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SLO-100 - Schritt für Schritt

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Offline Joachim

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Hallo, allerseits,

die letzten zwei Wochen war es im Thread ein wenig ruhig, aber das heißt nicht, dass es nicht weitergegangen ist. Mit dem Netztrafo ist - ebenfals vor etwa  zwei Wochen - das letzte wichtige Bauteil angekommen. Danke schonmal an der Stelle an Bernd (Toto) für das Organisieren des Trafos. Dazu später mehr. Und jetzt zum eigentlichen Thema, nämlich dem, was einen Röhren-Amp wirklich schwer macht, ...

Die Original-Bauteile

Das "Eisen" im SLO kommt von der Firma DeYoung Mfg., Inc. (DMI) aus Kirkland, WA in den USA. Auf der Website www.deyoungmfg.com findet man allerdings nur spärliche Informationen zur Transformatorenproduktion. Der entspechende Teil der Website befindet sich seit mindestens einem Jahr "under construction".

Hier eine Auflistung der Originalteile mit einer Spezifikation, sofern vorhanden:

Ausgangsübertrager - DMI 500-3430

Manche sagen Marshall-ähnlich, andere sprechen von extrem linearem Frequenzganz bis weit über 20kHz. Also wenig verwertbares, eher widersprüchlich. Meine Meinung dazu findet ihr weiter unten.


Netztransformator - DMI 500-3429

Geschätzte Angaben, sollten etwa passen, jedoch keine gesicherten Daten

  • Sek.1: Anodenspannung: 360V-0V-50V-360V / 300-400mA
  • Sek.2: Heizung: 3,15V-0V-3,15V / 8A
  • Sek.3: Kanalumschaltung: 6,3V / 2A


Choke - DMI 500-3472

Die Drossel für die Filterung der B+-Hochspannung hat laut Firebottle/Ampage-Forum folgende Daten:

  • Induktivität: 4,7H
  • Gleichstromwiderstand: 100Ohm
  • max. Strombelastung: 100mA


Soviel zu den Originalteilen, diese dürften jedoch auf dem freien Markt nicht ohne weiteres erhältlich sein.


Alternative Bauteile

Ausgangsübertrager - New Sensor MOP 100

Ich verwende einen 100W-Ausgangsübertrager mit der Bezeichnung MOP 100 von New Sensor. In verschiedenen englischsprachigen Foren wird dieser desöfteren als  "closest replacement" empfohlen. Der MOP-100 ist eigentlich eine Austauschteil für 100W Marshalls der JMP-Serie. Meiner Meinung nach ist es nicht unwahrscheinlich, dass Soldano in die gleiche Richtung ging. Ich habe bisher erst einen SLO-100 gehört (und auch das nur kurz ;)), aber dessen Sound hatte eher eine Marshall-ähnliche Charakteristik. Das deckt sich mit den Aussagen z.B. in firebottle und ähnlichen Foren. Jedenfalls klingt der SLO meiner Meinung nach nicht nach einem Dual Rectifier, der im Grunde eine nahezu identische Schaltung hat. Der Rectifier hat aber tatsächlich einen ganz anderen Grundsound, was ich auf die bei diesem Amp verwendeten Ausgangsübertrager mit sehr linearem Frequenzgang zurückführe (und natürlich auch auf Mesa's Röhrenwahl). Nur Hypothesen, aber ich denke so falsch liege ich damit nicht. Ansonsten kann natürlich jeder nach eigenem Geschmack etwas anderes ausprobieren.

Der MOP-100 hat laut Hersteller einen RAA von 1900 Ohm und einen Frequenzganz von 55Hz-20kHz (wie auch immer der aussehen mag ;)).


Netztrafo - Roller & Fischer Typ E 400 S

Ich verwende einen Trafo, den Toto bei einem deutschen Trafohersteller in Auftrag gegeben hat. Der Trafo ist mit 400VA satt dimensioniert für einen 100W-Amp. Zumindest stromtechnisch dürfte der Amp also keine Probleme bei der Inbetriebnahme machen ;D.

  • Sek.1: Anodenspannung: 360V-50V-0V-360V / 400mA
  • Sek.2: Heizung: 3,15V-0V-3,15V / 8A
  • Sek.3: Kanalumschaltung: 6,3V / 2A

Leider gibt es für dem EI120-Kern keine Abdeckbleche, deswegen die offene Bauweise. Für mich aber auch nicht wirklich eine Problem, eher ein nebensächlicher Schönheitsfehler.

Bei Interesse findet ihr im Thread "Jemand an SLO-Trafos interessiert?" näheres.

Edit und Achtung: Der Roller & Fischer-Trafo liefert auf der Heizspannungswicklung eine Spannung von 7,5V unter Volllast! Das ist natürlich viel zu hoch und macht einen Vorwiderstand in der Heizleitung notwendig. Außerdem brummt er mechanisch. Deswegen werde ich den Trafo gegen einen SLO-Netztrafo von Shinrock austauschen.


Choke - Hammond 193H

Als Drossel verwende ich den relativ preisgünstigen Typ 193H von Hammond mit folgenden Daten:

  • Induktivität: 5H
  • Gleichstromwiderstand: 65Ohm
  • max. Strombelastung: 200mA

Von der Bauhöhe her passt die 193H nicht in das Chassis hinein (wo sie sich im original befindet), sondern muß auf die eher übliche Art von außen montiert werden. Platz ist jedoch genug da und eine stärkere Beeinflussung durch magnetische Felder ist auch nicht zu befürchten.

Soviel also zu den Eisenteilen, in der nächsten Folge wird wieder richtig gebaut :D.

