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Rauscht der Bluex Deluxe mit Pauken und Trompeten durch die VDE-Prüfung durch?

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Meikel:
Hallo zusammen,

Hier habe ich soeben einen Blues Deluxe repariert und nun stelle ich mir kopfkratzend die Frage, ob der Amp bei der Schutzleitermessung mit Pauken und Trompeten durch die VDE-0701-Prüfung rasselt oder ob mit dem Amp doch noch nicht alles ok ist bzw. ob ich grad ein Verständnisproblem habe.

Folgendes: Anhand VDE 0701-0702 messe ich bei der Schutzleitermessung vom Netzanschlußpunkt, also Schutzkontakt Netzstecker zu allen berührbaren Metallteilen des Amps, die mit ihm verbunden sind. Der Grenzwert darf 300 mOhm nicht überschreiten. Soweit, so gut.

Messen ich also mit meinem TE 0701 gegen Chassis (Probe ans Chassis geklemmt), so ist alles in Ordnung, wenngleich ich schon bei anderen Amps geringere Widerstandswerte als 250 mOhm messen konnte.

Messe ich aber nun gegen die berührbare Masse der Eingangsbuchsen (Probe an Eingangsbuchsenmasse geklemmt), so geht der Zeiger des Instrumentes auf 700 mOhm - eindeutig zu groß - durchgefallen!

Durchgefallen? Wenn ich mir den Schaltplan anschaue, dann fällt auf, dass die Masse der Buchsen einschließlich offenbar die der Platine aber gar nicht direkt an Erde liegt, sondern die Signalmasse ist mit 4,7 Ohm hochgelegt (R92 "To Pot Brackets", Schematic Revision G, 24.05.96). Die Originalbuchsen waren bzgl. der Kabelmasse (Abschirmung des Gitarrenkabels) vom Chassis des Amps isoliert montiert. Die beiden neuen Switchcraft-Buchsen habe ich wieder isoliert montiert, da ich mir sonst einen Brumm in den Amp geholt habe, wenn ich sie direkt aufs Chassis geschraubt hätte.

Ich dachte, dieser "Unsinn" mit dem Hochlegen der Signalmasse gegen Erde ist längst vom Tisch? Oder verstehe ich hier jetzt etwas falsch, bzw. was ist hier die schlüssige Erklärung? Offenbar zeigt mir ja deswegen mein TE 0701 den zu großen Widerstand an?

Desweiteren: "berührbare Metallteile" im Sinne der VDE-Prüfung sind hier ja nun auch die Massekontakte der Eingangsbuchsen. Liegt hier im Amp noch ein Massefehler inform einer schlechten Verlötung o.ä. vor oder macht an dieser "Masse" die VDE-Prüfung tatsächlich keinen Sinn?

Grad etwas verwirrt fragt grüßend
Michael



Athlord:
Hey Michael,
das müsste doch im Schaltplan eindeutig dargestellt sein...  ???
Cheers
Jürgen

Meikel:
Hallo Jürgen,


--- Zitat von: Athlord am  5.11.2016 17:45 ---das müsste doch im Schaltplan eindeutig dargestellt sein...  ???

--- Ende Zitat ---

würde ich sagen, ja:

- Minus der Betriebsspannung (resp. C46 Minus) liegt an CP5
- CP5 geht von der Platine ans Erdsymbol = Masse = Chassis
- von C46 Minus geht R92 mit 4,7 Ohm an das Massesymbol, gekennzeichnet mit dem Hinweis zu den Potiklammern.

Das bedeutet, dass die Verbindung zur Chassismasse hier nur über die Potiverschraubungen hergestellt wird, während hingegen die Signalmasse über die 4,7Ohm hochgelegt ist. Korrigiert mich bitte, wenn ich falsch liege.

Eine Messung von Signalmasse (Masse Input-Buchsen) zum Chassis ergibt bei diesem Amp auch einen Widerstand und kein Null.

Deshalb bin ich ja etwas irritiert. Löse ich testweise mittels "Grobmethode" mit dem Duspol Netzphase gegen die Inputmasse aus, so wird ein angeschlossener FI zuverlässig ausgelöst (Phase gegen Chassis löst den FI sowieso aus).

Gruß Michael

Athlord:
Hi Michael,
Bracket ist eine Halterung.
Das bedeutet imho, das die Potentiometer Gehäuseseitig über 4,7Ohm an Masse liegen.
Es sind ja Potis mit Haltern dranne, welche auch auf der Platine verlötet sind.
Wenn die Potis zusätzlich noch mit dem Gewinde eine Masseverbindung haben, dann könnte dadurch ein Brummschleife entstehen,
daher wohl der Widerling...
Gruß
Jürgen

Reinhold Messmal:
Hallo,
das nennt man Groundlift oder floating Ground. Was ohne den Widerstand passieren würde, hast du ja schon ausgetestet, als du die Buchse direkt ans Gehäuse geschraubt hast. Brummt.
Kommt häufiger vor als man es erwarten würde und ist der Grund, warum ich schon seit langem kein Konzert mischen gehe, ohne einen XLR-Groundlift Adapter dabei. Denn ständig kommt einer, der sich beschwert, das "das Mikro unter Strom steht".
Gruss, Stefan

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