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Technik => Tech-Talk Amps => Thema gestartet von: cfortner am 26.07.2026 19:37
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Moin,
es ist ja recht wenig los zur Zeit, trotzdem möchte ich ein paar Fragen zur Trace Elliot Röhrentechnik stellen, ich hoffe, es gibt hier ein paar Experten 😏
Einen Schaltplan des TE VA350 hänge ich an, damit wir eine gemeinsame Grundlage haben.
Der VA350 hat einen LTPI und einen Kathodenfolger, beide mit ECC83.
Mein Hexa Valve (in der Endstufe wohl identische Schaltung) bringt 280W bei knapp 10% THD aus sechs Mesa 6550, was ja schon ein Pfund ist. Da der fast baugleiche VA350 deutlich mehr bringt (allerdings bei ca. 720V Anodenspannung), habe ich in Hexa die ECC83 im Kathodenfolger (CF) mal gegen eine ECC81 getauscht. Dadurch bringt er 320W bei 10% THD, die ECC83 war also schon an der Grenze.
Im CF hat die Schaltung einen 47k Kathodenwiderstand, das bedeutet bei 385V ca. 4mA Anodenstrom im Mittel. Für eine ECC83 deutlich zu viel.
Hierzu eine Frage: Macht Trace Elliot das mit Absicht, um die Endröhren zu schonen, da der CF vor den Endröhren begrenzt? Bringt das ein anderes/softeres Clippung?
Hat jemand Erfahrungen mit KT88 in Hexa Valve oder VA350? Der Gitterableitwiderstand der TE-Schaltung hat ca. 135k und ist für KT88 etc. eigentlich zu hoch, da kann der BIAS instabil werden. Die 6550 sind da gutmütiger.
Vor allem Langzeitstabilität sowohl der Vor- als Endstufenröhren würde mich interessieren.
So wie es konstruiert ist, scheinen mir entweder die CF-ECC83 oder die Endröhren (mit einer ECC81) gefährdet zu sein.
So long
Christian
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Ich kenne beide Amps nicht, kann also wenig beitragen.
Im CF hat die Schaltung einen 47k Kathodenwiderstand, das bedeutet bei 385V ca. 4mA Anodenstrom im Mittel. Für eine ECC83 deutlich zu viel.
Im Klasse A - Betrieb (ohne Clipping) ist der Mittelwert des Anodenstroms gleich dem Ruhestrom.
Z.B. ist der gemittelte CF- Anodenstrom beim TE: 90V/48k = 1,9mA, also völlig unbedenklich (Limit ist 8mA).
Auch die Pv ist unkritisch.
Wenn der Entwickler tatsächlich einen Grund hatte, die Ausgangsleistung zu begrenzen, würde ich eher an die Trafos als die Röhren denken.
Zu Auswirkungen auf den Sound kann ich nichts sagen.
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Mal blöde Frage: Wie kommst Du auf 90V? Über die Kurven?
Um sechs Kannen (KT88 oder 6550) zu treiben, ohne dass der CF begrenzt, reicht aber eine ECC83 nicht, Ausgangsimpedanz zu hoch, da gehört eine ECC81 o. ä. hin.
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90V ist die Kathodenspannung vom Schaltplan.
Die Ausgangsimpedanz des CF ist 1/S, also mit ECC83 hier etwa 600 Ohm.
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Wer lesen kann, ist klar im Vorteil... Ich Idiot.
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Ich habe einen 500W Amp auf Basis eines Hiwatt DR405 mit sechs KT120 statt KT88 gebaut (individuelle BIAS-Regelung) und sowohl den CF als auch die BIAS-Steuerung angepasst = niederohmig gemacht.
Der CF muss ca. 60V RMS (!) in 15k Last liefern, damit die sechs KT120 sauber ausgesteuert werden.
Dabei habe ich sehr viele Röhren ausprobiert, ECC83, ECC82, ECC81, 12BH7, ECC99.
Gebaut habe ich den CF mit einer 12BH7, die schafft ca. 65V RMS in 15k Last.
Alle anderen haben das nicht geschafft bis auf die ECC82 (ist aber recht mikrofonisch). Die ECC99 fand ich schwer zu handeln, die fiel raus.
Eine ECC83 hat rechnerisch eine Ausgangsimpedanz von ca. 600 Ohm, reisst da aber nix, die clippt schon unter 40V an 15k, das reicht nicht zum Aussteuern von 6, erst nicht von 8 dicken Kannen.
Warum 15k Last?
Alle dicken Kannen haben mit fixed BIAS einen max. zulässigen Rg von 51k. Das sollte man einhalten, wenn man stabile BIAS-Verhältnisse haben möchte, und bei solchen Boliden möchte ich das schon. Bei drei Kannen parallel bedeutet das 17k, mit Luft 15k zum Testen.
Die sechs KT120 spielen in einem aufgebohrten Mywatt bei 820V Anodenspannung und 410V Grid-Spannung nicht schlecht, bringen gut 500W. Der BIAS ist aber total instabil, der Rg beträgt ca. 140k. Das bedeutet ein sehr ungleichmässiges Hochlaufen der einzelnen Anodenströme, erst recht ein sehr langsames Stabilisieren des BIAS nach Beendigung der Aussteuerung - es dauerte bis ca. 10 sec, bis der Ruhe-BIAS wieder erreicht wurde.
Das führe zu nicht reproduzierbaren Leistungen im warmen Betrieb. Mit der BIAS-Schaltung, die (failsafe) einen Rg von 50k pro Kanne einhielt, war der Amp total stabil.
Deshalb wundert es mich, dass TE da mit einer ECC83 arbeitet. Entweder dämlich oder mit einem Grund.
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Deshalb wundert es mich, dass TE da mit einer ECC83 arbeitet. Entweder dämlich oder mit einem Grund.
Wie gesagt, wenn im TE die Ausgangsleistung per CF begrenzt werden musste, dann eher um PT und OT zu schonen. Den Röhren hilft das m.M.n. nicht.
Oder eben aus Soundgründen.
Im TE muss für max. Ausgangsleistung (vor Endröhren-Clipping) jeder CF eine saubere Spitze-Spitze- Ausgangsspannung (Vpp) von 2xVbias an eine externe Last von etwa 110K liefern.
Laut Schaltplan also 84Vpp.
Um aber die Kathodenspannung um 42V zu erhöhen, ist bei einer effektiven (AC-) Last von etwa 33k (47k//110k) ein Spitzenstrom von über 3mA nötig.
Dies wäre laut Zollner bei der ECC83 nur möglich mit Gitterstrom.
Ich vermute daher, dass das Gittersignal der ECC83 verzerrt, bevor die 82Vpp an der Kathode erreicht werden.
Sollte sich mittels Oszi klären lassen.
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Hi,
danke für die Infos.
Bei gegengekoppelten Verstärkern habe ich immer das Problem, dass das Ausgangssignal des Treibers durch die Gegenkopplung stark verformt wird, sodass ich Schwierigkeiten habe, die Kurvenformen zu interpretieren.
Vielleicht wäre es eine Möglichkeit, die Endröhren zu ziehen und nur mit dem BIAS-Widerstandsnetzwerk, das ja im normalen Aussteuerungsbereich den Rg festlegt, auszusteuern. Dann findet keine Gegenkopplug statt und man sieht das Verhalten des CF nur am Rg.
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Die GK kann man einfach (am R36) auftrennen.
Auch Endröhren ziehen ist eine Möglichkeit.
Allerdings wird das die Anodenspannungen etwas erhöhen.
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Ich denke, Röhren ziehen ist sicherer, da kann man LTPI und CF schön testweise übersteuern.