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Technik => Tech-Talk Marshall => Thema gestartet von: iefes am 20.08.2026 21:41

Titel: Marshall DSL401 rauscht ungewöhnlich stark - Fehlersuche
Beitrag von: iefes am 20.08.2026 21:41
Hallo liebes Forum,

nach langer Zeit bin ich mal wieder mit einem Anliegen hier. Die letzten Jahre bin ich leider nicht zum tüfteln und Amps bauen gekommen. Die lieben Kinder, Familie, Job, andere Hobbies usw. halten mich gut beschäftigt. Ein guter Freund hat mir nun allerdings seinen Marshall DSL401 zur Reparatur vorbei gebracht und da möchte ich sehr gern helfen und habe Lust, mich mal wieder reinzufuchsen.

Bevor ich jetzt bei 0 anfange, wollte ich mal die Symptome schildern und vielleicht könnt ihr mir schonmal Tipps geben, um die Suche etwas einzugrenzen.

Marshal DSL401 von ca. 2002 rauscht neuerdings stark. Es handelt sich um leicht unregelmäßiges weißes Rauschen, kein Knistern oder Brutzeln. Brummen tut er auch leicht, aber ich würde sagen auf normalem Niveau.

Ich würde sagen, das Rauschen hat seinen Ursprung also irgendwo im Bereich zwischen V2 und V3. Diese Positionen habe ich auch mal mit anderen Röhren bestückt, hat aber keine Besserung gebracht. Habe alle Röhren mal abgeklopft, ohne irgendwelche weiteren Erkenntnisse.

Außerdem gut zu wissen:

Der Schaltplan ist leider dezent unübersichtlich, aber ich hänge ihn hier trotzdem mal an. Kann die Tage nochmal eine Version hochladen, wo ich den Signalweg in den verschiedenen Kanälen hervorgehoben habe. Muss ich aber noch fertig machen.

Also wenn ihr Tipps habt, wo ich am besten nach dem Fehler suchen soll oder welche Tests mir noch weiterhelfen können, dann würde ich mich sehr freuen.

Danke und Grüße,
Yves
Titel: Re: Marshall DSL401 rauscht ungewöhnlich stark - Fehlersuche
Beitrag von: Showitevent am 20.08.2026 22:01
Hallo Iefes,

soweit ich weiß, ist zwischen V2 und 3 der Loop im Preamp.
Du könntest mal versuchen diesen einfach hart zu brücken mit einem Klinkenkabel.
Im Loop sitzt ein recht hochohmiger Widerstand, der könnte das Problem verursachen - zumindest musste ich schonmal einen tauschen. Der hat glaube ich 2.2Meg. Messen hilft nichts - ich hatte mal so ein ähnliches Problem, das war dann aber weg mit brücken des Loops.
Ich meine, dass da auch ein JFet für Pegel Schalterei sitzt. Der kann durchaus auch Probleme machen.

Auch heiße Kandidaten sind die Anodenwiderstände von V2.

Hoffe das hilft,

Geronimo

EDIT: Hatte nicht gesehen,dass du den Schaltplan angehangen hast. T13, R93, R82 und R83, die würde ich als erstes Prüfen (eher R83, wenn es mit gezogener V2 noch rauscht).
Titel: Re: Marshall DSL401 rauscht ungewöhnlich stark - Fehlersuche
Beitrag von: carlitz am 21.08.2026 08:42
Hallo iefes,

ich würde auch rund um den Effektloop anfangen zu suchen (IC1).

R93 mal abklemmen und dann Send und dann Return abklemmen.
Titel: Re: Marshall DSL401 rauscht ungewöhnlich stark - Fehlersuche
Beitrag von: iefes am 21.08.2026 09:49
Hey danke euch beiden. Den Bereich hatte ich spontan auch in Verdacht, gerade mit den diversen Halbleitern dort. Ich komme wahrscheinlich am Wochenende dazu, mir das mal näher anzuschauen. Dann werde ich berichten.

