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Umbau Harley Bento GA5 zu Tweed Deluxe 5E3 / Princeton
Del Pedro:
Hallo,
eines vornweg: meinem Wissen nach wäre dieser Thread besser im Einsteiger Forum aufgehoben. Thematisch finde ich ihn hier aber passender. Man möge mir daher die ein oder andere doofe Frage verzeihen.
Ich möchte einen Harley Benton GA5 zu einem Tweed Deluxe 5E3 umbauen. Dazu habe ich eine Platine von PPWatt/Tubeface:
http://www.ppwatt.com/faq/tweed-5e3-pcb
Den Schaltplan dazu gibts hier:
http://www.ppwatt.com/files/ppwatt/Tweed%205E3%20PCB%20Schematic%20v4.pdf
Und der Schaltplan des 5E3 von Fender ist hier zu finden:
http://ampwares.com/schematics/deluxe_5e3.pdf
Nun finde ich den Normal/Mic Kanal des 5E3 komplett nutzlos und habe mir deshalb überlegt, ob man damit nicht was besseres anfangen kann. Bin dann darauf gekommen, dass man relativ einfach eine Blackface Schaltung einbauen können müßte. Habe mir den Blackface Princeton als Anhaltpunkt genommen, hier der Schaltplan:
http://ampwares.com/schematics/princeton_aa964.pdf
Habe also versucht beide Schaltungen zusammen zu führen und rausgekommen ist der angehängte Schaltplan (mein erster Schaltplan, ich hoffe er ist lesbar und ohne grobe Fehler). Zusätzlich will ich noch eine Power Scaling Schaltung für die Endstufe (VVR2 von Hall Amplification) und ein PPIMV einbauen.
Nun habe ich einige Fragen:
Die wichtigste zuerst: Macht das alles überhaupt Sinn oder ist in dem Konzept irgendwo ein dicker Wurm drin?
- Die Princeton Schaltung ist ja für eine 7025 als V1. Hier ist nun eine 12AY7 vorgesehen. Sollte man die Beschaltung von V1a daher ändern? Falls ja, wie? Die Kathodenbeschaltung von V1a/b getrennt auszuführen wäre problemlos möglich.
- Volme des Blackface Kanals:
Ich habe das Poti mal wie im Normalkanal des 5E3 eingezeichnet. Ist das sinnvoll um das typische 5E3 Verhalten (Interaktivität der Volumes) zu erhalten? Oder ist das Quatsch und sollte das Volumepoti standardmäßig verbaut werden? Ich nehme an in letzterem Fall müßte man entweder einen Umschalter zwischen den Kanälen vorsehen oder Mischwiderstände einbauen? (Einfluß auf 5E3 Sound?)
- Ist ein Bright Schalter für den Blackface Kanal zu empfehlen? Oder hat die Schaltung an sich schon genügend Höhen?
- NFB: Macht NFB überhaupt Sinn wenn ich ein PPIMV einbaue? (Ich denke die Effektivität läßt bei zurückgedrehtem Master nach.)
NFB soll für den 5E3 Kanal abschaltbar sein. Sollte dazu R12 überbrückt werden um der 5E3 Schaltung zu entsprechen oder hat dieser Widerstand einen vernachlässigbaren Einfluß?
- Sollte man vor den PI einen Grid Stopper setzen? Wert? Oder raubt das was vom typischen Sound?
- VVR: Welche der Dioden D1-D3 ist wirklich nötig? Valvewizard schreibt D2 wäre auf jeden Fall nötig, D1 nicht unbedingt. D3 erwähnt er nicht. In der Anleitung zur VVR Schaltung von Hall Amplification sind hingegen D1 und D3 erwähnt, D2 jedoch nicht! Häh!?
- Sicherungen: Valvewizard empfiehlt primärseitig zwei Sicherungen. Und der Sinn leuchtet bei unseren "verdrehbaren" (ich werde senil, mir fällt kein vernünftiges Wort ein) Steckern selbst mir ein. Nur habe ich noch nie Verstärker mit zwei Netzsicherungen gesehen. "Faulheit" oder gehts doch auch mit nur einer Sicherung?
Wie werden Sicherungen dimensioniert? Primär- und sekundärseitig.
Viele Grüße
Peter
Bierschinken:
Hi,
erstes, mach die Eingangswiderstände kleiner, das rauscht nur :)
1. Lass die Beschaltung so und probiere 12AY7 gegen 12AX7, kannste nachher immernoch ändern, wenn du möchtest.
2. Die Volumebeschaltung ist bei dem Kanalmischen sinnig.
Ich finde aber das Kanalmischen nicht gut, lieber Standardvolumes und dann dahinter 220k-470k oder sowas zum Mischen und entkoppeln.