Eure Fragen stellt bitte hier: SLO-100 Schritt-für-Schritt: Fragen und Antworten.

Viele Grüße,
Joachim
« Letzte Änderung: 5.09.2006 07:50 von Joachim »
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Offline Joachim

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Re: SLO-100 - Schritt für Schritt: Der Urlaub
« Antwort #31 am: 12.07.2006 00:00 »
Hallo, Leute,

so, der Amp ist schon ein schönes Stück weiter, als man es hier sieht, aber die letzten zwei Wochen hat mir ein wenig die Zeit gefehlt, um alles hier in gewohnte Weise zu dokumentieren. Und für die nächsten drei Wochen bleibt es sicher eher ruhig, denn da bin ich im Urlaub. Danach geht, in gewohnter Weise weiter.

Und, wie üblich, der Hinweis: Eure Fragen stellt bitte hier: SLO-100 Schritt-für-Schritt: Fragen und Antworten.

Viele Grüße,
Joachim
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Hallo, miteinander,

für die von Euch, die es gar nicht abwarten können ;), gibt's jetzt ein kleines Update, in dem die Verdrahtung des AÜs und der Laustprecherausgänge beschrieben ist.

Im Grunde sagen die Bilder alles aus, deshalb - und auch wegen der fortgeschrittenen Stunde - nur ein paar kurze Hinweise, was es zu beachten gilt. Später werde ich noch ein paar ausführlichere Anmerkungen ergänzen.

Der Ausgangsübertrager

Der Ausgangsübertrager wird primärseitig auf die übliche Weise, an die 100W-Endstufe angeschlossen. Die roten und braunen Leitungen werden dabei durch die parallele Endstufenverdrahrung geführt und mit den jeweiligen Anoden verbunden.

Auch der Mittelabgriff (weiße Leitung) des AÜs wird durch die Endstufenverdrahtung zur ungefilterten Hochspannung (Plates) geführt, die an der HT-Sichererung F3 abgegriffen wird.

In der Schaltung aus dem sloclone-Forum, sitzt die Sicherung nach der Versorgung des Mittelabgriffs (und hat deswegen auch nur einnen Nennwert von T500mA), was aber nicht wirklich sinnvoll ist. Schließlich soll die HT-Sicherung ja die Endstufe absichern, das tut sie aber an dieser Stelle nur noch sehr eingeschränkt.

Die - beim MOP 100 - weiße Leitung des Mittelabgriffs muß in der Regel verlängert werden. Die Verlängerung sollte vor der Endstufenverdrahtung erfolgen (auf keinen Fall innerhalb der Endstufensockel) und die Verbindung mit Schrumpfschlauch gut isoliert werden (die Spannung auf dieser Leitung beträgt fast 500V).

Die sekundären Ausgängsleitungen des AÜs und auch eine Teilstrecke der Primärzuleitungen werden verdrillt.

Laustprecherausgänge

Die Lautsprecherausgänge werden über die Querverdrahtung der Endstufe auf Masse gelegt. Über einen Drehschalter können die 4, 8 und 16Ohm-Abgriffe des AÜs je nach Boxenimpedanz auf die beiden parallel verdrahteten Buchsen geschaltet werden. An der 4Ohm-Leitung am Drehschalter wird auch das Signal für die Rückkopplung angegriffen und später unter der Preamp-Platine nach links geführt (grüne Leitung).

Der Impedanzwahlschalter ist von Ted Weber (www.tedweber.com) und hat die Bestellnummer WSW-R2x3. Das Thema Drehschalter haben wir im Der "Ich baue mir einen SLO" Thread schonmal ausführlich diskutiert.

Nachtrag: Der Drehschalter hat sich als weniger zuverlässig herausgestellt, als es sein Aussehen vermuten lässt Während der Inbetriebnahme stellte sich heraus, dass der 16Ohm-Kontakt nicht mehr schaltete. Zwar war eine Reparatur möglich, aber es hat den Anschein, als würde Ted Weber hier Ausschußware verkaufen. Also mein Tipp: Den Weber-Schalter nicht verwenden!

Slave-Ausgang

Nach langem Überlegen habe ich beschlossen, den Slave-Ausgang so zu belegen, wie es auch am Chassis beschriftet ist. Für die ursprünglich geplante Auftrennung zwischen Pre- und Poweamp wären aus meiner Sicht zu lange Leitungen notwendig gewesen. Über Sinn und Unsinn eines Slave-Out kann man streiten (oder auch nicht ;)), aber die Bohrungen mußten ja irgendwie geschlossen werden, wo sie doch schon da sind. So stellen der Alpha-Poti und die Switchcraft-Buchse eine Art noble Blindblende dar ;D.

Der Slaveout wird über eine 6,8 KOhm-Widerstand ebenfalls am 4 Ohm-Anschluß des Drehschalters abgegriffen. Die Masse der Slave-Out-Buchse (dünnes braunes Kabel) wird mit der Masse der Lautsprecherbuchsen verbunden.

Eure Fragen stellt bitte hier: SLO-100 Schritt-für-Schritt: Fragen und Antworten.

Viele Grüße,
Joachim
« Letzte Änderung: 26.08.2006 22:19 von Joachim »
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Offline Joachim

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Hallo, Leute,

ich wollte Euch ja eigentlich zappeln lassen, bis der 2000ste Zugriff auf den Thread erfolgt ist, aber ich will mal nicht zu genau nachzählen, es soll ja vorangehen :devil:.

Heute geht es um die Verdrahtung der Netzversorgung von der Eingangsbuchse über den Trafo bis hin zur Kontrolleuchte. Außerdem ist die Verdrahtung des Standbyschalters und des Massesterns gezeigt.