Außerdem hatte ich vor, verschiedene Signal-Punkte zwischen V2a und V3b testweise auf Masse zu legen, um das Rauschen evtl. noch besser lokalisieren zu können.
Titel: Re: Marshall DSL401 rauscht ungewöhnlich stark - Fehlersuche
Beitrag von: iefes am 26.08.2026 21:37
Bin leider aus Zeitgründen noch nicht so richtig voran gekommen, aber habe heute mal 5 Minuten verschiedene Punkte mit Krokoklemmen direkt auf Masse gelegt. Im Screenshot sind Punkte markiert. Jeweils eine Seite von R102 (markiert mit Kreis) auf Masse verursacht, dass das Rauschen fast vollständig verschwindet. Dagegen verursachen die mit X markierten Stellen keine Reduktion des Rauschens. Ich nehme also an, dass es irgendwo zwischen V2A und V2B reinkommen muss, also im OD-Pfad. Ich würde jetzt eigentlich mal R82 auslöten, dafür muss aber das gesamte Board ausgebaut werden. Dafür hat bis jetzt die Zeit gefehlt. Ich habe versucht, Pin 6 von V2 über einen Kondensator (47nF) auf Masse zu legen, aber das hat nichts geändert, allerdings hat das auch an den oben markierten Punkten keinen Unterschied gebracht, daher bin ich nicht sicher, ob das ein sinnvoller Test war. Evtl mit größerer Kapazität?

Habt ihr noch andere Tipps, was ich an der Stelle testen könnte, ohne jetzt schon alles zerlegen zu müssen?

Außerdem ist mir aufgefallen, dass das Rauschen auch im OD-Kanal vorhanden ist, allerdings fast nicht wahrnehmbar. Das führe ich darauf zurück, dass im OD-Kanal sukzessive viel Signal gegen Masse wegfließt, damit der Pegel nicht zu hoch wird. Passt auch dazu, dass ich die Quelle des Rauschen grob in diesem Bereich von V2A zu V2B lokalisiert habe.

Grüße!

Titel: Re: Marshall DSL401 rauscht ungewöhnlich stark - Fehlersuche
Beitrag von: carlitz am 27.08.2026 09:30
Hallo,

auch wenn es aufwändig ist, würde ich R82 und den zugehörigen Anodenkondensator austauschen.
Titel: Re: Marshall DSL401 rauscht ungewöhnlich stark - Fehlersuche
Beitrag von: carlitz am 27.08.2026 09:42
Hallo,

auch wenn es aufwändig ist, würde ich R82 und den zugehörigen Anodenkondensator austauschen.

Also C70 und C88 (der über dem Anodenwiderstand). Falls C70 ein Silver Mica Kondensator ist, ist das ein starker Verdachtskandidat
Titel: Re: Marshall DSL401 rauscht ungewöhnlich stark - Fehlersuche
Beitrag von: iefes am 28.08.2026 10:08
Das habe ich jetzt mal schnell gemacht. R82 neu (1W Metalloxid) und C88 neu. Da war ein kleiner Keramik-cap drin, den habe ich durch einen Folien-Kondensator mit 630V Belastbarkeit getauscht. Den C70 habe ich einfach mal komplett ausgelötet, kann man später wieder ergänzen.

--> Rauschen ist immer noch da. Das hat also leider keine Besserung gebracht.

Habe nochmal V2 gezogen und nur mit V3 + V4 (+4x EL84) probiert. Auch da ist leichtes Rauschen drin, aber deutlich leiser.

Habt ihr noch Vorschläge? Ansatzpunkte die mir aktuell vorschweben:

Im Anhang habe ich eine kurze Aufnahme des Rauschens mit V2 und bei Master auf voller Lautstärke.

Edit: Gerade habe ich mal noch R77 in der HT-Versorgung einseitig ausgelötet und damit V2a stromlos gemacht. Es rauscht auch so noch, allerdings bin ich nicht ganz sicher ob es vielleicht etwas geringer ist.
Titel: Re: Marshall DSL401 rauscht ungewöhnlich stark - Fehlersuche
Beitrag von: carlitz am 28.08.2026 13:40
Das hört sich auf jeden Fall zu laut an, das Rauschen.

