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Möglich Box für Celestion Celestion F12-X200

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Offline haebbe58

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Re: Möglich Box für Celestion Celestion F12-X200
« Antwort #30 am: 3.02.2021 11:13 »
Hi Gutmann,

die Idee ist an sich gar nicht schlecht, der Speaker sieht von den Werten her gar nicht übel aus. 

Ich würde ihn nicht in irgendwelche Boxen einbauen, die mit speziellen Resonanz-Tunings (Bassreflex, Raptor, etc. ) arbeiten. Da dröhnt so einer unten rum gerne rum

 Ich glaube, er würde am besten in einer geschlossenen Box funktionieren, aber evtl. auch in einer halb oder 1/3 offenen, so wie andere Twin Cones auch.

Idealerweise würde ich eine TTC Studio mit Flexback-Option empfeheln. Da kannst Du beide Welten ausprobieren und je nach Location anpassen. Falls er leicht topfig klingt, dann auf die Innenseite der Flexback leiste einfach einen Noppen-/Pyramidenschaumstoff in der passenden Größe zuschneiden und draufkleben (Doppelklebeband), den Schaumstoff so dick wie möglich wählen (mit der größten Noppenhöhe) oder statt NoppenPyramiden auch gerne Verbundschaumstoff nehmen (RG 120 mindestens, besser RG 140 oder mehr) mit mindestens 4 cm Dicke. Das hat sich bei mir bestens bewährt.

Der Speaker ist allerdings nicht sehr belastbar, die 100 Watt sind eher Wunschdenken, wenn man mal die xMax betrachtet. Jedenfalls sollte man ihn unten rum (unter 100 Hz) tunlichst nicht zu sehr belasten, daher auch meine Bedenken bzgl. Reflex usw.   Der Orange Amp wird ihm aber nicht sonderlich "weg" tun, denn dessen genannte 100 Watt sind auch Wunschdenken

Der Speaker hat aber einen schönen Wirkungsgrad, daher wird er sich im Bandgefüge auch mit  dem Orange evtl. ganz gut durchsetzen. Zuviel würde ich allerdings nicht erwarten. In den meisten  professionellen Modeller-Anwendungen sind Endstufen mit 200 Watt oder mehr durchaus keine Seltenheit, meistens auch gar nicht mehr Class D sondern oft wieder herkömmliche Eisenschweine.

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Offline Gutmann

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Re: Möglich Box für Celestion Celestion F12-X200
« Antwort #31 am: 4.02.2021 10:10 »
Hi haebbe58

Danke für deine Einschätzung. Ich hab hier jetzt eine 1/3 open back Box mit der ich mal erste Versuche gemacht habe.
Erste Erkenntnis: im Vergleich zu einer Friedman Asc10 mit 500 Watt klingt der k12h100 schon deutlich offener und vor allem deutlich lauter.
Das Pedalbaby ist eine class A/B Endstufe und hat eine einfache Klangregelung mit der ich Höhen und Bässe win wenig anpassen kann. Die Power mit dem Wirkungsgrad des speakers - da denk ich gibt es keine Probleme mit der Band - das ist bei 9 Uhr schon deutlich lauter als die aktive Friedman Box.

Also erster Test ist schonmal ganz cool - ich werde das auf jeden Fall mal in einer Bandsituation ausprobieren. Ich denke grade schon an einen 2. speaker nach weil ich noch eine ungenutzte 2x12er rumstehen hab..die ließe sich tatsächlich auch gut dämmen...

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Offline haebbe58

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Re: Möglich Box für Celestion Celestion F12-X200
« Antwort #32 am: 4.02.2021 13:49 »

Das Pedalbaby ist eine class A/B Endstufe

Okay, sorry ... da hab ich mich wohl getäuscht .. aufgrund der Abmessungen und des Gewichts tippte ich auf Class D ...

ansonsten: alles echt okay und viel Erfolg damit

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Offline Axe

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Re: Möglich Box für Celestion Celestion F12-X200
« Antwort #33 am: 24.05.2021 18:57 »
Hallo Dirk,

ich habe mir von der Celestion Website die "small signal parameters" des F12-X200 besorgt und in mehrere im Internet frei verfügbare Rechenprogramme eingegeben. Die Ergebnisse der Kurven sind überall sehr ähnlich, aber ich kann sie mir im Vergleich mit Deinen im Forum veröffentlichten Darstellungen nicht erklären. Bei Celestion ist für Qts 0,777 angegeben. Nach den im Internet zu findenden Formeln zur Berechnung des Qtc ist damit bestenfalls ein Qtc für eine offene Box von 0,78 möglich (im Bild schwarz). Baut man den Lautsprecher in eine geschlossene 70l Box ein, kommen in den Rechenprogrammen Qtc von 1,01 (im Bild rot) und bei einer geschlossenen 50l Box Qtc von 1,08 (im Bild blau) heraus.
Kannst Du oder ein anderer Forumsteilnehmer diese Unterschiede erklären?

viele Grüße
axe

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Offline Dirk

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Re: Möglich Box für Celestion Celestion F12-X200
« Antwort #34 am: 25.05.2021 19:24 »
Hi,

ich schaue es mir an, wenn ich mal etwas mehr Zeit habe.