Allgemeines

Durch die großen APEM-Schalter geht es im Bereich der Netzteils (später sitzt dort ja die PSU-Platine mit ihren 6 stehenden Elkos) recht eng zu. Aus diesem Grund sind die Netzbuchse und die beiden Schalter so angeschlossen, dass die Kabel in Richtung Schaltergehäuse weggeführt werden. Auf den ersten Bild rechts unten kann man sehen, wie die Leitungen am Schalter verlegt sind, auf dem zweiten Bild links ist sehr gut zu erkennen, wie die Leitungen in Richtung Schalter weggeführt werden.

Generel sind alle Wechselspannungsleitungen im Umfeld der PSU paarweise verdrillt, um Brummeinstreuungen zu minimieren.

Netzverdrahtung

Die Netzeingangspannung wird von der Netzbuchse (einpolig über eine T3A-Sicherung abgesichert) zum Netzschalter geführt. Dieser schaltet die Netzspannung allpolig ein und aus. Vom Netzschalter geht es weiter zum 230V-Primär-Anschluß des Trafos.

Die Trafoleitungen sind bedingt durch die Bauart des Trafos über vier Kabeldurchführungen ins Gehäuse geführt. An der Lüsterklemme sind die beiden 115V-Primär-Wicklungen zur 230V-Wicklung verbunden. Ebenso wird der Mittelabgriff der Heizung auf der Klemme als Stützpunkt "abgelegt" (ie Symmetrierung erfolgt beim SLO über 2x100Ohm).

Die Heizwicklung wírd ebenfalls über die Klemme weiterverteilt auf Endröhren (und von dort weiter auf die Vorstufenröhren) und zur Lampe für die Betriebsanzeige.

Standbyschalter und Hochspannungsgenerierung

Der Standbyschalter schaltet nach Marshall-Art die Hochspannung AC-seitig zweipolig ein und aus. Dazu wird die Hochspannung vom Trafo auf den Schalter geführt und nach den Schaltkontakten weiter auf den Gleichrichter der PSU geführt.

Wie bereits weiter oben erwähnt, erfolgt die Absicherung der Hochspannung (F3) bevor die Spannung "Plates" auf den Mittelabgriff des AÜs geführt wird.

Massestern

Die Sternmasse wird an der Verlängerung des Massedrahtes von den Endstufen aufgelegt. Dazu werden die abisolierten Litzen der jeweiligen Leitungen um diesen Draht gewickelt und angelötet.

In meinem SLO sind das:

  • Mittelabgriff der Hochspannungswicklung
  • Massezuleitung für die PSU
  • Massezuleitung für die Preamp-Platine
  • Masse für die Endstufe und Lautsprecher

Weiter optionale Kandidaten für den Massestern wären:

  • Schirmwicklung des Trafos (falls vorhanden)
  • Separate Masse für die Einfgansstufe an der Preampplatine
  • Masse der Schaltlogik

Später wird dann dieser ganze Bereich der Verdrahtung weitgehend von der PSU-Platine verdeckt.

So, das war's für heute. Ich hoffe, auch dieser eher langweilige Teil über die Netzversorgung hat Euch interessiert, aber ganz ohne die wird der SLO halt nunmal keinen Mucks machen ;D.

Eure Fragen stellt bitte hier: SLO-100 Schritt-für-Schritt: Fragen und Antworten.

Viele Grüße,
Joachim
« Letzte Änderung: 9.08.2006 12:20 von Joachim »
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Offline Andy

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Re: SLO-100 - Schritt für Schritt
« Antwort #34 am: 15.08.2006 19:43 »
Au mann, dass sieht ja richtig gut aus! Willst Du Dich bei Larry bewerben?

Gruß

Andy

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Offline Rockopa58

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Re: SLO-100 - Schritt für Schritt
« Antwort #35 am: 16.08.2006 23:16 »
Hallo Joachim,

nur kurz hier, Kontaktscheiben mit selbstsichernden Muttern, da lacht mein Herz :D Keine Zeit für so schöne Sachen, da blutet mein Herz  :'(
Ober-super-Doku !!!

Gruß
Peter

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Offline Joachim

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Hallo, allerseits,

es gibt neue Versionen der Schaltpläne im Schaltplan-Posting

Aktueller Stand

Version Preamp: V0.4 / 20.08.2006

  • Option "External Bias Check & Adjust"ergänzt
  • Nummerierung der Potis und Schalter geändert
  • Korrektur der Zeichnung des Impedanzwahl-Drehschalters
  • Farbangaben der AÜ-Anschlüsse ergänzt

Version PSU:       V0.3 / 20.08.2006

  • Netzverdrahtung angepasst
  • Netzschalter ergänzt
  • Spannungsangaben am Netztrafo ergänzt
  • 100R-Symmetrierwiderstände für Heizspannung ergänzt
  • R72 auf 1k geändert (muss je nach aktuellen Gegebenheiten angepasst werden)
  • Schalter Overdrive/Normal ergänzt

Nochmal die Bitte an dieser Stelle, eure Fragen und Anmerkungen im entsprechenden Thread zu posten, da hier eine Diskussion das Thema zu sehr auseinander reißt. Danke :)

Eure Fragen stellt bitte hier: SLO-100 Schritt-für-Schritt: Fragen und Antworten.

