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Blues DeVille 4x10"

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Feierabendklampfer:
N`amp!

Seit kurzem bin ich stolzer Besitzer eines 94er Blues Deville. Wollte schon immer wissen wie sich 4x10“ so anfühlen, es war bei mir um die Ecke, und ich kann damit als Aushilfscowboy in der Genre-Band glänzen. Also habe ich mein Urlaubsbudget auf den Kopf gehauen. Es ist aber auch ein Klasse Teil für Clean und Crunch, wirkt fast neu und ein Haubencase war auch dabei. :angel:
Natürlich wird das Teil erst mal auf Herz und Nieren geprüft. Ja, und ich hätte da noch ein paar Luxusprobleme. Klar habe ich hier schon mal recherchiert und werde die üblichen Verbesserungen anbringen:

Bias-Poti mit Buchsen zum messen
ein paar C's austauschen und weitere Bauteile verbessern

was mir aber auf dem Herzen liegt, gab es bei dem Amp schon mal Aufälle der Trafos wegen Wärmestau?
Bei mir am Bayou war schon recht warm letzte Zeit und nach einiger Spielzeit war der Trafo und bspw. die Elkos ziemlich heiß. Jetzt bin ich am Überlegen ob ich nicht oben ein paar Lüftungsschlitze anbringen soll. Würde der Langlebigkeit helfen. Hat irgendwer eine Meinung dazu?

Beim Röhrentest ist mir aufgefallen dass irgendjemand mal eine ECC82 als erste Röhre eingebaut hat. Damit kommt der Amp (anders als ich nach der Durchsicht der Schaltung vermutete) nicht über Crunch hinaus. Ein High-Gain-Monster braucht er auch nicht zu sein, es klingt schon rel. gut, aber es erklärt warum der Amp nicht so sehr auf Gitarrenvolume reagiert. Laut Plan sind ja nur ECC-83er od. US-Versionen im Einsatz und ich hatte zuerst ordentlich Zerre vermutet.
Das werde ich jetzt einmal auf dem Werktisch testen. Würde die Ecc82 in der Endstufe etwas ändern, nur wegen der Ausfallsicherheit? Ein zuviel Gain in der Vorstufe kann ich ja durch ändern der Widerstandswerte ausmerzen.

Bastlergruß

BuggyAndy:
Hi,
ich hab damals drei De Ville reparieren müssen, die hatte alle ein hausgemachtes Problem. Da gibt es Lastwiderstände, ich meine (ist schon lange her) in der Stromversorgung für die Umschaltrelais, die wurden so heiß, dass die sich ausgelötet hatten!! Etwas stärkere mit Abstand zur Platine war die Lösung.
Zum Anderen würde ich nach 23 Jahren alle Elkos tauschen, zumal die in dem Amp ja sehr warm werden.

Viel Spass damit und Gruß, Andy

chaccmgr:
Hi,
die Platinen des Blues DeVille und des Hot-Rod Deluxe, sind meines Wissens fast gleich und haben die gleichen Schwachstellen. Unter http://hotroddiy.com/howtoarticles.php gibt es ein FAQ und How-To Artikel, die die Problemstellen und die Fixes detailliert und mit Bildern beschreiben. Sehr interessant.
Grüße
Robert

Feierabendklampfer:
Hi!
Danke für die Tipps, hab gerade das Chassis für die Werkbank präpariert und nochmal den Gitarrensound getestet. Mit einer Ecc83 statt der Ecc82 klingt es doch besser (Verstärkungsfaktor 75 statt 15), grade auch die Klangregelung klingt effektiver, ohne dass es zum Highgainmonster wird.
Meine Devise ist einfach - max. Headroom in jeder Stufe heraus zu holen, bei Übersteuerung sollen aber möglichst alle Stufen gleichmäßig am Limit arbeiten.
Die Vorwiderstände für die OP-Betriebsspannungen sind auch schon erneuert gewesen (5W-Typen). Bei den C's in der Endstufe halte ich mich an den Tipp meines Arbeitskollegen, der meint dass Fender viel zu große Kondis verbaut hat, und die Endstufen durch Umladungs-Gleichspannungsgeschichten leiden. Meistens fangen sie bei zu hoher Übersteuerung das Furzen an, daraus kann wohl nur Mr. Young Musik machen. Aus 100nF wird dann 22nF ohne das der Bass leidet...

Bastlergruß

Feierabendklampfer:
N'amp!

so, nach einem ausgiebigen Check halte ich den Amp wieder für betriebsbereit. Vielleicht ist hier einer interessiert an Pimping-Vorschlägen.  Und komm mir Keiner von Wegen verbasteln, die Fenderleute hatten sich damals wohl auch an Konventionen halten müssen. Sonst hätten sie z.B. eine Belüftung eingebaut. Studiert man einschlägige Seiten sind viele Defekte dieser Serien auf Überhitzung zurück zu führen. Kondensatoren, Widerstände, Relais oder auch Trafos setzen manchmal aus und keiner weiß warum..  >:(
Deshalb ist der Lüftungsschlitz oben (von der engl. Konkurrenz) neu. Zusätzlich bläst auch noch ein Fan aus dem Inneren. Viel hilft viel. Der Amp bleibt jetzt wohltemperiert und trotzdem ist Vollast-Dauerbetrieb möglich. Der Trafo wird nur  Handwarm.
Auf dem PCB habe ich auch herum gebraten,  wie an meinem letzten Fender überdimmensionierte (Kathoden)-Kondensatoren und unterdimmensionierte (Anoden)-Widerstände gewechselt. Bei den C's stehe ich halt auf WIMA, zwar nicht bei Vollmond geweiht, aber Hai-Tech! Die Endröhren sind noch relativ gut, ca. 5—7 mA im Ruhestrom auseinander, kein Grund zur Beunruhigung. Der Ruhestromdrift ist dann mit einer selektierten Röhre von Dirk erst symmetrisch geworden. Anscheinend haben die Vorbesitzer munter die Kolben gewechselt – sollte man nur machen wenn man weiß was man tut.
Wo ich noch am rumjustieren bin ist die Einstellung der Pegel Clean und Drive. Dazu habe ich einen Plan raus gezeichnet bei dem man das Prinzip etwa erkennen kann. Ich will auf jeden Fall dass man das Masterpoti bei Clean und Drive benutzen kann, das was ich geändert habe ist rot eingezeichnet... aber fast immer benutze ich noch ein Effektgerät zwischen Vor- und Endstufe, in den 90ern wurde damals endlich Brauchbares dafür eingebaut, Wer da wegen Sand im Getriebe rum mäkelt sei aber beruhigt, wird nichts in den Master-Break gesteckt befindet sich kein Sand im Signalweg.

Es geht natürlich immer, irgendwie, der Amp verlangt schon eine Singlecoil-Gitarre. Dazu die Mitten weg und die Fender-Glocken klingeln, das geht aber nur bis satten Crunch. Dann auf Drive umschalten hat die meisten enttäuscht, wie im Netz oft gelesen. In Verkaufsanzeigen wird das immer so nett umschrieben: die ideale Plattform für Pedale – Drive habe ich nie gebraucht  ::).
 Mit ein paar Handgriffen geht es aber: Mitten rein – Presence-Gegenkopplung auf null – und eine Humbuckergitarre bringen auch schon ordentlich Zerre – nur die 4 Zehnzöller zeigen sich dazu noch etwas widerspenstig, aber der Amp muss ja nicht alles können. Amps die das von sich behaupten wollen können ja doch Alles nicht richtig.

Bastlergruß

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