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ODS Clonen - wer kann´s wirklich?

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Dumbelator:
Hi zusammen-
ich möchte -aus einer gewissen Not heraus geboren- hier ein Thema reinbringen, über das ich schon länger nachdenke...
Eines vorab: Ich bin kein Techniker. insofern begebe ich mich hier gerade auf ein gewisses Glatteis - dessen bin ich mir bewußt...
Aber nun zum Punkt:
Ich besitze einen Amp, der irgendwann einmal ein Kitty Hawk-Logo auf dem Frontplate hatte und mit allergrößter Wahrscheinlichkeit auch aus dieser Schmiede stammt (auch wenn mir das Herr Roy auf Anfrage bislang nicht bestätigt hat). Dieser Amp stammt aus dem Jahr 1979/80, Chassis hat die Serien Nr 004. Er ist ein 100%iger D+mble ODS -Clone, wobei einige Bauteile offensichtlich aus den USA stammen (Netzteil / Vorstufe). Ein Reverb wurde nachträglich eingebaut, ansonsten ist die Basis der Circuit eines 70ér D+mble ODS. Mir geht es  NICHT darum, jetzt eine "Vintage"-Diskussionslawine loszutreten - Es ist mir sch..egal, wo das Teil tatsächlich herstammt und wer ggf von wem abgeguckt hat. Der Amp ist unverkäuflich weil göttlich, ich nehm ihn mit ins Grab -Basta. Aber ich mach mir große Sorgen, daß er nicht so lange den heutigen Ton behält, deshalb möchte ich ihn gern klonen, d.h. 1:1 nachbauen (lassen), mit heute verfügbaren Bauteilen. Nun weiß ich, daß es da eine unlaubliche Vielzahl von Faktoren gibt, die den Ton eines Gitarrenverstärkers beeinflußen- Auswahl der Bauteile, das Chassis, die Masseführung, die Röhren, Verlegung+Qualität der Kabel, altersbedingte Veränderung von Werten etc.pp.

d.h. mir geht es nicht in erster Linie um einen 1:1 Nachbau in technischer Hinsicht, sondern um ein 1:1 Clon des TONS und der Charakteristik ( Ansprache / sensitivität / sustainverhalten etc. exakt dieses meines Amps.

WER KANN DAS? GEHT DAS ÜBERHAUPT?
Danke für Eure Anregungen und Meinungen

jacob:
Hi,

wenn das einer weiss, dann http://www.gregorhilden.de/

Wende Dich an ihn, er kann Dir da bestimmt weiterhelfen!

Gruß

Jacob

Hostettler:
Hallo Dumbelator

Da hast du dir ja einiges vorgenommen. Den exakt gleichen Sound hinzukriegen ist meiner Meinung nach ein schwieriges Unterfangen. Da, wie du richtig erkannt hast, die klangbestimmenden Bauteile in gewissen Toleranzen vorliegen. Das heisst, du müsstest jedes Bauteil in deinem Amp exakt ausmessen und das passende Bauteil aus einer grösseren Menge selektionieren. Ein wesentlicher Punkt ist auch der Aü. Wenn du irgendwelche Daten (Seriennummer/Fabrikat etc.) ausfindig machen kannst, könntest du es eingrenzen und evtl. ein Ersatztyp bestimmen, der dem Original sehr nahe kommen könnte.

Ich kann dich verstehen, wenn du Angst hast um deinen geliebten Amp. Aber siehe es doch mal so, er wird dich noch lange begleiten wenn du sorfältig mit ihm umgehst. Irgendeinmal werden die Verschleissteile (Elkos etc.) sich bemerkbar machen. Aber dies ist ohnehin bei jedem Amp mal der Fall.

Auf jedenfall wünsche ich dir bei deinem (nicht ganz unmöglichen) Vorhaben viel Glück von meiner Seite aus.

Mit besten Grüssen aus der Schweiz

Hoschi

Dumbelator:
Danke - ich kenne Gregor, bin eher skeptisch ob er in den technischen Dingen so drin steckt, werde ihn trotzdem fragen...




--- Zitat von: jacob am  3.01.2007 17:11 ---Hi,

wenn das einer weiss, dann http://www.gregorhilden.de/

Wende Dich an ihn, er kann Dir da bestimmt weiterhelfen!

Gruß

Jacob

--- Ende Zitat ---

Dumbelator:

--- Zitat von: hostettler am  3.01.2007 17:14 ---
Das heisst, du müsstest jedes Bauteil in deinem Amp exakt ausmessen und das passende Bauteil aus einer grösseren Menge selektionieren. Ein wesentlicher Punkt ist auch der Aü. Wenn du irgendwelche Daten (Seriennummer/Fabrikat etc.) ausfindig machen kannst, könntest du es eingrenzen und evtl. ein Ersatztyp bestimmen, der dem Original sehr nahe kommen könnte.

Hallo Hoschi-
das klingt ja eher nach Fleißarbeit denn nach Genialität - insofern doch machbar, oder? Zumal das Original ja als Referenz jederzeit verfügbar ist. Über A:B Vergleiche müßte man sich doch schrittweise annähern können. vielleicht indem man den Amp sektionsweise klont und die einzelnen Stages immer wieder testet, bis es passt. hat man dann einen Amp fertig, könnte man den ja widerum ohne den vorherigen Aufwand theoetisch (und praktisch) sogar unbegrenzt reproduzieren, möglicherweise sogar wieder bewußt modifizieren.Wichtig scheint mir dabei die Dokumentation.

Frage in dem Zusammenhang:
Ist es denkbar bzw technisch möglich, den Ton einer NOS Röhre (zB Siemens ECC83)  mit einer heute fabrizierten Röhre (z.B. EI)zu 100% zu reproduzieren, indem man z.B. einen Elko oder Widerstand oder ein Trimmpoti oder was auch immer "drumherumbaut" (wie gesagt, ich bin kein Techniker), d.h. sinnvoll in den Circuit integriert, um den "Ton" der Röhre zu modifizieren?
 Man kann bekanntlich viel Geld für NOS Röhren ausgeben und weiß nicht immer, was man bekommt. Gleichzeitig sind die Unterschiede zwischen den alten Röhren und dem, was heute fabriziert wird, eklatant - zumindest wenn man nicht der High-Gain Fraktion angehört und handverdrahtete Amps spielt.
--- Ende Zitat ---

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