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Neues Amp Projekt: Guyatone Conversion zu Fender Tonesonic!

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darkbluemurder:
Hallo Freunde der Röhrentechnik,

seit längerem ist der Plan gereift, aus dem alten Guyatone Bassman etwas zu machen. Ich werde ihn also "entkernen", das Chassis reinigen und neu aufbauen. Es werden außer dem Netztrafo, der mit seinen zwei Heizwicklungen sehr attraktiv ist, und dem Ausgangstrafo fast keine Teile wieder verwendet. Die alte Choke mit ihren offenen (!) Anschlüssen habe ich längst dem Müll übergeben; statt ihrer wird eine Hammond 194B eingesetzt.

Aber was bauen? Der Guyatone ist ja eine reine Fenderkopie, also liegt ein Fender nahe. Im Chassis haben auch sechs Novalfassungen Platz. Da ich in letzter Zeit total auf Amps ohne Gegenkopplung (NFB) stehe, soll es also ein von Bruce Zinky designtes Modell werden. Ich hatte auch einmal das Vergnügen, einen Dual Professional zu testen und hätte ihn sofort gekauft, wenn er nicht so grausam schwer gewesen wäre :o. Die Clean-Schaltungen von Dual Professional, Tone Master und Prosonic sind sich recht ähnlich. Weil ich gerne einen High-Gain Kanal habe, war der Prosonic die erste Wahl. Schaltplan gibt es hier:

http://www.schematicheaven.com/fenderamps/prosonic.pdf

Da er nur zwei Endröhren hat, der Tone Master aber vier, dafür weniger Gain, wird es also eine Kreuzung - der Tonesonic.

Einige Dinge werde ich aber definitiv anders machen:

1. Häufiger Kommentar über den Amp: zu laut. Lösung (wie fast immer): LarMar PPIMV. Dazu kommt dann auch ein Cut Regler.
2. Reverb lasse ich weg. Ich spiele meistens ohne. Dafür spendiere ich dem Amp einen Effekt-Loop.
3. Weiterer häufiger Kommentar: Overdrivesound zu brutal. Lösung: neben dem schaltbaren Master (wird bei mir dann zu OD Level) baue ich einen OD Tone ein (ein 500kA Poti als variabler Widerling, der einen 2200pf an Masse schickt).
4. Ich werde die Vorstufen etwas anders filtern.

Weitere Änderungen ergeben sich evtl. aus der Feinabstimmung.

Der AÜ ist derzeit an der (von vorne aus gesehen) linken Chassisseite angebracht. Da ist er zwar schön weit weg vom Netztrafo, allerdings laufen die Leitungen quer durch das Chassis und direkt an V1 vorbei. Der Trafo muss deswegen weiter in die Mitte. Da ist die Cap Can im Weg, sie muss deshalb ebenfalls weichen. Die Netzteil-Cs kommen deshalb ins Chassis auf die Boards.

Stichwort Boards: ich hatte mir vor einiger Zeit einen Satz SLO-Boards bestellt. Es war kein Problem, das Layout so umzustricken, dass es passt.

Anregungen, Kommentare usw. sind wie immer herzlich willkommen.

Viele Grüße
Stephan

darkbluemurder:
Hallo,

das Chassis ist jetzt leer (dank Eurer Hilfe konnte ich die letzten widerspenstigen Schrauben lösen), gereinigt und für den Wiederaufbau bereit. Wiederverwendet werden:

1. Netztrafo und AÜ;
2. Netzteilelkos, denn die hatte ich vor ca. 1-2 Jahren bis auf einen komplett ersetzt;
3. die Orange Drop Cs und Metallfilm-Rs, die ich für die Modifikation zuvor eingebaut hatte;
4. die Lautsprecherbuchsen.

Ersetzt werden alle Boards, alle Röhrenfassungen sowie die meisten Kabel - die sind so schmierig wie das Chassis vor der Reinigung war - keine Ahnung, was der Vorbesitzer mit dem armen Amp gemacht hat ...

Solange noch nicht alle neuen Röhrenfassungen da sind, kann ich ja schon mal an das Löten der Boards gehen.

Fortsetzung folgt.

Viele Grüße
Stephan

darkbluemurder:
Hallo,

erst einmal habe ich im ersten Post den Link aktiviert, damit Ihr den zitierten Schaltplan auch einsehen könnt.

Gestern habe ich das Board mit der Gleichrichtung und der Biasschaltung bestückt. Ich habe allerdings ein bisschen improvisieren müssen. Das SLO-Board ist ja für radiale Caps ausgelegt, während ich axiale benutze. War aber kein großes Problem. Flugs drei zusätzliche Turrets gesetzt und die Caps haben ein neues Zuhause. Zum Glück hatte ich auch noch ein 22k Bias Poti, was eigentlich für eine Printmontage vorgesehen war, aber genau in das SLO-Board passte.

Dann geht es weiter entweder mit der Bestückung des Hauptboards oder mit der Bestückung des Chassis mit den neuen Parts.

Viele Grüße
Stephan

darkbluemurder:
Hallo,

es hat sich nicht viel neues getan. Ich habe nur das Hauptboard ca. zu 50% bestückt. Ich habe dieses Mal allerdings einen Fehler nicht mehr gemacht, den ich noch beim Club Deluxe gemacht habe. Wenn man nämlich die Masseverbindung um die Turrets wickelt und lötet, bevor die Bauteile eingelötet sind, geht das viel leichter  :)

Außerdem habe ich die Novalfassungen angebracht.

Ich musste allerdings kleinere Abstandhalter bestellen, weil ich sonst befürchte, wegen der Netzteilelkos auf dem Board den Amp nicht mehr ins Gehäuse zu bekommen. Manchmal ist eben Improvisation angesagt, wenn man sich nicht an das Vorbild hält (hier: keine Cap Can zu benutzen).

Viele Grüße
Stephan

darkbluemurder:
Inzwischen ist das Hauptboard bis auf die Kanalumschaltung fertig. Das wird noch eine Herausforderung für mich, denn in Kanalumschaltungen bin ich noch ziemlich unerfahren. Aber hin und wieder brauche ich Herausforderungen ...

Viele Grüße
Stephan

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