Viele Grüße,
Joachim
« Letzte Änderung: 20.08.2006 19:20 von Joachim »
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Offline Joachim

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SLO-100 - Schritt für Schritt - Einbau des Netzteils
« Antwort #37 am: 22.08.2006 22:32 »
Hallo, allerseits,

sorry, dass es zur Zeit so langsam im Thread vorangeht, aber ich bin im Moment etwas knapp an Zeit. Da müssen hat solche "Luxus"-Freizeitbeschäftigungen wir der Schritt-für-Schritt-Thread hintenanstehen.

Heute geht's um die Netzteilplatine, auch PSU (Power Supply Unit) genannt. Auf meiner PSU habe ich radiale Becherelkos im Gegensatz zur Piggy-Back-Bestückung mit axialen Elkos im originalen SLO verwendet.

Auf dem ersten Foto der Unterseite der Platine gibt es zwei Korrekturen, dort sind eine Drahtbrücke und zwei Widerstände bestückt. Die Drahtbrücke ist die Korrektur eines Entflechtungsfehlers in dieser Version des Layouts (in den von Dirk angebotenen Platinen ist dieser korrigiert). Die Widerstände sind R65 und R66, die die Spannung über C34/C35 symmetrieren. Auf den Platinen, die Dirk anbietet, sind diese Wiederstände bereits im Layout vorgesehen. Im Original-SLO sind diese Widerstände nicht vorgesehen, ihre Einsatz ist jedoch sinnvoll und meiner Meinung nach sogar notwendig.

Bitte beachtet auch den, dass auf den Aufnahmen unten die beiden Elkos im Bias-Netzteil (C40 und C41) verpolt sind! Da die Biasspannung negativ ist, muss natürlich der positive Pol der Elkos an Masse.

Die Drahtbrücke im Bias-Netzteil ist mittlerweile durch einen 1k-Widerstand ersetzt (R72) um die korrekte Biaseinstellung zu ermöglichen.

Die Bilder in den unteren zwei Reihen zeigen die PSU im eingebauten Zustand. Um beim Netztschalter und Standbyschalter mehr Platz zu haben habe ich die PSU ein Stück unter der Chassiskante mit den Käfigmuttern montert. Aus heutiger Sicht würde ich das nicht mehr machen, da die Platine ohne den Überhang an den Elkos leichter zu montieren ist.

Die externen Anschlüsse an die PSU werden an Turrets angelötet. Bitte denkt hier unbedingt daran die Turrets auf der Unterseite zu mit dem entsprechenden Werkzeug aus Dirks Shop zu befestigen. Ich habe das leider nicht gemacht, wodurch sich beim Anlöten einzelne Turrets komplett aus den Lötaugen gelöst haben.

Auf dem großen Chassisbild seht ihr auch den Teil der Leitungsverlegung der später unter dem Preampboard verdeckt sein wird.

Sonst gibt es zum Netzteil recht wenig zu sagen. Falls Fragen sind, ihr wisst ja wo die gestellt werden ;D.

Eure Fragen stellt bitte hier: SLO-100 Schritt-für-Schritt: Fragen und Antworten.

Viele Grüße,
Joachim
« Letzte Änderung: 3.09.2006 15:36 von Joachim »
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Offline Joachim

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SLO-100 - Schritt für Schritt - Einbau der Preampplatine (1)
« Antwort #38 am: 26.08.2006 09:45 »
Moin, allerseits,

Nachdem nun schon ziemlich viele Arbeiten erledigt sind, steht ein großer Schritt an, der Einbau des Preampboards. Das ist eigentlich kein reines Preampboard, denn es hat einige andere Funktionen, aber da es nun meist so genannt wird, halte ich mich an diese Terminologie. Zum Einbau des Preampboards ist einiges an Vorabeiten notwendig, denn mit reinschrauben und anlöten und ein paar Strippen anlöten alleine ist es nicht getan. Und deswegen werde ich Euch heute auch mit noch mehr Text als sonst quälen müssen :devil:.

Die Vorbereitung

Die Preampplatine sollte ja nun schon seit einiger Zeit bestückt bei Euch in der Schublade herumliegen. Bevor wir loslegen, prüft nochmal die Bestückung der Platine (das nennt der Profi Sichtkontrolle ;)):

  • sind alle Bauteile bestückt?
  • stimmen die Bauteilwerte?
  • sind alle Lötstellen auch gelötet?
  • stimmt die Polarität der Elkos?
  • sind die VTLs richtigherum eingelötet (Achtung: 2 VTLs stehen auf dem Kopf)

Okay. Wenn ihr die Sichtkontrolle erfolgreich hinter Euch gebracht habt, schaut trotzdem noch ein letztes mal drüber. Denn bald ist die Platine nicht nur auf 6 Abstandbolzen montiert, sondern auch über 42 Kontaktstellen verkabelt. Und das ist eine Schweinearbeit, wenn die wieder raus muß ;D.

Gut, das wäre also geschafft. Die Platine wird jetzt auf die Abstandbolzen im Amp gesetzt, aber noch nicht festgeschraubt. Dann fangt an, die Leitungen auf die Röhrenfassungen passend abzulängen. So kurz wie möglich, aber auch so lang, dass sie nach dem einlöten nicht gespannt sind. Am besten werden die Leitungen gleich auf beiden Seiten abisoliert und einseitig auf der Platine angelötet. So geht es Schritt für Schritt weiter, bis alle Leitungen zu den Röhrenfassungen an der Platine angelötet sind.

Kurzer Einschub: Leitungen und Farben
Soldano verwendet im SLO wohl Teflonkabel. Das ist hitzebeständig, allerdings etwas steif und man braucht spezielle Abisolierzangen, um das Teflon sauber abzuisolieren. Ich verwende stattdessen Silikonkabel, das ebenfalls hitzebeständig, aber wesentlich flexibler ist.

