf 82 Ohm Rk umgebaut außer der Besitzer hatte da kein Einsehen in meine Argumentation und bestand auf die ursprünglichen 50 Ohm, aber da sind die EL84 locker bei 120% Pa, wenn nicht noch höher. Das Screen und Grid Resistors angepasst wurden nehm ich mal an, weil ansonsten das Ding vermutlich bald wieder in Deiner Werkstatt steht.

* Jawoll! (Gut zu wissen. Der Typ hat noch ein Copper-Panel von 1964 mit nachgerüstetem TB.
Der ist auch im Arsch. Ich schicke den dann sehr gern zu Dir, da kriegt der auch gleich mal mit,
was das bei anderen so kostet.) Ich hab keine 12W EL84 bestückt sondern russische 6P14P -ER
(7320) Die können locker 14 Watt ab.

Bezüglich Brumm beim AC gibts von Lyle etliche Videos die genau darstellen wo es knackt und wie man den Brumm in Griff bekommt (und das bedingt auch Änderungen an der originalen Verdrahtung) und das funktioniert echt gut.

* Wer ist Lyle? Ach so. Der Keyboarder von Pat Metheny. Wußte garnicht, daß der auch Amps repariert. Die einseitige Masse der Heizung an V1 hab ich übrigens auch beseitigt bevor ich die Heizspannung symmetrierte.

Gruß
blues

* Dito
drstrange

* PS: Sammler und Spekulanten lasse ich normalerweise nicht in meine Werkstatt, nur Musiker die wollen, daß Ihr Equipment funktioniert. Und denen ist das scheiß egal was da für Wickelgüter verbaut werden. Die müssen bei mir auch vorspielen, damit ich glauben kann, daß sie selber den Amp benutzen können.
Titel: Re: Vox AC 30 Top Boost 1965 (SN 21578) Netztrafo liegende Ausführung / Problem
Beitrag von: bluesfreak am 2.06.2026 18:47
Die Ironie darfst Du gerne stecken lassen.
und wegen der Trafo Orientierung:
man bekommt auch Woden, Albion oder (selten) Haddon bestückte AC30 mit dem von Dir "aufgedecktem" Geburtsfehler praktisch brummfrei ohne an der Trafo Orientierung drehen zu müssen.  Dazu gehört halt nicht nur ein Umbau des Massekonzepts sonder auch Korrosionsentfernung unter den Schrauben für die Trafodeckel, der Verbindung zwischen den beiden Chassishälften und den diversen Massepunkten am Chassis. Alles kein Hexenwerk wenn man weiß wo man ansetzen muss.
Und zu den 6P14P-EN: die sind eine weise Entscheidung, nur hilft eine erhöhte Pmax wenig wenn die Gitter überlastet werden und dann die Kernschmelze eintritt weil man die ja so originalen 100R belassen hat. Ich will hier nur helfend Hinweise geben um ordentliche Arbeit abzuliefern, keiner hat es gerne wenn der Kunde immer wieder auf der Matte steht weil das Ding dauernd abraucht. Eine Generalüberholung kostet, für einen Copper Panel mit neuem Satz Röhren sind da (je nach Zustand) 600-800€ fällig, dafür läuft er dann aber auch wieder zuverlässig die nächsten 20 -30 Jahre und die Endröhren müssen nicht alle Jahre neu sondern halten halt (je nach Nutzung) 2-5 Jahre oder vllt sogar länger (Wohnzimmeramp).


Gruß
blues
Titel: Re: Vox AC 30 Top Boost 1965 (SN 21578) Netztrafo liegende Ausführung / Problem
Beitrag von: BGE am 2.06.2026 19:11
Naja hier waren halt alle drei Übertrager auch noch im Eimer da wurde es geringfügig teurer.
Schrauben und Verbindungen putzen war die Lieblingsbeschäftigung von G. Weber von Kendrick Amps.
Und was ein Glashaarpinsel ist weiß ich auch. Wenn Du mal Muße hast kannst Du mir mal technisch erklären warum jetzt Hammond so Mist sind und die anderen so toll.
ich sehe das pragmatisch. Das technische Gerät (hier ein NF Verstärker) spielt wieder zur Zufriedenheit des Kunden und zwar die nächsten Jahre, wenn, ja wenn der Guitarrero nicht wieder gleich seine Hose über den eingeschalteten Amp schmeißt, wenn ein Groupie näher als 3 Meter kommt.

