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5E8A mit Selbstoszillation
Meikel:
Moin allerseits,
seit gestern plagt mich ein Phänomen in meinem TAD 5E8A. Vielleicht kennt jemand von Euch das gleiche Thema und hat Rat:
Drehe ich den Presence-Regler aus dem Wirkbereich des 0,1uF-Kondensators der Gegenkopplung heraus, also damit aus der Höhenabschwächung der GGK UND drehe ich den Treble-Regler auf 1 (Linksanschlag, also auf Wirkung des 10nF-Kondensators beim Klangregler, d.h. hier Höhen weg), so kommt aus dem Amp ein sehr hochfrequentes Pfeifen. Unabhängig von der Stellung aller übrigen Regler und egal, ob ein Nutzsignal vorliegt oder nicht. Schliesst man an den Speakerausgang parallel zu den eingebauten Speakern ein Scope an, so sieht man eine sichtbare hochfrequente Sinusschwingung; schätzungsweise 10 ... 12 kHz mit sehr großer Amplitude.
Der Effekt lässt sich verstärken, wenn man anstelle der 4 Ohm Speakerimpedanz der beiden eingebauten Jensen testweise eine von 8 Ohm schaltet (Fremdlautsprecher). Ein externen Fremdspeaker mit 4 Ohm hingegen angeschlossen, bringt kein Pfeifen, nichts!
Beide eingebauten Jensen-Speaker sind mechanisch in Ordnung.
Alle Betriebsspannungen sind in Ordnung.
Alle Potis sind ok, keine Unterbrechungen.
Die Verdrahtung ist ok, der Amp lief ja vorher gut. Hm, kapazitive Kopplung, die jetzt wirkt (s.u.)?
Der 10nF-Ko der Klangregelung ist ok.
Eine testweise Abschirmung der Leitung zu g1 V4, von der Klangregelung kommend, bringt keine Abhilfe.
Mit einem anderen neuen Satz Endröhren tritt dieser Effekt noch stärker auf.
Zieht man V3, so ist der Effekt ebenfalls da. D.h. es kommt nicht aus der Vorstufe.
Es muss also scheinbar ein schwingfähiges Gebilde vorhanden sein aus V4 mit der noch angeschlossenenen Klangregelschaltung am Eingang von V4 und den beiden Endröhren und der angeschlossenen Speakerimpedanz.
Mit einer testweise eingesteckten ECC81 anstelle der im Amp verwendeten 12AX7 (V4) ist die Selbstoszillation weg. D.h. das Problem kommt offenbar aus einer zu hohen "Kreisverstärkung" in der Stufe, die zu Selbsterregung führt. Testet man mit einer anderen 12AX7, so ist der Effekt wieder da. Ich werde die Bauteile der Stufe ausmessen, ob hier ein Fehler vorliegt, der die Verstärkung dieser Stufe mit einer 12AX7 zu hoch werden lässt. Einen Designfehler (Verdrahtung) schliesse ich momentan aus, da der Amp ja bislang korrekt lief.
Ggf. kann ich auch mit einer definierten NF-Spannung die Stufenverstärkung ausmessen (NF-Generator + NF-Röhrenvoltmeter).
Kennt jemand dieses Phänomen?
THX und Gruß
Michael
röhrenlehrling-ordi:
Hi!
Kurios. Aber eines muss ich anmerken. Inwiefern stört dich dieses Verhalten überhaupt? Ich habe noch nie jemanden mit zugedrehtem Treble Poti spielen gesehen, deswegen ist doch die praktische Auswirkung mimial. Aber diese Schwingneigung könnte darauf hindeuten, dass die Endstufe im nicht-hörbaren Bereich sowieso schwingt. Das solltest du mal mit einem breitbandigen Oszi checken!
mfg ordi
jacob:
Hi Michael,
was meint denn TAD dazu?
Schliesslich haben die den doch zusammengebaut oder aber den Bausatz verkauft ::)
EDIT: hat der Amp (bei der gleichen Einstellung natürlich, die Du beschreibst) das denn vorher nicht gemacht?