Die Leitungen im SLO sind in der Regel einfarbig (ich kenne weiß oder blau), was ein sehr ästhetisches Bild abgibt. Ich persönlich mag es lieber, an der Farbe zu erkennen um was für eine Leitung es sich handelt (das hab ich vom alten Jim Marshall gelernt ;)). Deswegen verwende ich lieber einen Farbcode, auch wenn es dann etwas bunter wird:

  • Versorungsspannung zu den Vorstufenröhren: blau
  • Kathodenzuleitung: gelb
  • Signalleitungen (ohne Hochspannungsoffset): weiß
  • Gegenkopplung (NFB): grün

Das ist nicht immer 100%ig exakt einzuhalten, zumal einige Farben durch die Trafoleitungen vorgegeben sind, aber es erleichtert doch die Arbeit beim debuggen.

... und jetzt weiter im Text.

Als nächstes werden die Leitungen zu den Potis an der Platine angelötet. Diese längen wir aber nicht exakt ab, sondern lassen uns etwas Überlänge als Reserve, dass diese nacher schön gebündelt zu den Potis geführt werden können.

Nun müssen noch die Zuleitungen an die Gridstopper der Endröhren vorzubereiten. Lasst die auch erstmal etwas länger. Falls ihr Rückkoplungsprobleme durch einen falsch herum angeschlossenen Übertrager habt, könnt ihr das hier einfach durch vertauschen der Anschlüsse fixen. Die Übertragerleitungen sind ja schon unterschiedlich abgelängt, da lässt sich nichts mehr tauschen. Später sollten die dann natürlich auf die richtige Länge gebracht werden.

Im nächsten Schritt, werden die beiden abgeschirmten Kabel (zum Send der FX-Loop und an Pin7 von V3) angelötet. Die Masse des FX-Kabels wird von oben an der Masseseite von R24 angelötet. Das "heiße" Ende wird am entsprechenden Lötauge "FX send" angelötet. Beim Kabel an V3/7 habe ich ein Loch in die Platine gebohrt, durch das die Abschirmung des Kabels passt. Das Kabel wird samt Abschirmung durch das Loch gesteckt. Die Abschirmung wird auf der Unterseite der Platine an die Masse geführt und das "heiße" Ende ebenfalls von unten an das Lötauge mit der Bezeichnung "V3b-7g" angelötet.

Als letztes wird das verdrilltes Kabel zum Anschluß der Fußschalterbuchse angeschlossen. Dieses Kabel wird mit dem geschirmten Kabel zum "FX send" mit ein paar Kabelbildern verbunden und zwischen den Elkos C37/C38 zum Platinenrand geführt. Lasst Euch auch hier etwas Längenreserve bei den Leitungen.

Jetzt sollte die Platine etwa, wie unten auf dem Bild, eine "Frisur" haben ;D.

Die Zuleitungen für Masse, Biasspannung, B2, sowie die 6,3VAC für die Biasspannung werden über Turrets angeschlossen. Wer einen Depth-Regler verwendet, kann sich den Turret für den Pin FB Loop [4 Ohms] sparen. Wer auf den Depth-Regler verzichtet, schließt die Gegenkopplungsleitung genau an diesem Turret an.

Montage und Anschluss

Jetzt wird die Preamp-Platine auf den Abstandbolzen endgültig festgeschraubt. Ich verwende hier übrigens 15mm lange Kunsttoffbolzen. Ihr beginnt von links nach rechts mit der Verdrahtung der Fassungen der Vorstufenröhren. Die Verwendung von Schrumpfschläuchen an diesen Röhrenfassung ist unnötig (das hilft bestenfalls unsaubere Lötstellen zu verstecken ;D). Ganz im Gegenteil hätte das sogar den Nachteil, dass eine Messung an der Röhre nahezu unmöglich wird.

Sind die Vorstufenröhren angeschlossen, geht es an die Leitungen zu den Potis, zum Clean/Crunch-Schalter und den Masseanschluß der Vorstufe. Die beiden Leitungen zu den Masterreglern und die drei zur Klangregelung werden dabei mit Kabelbindern gebündelt, während die Zuleitung zu OD-Gain, zum Clean/Crunch-Schalter und die Masseleitung in eleganten Pissbögen (;D) zu den jeweiligen Kontakten geführt werden. Depth und Presence sollten auch nicht vergessen werden. Die beiden Leitungen zum Depth-Regler habe ich ebenfalls mit Kabelbindern verbunden.

Dann wenden wir uns der gegenüberliegenden Seite des Preampboards zu und schließen die Steuergitter der Endröhren an. Zuletzt kommen dann die Anschlüsse für Masse, Biasspannung, B2, sowie die 6,3VAC für die Biasspannung an die vorgesehenen Turrets. Hier nochmal der Hinweis, die Turrets von unten ordentlich zu befestigen (z.b. aufbiegen) und nicht nur anzulöten, sonst hängen die nach dem Anlöten nur noch am Kabels aber nicht mehr an der Platine. Ich weiß von was ich rede ;D.

So, das war's jetzt erstmal. Prüft jetzt nochmal die Verdrahtung der Preampplatine, jeder Fehler hier kann fatal sein.

Ich werde heute im Laufe des Tages noch ein paar Bilder ergänzen und auch auf die Verdrahtung des True-Bypass für die Röhre der Effektschleife eingehen.

Bis dahin, viel Spaß bei lesen (okay, das habt ihr eigentlich schon hinter Euch, wenn ihr hier angekommen seid :devil:), löten verdrahten und prüfen und :guitar:.