Nächster Test:

Tausche mal R123 und R124 und den Kondensator C89.
Titel: Re: Marshall DSL401 rauscht ungewöhnlich stark - Fehlersuche
Beitrag von: carlitz am 28.08.2026 13:43
Ich nehme an, Du hast V2 bereits durch eine andere, neue Röhre getauscht, um Änderungen festzustellen?
Titel: Re: Marshall DSL401 rauscht ungewöhnlich stark - Fehlersuche
Beitrag von: iefes am 28.08.2026 22:16
Ja, neue bzw. gute Röhren hatte ich mal getestet. Habe ich gerade nochmal wiederholt mit zwei anderen Röhren. Das Rauschen ist mit den neueren Röhren etwas geringer, aber es ist nicht weg.

Meinst du, es macht Sinn die Kathoden-Rs von V2 zu testen, wenn es noch gerauscht hat, als V2 stromlos war?

Ich habe auch nochmal exzessiv die Platine und Bauteile "gechopsticked". Die Röhrensockel sind definitiv etwas empfindlich und auch manche Koppel-Cs (C77). Beim Druck und Klopfen auf den Röhrensockel von V3 hört man das definitiv durch den Lautsprecher, egal, welche Röhre drin steckt. Die Röhrensockel haben auch schonmal etwas Deoxit bekommen. Den V3 Sockel habe ich komplett nachgelötet, weil die Lötpunkte so aussahen, als hätten sie unter den hohen Temperaturen etwas gelitten. Aber das hat keine Besserung gebracht. Werde ich auch nochmal bei den anderen Sockeln machen, aber es ist eher ein stochern im Dunkeln.

Es ist echt nicht so trivial. Oder ich seh den Wald vor lauter Bäumen nicht.  ::)
Titel: Re: Marshall DSL401 rauscht ungewöhnlich stark - Fehlersuche
Beitrag von: iefes am 9.09.2026 07:33
Ich habe ein paar Updates.

Wie mir aufgefallen ist, hatten sehr viele Lötstellen auf der Platine, besonders um die Röhrensockel herum, gerissene Kontakte. Die hat man nicht direkt alle erkannt, aber ich habe mal großzügig alle Lötstellen in der Nähe der Sockel nachgelötet und geschaut, ob ich noch weitere auffällige Stellen finde. Dadurch wurde das Rauschen deutlich besser.


Zusätzlich konnte ich die alte originale V3 als Rauschquelle ausmachen und habe mittlerweile alle Röhren in der Vorstufe durch neue oder fast neue ersetzt.

Außerdem sind zwei stark mikrofonische Koppel-Cs (C72, C88) und alle HT-Siebelkos erneuert worden (außer C32, der ist erst ein halbes Jahr alt).

Damit war bis zuletzt weitestgehend Ruhe. Das heißt: der 100Hz Ripple Brumm war am Ende lauter als das weiße Rauschen im Hintergrund bei weit aufgedrehtem Master.

Dann habe ich gestern das meiste zusammengebaut und noch verschiedene Röhren auf Nebengeräusche in dem Amp getestet (V3-Position ist echt empfindlich). Und dann kam das Rauschen auf einmal kurzzeitig zurück. Und zwar folgendermaßen:


Vom OD-Kanal zurück in clean. LED (grün) leuchtet sofort - ca. 1s vergeht - das Rauschen ist da. Ein paar mal hin und hergeschaltet, immer das gleiche. Im OD quasi kein Rauchen auszumachen. Ich kann leider nicht sicher sagen, ob das Rauschen zusammen mit dem klicken des Relais aufgetaucht ist, oder sogar später. Ich meine, dass das später erst rein kam.
Dann habe ich einmal mit einem Holzstab auf die Platine geklopft und das Rauschen war weg. Ich konnte es seitdem nicht mehr provozieren.

So habe ich jetzt eigentlich kein gutes Gefühl, den Amp zurück zu geben.

Habt ihr noch Tipps, welche Bauteile ich mir nochmal genauer anschauen sollte? Die Verzögerung von ca. 1s lässt darauf schließen, dass ein Kondensator geladen wird und, dass der dann irgendwas schaltet, bspw. einen der Transistoren und, dass dadurch das Rauschen rein kommt oder erzeugt wird. Aber das ist nur eine Vermutung.