3. Bright ist super! Erfahrungsgemäß 47p - 120p je nach Geschmack.
4. Geschmackssache. Ich würde e drin lassen, abklemmen kannste es immernoch.
5. Gridstopper sind ein muss wegen Gitterstromeinsätzen. Der darf hier sogar recht groß ausfallen wegen µ<1
6. Die Dioden musst du haben. D3 ist überflüssig. D1 musst du nicht haben, kannst du weglassen. D2 allerdings musst du haben um den FET zu schützen.
7. Eine Sicherung primär reicht. Wozu soll die zweite gut sein, ich sehe den Vorteil nicht.
Der Sicherungswert ergibt sich aus der Leistung. Beachte aber, dass Einschaltströme deutlich höher sind als Lastströme.
Grüße,
Swen
Del Pedro:
Hallo Swen,
danke für deine Antwort.
--- Zitat von: Bierschinken am 9.11.2011 23:38 ---2. Die Volumebeschaltung ist bei dem Kanalmischen sinnig.
Ich finde aber das Kanalmischen nicht gut, lieber Standardvolumes und dann dahinter 220k-470k oder sowas zum Mischen und entkoppeln.
--- Ende Zitat ---
Klauen Mischwiderstände nicht etwas Signal?
--- Zitat ---6. Die Dioden musst du haben. D3 ist überflüssig. D1 musst du nicht haben, kannst du weglassen. D2 allerdings musst du haben um den FET zu schützen.
--- Ende Zitat ---
Danke für die Info.
--- Zitat ---7. Eine Sicherung primär reicht. Wozu soll die zweite gut sein, ich sehe den Vorteil nicht.
--- Ende Zitat ---
Jetzt dachte ich, dass ich einmal was kapiert hätte :) Man will doch Phase absichern, oder? Ist es nicht so, dass Phase und Neutralleiter ganz einfach vertauscht werden wenn der Netzstecker um 180° gedreht in die Steckdose gesteckt wird?
Ich zitiere mal aus Blencowes Power Supplies Buch:
"Sometimes fuses will be placed in both the live and neutral feeds (...). This is essential in those backward countries which still use reversible mains plugs, since either wire could end up being live wire."
Ich denke wir sind so ein rückständiges Land!?
Viele Grüße
Peter
custom:
Das ist Schwachsinn. Soweit ich informiert bin, ist in einem geschlossenen Stromkreis der Strom an jedem Punkt gleich groß. Sicherungen sprechen ja nicht auf Überspannung an, sondern auf Überstrom. Und da im Kurzschlußfall die Spannung gegen null und der Strom gegen unendlich geht reicht es, wenn man EINE schwächste Stelle hat.
Gruß, Bernd
Alex78:
Hallo Peter!
Zur Sicherung:
Ich denke, dass primärseitig eine Sicherung ausreicht, da ja ein einziger Stromkreis abgesichert wird, egal wo die Phase liegt.
Wenn die Sicherung durchbrennt, ist der Stromkreis unterbrochen und somit der Trafo vorm durchbrennen geschützt. Das heißt nicht dass der Amp dann unbedingt an allen Punkten spannungsfrei ist (die Chance ist 50/50). Dazu zieht man dann den Netzstecker (und entläd die Siebelkos).
Allgemein:
Da ist einiges drin in dem Amp.
Ich würde vorschlagen, zuerst den 5e3 ohne Extras aufzubauen (das erleichtert später die Fehlersuche), und dann nacheinander die Extras hinzuzufügen.
LarMar PPIMV:
Ist bestimmt eine feine Sache, wenn man den PI übersteuern will. Allerdings habe ich mit dem Übersteuern des Kathodyn PI keine guten Erfahrungen gemacht.
NFB:
Grundsätzlich nichts dagegen einzuwenden, aber es wird beim zudrehen des PPIMV in seiner Wirkung abgeschwächt.
Außerdem "vernichhtet" das NFB einen Teil der Verstärkung der Vorstufe.
Blachface Klangregelung:
Ist auch eine feine Sache, kostet aber etwa soviel Pegel wie eine üblich beschaltete Vorstufentriode bringt.
Und:
Dein unterer Kanal entspricht zwar (fast) dem Blackface Princeton, aber dieser ist bekannt dafür, dass er sehr/zu wenig gain hat.
Treble Bypass Cap:
Der kommt normalerweise ans Volumepoti. Hast du dich da nur verzeichnet, oder soll der tatsächlich bei dir ans Treblepoti?
Mit PowerScaling habe ich bisher keine Erfahrungen.
Alles in allem:
Sehr ordentliche Vorarbeit, nur befürchte ich, dass sich nicht alle Komponenten perfekt ergänzen.
Aber probiere es aus, dann wird sich für dich schon das Optimum herauskristallisieren.
Grüße
Alex
P.S.: Lass dich bitte nicht von mir entmutigen, mein Post ist nicht so negativ gemeint, wie er wahrscheinlich rüberkommt. :)
EDIT: Was die Sicherung angeht, war Bernd schneller. (Bernd ist flink, ich bin träge ;))
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