Eure Fragen stellt bitte hier: SLO-100 Schritt-für-Schritt: Fragen und Antworten.

Viele Grüße,
Joachim
« Letzte Änderung: 3.09.2006 15:35 von Joachim »
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SLO-100 - Schritt für Schritt - Einbau der Preampplatine (2)
« Antwort #39 am: 26.08.2006 11:41 »
... und nochmal die komplette Verdrahtung mit Sicht auf die Potis.

Wer die Inbetriebnahmehistorie nicht gelesen hat, hat sich sicher schon gefragt, was es mit dem goldenen Dale-Leistungswiderstand auf sich hat. Bei dem von mir eingesetzten Trafo beträgt die Heizspannung 7,5V unter Vollast! Damit liegt der Trafo-Hersteller fast 20% über dem Nennwert (was man kaum noch mit üblichen Toleranzen begründen kann). Auf Dauer würde das die Röhren bis zum Totalausfall schädigen. Mit dem Widerstand werden also die unerwünschten 1,2V Überspannung verbraten. Montiert ist er auf zwei Befestigungsschrauben der Drossel, so dass er wieder spurlos entfernt werden kann.

Die Erfahrung die man daraus ziehen sollte, ist die, Trafoherstellern, die keine Erfahrung mit Röhren haben, bei kritischen Spannungen exakte Toleranzen vorzugeben.

Wie schon oben erwähnt, ist der Vorwiderstand eine Übergangslösung, denn ich werde den aktuellen Trafo durch einen SLO-Trafo von Shinrock zu ersetzen und habe diesen auch schon bestellt. Den alten Trafo werde ich dann für ein Experimentier-Netzteil verwenden. Das wollte ich sowieso schon immer mal aufbauen, aber es hat bisher immer an einem Trafo gefehlt ;).

Eure Fragen stellt bitte hier: SLO-100 Schritt-für-Schritt: Fragen und Antworten.

Gruß,
Joachim
« Letzte Änderung: 3.09.2006 15:35 von Joachim »
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SLO-100 - Schritt für Schritt - Einbau der Preampplatine (3)
« Antwort #40 am: 27.08.2006 09:11 »
Hallo, allerseits,

wie ihr seht, beschäftigt uns die Preampplatine nun doch schon etwas mehr. Heute will ich ein Feature (oder Mod oder Pimp ;D) beschreiben, mit dem auf einfache Art der Sound des Amps aufgefrischt werden kann:

Der True-Bypass für die Effektschleife

Wer genau hinschaut, hat sicher schon entdeckt, dass mit V3 und V4 zwei nahezu identische Stufen aufeinander folgen. V3 stellt die klassische, aus den Marshalls bekannte, Impedanzwandlerstufe dar. Dieser folgt eine weitere Stufe mit Gesamtverstärkung 1, in der die Effektschleife integriert ist. Durch den identischen Aufbau ist es möglich, die Effektschleife komplett zu umgehen. Wie das aussieht, zeigt der Schaltplanausschnitt unten. Über eine 1xUm-Miniaturkippschalter wird die Zuleitung zur Klangregelung zwischen der Kathode von V3A und V4A umgeschaltet (erspart mir bitte diese schwachsinnigen DP-Dingbums-Bezeichnungen, man kann das auf deutsch besser beschreiben).

Zunächst muss zwischen Mitten- und Höhenregler eine Loch für den Schalter gebohrt werden. Alternativ könnte man auch ein Push-Pull-Poti für den Höhenregler eingesetzt werden. Das spart eine Bohrung und der Amp sieht noch "original" aus. Nach der Montage des Schalters kann mit der Verdrahtung begonnen werden.

Damit das ganze auch funktioniert, muß R29 von der Platine entfernt werden und stattdessen zwischen V4A/Pin 3 und der Masse am Normal Master eingelötet werden. Vom bisherigen Anschluß V4A-3c der Preampplatine wird nun eine Leitung zum Mittenkontakt des Kippschalters geführt. Die beiden aüßeren Kontakte des Kippschalter werden jeweils mit einem kurzen Kabel V3A/Pin 3 und V4A/Pin 3 geführt. Ich habe den Schalter so montiert, dass der Kipphebel horizontal liegt. Zeigt der Hebel in Richtung Effektbuchsen, ist die Schleife im Signalweg, zeigt er in die andere Richtung wird V4 komplett umgangen.

Ein kleiner Nachteil ist, dass die Umschaltung nicht ganz geräuschlos ist, man hört einen Schaltknacks. Eine Möglichkeit zur Reduzierung des Schaltgeräusches wäre, einen 2,2MOhm Widerstand vom Mittenkontakt des Schalter gegen Masse zu plazieren. Ich werde das noch testen und hier berichten.

Was ist der Effekt des True Bypasses? Wird V4 umgangen, klingt der Amp etwas frischer und weniger näselnd. Außerdem ist das Klangbild offener und hat mehr (schöne) Höhen. Das verwundert nicht, wenn man sich überlegt, dass mit dem Wegfall von V4 auch die etwa 40-50cm abgeschirmtes Kabel von den Zuleitungen zu den Effektbuchsen aus dem Signalweg verschwinden.

Also, mein Tipp lautet: unbedingt ausprobieren! Vielleicht erstmal ohne ein Loch in die Frontplatte zu bohren ;D.

Lob, ---el und Fragen könnt ihr wie immer her loswerden: SLO-100 Schritt-für-Schritt: Fragen und Antworten.