HTH
drstrange

Titel: Re: Vox AC 30 Top Boost 1965 (SN 21578) Netztrafo liegende Ausführung / Problem
Beitrag von: bluesfreak am 3.06.2026 17:59
Mahlzeit,

Hammond Trafos sind mir u.a. deswegen ein Dorn im Auge weil die defacto eine Bauweise wie man sie im HiFi gerne nutzt auf Instrumentenverstärker umgelegt haben, dadurch sind die Hammonds deutlich linearer, klarer im Bass und haben einen meist deutlich weiteres Frequenzspektrum. Das mag dem einen gefallen, mich stört es, auch weil es den originalen Klang von (insbesondere älteren) Verstärkern beeinflusst. Ein 1750 zB hat eine Primärinduktanz von 6.3H während alte Woden/Albion da gerne auf 30H kommen, was vorwiegend auf dem Windungsaufbau und auch auf die Größe des Kerns (und das Kernmaterial) ankommt. Auch dürfte die Verschachtelung anders sein, eben weil Hammond eher den HiFi Bereich bedient und der Bau größtenteils auf Maschinen abläuft was früher händisch erledigt wurde, der Kern ist Plastik statt Papier wie bei den Originalen was auch einen Einfluss hat.
 Die Differenzen mögen bei Netztrafos nicht so drastisch ausfallen, aber auch hier sind mir Hammonds schon öfter mit nicht passenden Spannungen aufgefallen, und wenn man mich ein paar mal enttäuscht oder nervt (weil der Amp tonal komplett anders klingt und weder ich noch Kunde zufrieden sind), dann wird diese Marke disqualifiziert, so einfach ist das.
Mein ToGo Ersatztrafolieferant war jahrelang Classic Tone, leider haben die den Löffel abgegeben, deswegen bezieh ich Ersatztrafos entweder von hier (meist die Hausmarke), von Piemme oder (wenn mal wieder ein wirklich alter Amp ums Eck kommt und das erhalten des Tones absolut wichtig ist), Pacific Magnetic Components. Deren Albon und Woden Clones sind 1:1 spot on (auch wenn andere zB hier auf Mercury Magnetics schwören).

Gruß
blues
Titel: Re: Vox AC 30 Top Boost 1965 (SN 21578) Netztrafo liegende Ausführung / Problem
Beitrag von: BGE am 3.06.2026 22:06
Danke für die Bezugshinweise.
Die Drossel, die ja durchgebrannt war, hatte vorher 19 H (Woden) und jetzt 30 H (Hammond) . Die Spannungen des NT sind für mich korrekt und der AÜ mach für mich ebenfalls einen guten Eindruck. Ebenso die Thermosicherung des NT. Nützliches Feature. Mercury Magnetics habe ich auch schon verbaut. Alles schön und gut aber das Budget des Besitzers ist eben so wie es ist und er wollte da auch nicht anders mitgehen. Ich hätte die alten Übertrager bzw die Drossel auch nach Birmingham schicken können, zu Stephen Grosvenor (Das ist der mit dem Vox AC xx Service guide), der hatte mir das angeboten die originalen Bleche und Spulenkörper wieder neu wickeln zu lassen, wenn sie denn nicht total verbrannt gewesen wären. Der Netztrafo hätte 650 Pfund gekostet und da hab ich dann aufgehört danach zu fragen. Und das mit dem händisch wickeln  statt Maschine (Stichwort Fender Abigail Ybarra) das ist für mich zwar schön und gut wenn man das Instrument so beherrscht, daß da das letzte Quentchen Tone noch rausgekitzelt wird. Aber 95% der Gitarristen sind erstens nicht so gut und zweitens versauen sie sich den Sound eh mit irgendwelchen digitalen Trickgeräten vor dem Amp. Also für mich ist weiterhin die Überlegung, was ist möglich und was ist nötig. Und wenn jetzt der Marc Knopfler zu mir kommen würde, dann würde ich so Sachen verstehen. Obwohl der ja immer nicht oder schlecht oder spät bezahlt. (Jedenfalls hat Carlos das mal erzählt.) Da Spekulanten und Sammler nicht zu meiner bevorzugten Klientel gehören, bleibt mein Ansatz weiterhin der: Mach was machbar ist und überlasse Voo Doo anderen. Und schon bin ich wieder in dieser Diskussion, die mich eigentlich anödet.  Wie sagt mein schwäbischer Nachbar immer so treffend: Einer frisst gern Kartoffelsalat und der andere geht gern Sonntags in die Kirche. Der Besitzer kam eh schon mit einer Preisvorstellung, für die ich grade mal die Rückwand abgeschraubt hätte. Der hat dann doch ganz schön schlucken müssen als es dann doch sehr viel mehr wurde. Und mich nervt auch dann wegen jeder Aktion anzurufen und mir das genehmigen zu lassen. Ich mache keine Kostenvoranschläge mehr. wird sowieso immer anders. Und soviel mach ich ja nicht als Rentner. Die Prominenz kann gern fern bleiben. Ich mach wie gesagt was nötig ist, nicht was möglich ist. Noch kommt dazu, daß ich tatsächlich nicht so oft VOX habe hier. Das Schlimmste war ein VOX AC120 von 1974 (Dallas Ära) oder so. Da saß ich ein halbes Jahr dran. Da ist man tatsächlich froh, wenn der wieder läuft und er klingt wie er klingt. Man kann immer noch was rausholen, aber das machst Du dann.
Also schönen Abend noch.
drstrange

PS: Der Lyle da aus USA,  der hat ja auch ganz "interessante" und "gute" Referenzen.