Bin für weitere Tipps bzgl Messungen und Tests äußerst dankbar. Habe mittlerweile zu viel Zeit in die Kiste gesteckt.  ::)

Danke!
Titel: Re: Marshall DSL401 rauscht ungewöhnlich stark - Fehlersuche
Beitrag von: Röhre69 am 9.09.2026 11:14
Zitat
Dann habe ich einmal mit einem Holzstab auf die Platine geklopft und das Rauschen war weg. Ich konnte es seitdem nicht mehr provozieren.

Leiterbahn Haarriss?
Titel: Re: Marshall DSL401 rauscht ungewöhnlich stark - Fehlersuche
Beitrag von: iefes am 9.09.2026 22:39
Ja, sowas in der Art kann durchaus sein.

Ich habe mir heute Abend nochmal Zeit genommen und die Spannungen an den FETs zu messen, die die verschiedenen Signalpfade je nach Kanal auf Masse ziehen. Die Spannungen sind plausibel und passen zur Schaltlogik. ABER: Beim proben im Bereich T12, T13, T14 kam das Rauschen auf einmal wieder rein (Druck auf die Platine oder ein Bauteil in der Gegend). Ich würde sagen, es kam wieder, als ich an T14 gemessen habe (Foto). Die Spannungen an den Transistoren waren trotz Rauschen in Ordnung. Dann habe ich ganz viel "herumgestochert" und durch Zufall bemerkt, dass ich das Rauschen durch leichtes Ziehen oder Drücken an der Frontblende "an und aus schalten" kann (siehe Foto). Die Platine hängt über die ganzen Potis an der Frontblende, daher ist das definitiv ein mechanischer Einfluss, der das Rauschen auslöst oder unterbindet. Die Vermutung liegt also nahe, dass es sich tatsächlich um eine weitere schlechte Lötstelle oder gerissene Leiterbahn handelt.
Zwischen Frontblende und Schaltungmasse messe ich eine kleine Spannung <1V, die ändert sich allerdings nicht mit oder ohne Rauschen.

Die Frage ist nun, wo genau suche ich am besten weiter? Prinzipiell werde ich jetzt mal im Bereich um T14 ganz genau die Lötstellen und Leiterbahnen schauen, aber ich weiß nicht, ob das so zielführend ist.

Ich konnte ebenfalls das verzögerte Einschalten des Rauschen über die Kanal-Umschaltung reproduzieren.
OD1 --> Clean --> 1,8s --> Rauschen setzt ein
Es muss also ein Bauteil oder an einem Bauteil sein, das erst nach ca. 1,8s eine Spannung erreicht, die das Rauschen erzeugt. Und das Rauschen muss irgendwo in diesem Bereich bei T14, zwischen V2 und V3 rein kommen.
Seid ihr da meiner Meinung? Habt ihr da einen heißen Tipp? C18 in der Schaltlogik habe ich mit dem Oszi gemessen, der läd innerhalb von <1s auf, also ist die Steuerspannung der Transistoren schneller da, als das Auftreten des Fehlers.

Ich hoffe, meine Ausführungen sind nachvollziehbar. Es ist echt verzwickt. Ich befürchte einen winzigen Defekt auf der Platine, den ich womöglich nie genau identifizieren kann, sowas wie den vorgeschlagenen Haarriss.
Titel: Re: Marshall DSL401 rauscht ungewöhnlich stark - Fehlersuche
Beitrag von: Helmholtz am 9.09.2026 22:51
In einem solchen Fall kann gezielter Einsatz von Kältespray im Wechselspiel mit Heißluft (Föhn) helfen, das Problem einzugrenzen.
Titel: Re: Marshall DSL401 rauscht ungewöhnlich stark - Fehlersuche
Beitrag von: Röhre69 am 10.09.2026 08:15
Zitat
Zwischen Frontblende und Schaltungmasse messe ich eine kleine Spannung <1V, die ändert sich allerdings nicht mit oder ohne Rauschen.