Viele Grüße und noch ein schönes Wochenende,
Joachim
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SLO-100 - Schritt für Schritt: Die Stückliste
« Antwort #41 am: 3.09.2006 15:29 »
Hallo, allerseits,

so, zwischendurch habe ich jetzt mal etwas Papier produziert. Da es ja für manche nicht ohne Stückliste zu gehen scheint ;D und ich ich der PMs, in denen ich nach Bezugsquellen für dieses oder jenes Bauteil gefragt werde, kaum noch Herr werde, gibt's jetzt die ultimative Stücklise für den Jo-SLO.

Soweit mir das möglich war, habe ich in der Spalte "Lieferantenbeispiel" eine Bezugsquelle mit Bestellnummer angegeben. Meist ist das TubeTown oder ----. Jetzt bitte aber keine "Ich mag ---- nicht, kannst Du nicht die -----Bestellnummern nehmen"-Postings. Ich habe versucht, mich auf möglichst wenige Lieferanten zu beschränken und mit diesen beiden lässt sich zumindest der größte Teil abdecken. Manche Teile sind aus meinen eigenen Beständen, da habe ich leider nicht immer eine Bezugsquelle parat.

Achtung: Die meisten Bestellnummern sind Stand 2006/2007, Bauform- bzw. Größenänderungen sind möglich. Lieber also nochmal alles überprüfen.

Wenn ich Hersteller vorschlage, dann weil ich annehme, dass deren Bauteilequalität zum Anwendungsfall passt. In der Regel sind das auch die, die ich selbst eingesetzt habe. Für mich ist Zuverlässigkeit sehr wichtig, das bedeutet allerdings auch, dass es sich nicht immer um Low-Cost-Materialien handelt. Natürlich geht es auch (vielleicht sogar besser) mit  anderen Bauteilen, als den angegebenen, welche ihr also nehmt, ist ganz alleine Eure Entscheidung.

So, ich hoffe, ihr habt euren Spaß mit der Liste. Da steckt ein halber Sonntag drin, also geht gut damit um ;D

Wie es auch schon in der Liste steht "Technische Änderungen und Irrtümer vorbehalten!". Für die Richtigkeit übernehme ich keine Garantie, prüft also alles genau, bevor ihr loslegt. Falls Euch Fehler auffallen, würde ich mich über einen Hinweis freuen.

Ich wollte euch eigentlich eine Excel-Datei mitgeben, aber da die Forumssoftware weder ZIP- noch Excel-Dateien akzeptiert, gibt's nur ein PDF :(.

Lob, ---el und Fragen könnt ihr wie immer her loswerden: SLO-100 Schritt-für-Schritt: Fragen und Antworten.

Viele Grüße und noch ein schönes Wochenende,
Joachim
« Letzte Änderung: 13.04.2008 21:41 von Joachim »
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Hallo, liebe Leute und einen schönen Sonntag ;D!

So langsam geht es dem Ende zu und nachdem ich Euch beim letzten Mal nur Papier zum futtern gegeben habe, wird jetzt nochmal der Lötkolben angeheizt. Apropos Papier: Ihr wart so still! 31 Downloads und keiner hat einen Fehler gefunden. Bin ich perfekt? :devil:. Also schaut ruhig nochmal drüber, ob alles stimmt. Nicht dass mir Klagen kommen, weil Euer SLO die Bude abgebrannt hat ...

Aber egal, die Buchsen der Effektschleife und des Fußschalters warten darauf, verdrahtet zu werden und außerdem hat das brownsound-Gehäuse einen Schalter für die Normal/Overdrive-Umschaltung auf der Vorderseite, der in Verbindung mit der Buchse seine Arbeit tun soll.

Verdrahtung der Effektschleife

Die beiden Buchsen der Effektschleife liegen in der hintersten Ecke des Chassis. Außerdem sitzen die Buchsen beim brownsound-Chassis sehr nahe an der oberen und unteren Kante der Rückseite. Das ist nicht wirklich glücklich plaziert (beim Original sitzen die Buchsen etwas weiter zur Mitte hin). Besonders bei der Verdrahtung der Return-Buchse geht es, wegen der Montage von R26 direkt an der Buchse, recht eng zu. Das ist dann Millimeterarbeit.

Ich hatte bei den FX-Buchsen leider keine Bilder auf denen Deteils erkennbar sind, also habe ich die Verdrahtung einfach so wie im Eingangsbereich und den Lautsprecherbuchsen aufgebaut. Ich denk' mal, damit liege ich nicht ganz daneben ;).

Wie die Hin- und Rückleitungen auf der Platine und an V4 angelötet sind, habt ihr ja schon weiter oben gesehen. Jetzt heißt es wirklich aufpassen bei der Verdrahtung, denn wenn ihr die abgeschirmten RG174-Leitungen beim anlöten beschädigt, habt ihr hinterher eine Menge Arbeit, denn das bedeutet u.U. das ausbauen der Preamp-Platine, mindestens aber ein erneutes konfektionieren der Leitungen (was alleine schon 30-60 Minuten dauert, wenn man's ordentlich macht).

Send und Return sind Buchsen mit Schaltkontakten auf dem heißen Ende. Diese dienen zum Brücken der Effektschleife. Diese Verbindung ist, genauso wie die Masse, mit 1mm Drähten durchgeschleift. Die Massezuleitung wird, wie im Original-SLO, über die Abschirmung der Send-Leitung an die Buchsen geführt. Kontaktiert wird die Abschirmung an der Buchse, ebenfalls SLO-typisch, durch eine Drahtöse. In dem Fall habe ich das Abschirmgeflecht um die Öse herumgewickelt, was mir in dem Fall günstiger erschien. Der R26 (1MOhm) sitzt im Bild oben an der Return-Buchse. Die Send-Leitung ist an der Returnbuchse herum geschleift zur Send-Buchse geführt. Aber Bilder sagen mehr als tausend Worte, schaut einfach unten, dann sollten keine Fragen offen bleiben.

