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max Grid 1 Circuit Resistance in PP Endstufe?

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Online cash667

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max Grid 1 Circuit Resistance in PP Endstufe?
« am: Gestern um 07:11 Nachmittag »
Moin,
Da ich mich noch nicht vorgestellt habe- ich bin Chris, Mitte 30, und habe mir einen 50W Bassamp auf 19“ Breite gebaut. Komme hobbymäßig eigentlich aus der US Cars (Oldie) Schrauberei, habe aber in dem Zug angefangen alte Auto Radios auf UKW und Bluetooth umzubauen. Beruflich bin ich Tontechniker.

Der Amp ist auf Basis Bassman/JMP Super Bass und hat in der Vorstufe noch die Ampeg Ultra Hi + Ultra low Schaltung. Endstufe sind 2x6550 PP von ECC83 PI angefahren. AÜ ist ein Hammond 1750M.

Nun zu meiner Frage: in den Datenblättern der Röhren (zb 6550) wird ja eine max Grid 1 Circuit Resistance angegeben. Da aber auch die Bias Schaltung an Grid 1 hängt wird diese in vielen bekannten Designs überschritten? 6550 bei Fixed bias hat gerade mal 50k Ohm. Die Gridstopper haben aber allein schon 150k in vielen Designs, zzgl. Bias Trimmer usw.
Wie kommt das? Sind diese Grenzwerte eher unwichtig? Zählt die Ausgangsimpendanz vom PI mit dazu, die ja quasi parallel zum Bias liegt?
Wo ist mein Denkfehler?

Lg
Chris

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Offline Helmholtz

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Re: max Grid 1 Circuit Resistance in PP Endstufe?
« Antwort #1 am: Gestern um 11:02 Nachmittag »
Du hast völlig recht.
Der Grenzwert für den Gitterableitwiderstand wird in kommerziellen Amps oft überschritten.
Sozusagen auf eigene Verantwortung.
Wenn eine Endröhre zu positivem Gitterstrom neigt (z.B. wegen schlechtem Vakuums, bei extremer Kolbentemperatur oder einfach bei Überlastung) kann das im schlimmsten Fall zu einem katastrophalen Thermal Runaway mit Glasschmelze führen.
(Da kann man nur hoffen, dass eine Sicherung größeren Schaden verhindert.)
Zum Glück passiert das nur höchst selten.

Hauptgrund dürfte sein, dass der Gitterableitwiderstand den PI belastet.
Je kleiner er ist, desto geringer sind Verstärkung und max. Ausgangssignal des PI.
Das hat negative Auswirkung auf eine Reihe von Endstufeneigenschaften - abhängig von der Schaltung.

Die Ausgangsimpedanz des PI liegt für das AC SIgnal in Serie mit dem Gitterwiderstand und bildet mit diesem einen Spannungsteiler.

Die Gitterstromableitung erfordert einen Gleichstrompfad zwischen Endröhrengitter und -kathode.
Der PI ist AC gekoppelt, spielt also keine Rolle.

Ein 150k "Gridstopper" hat vermutlich die Hauptaufgabe, Sperrverzerrungen zu minimieren.
Erscheint mir aber übertrieben groß.



 

« Letzte Änderung: Gestern um 11:43 Nachmittag von Helmholtz »

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Online cash667

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Re: max Grid 1 Circuit Resistance in PP Endstufe?
« Antwort #2 am: Heute um 01:38 Nachmittag »
Hi Helmholtz,
Danke für den ausführlichen Beitrag und sorry für die englischen Begriffe- ich bin meist in englischsprachiger Literatur unterwegs und hab das deswegen so verinnerlicht.
Mir fällt aber auch auf, das ich eigentlich gar nicht den Gridstopper sondern eher den Grid leak meinte, der oft sehr groß ist. In meinem Amp kommt nach dem PI ein 0.1u Coupling und dann ein 4k7 Gridstopper. Dazwischen der 150k Gridleak zum Bias.
Deine Erklärung bleibt jedoch die Gleiche - kleinerer Gridleak belastet den PI und formt natürlich mit dem Coupling Cap auch einen Highpass. Der o.g. Amp mit den 6550 funktioniert gut, ggf gehe ich noch von 150k auf 82k runter, das kann ich mir auch im Bassamp noch erlauben.


Da ich aber als nächstes eine ~100W Version des Amps bauen möchte (4x 6L6GC) überlege ich wie ich hier die „goldene Mitte“ finde. Die 6L6 kann grundsätzlich schon 100K bei fixed bias. In den klassischen Fender 6L6 Amps sind oft 220k Gridleaks vorhanden. Da die Ansteuerung und PI in dem 100W Amp gleich bleibt wie im jetzigen, kann ich da auch schon auf mindestens 150k runter, wie es jetzt auch ist, da das gut funktioniert und der PI nicht zu stark belastet ist.  Sollte ich noch weiter runter?
Wie verhält sich der  max G1 Widerstand beim parallel schalten von 2 Röhren?

Danke & LG