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BIAS Einstellung am 100W Twin Reverb 1975
Buddygo:
Ich will an meinem eben frisch gebraucht erworbenen Twin Reverb 100W 1975 Silverface die ORIGINALEN Endstufenröhren durch Neue (Quartett JJ 6L6) ersetzen. Jetzt starre ich eben als blanker Röhrenneuling in die AMP-Elektrik und kann keine Möglichkeit für die BIAS-Einstellung entdecken. Ist das bei dem Teil möglicherweise fix?
Vielleicht kann mir hier eine alter Hase weiterhelfen. Danke.
Hier ein Blick ins Innere des Teils.
http://www.buddygo.de/spgm/index.php?spgmGal=Twin%20Reverb
Also wenn´s Sinn macht, würde ich zunächst zwischen Masse und Pin 8 der 6L6-Röhrensockel jeweils einen Meßwiderstand einlöten.... ??? hmm, dann kann ich zwar was feststellen, aber immer noch nichts einstellen.
Vielleicht kennt ja jemand das Problem und hat einen Tipp für mich.
Beste Grüße
Buddy
Hannes:
Hallo!
Du musst zuerst die 1-Ohm-Widerstände an den Pin 8 der 6L6-Fassungen nach Masse löten. An jede Röhre einen, wie Du es auch machen wolltest. Dann kannst Du mit einem Millivoltmeter den Ruhestrom ablesen (den Kathodenstrom, der sich aus Anoden- und Schirmgitterstrom zusammensetzt). Dirk hat da eine Anleitung auf seiner Seite: http://www.tube-town.de/diy/bias-einstellung.pdf
Dann musst Du mit einem Schlitzschraubenzieher das Bias-Poti drehen. Das geht von oberhalb des Chassis - dieses Loch mit der Mutter in Bild 8 oberhalb der Drossel (mittlerer, kleiner "Trafo"). Das ist auch das Poti, dass Du auf den Bildern 31 und 32 siehst.
Dann kannst Du noch die Balance zwischen den beiden Seiten der Gegentaktendstufe einstellen - dazu kannst Du entweder nach Gehör das Balance-Poti auf minimalen Brumm einstellen - oder die Ruheströme durch beide Seiten der Endstufe auf den gleichen Wert einstellen.
Ja - soviel dazu. Eigentlich solltest Du das Balance-Poti auf Mittelstellung einstellen, da Du ja ein gematchtes Quartett hast.
Ach ja: Dieses wilde Diodengewürge im Netzteil könntest Du auch mal gegen drei gleiche BY227 austauschen - pro Zweig.
Grüße
Hannes
Buddygo:
Hallo Hannes,
vielen Dank für die Tipps ... ich werde mich heute nach der Arbeit dran versuchen :)
Grüße Buddy
Joachim:
Hallo!
Ich habe mir das auch mal angeschaut. Hannes hat recht, mit einem gematchten Paar sollte der Poti in der Mitte stehen. Ein echter BIAS-abgleich ist aber so nicht möglich, der ist durch die festen Vorwiderstände (2x 68k) fest eingestellt. Vielleicht hat man sich bei Fender gedacht, besser ein All-round-Wert (der wahrscheinlich eher kalt eingestellt ist) als ein sinnlos eingestellter BIAS.
@Hannes: Zum Diodengewürge ;) habe ich eine Frage: wenn's doch funktioniert, warum ändern? Was macht denn die BY227 besser? Für die Werterhaltung des Amps im Originalzustand würde ich jedenfalls von einer Änderung eher abraten, zumal es ja keine ganz neuer Twin ist. In 20 Jahren ist der bestimmt ein rares Teil *beneid*.
Gruß,
Joachim
Hannes:
Hallo!
Das Diodengewürge kann man in Ruhe lassen - natürlich! Aber es ist eh nicht der Originalzustand - jedenfalls habe ich so eine Mischbestückung bis jetzt in keinem Fender gesehen; auch nicht auf Photos.
Und außerdem: Ist der Amp zum Spielen oder als Wertanlage? ;D
Ich denke mal damit man schön darüber spielen kann... und dafür muss er technisch gewartet werden. So ist mein Standpunkt.
Als ich neue Elkos in meinen Amp gelötet habe, habe ich sie auch nicht in die alten Kondensator-Hüllen reingepfriemelt - sieht man eh nicht.
Grüße
Hannes
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