Gruß, Dirk
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Offline Axe

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Re: Möglich Box für Celestion Celestion F12-X200
« Antwort #35 am: 13.11.2022 23:19 »
Hallo Dirk,

ich habe mir die Zeit genommen und mit dem bei Selbstbauern von HiFi Lautsprecherboxen beliebten freien Simulationsprogramm „Boxim“ sowohl Deinen Vorschlag einer geschlossenen 50 Liter Lautsprecherbox als auch den auf der Celestion Internetseite vorhandenen Bauvorschlag einer 50 Liter Baßreflexbox berechnet.

Zunächst habe ich dazu die auf der Celestion Internetseite für den F12-X200 veröffentlichten Thiele Small Parameter verwendet. Den Vergleich der Ergebnisse für geschlossene wie Baßreflexbox zeigt das angehängte erste Diagramm. Wie bei allen frei verfügbaren Simulationsprogrammen im Netz kommt ein Qtc von ca. 1,08 mit den entsprechenden Anhebungen des Schalldrucks im Baßbereich heraus.

Verwendet man zusätzlich die in Boxsim mögliche Funktion zur Berechnung der Beugung des Schalls an den Kanten der Schallwand einer frei stehenden Box, ergibt sich durch die Ablenkung insbesondere der tiefen Frequenzen bis 300 Hz eine deutliche Absenkung des Schalldrucks in Frontrichtung (zweites Diagramm).
Aus dem Vergleich erkennt man, warum Celestion die Baßreflexbauweise vorschlägt. Es ergibt sich bei Verwendung der TSP Daten mit der Baßreflexbox ein Verlauf des Schalldrucks über der Frequenz wie er für FRFR Boxen erwünscht ist.

Nimmt man statt der TSP Daten die auf der Celestion Internetseite dargestellte Meßkurve für den F12-X200 und importiert diese in Boxsim, ergeben sich das dritte und vierte Diagramm. Auch mit den real gemessenen Daten für den Lautsprecher ist die Baßreflexbox eine gute Lösung.
Hier zeigen sich eher Schwächen des Lautsprechers bei der Konstanz im Bereich der Höhen des Frequenzgangs für FRFR Einsätze. Die IRs verlangen hier eine hohe Konstanz, da sich gerade in diesem Bereich die zu simulierenden klassischen Lautsprecher am meisten unterscheiden und der F12-X200 nicht seinen eigenen Charakter aufprägen soll.
Die meisten Multieffektgeräte am Markt besitzen einen parametrischen Equalizer mit mindestens 3-4 Frequenzbändern. Verwendet man diesen zum Ausgleich der größten Schwankungen kommt ein Ergebnis analog dem fünften Diagramm heraus.
Eine bekannte Firma, die einen ähnlichen Lautsprecher von Celestion für ihren Profiler anbietet, verwendet wohl noch eine etwas aufwändigere Kompensation mit einem im Profiler eingebauten Equalizer. Bei Verwendung von z.B. 12 Frequenzbändern kommt man auf ein Ergebnis wie im sechsten Diagramm im Vergleich zum Original zu sehen ist.
Dies ist auch mit am Markt erhältlichen, kostengünstigen zusätzlichen DSPs möglich.
Diese müssen leider zwischen Multieffektgerät und Verstärker das Signal noch einmal A/D und D/A wandeln. Dies verzögert das Signal mit der heutigen Technik zusätzlich jedoch nur ca. 1ms.

Zum Abschluß habe ich auch noch den F12-X200 mit dem von Celestion ebenfalls für Gitarren angebotenen M12-150 Triple Cone und dem aus dem ProAudio Programm stammenden K12H-200TC beim Einsatz in einer geschlossenen Box verglichen. Dies ist in den Diagrammen sieben und acht zu sehen.

Ich verwende den F12-X200 mit der Baßreflexbox gerne auch mit „clean“ eingestellter Ampsimulation und ohne Boxensimulation. Durch die hier vorhandenen, bei klassischen Gitarrenlautsprechern nicht darstellbaren, Höhen ergeben sich bei der elektrischen Gitarre  auch ganz neue Erfahrungen und Einstellmöglichkeiten.
Auch unsere musikalischen Vorbilder haben sich in ihrer Zeit durch alle technischen Möglichkeiten, die sie jeweils vorfanden, inspirieren lassen und tun dies auch heute.

Viele Grüße
Axe