Auch wenn´s nix mit dem Rauschen zu tun hat: Was ist das genau für eine Spannung (Oszi Screenshot wäre hilfreich), welchen Widerstand misst du zwischen Frontblende und Schaltungsmasse? Dann könnte man den Strom ausrechnen.
Titel: Re: Marshall DSL401 rauscht ungewöhnlich stark - Fehlersuche
Beitrag von: Röhre69 am 10.09.2026 09:45
https://amp-connection.de/marshall-jcm2000-dsl401-reparatur/
Titel: Re: Marshall DSL401 rauscht ungewöhnlich stark - Fehlersuche
Beitrag von: iefes am 10.09.2026 10:44
Danke dir. Ja, den Bericht kenne ich und so sahen die Lötstellen im Amp ebenfalls aus. Daher habe ich da auch schon den Großteil nachgelötet. Der Bereich um die Transistoren sollte eigentlich schon neu verlötet sein, muss ich heute Abend nochmal checken, wenn ich die Kiste wieder zerlege.
Titel: Re: Marshall DSL401 rauscht ungewöhnlich stark - Fehlersuche
Beitrag von: iefes am 20.09.2026 08:14
Hallo zusammen, das (hoffentlich) finale Update:

Das Rauschen ist erledigt.  :topjob: Ich hatte nochmal alles auseinander genommen und die Platine genauestens untersucht. Dabei sind mir noch viele weitere verdächtige Lötstellen aufgefallen, besonders im Bereich zwischen den Potis und den Vorstufenröhren. Besonders auch an den Pins der Transistoren, die die Signal-Stränge jeweils auf Masse ziehen, je nach Kanal. Dort wird die Platine durch die Montage mit den Potis stark belastet und der Bereich war vorher optisch verdeckt von dem Blech der Frontblende. Außerdem wird die Platine in dem Amp immer wieder sehr heiß, weil die Lüftung echt bescheiden ist.

Habe also wirklich alle Lötstellen im Signalstrang und in dessen Peripherie nochmal neu verlötet. Ich würde sagen, so habe ich mittlerweile ca. 75% aller Lötstellen erneuert. Nach dem Zusammenbau ist das Rauschen nun Geschichte und hat sich bisher auch nicht mehr provozieren lassen. Außerdem war eine Röhre (V3 --> dc-coupled Kathodenfolger) eine Quelle des Rauschens.

Also nochmal zusammengefasst:

- V3 war defekt, V1 - V4 erneuert
- mikrofonische Kondensatoren neu (C88, C77)
- Siebelkos neu (C41, C42, C58, C59, C60, C61, C66)
- R82 neu (war vermutlich nicht nötig)
- Lötstellen erneuert (wichtigster Punkt)

Außerdem habe ich dem Gehäuse ein paar Lüftungslöcher verpasst (natürlich in Absprache mit dem Besitzer). Dafür habe ich Löcher zwischen den Röhrensockeln der Endstufenröhren und auf der Gehäuse-Rückseite gebohrt. Da die Platine quasi die gesamte Fläche des Gehäuses ausfüllt, kann so noch kein richtiger Luftstrom entstehen, aber vielleicht hilft es trotzdem ein kleines bisschen.

Habe bei der Gelegenheit nochmal ein paar Messungen mit dem Scope gemacht und komme auf etwa 35W Clean-Leistung. Der Bias lässt sich leider auch nicht so richtig gut einstellen, ist aber wohl gewollt, damit der Amp nicht zu heiß gefahren wird. Ich komme mit dem Regelweg des Potis auf maximal ca. 60% von Pmax. Hat den Besitzer klanglich nie gestört, daher werde ich hier nicht weiter eingreifen.

Also ich bin froh, dass das Problem gelöst ist. Nun habe ich ein recht umfangreiches Verständnis von dem Amp und die anfänglichen Schwierigkeiten bei dem chaotischen Schaltplan durchzublicken, haben sich mittlerweile erledigt.

Angehängt noch ein paar Fotos vom Amp. Auf zwei Fotos sieht man einigermaßen das Fehlerbild der defekten Lötstellen. So sahen sehr viele Stellen aus.

Danke für euer Interesse und eure Hilfe hier :-)