Vertausche doch einfach zuerst mal die Sekundäranschlüsse des AÜ um sicher zu gehen, dass Du da auch keine Mitkopplung fabrizierst.
Gruß
Jacob
Meikel:
Moin allerseits,
--- Zitat von: jacob am 28.11.2010 12:33 ---
was meint denn TAD dazu?
Schliesslich haben die den doch zusammengebaut oder aber den Bausatz verkauft ::)
--- Ende Zitat ---
ich habe dazu auch TAD/Stephan informiert, er wird sich, denke ich, heute im Laufe des Tages dazu melden.
Ich habe vor zwei Jahren den Bausatz aufgebaut, er funzte einwandfrei. Mit dem Zugeständnis in der Tat (!), dass ich nicht mit völlig zugedrehtem Höhenregler fiedele. Jetzt ist mir das aufgefallen, wenngleich auch durch eine mir sehr unangenehme "Anekdote":
[Anekdote Start]
Ich wollte den Amp verkaufen und habe alle vorherigen Tests als Gitarrespieler (!) gemacht. Also Regler auf "normale", hier übliche Stellung, gefiedelt, Spannungen kontrolliert, Sound gecheckt, alles bestens! Nun kommt ein Harp-Spieler (!), Amp kauffewill. Stellt den Amp anders ein, eben so, wie oben beschrieben, und Bums - das Fiepen ist da. :o
[Anekdote Ende]
Zu 100% bin ich mir nicht sicher, denke aber, dass es dieses Fiepen bislang eben nicht hatte, denn nach dem Aufbau vor zwei Jahren und allen bisherigen Anwendungen mit dem Amp wäre es mir eigentlich aufgefallen, wenn da was wäre.
Und ich unterstelle im Voraus partout keinen Designfehler, auch wenn ich weiss, dass die sogenannten Vintage-Amps oftmals auch mit allen oder vielen Schwächen des Originals nachgebaut werden.
OK, ist eine ECC81 als V4 drin, ist das Thema erledigt. Der Amp spielt wieder super! :)
--- Zitat von: jacob am 28.11.2010 12:33 ---
Vertausche doch einfach zuerst mal die Sekundäranschlüsse des AÜ um sicher zu gehen, dass Du da auch keine Mitkopplung fabrizierst.
--- Ende Zitat ---
Hm, dann müsste er ja ständig fiepen, oder?
Ich möchte es nun aber schon genauer wissen. Der Amp lief bislang nicht lange hochbeansprucht. Da ich den Schaltplan vom baugleichen Fender 57' Twin habe mit seinen AC-Spannungen, kann ich also die betreffende Stufe checken durch Beaufschlagung mit NF-Spannung (schrieb ich ja schon vorn).
Gruß Michael
jacob:
Hi Michael,
probier's doch halt einfach mal, kost' nix und es sind doch nur zwei Lötstellen!
Wahlweise kannst Du natürlich auch die Gitterzuleitungen der Endröhren "umdrehen".
Wie ich sehe, kannst du also nicht sagen, ob Dein Amp dieses Symptom bei diesen Einstellungen vorher definitiv nicht gezeigt hat.
Wenn Du den Presence- Regler auf "Maximal" stellst, muss das Signal lauter werden (die Gegenkopplung für die höheren Frequenzen wird aufgehoben). Wird das Signal hingegen leiser, wenn Du den Presence- Regler aufdrehst, dann hast Du eine Mitkopplung.
Bei verpolter Gegenkopplung (= Mitkopplung) muss ein Verstärker nicht zwangsläufig schwingen.
Es gibt Ampbauer, die Mitkopplungen bei ihren Amps gezielt einsetzen.
Das Ganze hängt halt immer von der Dimensionierung der Schaltung/ den verwendeten Bauteilwerten ab.
Bin mal gespannt, an was es letzendlich gelegen hat. Vielleicht ist ein Bauteilwert gedriftet (Thermik etc.) oder eine Leitung hat ihre Position "verlagert" (Vibrationen oder Reparatureingriff).
Gruß
Jacob
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