Verdrahtung der Fußschalterbuchse und des manuellen Kanalumschalters

Die Fußschalterbuchse liegt direkt neben den Buchsen der Effetschleife und ist ebenfalls mit einem Schalter auf dem "heißen" Kontakt ausgeführt. über diesen Kontakt wird auch der manuelle Schalter auf der Frontplatte angeschlossen. Bei eingestecktem Fußschalter, ist also der Schalter auf der Frontplatte wirkungslos.

Die Fußsschalter-Leitungen sind die schwarz-weiß verdrillten auf den Bildern. Da Fußschalter- und FX-Buchsen nebeneinander liegen, sind die entsprechenden Leitungen mit Kabelbindern zu einem kleinen Kabelbäumchen gebunden. Die Verlegung der Leitung zum Schalter auf der Frontplatte kann man auf dem letzten Bild sehr gut nachvollziehen.

Und wenn doch was nicht ganz klar ist:

Lob, ---el und Fragen könnt ihr wie immer her loswerden: SLO-100 Schritt-für-Schritt: Fragen und Antworten.

Viele Grüße und noch ein schönen Sonntagabend,
Joachim
« Letzte Änderung: 10.09.2006 17:44 von Joachim »
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SLO-100 - Schritt für Schritt: Der Shinrock-Trafo
« Antwort #43 am: 12.09.2006 23:34 »
Hallo, allerseits,

heute abend nur ein Kurzbericht, nachdem ich den bisherigen Netztrafo gegen einen SLO-Netztrafo Shinrock SMT-Soldano 100 von Ingo Gorges ausgetauscht habe. Der Umbau war unproblematisch und der "Neue" sieht mit seinen Deckeln nicht nur besser aus als der alte :laugh:, die Heizspannnung ist jetzt - wie erwartet - in der Toleranz, so dass der störende Vorwiderstand wieder wegfallen konnte. Außerdem ist der Shinrock-Trafo mechanisch absolut ruhig, d.h. man hört überhaupts nichts vom Trafo (und ich muß jetzt wieder auf die Betriebsanzeige schauen, um zu sehen, ob der Amp an ist ;)).

Die gute Nachricht für alle zukünftigen SLO-Cloner: der Trafo gehört zum Standard-Lieferprogramm von Shinrock. Mehr dazu auf Ingos Website:

SMT-Soldano 100

Schön dass es in D-Land jetzt einen serienmäßigen SLO-Trafo gibt :guitar:. Und vielleicht gibt's ja auch mal einen SLO-AÜ :D...

Die Bilder unten zeigen Euch, wie der Trafo aussieht, laut Ingo ein 100%iges Replacement für den SLO, bis hin zu den Bohrungen.

Lob, ---el und Fragen könnt ihr wie immer her loswerden: SLO-100 Schritt-für-Schritt: Fragen und Antworten.

Viele Grüße und gute N8,
Joachim
« Letzte Änderung: 24.09.2006 17:01 von Joachim »
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SLO-100 - Schritt für Schritt: Externer Bias-Abgleich
« Antwort #44 am: 24.09.2006 16:31 »
Hallo, allerseits,

mit der Verdrahtung der externen Bias-Abgleichs ist jetzt endlich auch die letzte Baustelle im Jo-SLO geräumt ;D. Wie schon ganz am Anfang geschrieben, hat das Brownsound-SLO-Chassis standardmäßig die Bohrungen für einen externen Bias-Abgleich auf der Rückseite. Allerdings erfordert das, den Bias-Trimmer auf ein kleines Platinchen zu verlagern, damit dieser über die Bohrung Adjust zugänglich ist. Ich habe hier aber keine eigene Platine geätzt, sondern den Trimmer auf eine Lochrasterplatine gesetzt. Angeschlossen wird der Trimmer über zwei Leitungen, die direkt am ehemaligen Platz des Trimmers in die entsprechenden Lötaugen der Preampplatine kontaktiert werden.

Über einen Drehschalter werden die Meßleitungen von den 1Ohm-Widerständen an den Kathoden der Engröhren jeweils auf eine Meßbuchse gelegt, die Masse wird an den Lausprecherbuchsen abgegriffen. Die Schaltung an sich ist nichts besonderes, schaut einfach unten in den Schaltplan.

Aber ich habe an der Stelle die Gelegenheit genutzt und die Biasspannungserzeugung etwas modifiziert. So, wie sie in den einschlägigen SLO-Schaltplänen steht (25k-Trimmer mit 56k Vorwiderstand gegen Masse), ist der Einstellbereich sehr gering und bei einer Eingangsspannung von 50-60VAC lässt sich der Bias nur zu kalt einstellen. Schaut man sich andere Soldano-Pläne an, wird man feststellen, dass dort eine andere Dimensionierung verwendet wird: der Trimmer hat 50k und der Vorwiderstand nur 10k. Damit wird der Einstellbereich sehr viel größer (allerdings reagiert der Trimmer auch sehr viel sensibler auf kleine Drehungen) und es kann ein Ruhestrom von sehr kalt bis sehr heiß eingestellt werden. Die Einstellung sollte auch mit EL34 problemlos funktionieren.

Das war's für heute. Euch noch ein schönes Restwochenende :laugh:.

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Viele Grüße,
Joachim
« Letzte Änderung: 25.09.2006 06:23 von Joachim »
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